Inneres Ich: „Was machst du denn die ganze Zeit?“
Gleich arbeiten (die bloße Anwesenheit vor Ort gilt als Arbeit, so was muss man erst mal haben), vor- und nachher zu Hause schlafen, Spielfilme gucken, lecker essen, vergnüglich e-dampfen – zusammengefasst: sitzen und sinnen.
Das haben wir als junge Erwachsene im Vor-Internetzeitalter zu mehreren auf Stühlen vor der Stammkneipe, die mittags als eine Art Café diente, immer gerne gemacht. Dabei beobachteten wir über Stunden das Treiben im heimatlichen Dorf. Manchmal fragte ein Vorbeigehender: „Habt ihr nichts besseres zu tun als hier herumzulungern? Was macht ihr denn da?“ „Sitzen und sinnen“, lautete umgehend von jedem die Antwort. Sitzen und sinnen wurde zu einem geflügelten Begriff. Der setzte sich felsenfest in the Gehirn.