Das geht sogar noch weiter. Der Tagesspiegel titelt: „Gegen den Optimismus-Fetisch: ꞌHochgefühle sind eigentlich eine psychische Störungꞌ“ und benutzt für sein Plädoyer für die Angst eine unbekannte Autorin, die in ihrem Buch erklären will, weshalb uns allen positives Denken nicht weiterbringt. Hallo? Ich dachte bisher immer, Depressionen seien psychische Störungen und positives Denken eine Strategie, um aus dieses Tal zu gelangen. Nein, scheinbar gibt es nicht wenige Menschen, die ihre eigenen Defizite als Normalzustand definieren. Das geschieht leicht demjenigen, der keinen solchen guten Lehrer mit 10 Jahren hatte wie ich, dessen Mahnung, über Jahre wiederholt, noch heute in meinem Hinterkopf nachklingt: „Beziehe nie dich selber auf andere“. Klimaangst, Coronaangst, Russlandangst – ach, the German Angst ist überall im Lande zu Hause. Die meisten Leute sind schlicht und ergreifend krank vor Angst. Es wird Zeit, dagegen Maßnahmen einzuführen.
Geliebte Angst
Was haben die großen Leitmedien für ein Gewese veranstaltet, als es darum ging, von den einschneidenden Corona-Maßnahmen in Frankreich zu berichten. Maskenpflicht allüberall, der grüne Pass und so weiter. Von den anschließenden Großdemos, an denen regelmäßig Hunderttausende teilnahmen, hörten wir schon weniger – und wenn, dann wurden diese Demos in Bild und Text unisono als gewalttätig geframt. Seit gestern nun existieren in Frankreich bis auf zwei Ausnahmen überhaupt keine Maßnahmen mehr. Der „Gesundheitspass“ wurde eingemottet. Bars, Clubs, Gaststätten und Geschäfte stehen wieder allen offen, keine G-Regeln haben überlebt und die Maskenpflicht ist faktisch ausgesetzt – bis auf die erste Ausnahme, nämlich die des Tragens im öffentlichen Nahverkehr und die zweite Ausnahme, die des Maskierens in Krankenhäusern. Über diese Beendigung aller Maßnahmen wird höchstens hier und dort kleinlaut in Newstickern oder dergleichen geschrieben – und sogar da wird munter weiter geframt. Dabei wird folgendermaßen vorgegangen: man tut einfach so (der Eindruck wird vermittelt), dass bestimmte Maßnahmen auch weiterhin gelten. Das geschieht, indem in der Meldung vom Freedom Day zum Beispiel alte Meldungen und Zitate wichtiger Leute aus den vergangenen Wochen und Monaten eingebaut werden, die dann suggerieren, dass z.B. der Gesundheitspass erst schrittweise abgeschafft werde. Nein, er ist seit gestern weg. Dasselbe Spiel wird mit Holland betrieben, auch die Niederländer haben sich von allen Corona-Maßnahmen befreit, sogar in Bussen und Bahnen des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs fällt die Maskenpflicht ab nächster Woche komplett weg. Auch gibt es keine Zwangs-Quarantäne bei positiven Tests mehr. Also in 10 Kilometern von hier aus Richtung Westen ist das Virus so harmlos, dass keine Maßnahmen dagegen getroffen werden müssen, dasselbe Virus hier fordert Impf- und Maskenpflicht sowie komplizierte G-Regeln. Die Schlussfolgerung daraus überlasse ich dir. Eines kann man aber unterstreichen: wer nur öffentlich-rechtliches TV schaut oder die Mainstreammedien der Privatsender sieht oder wer nur die großen Online-Zeitungen liest, die samt und sonders von privaten Spenden und vom Geld der Regierung leben, da ihnen die Leser soweit fortgelaufen sind, dass sie ohne Zuschüsse (wes Brot is ess, des Lied ich sing) längst in Konkurs gegangen wären, der ist definitiv uninformiert und bleibt in seiner Angst.