Review eines Weckers – "Echt jetzt?" Ja!

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Du fragst vielleicht, was man über einen kleinen Funkwecker für knapp 20 Euro großartig schreiben kann, nicht wahr? Oh, ich weiß gar nicht, womit ich da beginnen soll, so viel Positives gibt es zu dem Wecker „Bingo 2.0“ von „TFA Dostmann“ zu sagen. Diese Firma vertreibt wohl hunderte verschiedene Modelle. Den perfekten Wecker für jeden Menschen gibt es schlicht nicht. Beim „Bingo 2.0“ kommt es dieser Perfektion aber sehr, sehr nah.
Zuerst einmal ist er in zwei Displayfarben erhältlich: normal und als Negativ. Genau diese letzte Variante habe ich gekauft. Grandios! Dunkle Ziffern auf dunklem Hintergrund sind doch schwarz, mag nun eingewendet werden, doch es gibt eine Hintergrundbeleuchtung, die durch einen Helligkeitssensor ein- bzw. ausgeschaltet wird. Sie lässt sich auch komplett ausschalten, dann ist im Dunklen aber nur etwas zu sehen, wenn man die Snooze-Taste drückt. Das ist jedoch nicht Sinn der Sache, da könnte man auch sein Smartphone benutzen. Andere Wecker bleiben entweder dunkel oder jene, bei denen die Zahlen selber leuchten, sind meist extrem hell im Schafzimmer. So etwas stört zumindest mich, manche Zeitgenossen mögen es vielleicht. Die Hintergrundbeleuchtung des „Bingo 2.0“ hingegen leuchtet dermaßen schwach – der Hauch eines Lichts – dass die Augen im Dunkel zwar klar und deutlich die Zahlen erkennen, es aber dennoch keine Gewöhnung an ein helleres Licht bedarf. Das ist schwer zu beschreiben, noch schwieriger zu fotografieren. Sobald der Wecker im Dunklen weckt, wird seine Beleuchtung automatisch vom schummrigen zu ganz hellem Licht geschaltet. Es ist einfach nur genial. So hatte ich mir einen Wecker immer schon gewünscht.

Der Wecker besitzt zwei Weckzeiten. Oh, wie hasse ich solche Modelle, bei denen nicht selten eine Taste mit einer Mehrfach-Funktion ausgelegt ist (drücken Sie hier zwei Mal, dann dort ein Mal, bestätigen Sie mit XY). Der „Bingo 2.0“ besitzt für beide Weckzeiten jeweils einen eigenen Knopf. Er ist intuitiv sofort richtig zu bedienen. Noch dazu besitzt er zwei Schieberegler, um die Alarme komplett ein- oder auszuschalten. Beim morgendlichen Wecken reicht es aber, den betreffenden Alarmknopf zu drücken, dann hört das Wecken auf und weckt erst wieder am nächsten Morgen. Wird nur Snooze betätigt (wie üblich eine große obere Taste), gehtꞌs nach 5 Minuten erneut mit dem Wecken los. Es liegen keine Tasten mit Verwechslungsgefahr nebeneinander, die beiden Schieberegler befinden sich an den Seiten, haben mit dem Alltag des Weckens also nichts zu tun. Zusammengefasst: der Alarm lässt sich per Snooze zeitlich begrenzt ausschalten, per Knopfdruck für den aktuellen Alarm des Tages oder per seitliche Schieberegler dauerhaft. Und das alles mal zwei. Es mag sich jetzt hier im geschriebenen Text kompliziert anhören, ist aber viel einfacher, als alles mit einer oder zwei Tasten zu bedienen.

Jetzt noch mal zum Display: große Zahlen der Zeitangabe, sie lassen sich auch ohne Brille erkennen (wie gesagt, die Zahlen strahlen nicht und verschwimmen deshalb nicht bei Kurzsichtigkeit zum Beispiel), kleine Ziffern des Wochentags und Datums sowie eine eigentlich überflüssige, da sowieso nicht stimmige Temperaturanzeige. Sie hätte man weglassen können. Stört aber auch nicht, also so what? Die Angaben auf dem Display sind wunderbar aufgeräumt und symmetrisch angeordnet. Zusätzlich erhält die Zeitangabe eines aktiven Alarms einen weißen Rahmen. Nicht nur das, auch die Schieberegler lassen eine mechanische Markierung neben dem Display erscheinen, so dass es keines näheren Hinsehens bedarf, um zu erkennen, ob oder welcher Alarm an- oder ausgeschaltet ist.

Durch die permanente schwache Hintergrundbeleuchtung ist der Energiebedarf des Wecker natürlich ein wenig höher als bei normalen Geräten ohne Licht. Dafür erhält er dann drei AA-Batterien statt wie üblich eine oder zwei. Je nach Häufigkeit der Benutzung kann man hier von etlichen Jahren der Betriebsdauer mit einer Batterieladung ausgehen. Diese drei Batterien geben dem kleinen Wecker ein spürbares Gewicht, er fühlt sich wertig an. Die Wertigkeit wird durch zwei Gumminoppen unterstützt, mit denen der Wecker rutschfest auf dem Nachttisch steht. Das sind wieder so Kleinigkeiten, die ihn aber haptisch von vielen anderen Konkurrenzprodukten positiv unterscheidet.

Wesentliche einmalige Einstellungen (wie ansteigende Alarmlautstärke, Beleuchtung) sind auf der Rückseite per klar definierten Knöpfen angebracht, wobei der Hersteller auch hier zwei Schieberegler verwendet, mit denen man nicht umständlich durch ein Menü tippen muss. Dann gibt es noch ein einziges Menü für die manuelle Einrichtung, falls man außerhalb Europas den Wecker benutzt (zum Beispiel kein Funksignal empfangbar ist) sowie für die Grundeinstellungen (Sprachauswahl, Zeitzone, Tastenton).

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich locker eine zweistellige Zahl von Weckern bereits benutzt habe aber noch nie – wirklich noch nie zuvor so einen durchdachten und komfortablen Wecker gesehen habe.