Ein Lichtzelt

Guck mal, ein Geschenk lag heute in der Post. Dankeschön, liebe J., darüber habe ich mich sehr gefreut. Jetzt gibtꞌs für die kommenden Fotos der E-Dampfen keine Ausreden mehr wegen schlechter Beleuchtung und so. Dieses Zelt aufzubauen, ich muss schon sagen, war ein Intelligenztest sondergleichen. Zeitweilig kam ich mir wie ein Schimpanse in einem Versuchslabor von Verhaltensforschern vor, das war gar nicht so leicht. Besonders wenn man die „Gebrauchsanweisung“ dabei zugrunde legt: „Nach der linken und rechten Seite der Halterung mit einer Plastikschnalle befestigt, und dann vorsichtig aufräumen, hängen Hintergrund Tuch, und schließen Sie die Lichtquelle, können Sie immer beginnen, den gewünschten Effekt zu schießen.“ Ach so, nuꞌ isses ja klar 🙂

Frieren für die Freiheit

Ganz zu Anfang, Herr Gauck wurde gerade als Kandidat für den Bundespräsidenten vorgeschlagen, fand ich diesen Mann, der so viel von Freiheit sprach, schlichtweg gut und hatte ihn auch unterstützt, denn mich überzeugte seine ruhige, nach außen gelassen wirkende Art. Nunja, stille Wasser gründen tief, vielleicht hätte mich diese Volksweisheit stutzig machen sollen, denn nachdem er, der als Präsident aller Deutschen betrachtet werden wollte, die Deutschen in ein Dunkel- und Hell-Deutschland sortierte, war ausgerechnet der ruhige Joachim Gauck der erste, der damit das eigene Volk gespaltet hatte. Merke: wer zu viel und zu oft von Freiheit spricht, läuft nicht selten als Speerspitze der Unfreiheit voran, denn eigentlich hatte er nie erklärt, was er denn nun genau unter Freiheit so alles verstand. Man (ich) geht fälschlicherweise immer beim Begriff der Freiheit von dessen universelle Bedeutung aus – also für mich bedeutet Freiheit Absolutes, ein eigenverantwortliches Dasein, mit Sicherheit aber wenigstens das Gegenteil von Unfreiheit. Dass man diesen Begriff, das Konzept der Freiheit, gedanklich so weit einschnüren kann, dass am Ende eben das genaue Gegenteil der Freiheit dabei herauskommt, hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können.

Dieser Ex-Präsident hat bei Maischberger erneut etwas über die Freiheit rausgehauen. Er kannꞌs irgendwie nicht lassen, sein verunglücktes Freiheitsverständnis unter die Leute zu bringen. Nun also sagt er in Bezug zum Russland-Ukraine-Krieg und den Konsequenzen, die sich bei unserer moralisch überhöhten Haltung daraus für die Energieversorgung ergeben:

„Wir können auch einmal frieren für die Freiheit und wir können auch einmal ein paar Jahre ertragen, dass wir weniger an Lebensglück und Lebensfreude haben.“

Das ist DDR-Sprache at its best.

Ob er selber unglücklich ist, das weiß ich natürlich nicht, frieren und hungern für die Freiheit wird er persönlich aber garantiert nicht. Es wird nunmehr höchste Zeit, ihm seinen Wunsch zu erfüllen und ihm die üppigen Bezüge zu streichen, damit er seine Freiheitsliebe auch ausleben kann und als glaubwürdiges Vorbild fortan allen Deutschen voranschreitet.