Melde gehorsamst

Morgen geht’s hier erst weiter. Nachtdienste.

Inneres Ich: „Wozu dann diese im Großen und Ganzen uninteressante Meldung?”

Weil im fortschreitenden Alter die triumphierende Mitteilung „Hurra! Ich bin noch da!” nicht uninteressant ist.

Inneres Ich: „Er nu’ wieder …”

NIUS LIVE

Auf dem Weg zu einem Fernsehsender? Ab heute geht „NIUS.de” täglich (MO bis FR) um 8 Uhr eine Stunde lang live auf Sendung. Ein kurzes neues Frühstücksfernsehen, quasi eine Art Testballon.

Rein juristisch betrachtet handelt es sich natürlich um keinen TV-Sender, das wäre unbezahlbar. Außerdem findet die eine Stunde einer Live-Sendung „nur” im Internet statt. „Nur” deshalb in Anführungszeichen, da es heutzutage bekanntlich verschwimmt, wie etwas von einem Sender zu einem Empfänger gerät. Die juristischen Feinheiten der Definition hinken der Realität sowieso um Jahre hinterher. Ein sogenanntes Vollprogramm braucht es auch längst nicht mehr, da der Empfänger, also wir alle, uns selber dieses Vollprogramm aus verschiedenen Einzelteilen der Sender im Internet zusammenstellen. Wie bzw. als was man diese Sender dann bezeichnen mag, ob Streamingplattformen, Internetdienstleister oder Mediendienste usw., privat oder kommerziell, das ist (für mich) in meinem Haushalt bzw. für die eigenen Sehgewohnheiten seit knapp 10 Jahren nicht mehr unterscheidbar. Jedenfalls scheinen die Vorbereitungen begonnen zu haben, dem Flaggschiff des ewig gestrigen TVs, der „Tagesschau” endlich Konkurrenz zu bieten. Vielleicht könnte dies in einem Jahr schon der Fall sein, wenn genug Erfahrung für eine technische qualitativ gleichwertige Alternative zur Verfügung steht, die zu einer Ausweitung des Sendebetriebs auf 20 Uhr führen. Inhaltlich sind die neuen Medien eh längst den öffentlich-rechtlichen Propaganda- und Fakesendern davongelaufen, was sich spätestens mit dem Aussterben meiner Generation, die heute in ihren letzten Zuckungen liegt, bestätigen wird.

Ich selber würde selbstredend gerne noch den Beginn der neuen Medienlandschaft in Form bewegter Bilder mitbekommen. Mir ist klar, dass so etwas eine unvorstellbare Menge Geld kostet. Aber neben den kapitalistischen Interessen der Rentabilität bestand das Radio (im weitesten Sinne als Live-Information) immer schon zum größten Teil aus ambitionierten Menschen, aus Journalistinnen und Journalisten, die sich der Aufklärung und Berichterstattung für die Bevölkerung verpflichtet sahen und sehen. Hier kann ich mir einen freiwilligen Obolus als Unterstützung gut vorstellen, zumal ich sowieso bereits monatlich für alternative Medien in einem bescheidenen, meinem geringen Verdienst angepassten, Verhältnis gerne bezahle. Hier meine ich nicht die Streamingdienste, sondern ich unterstütze finanziell ein paar Online-Zeitungen. Würden die Zwangsgebühren endlich abgeschafft werden, was über kurz oder lang geschehen wird, stünden den alternativen Medien theoretisch ca. 10 Milliarden Euro pro Jahr mehr Geld zur Verfügung. Darum bzw. um die Gunst des zahlenden Publikums müssen sie sich dann bemühen. Konkurrenz belebt das Geschäft und führt zu qualitativen und inhaltlichen Höchstleistungen.

Also schauen wir mal, ein neuer Player auf diesem Gebiet ist heute am Horizont erschienen. Und ich drücke ihm kräftig die Daumen, damit eine Ausweitung seines Sendebetriebs möglichst schnell geschehen kann. Toi, toi, toi!

Podcast-Tipp: Über die Kunst des Rosenschenkens

In der relativ kurzen Zeit, seit ich den „Kontrafunk” regelmäßig höre, freue ich mich jede Woche wie ein kleines Kind auf die eine Stunde „Yoyogaga” mit Andreas Thiel. Das ist haargenau „mein Humor”. Seine langsame Erzählweise, die sicher nicht jedermanns Sache ist (!), führt bei mir zu mentalen Freudensprüngen ungeahnten Ausmaßes. Besonders angetan bin ich von seinen spontanen (zumindest wirkt es spontan) Neben-Pointen als Abschweifungen der unterhaltsamen langen Einleitungen, dass ich oft wie aus dem Nichts und für mich selber überraschend vor lauter Lachen losprusten muss, was beim Frühstück schon so manches Mal den Kaffee in der Tasse, die ich zufällig genau dann zu meinem Mund führte, fröhlich überschwappen ließ. Seither benutze ich, und das stimmt wirklich, grundsätzlich immer, also nicht nur für diese wöchentliche Stunde, ein kleines Untertellerchen für die Tasse. O wie ich die Sendung liebe, das kann ich gar nicht in Worte fassen.

Heute, vorhin noch während meines frühabendlichen Frühstücks im Küchenerker, war es wieder soweit. Als „Yoyogaga” nur in einem Nebensatz davon erzählte, dass in der Welt doch ein Missverhältnis bestehe zwischen der verfügbaren Menge von Sprengstoff und den sprengwürdigen Objekten – das erzählt im Zusammenhang mit seinen Schulerinnerungen und der geschilderten Lernkurve des Rosenschenkens – da war es dann wieder soweit: schwupp, kleckerte die nächste Pfütze auf den Untersetzer.

Du kannst diese Episode als 3. Teil der Schulerinnerungen, die Stunde über die Kunst des Rosenschenkens, übrigens als Podcast hier nachhören.

Mit Ansage: Kriegserklärung und Überfall auf Israel

In dieser Nacht (es ist gerade 1:30 Uhr) sollten wir alle, je nach Gusto, beten oder hoffen, dass durch den Raketenbeschuss des Irans auf Israel in der Bevölkerung keine Opfer zu beklagen sein werden. Es könnte gut ausgehen, da für die militärische Abwehr genügend Zeit vorhanden war. Es könnte aber auch übel enden, da niemand mit Sicherheit weiß, mit was genau der Iran seine Raketen und Drohnen bestückt hat.

In jedem Fall wird der Angriff für die Regierung des Irans enorme Konsequenzen haben, wahrscheinlich wird er sogar zum Ende des Mullah-Regimes führen. Was kurzfristig natürlich zu einer Instabilität der Machtverhältnisse in der Region führt, mittel- und langfristig aber endlich eine konkrete Chance zur Befriedung des Nahen Ostens böte.

Die Zukunft ist allerdings ein unentdecktes Land und sie steht jetzt hinten an, denn zuerst gilt für Israel die nächsten Tage zu überstehen. Daumen drücken ist angesagt. Ich sitze mit fest gedrückten Daumen gebannt vor den News-Tickern.

Serien-Tipp: „Ripley”

Mentale Notwendigkeiten (lieber Decke über’m Kopf als vom Wirklichkeits-Wahnsinn wie in einem Nebel verschluckt zu werden) führten heute zu einem Nachholen des verlorengegangenen Schlafs. Oder kurz: meine Wenigkeit hat ausgeschlafen, will sagen, 4 Stunden länger als gewöhnlich. Somit begrüßte ich die verrückt gewordene Welt heute im Abenddämmerungszustand gegen 19 Uhr. Oder jetzt im Tagebuch gegen 21:20 Uhr. Guten Morgen!

Und schon geht’s im hiesigen Kopfhaushalt wieder ums TV und um eine Serie. „Mensch, nee, das nimmt ja schlimme Ausmaße an”, stöhnt das Innere Ich. Es ist aber so, dass ausgerechnet heute, und darauf freue ich mich wie Bolle, noch die letzten beiden Episoden (insgesamt sind es 8) von „Ripley” anstehen, einer mit 10 (von 9) Georg-Punkten bewerteten Krimiserie im Stil der 1930 bis 50er Jahre. Sie ist per Netflix für fast jedermann zu sehen, was ich sehr schön finde, da mit ihr etliche Stunden eines wirklich tollen Genusses möglich sind, mit dem man aus der Welt des Wahnsinns prima entfliehen kann.

Also: zuerst einmal ist es weniger eine Serie als ein langer großartiger Spielfilm. Durchgehend in schwarz-weiß gedreht, was nicht nur nicht stört, sondern dem Genuss sogar noch eine Schippe obendrauf legt. Einfach nur wunderbar dieses Stilmittel! Der zweite wichtige Aspekt ist wohl die Kamera. Jede Szene könnte als eigenständiges Standbild vergrößert, ausgedruckt und hinter Glas als Bild an die Wand gehängt werden. Die Bildkompositionen sind einzigartige eigene Kunstwerke. Die Kameraführung hat gemeinsam mit der Requisite perfekte Arbeit geleistet. Allein diese Mühen der Äußerlichkeit verdienen einen Oscar bzw. das Pendant für TV-Serien. Inhaltlich wird eine geradezu geniale Psycho-Story erzählt, wie man sie ähnlich noch bis Mitte der 60er Jahre verfilmte. Von Hitchcock über Truffaut bis hin zur visuellen Ästhetik der Nouvelle Vague ist dieser lange Film ein Augenschmaus und Krimigenuss zugleich. So etwas hat man schon lange nicht mehr in solch einer vollendeten Perfektion gesehen. Es fällt mir schwer, die richtigen Worte für dieses Highlight zu finden, aber dir wird die cineastische Ausnahmeerscheinung garantiert ebenso gefallen wie mir, weil hier gleich mehrere Stile bedient werden, so dass ein breit gefächerter Geschmack des Publikums bedient wird.

Zuerst dachte ich, mir genüge eine normale Auflösung von 720 Pixel, doch mittlerweile (nach nur wenigen Folgen) habe ich mir die Serie in HD-Qualität mit satten 2 bis 3 GB Dateigröße pro Episode fürs Archiv besorgt – und das, obwohl es gar keine Farben gibt, die hochauflösend besser zur Geltung kämen, sondern einzig und allein, um von diesen exzellenten und atemberaubenden Bildern keinen Verlust hinnehmen zu müssen.

Mir gehen die Superlative für „Ripley” aus. Die Serie solltest du unbedingt anschauen. Es lohnt, es lohnt, es lohnt sich; mehr kann ich dazu gar nicht sagen.

Die Deutschland-Show

Ziemlich gelassen blicke ich auf die heute zu Recht in weiten Teilen der Bevölkerung mit Empörung aufgenommene Verabschiedung des „Selbstbestimmungsrechts” durch den Bundestag. Warum gelassen? Weil jedes Gesetz natürlich auch wieder rückgängig gemacht werden kann, sobald andere Mehrheiten bestehen. Das wird bald schon der Fall sein, daher braucht man sich nicht aufzuregen und kann in der Zwischenzeit die absurden Auswirkungen, zu denen das neue Gesetz führen wird, mit beißendem Humor als eine belustigende Begleitshow des grünen Untergangs genießen.

Ja, auch wenn die Grünen an der Seite der CDU nach der nächsten Wahl noch eine Verlängerung erfahren – sie wird ihnen nur deshalb von den CDU-Wählern gewährt, da kaum jemand von ihnen glaubt, dass der grüne-woke Irrsinn unter einer CDU-Regierung fortgeführt wird. Sobald dies aber sichtbar werden wird, ist spätestens bei der übernächsten Wahl für mindestens drei Jahrzehnte Schluss mit den Grünen. Somit erwartet uns noch maximal eine weitere Staffel des grünen Abgesangs. Danach, nach dieser langen Party eines Tanzes auf dem Vulkan, beginnen die guten Jahre des Wiederaufbaus unseres Landes. Bis dahin wird ebenfalls das „Verbrenner-Aus” der EU vom Tisch sein und auch die Klimasekte als warnendes Beispiel für die Verirrungen einer Gesellschaft in den kollektiven Erfahrungsschatz der Überlebenden eingehen. Je weniger du zu verlieren hast, desto genüsslicher kannst du dich zurücklehnen und die nächsten 5 bis 10 Jahre einer bunten politischen Narrenkreuzfahrt genießen. Je mehr du zu verlieren hast, um so heftiger nagt an dir die Wut und Enttäuschung über dich selber wegen deiner eigenen Wahlentscheidung, die du mit dem Kreuz bei der CDU in zwei Jahren treffen wirst.

Eigentlich müsste dieser letzte Satz des Absatzes im Plusquamperfekt stehen, denn in ferner Zukunft ärgert dich deine Wahlentscheidung, die du aus heutiger Sicht ja erst in der nahen vergangenen Zukunft noch triffst bzw. dann getroffen haben wirst.

Wie dem auch sei, für die nächsten sechs Jahre sollte man das, was man hat, in Sicherheit bringen, nichts mehr investieren (weder Geld noch Mühe) und der Gesundheit zuliebe den Blutdruck mittels humoristischer Entspannungsübungen (Lachen ist gesund) in ruhige Gewässer führen.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen entspannten Start ins Wochenende. Ich überlege gerade, ob mir als Frau dienst- bzw. arbeitsrechtlich irgendwelche Vorteile zustünden. Ich meine, so zwei, drei Jährchen als Frau Georgia zu verbringen, das könnte doch wirklich interessant sein. Hilft das vielleicht auch, so der GEZ zu entkommen? Quasi nach dem Motto: Herr Georg existiert nicht mehr, die Rechnung geht postwendend zurück? Aber auch bei anderen Dingen, die mir jetzt noch gar nicht einfallen: ‘s könnten in der kommenden Deutschland-Show nette Möglichkeiten entstehen, nicht wahr?

Geheimnisvolles

Bin wieder bis Freitag offline. Auf literarischem Abenteuer quasi. Und sogar bezahlt 🙂 Mensch, wenn ich bedenke, dass ich mich vor diesem Job noch vor wenigen Monaten ängstigte. Ist schon manchmal verrückt die Welt oder was man von ihr erwartet oder befürchtet – und überhaupt, nur eines bestätigt sich immer wieder aufs Neue: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ob etwas gelingt oder ob es in die Hose geht, hängt gar nicht von einem selbstgemachten Plan ab, denn der ist nur eine Illusion, sondern ob ein Plan und somit die Illusion gelingt oder nicht, und das ist letztlich nur Glück, Zufall, Schicksal oder Gottes Wille – wie man es auch ausdrücken mag, es bedeutet alles dasselbe.

Ich weiß noch früher, da hatte ich oft meinen Kopf geschüttelt, als in diversen Interviews alte und sehr erfolgreiche Leute gefragt wurden, was denn ihr Rezept für ihren Erfolg (oder ihr langes Leben und so weiter) sei. Fast immer findet sich in den Antworten neben den Dingen und Entscheidungen, die diese Menschen getroffen hatten, der Hinweis: „und ich hatte großes Glück gehabt”. Diejenigen, die dieselben Entscheidungen getroffen hatten aber Pech dabei erfuhren, wurden natürlich gar nicht erst interviewt. Sie werden nicht einmal wahrgenommen. Und dann eifern die Leute natürlich nur den Erfolgreichen nach, obwohl es völlig unsicher ist, ob das zum eigenen Erfolg führt, da letztlich die Chance stets 50 zu 50 beträgt, ganz gleich, was man selber dafür unternimmt oder ob man überhaupt etwas macht.

Ja, angesichts der individuellen Macht- und Einflusslosigkeit im und aufs Leben können einem schon recht krude Gedanken kommen, nicht wahr?

In diesem Sinne bleibt es heute etwas zum Nachdenken. Nachdenken deshalb, denn sollte unser aller Dasein tatsächlich nicht von uns selber, sondern durch irgendetwas gesteuert oder beeinflusst werden, dann wäre es logischerweise ja auch so bei allen Tieren, Insekten, Pflanzen und Einzellern – und das folglich nicht nur in der Gegenwart, im Jetzt, sondern vom Anbeginn der Erde bis zu deren Verglühen in einer kommenden Supernova, ja, die Stringenz würde diese Logik sogar aufs gesamte Universum beziehen. Es wäre ein Beleg für die unvorstellbare Rechenleistung eines „Gottes” oder für den gottlosen Zufall – je nach Sichtweise. Ick sachja: krude Gedanken 😉

Schuld und Verantwortung (und ein weiterer Serien-Tipp)

Schon 20 Uhr und hier steht immer noch nichts. I’m sooo sorry. In guter Tradition linker deutscher Politik kann ich dafür leider nur die Umstände verantwortlich machen: das sommerliche Wetter, in dem ich viel unterwegs bin und wenn schon zu Hause, dann im wunderschönen Küchenerker sitzen muss. Jawohl, das Wetter zwingt mich förmlich dazu. Und außerdem: wenn ich denn dann weder draußen, noch im Erker herum lümmel, dann ist’s die britische Mini-Serie „Boat Story” die hier im Tagebuch für meine Abwesenheit verantwortlich zeichnet. Denn sie ist tatsächlich ausgezeichnet – bis jetzt zumindest, ich bin nicht sicher, ob sie in den restlichen 5 Episoden noch konstant auf dieser Höhe bleibt, bewegt sie sich doch auf dem schmalen Grat zwischen gelungenem britischen schwarzen Humor und einer ollen Klamotte. Deshalb, auch dafür kann ich ja nun mal nichts, muss ich die Serie erst bis zu Ende anschauen, ansonsten erzähle ich dir an diesem Ort womöglich völlig Unwahres. Das wäre dann zwar auch wieder eine Bestätigung oder das Nachahmen allgemeinen linken politischen Verhaltens, aber so ein bisschen persönliches Verantwortungsgefühl bleibt mir noch erhalten. Ich schweige somit zu einem nicht unerheblichen Teil gerade deshalb, eben aus Verantwortungsbewusstsein. Auch nicht schlecht als Begründung, gell?

Also du siehst, meine momentane Abwesenheit erfolgt nicht unentschuldigt. Ich kann nix dafür, Schuld tragen die multiplen Umstände 🙂

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Nachtrag, 01:40 Uhr: Großartig! „Boat Story” ist eine geniale Serie. Makaber, absurd, voller Leichen und Blut aber dennoch herrlich humorvoll. Vielleicht nicht jedermanns Geschmack, meiner aber schon: 10 Georg-Punkte. Definitiv den Rahmen des Üblichen sprengend.

Serientipp: „Renegade Nell”

Heute stehen mir noch die letzten drei Episoden der achtteiligen Walt-Disney-Abenteuerserie „Renegade Nell” bevor, auf deren anderthalb Stunden Dauer ich mich riesig freue. Dieser erste Einleitungssatz verrät bereits das meiste: 1. die Serie finde ich gut, 2. sie wurde wahrscheinlich hauptsächlich für Kinder und Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene produziert, 3. sie ist ein erzähltes Abenteuer und 4. sie ist lustig. Und genau das ist sie: Humorvoll aber keine alberne Klamotte, kindgerecht schwarz-weiß gemalt und ein Erwachsener braucht nicht nachzudenken. Das Beste überhaupt: die Darsteller agieren in einer mitreißenden Spielfreude. Von Anfang bis zum Ende bleibt einem (mir) das Schmunzeln in den Mundwinkeln erhalten.

Vielleicht bilde ich mir das nur ein, doch die Hauptdarstellerin, Louisa Harland, kommt mir wie eine Reinkarnation der jungen Kate Winslet vor. Ihre Mimik, die Gestik und ihre Bewegungen lassen bei allen natürlich erkennbaren Unterschieden immerzu Kate Winslet vor meinem inneren Auge erscheinen.

Es gibt einen weiteren Aspekt, den ich möglicherweise falsch interpretiere aber um so humorvoller an dieser Serie finde. Nämlich ich sehe hier deutlich eine hintergründige Kritik an der Wokeness (besonders des Disney-Konzerns). Da es eine Fantasy-Serie ist und keine historische, spielen selbstredend ein Drittel schwarze Darsteller mit – aber – der schwarze Hauptdarsteller eines englischen Lords um 1705 ist als Gegenpart gleichzeitig der Böse mit der Schwarzen Magie. Treffender könnte man dies gar nicht bildlich zeigen. Und – hier grüßen die Diskussionen um Zwergendarsteller des Schneewittchen-Films: ein kleinwüchsiger Schauspieler erscheint in einer Nebenrolle, die ein Kind darstellen soll, als widerlicher Denunziant. Klar, diese Rollenzuweisungen, dieses sichtbare Kratzen an der Political Correctness, können reiner Zufall oder anders gemeint sein … wer’s glaubt 😉

Doch auch ohne diese „Georg-Interpretationen” ist die Serie ein wirklich gelungener Spaß für die ganze Familie. Endlich wieder ein großartiger Unterhaltungsfilm von Walt Disney (bzw. eine solche TV-Serie) ohne pädagogischen Auftrag. Man erkennt daran deutlich den Wandel (die Erkenntnis: „go woke, go broke”) und die geschehenen Umbesetzungen der Verantwortlichen innerhalb des Konzerns. Volle 9 Georg-Punkte.

Äppel

Den ganzen Süß- und Salzkram für zwischendurch oder beim Bingen bin ich sowas von leid, da musste gerade eben Besseres her. Mit Schale? Aber natürlich, sie mochte ich schon immer. Nichtsdestotrotz gibt es nachher zum Mittagessen Pommes. Die Tüte gekaufter Äpfel hat nämlich nichts mit Diät zu tun, sondern nur mit Genuss.

Die Apfellust hat bestimmt etwas mit dem Frühlingswetter zu tun. Ist es nicht herrlich heute? Am ersten warmen Frühlingstag merkt man so richtig, wie sehr man ihn vermisst hat, nicht wahr?

Sonst gibt’s momentan nichts Neues. Genieße den Tag!

Morgendliches Geschwurbel und ein Serientipp

Guten Morgen um 15:45 Uhr. Seit einer dreiviertel Stunde frühstücke ich gemütlich nach wiederum knapp 9 Stunden erholsamen Schlaf = nachher pilgere ich lockeren Fußes und frohen Gemüts zur nächtlichen Arbeit und zu neuerlichen literarischen Abenteuern in Colorado, mittlerweile im Jahre 1905 angelangt.

Muss ich heute noch die News lesen? Nö, lieber ungebildet und frei in den Tag hinaus als gefangen von den Absurditäten spätrömischer Dekadenz der Politik- und Mediendarsteller.

Letzte Nacht habe ich mir zwei Staffeln einer britischen Miniserie reingezogen. Immerhin je zweimal einen 4-Stunden-Film sozusagen. „Time”, so heißt diese Serie. Es geht um Gefängnisse bzw. deren Insassen und um Wärter sowie den dort arbeitenden Mitarbeitern im Sozialdienst – natürlich exemplarisch jeweils an einer Person festgemacht. Was aber ist das Besondere dieser Serie, zumal Gefängnisserien momentan wie Pilze aus dem Boden sprießen?

Sie ist anders als die Hollywood-Filme (unschuldig Inhaftierte, Abenteuer hinter Gittern, Alibi für eine Brutalinski-Show usw.), zeigt sie doch eine möglichst realistische Sicht der Dinge. Dramaturgisch alles mögliche in einem Handlungsstrang komprimiert – also keine Doku. Die erste Staffel spielt in einem Männergefängnis, die zweite in einem Frauenknast. Die Ungleichheit zu sehen, ist dabei sehr spannend. Den ewigen Gleichmachern der Geschlechter wird der Unterschied zwischen Männer und Frauen klar vor Augen geführt. Verraten möchte ich aber nichts, deshalb (und da ich eh gerade viel zu faul dazu bin) gibt’s hier auch keine Nacherzählung. Nur so viel: Beide Staffeln bekommen 9 Georgpunkte. Die Serie wurde archiviert.

Ansonsten bis Samstag irgendwann im Laufe des Tages. Du schaffst die letzten beiden Tage dieser Woche auch noch locker, bevor es dann in dein wohlverdientes Wochenende geht.

Solidarität mit Israel

O wie gut kann ich Rika und Renate verstehen, deren beinahe schon verzweifelte Wut oder ohnmächtige Verzweiflung von Tag zu Tag zu wachsen scheint (das lese zumindest ich aus ihren Einträgen so heraus). Seit dem 7. Oktober schreiben beide sich die Finger wund und klären ihre Leserinnen und Leser bis ins kleinste Detail über die Vorgänge in Israel auf. Jeder, der wissen möchte, was und warum etwas dort geschieht, findet bei ihnen sachliche Antworten. Und doch scheinen ihre Mühen nach knapp einem halben Jahr vergebens zu sein, denn im deutschen und internationalen Politik- und Medienbetrieb hat man sich mal wieder darauf geeinigt: Der Jude ist Schuld. „Ich hab ja nix gegen Juden, ABER …”

Bislang hatte ich mich komplett zurückgehalten, wusste ich doch 1., was geschieht und 2., dass es meiner seelischen Gesundheit (und in der dauerhaften Folge auch meinem körperlichen Wohlergehen) schadet, wenn ich diese Katastrophe, diese unerträglichen Gräuel, die den Menschen in Israel angetan wurden und nach wie vor werden (die Geiseln werden immer noch gequält und niemand auf der internationalen Bühne verlangt von den Verbrechern der HAMAS ihre Freilassung), zu nah an mich heranlasse. So stark bin ich nicht, das dauerhaft aushalten zu können!

So schlimm es klingt, der Alltag geht weiter. Das wissen die Feinde Israels ganz genau. Eine Täter-Opfer-Umkehr fand bereits kurz nach dem Überfall auf Israel statt und der sowieso tiefsitzende deutsche Hass auf Juden (der sich in Taten, nicht in Worten belegen lässt), bricht sich medial geradezu Bahn. Jedes dagegen Anschreiben ist wirkungslos. Der Normalmensch plappert dem ZDF oder der Tagesschau alles nach, statt wenigstens den Mund zu halten, wenn er von etwas keine Ahnung hat, da es ihn auch relativ wenig interessiert. Man muss ja trotzdem unbedingt zu allem und jedem seinen unqualifizierten Senf geben; den „Nahostkonflikt” lösen diese Leute in ein, zwei Sätzen in den sozialen Medien; der Schuldige ist schnell ausgemacht, man ist ja weltoffen, bunt und liberal, da stören die widerspenstigen Juden sowieso mal wieder. Dass dort im Nahen Osten ein Kulturkampf im vollen Gange ist, der uns in ähnlicher Weise ebenfalls erreichen wird, erkennt kaum noch jemand in der Öffentlichkeit.

Es macht tatsächlich keinen Sinn, argumentativ tagtäglich dagegen anzurennen – ABER es ist sinnvoll, die eigene Solidarität mit Israel zu unterstreichen. Dieses Land weiß selber, was das Beste und Richtige für sich ist, es benötigt keinen Rat von der EU oder vom Baerbock-Kind. Aber wie jeder, der sich verzweifelt wehrt, ist die Solidarität der Außenstehenden vielleicht mit das Wichtigste überhaupt. Und deshalb zeige ich sie hier im Tagebuch an prominenter Stelle, selbst falls sie meine restlichen Leser kostet. Schon oft hatte ich erwähnt, in erster Linie für mich selber Tagebuch zu führen. Sogar ohne einen einzigen Leser würde ich das tun – und eben ich (ums Ich geht es nun mal in einem Tagebuch) kann nicht anders, als in dieser schweren Zeit für Israel meine klare und eindeutige Solidarität kundzutun.

So, das dazu. Falls jemand fragt und so.