Lesetipp: "Speakers Corner in Twitterblau"

Die Causa Elon Musk und Twitter geht irgendwie an mir spurlos vorüber. Wird also Zeit, mich mal zu positionieren. Heute muss man bekanntlich zu allem und jeden eindeutig Stellung beziehen, Haltung beweisen und was weiß ich für Fähnchen hochhalten. Praktisch ist, dass meine Stellung bereits von Roger Letsch bezogen wurde, er hat nämlich in seinem Artikel „Speakers Corner in Twitterblau“ im Grunde alles zu diesem Thema gesagt, was einem interessierten Menschen einfallen könnte – also er hat eins zu eins den Blick auch in meine Gedanken ermöglicht. Und er drückt sich natürlich um Welten eloquenter aus, als ich es jemals könnte. Viel Vergnügen mit der heutigen Leseempfehlung.

Neue Brieftasche

Brieftaschen – ein Accessoire, das jeder benutzt in allen Kulturen der Welt seit der Steinzeit bis heute, beiläufig oder geliebt, praktisch oder modisch, edel oder zerlumpt, als Statussymbol oder als Statement des Nonkonformismus, in allen möglichen Formen, Farben und Größen, aus den verschiedensten Materialien gefertigt mit den unterschiedlichsten Aufteilungen ihrer Organisation (Fächer und Räume), nicht zuletzt individualisiert durch Bilder, Symbole und Fotos – darüber wollte ich heute etwas schreiben, denn ich habe eine neue (klick aufs Bild = groß), die alte war zerfleddert, doch je mehr ich mir über Brieftaschen so meine Gedanken mache, desto aussichtsloser wird ein solches Unterfangen. Zu viel ließe sich dazu sagen, ja, sie taugen als Objekt kulturhistorischer Abhandlungen genauso wie für psychologische Analysen eines Einzelnen. In der Brieftasche offenbart sich das Wesen der Menschheit. Individuell, zivilisatorisch sowie als Spiegel ihrer Zeit.

Hinzu gesellen sich die technischen Veränderungen der Notwendigkeiten. Alleine schon in der Lebensspanne eines Benutzers, erst recht im Laufe der Generationen. Brieftaschen sind da für ehemals gewichtige Lappen aus Stoffen, Papier oder beidem, die mit der Zeit ihre Formen und Größen verändern, so dass die Brieftaschen sich immerzu fortentwickeln und den Gegebenheiten anpassen. Briefe, also Dokumente, werden stets kleiner. Manch einer glaubt, sie verschwänden letztendlich im Reich des Digitalen der Smartphones, was ich aber nicht glaube, da ohne Haptik, ohne das Anfassen, Dinge für Menschen keinen echten Wert besitzen. Goldnuggets im Lederbeutel oder die Locke eines geliebten Menschen, sie sind digitalisiert ohne Sinn, denn erst ihre sinnliche Erfassung erschafft eine Bedeutung und damit ihren Wert.

Wie viele unterschiedliche Brieftaschen ein jeder Mensch im Laufe seines Lebens schon benutzt hat – eine solche individuelle Geschichte böte Raum für seitenweise Erzählungen oder Erklärungen. Multipliziert mit ca. 8 Milliarden Menschen der Gegenwart und über einen längeren Zeitraum mit Billionen auf der Erde verweilender Menschen und mit Trillionen unterschiedlicher, da individualisierter, Brieftaschen – es käme einer Sisyphusaufgabe gleich, dem irgendetwas hinterherschreiben zu wollen.

Also lass ich auch den Versuch besser bleiben. Früher mochte ich große Brieftaschen mit viel Platz für Kram, heute ganz kleine minimalistische (auf dem Bild nur 10,5 cm x 7,5 cm). Und du? Wie sieht es bei dir aus? Zeig her deine Brieftasche und ich sage, wer du bist. Oder so. Ein schönes Wochenende wünsche ich dir mit deinem (Achtung, ein Schreibversuch) Portemmonaie.

Baerbock schließt einen Atomkrieg nicht aus

Jemand sagte mir neulich, Annalena Baerbock sei eine vernünftige Person. Sie ist die verantwortungsloseste Außenministerin, die wir jemals in diesem Amt gesehen haben. Auf den Punkt gebracht von Roger Köppel. Ein nur neunminütiger Ausschnitt aus der „Weltwoche Daily“ des heutigen Tages. Nimm dir neun Minuten Zeit und du siehst förmlich, wie den Grünen die Pickelhauben aus den Hinterköpfen wachsen:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=zmxcppganPM]

Konsum-Blog: Das neue Mikrofon

Heute möchte ich gerne ein Loblied singen und das letzte Tage gekaufte neue Mikrofon preisen. Jawohl! Bei Produkten, die mich auf ganzer Linie überzeugen, ach, was sage ich im Versuch, einigermaßen sachlich zu klingen, die mich schlichtweg begeistern, erfreuen, gar beglücken, bei ihnen „darf man“ Werbung machen. Und damit kein Missverständnis entsteht: ich bekam oder bekomme nichts für die lobende Erwähnung der Mikrofone.

Inneres Ich: „Der Mikrofone? Plural?“

Genau, denn gestern habe ich ein zweites gekauft. Damit dürfte mein Begeisterungssturm auch überzeugend ankommen, denn wenn ich als Geringverdiener zwei Mal 33 Euro nur für zwei Mikrofone ausgebe, hat sich die Frage gewissermaßen von selbst erledigt, ob hier ein normales Mikrofon nicht einen wenigstens annähernden Dienst erweisen würde. Das tut es nämlich bei weitem nicht. Eine solche Qualität wie das neue Mikro habe ich noch nicht erlebt. Es gibt wohl auch eine baugleiche Version, die habe ich nicht, es wird sich dabei aber ziemlich sicher um ein identisches Mikrofon handeln.

Doch nun zur Sache: Glasklarer Klang der Stimme, eine eingebaute Elektronik, die die Stimme gewissermaßen dem Raum anpasst – will sagen, ganz gleich, ob du dich nah oder weit weg vom Mikro befindest, die Stimme kommt wie bei einem realen Gespräch beim Gegenüber an. Ob ich neben dem Mikro am Schreibtisch sitze oder mich im Raum an einen anderen Tisch begebe, auf dem Sofa sitze oder dem Mikro den Rücken zukehre: der Gesprächspartner merkt kaum einen Unterschied. Selbst aus der Diele wird die Stimme noch klar und deutlich übertragen. Es ist also absolut unnötig, direkt ins Mikrofon hinein zu sprechen oder auch nur in seiner unmittelbaren Nähe zu sein.

Das Gehäuse besteht aus Alu-Guss (wie die meisten Akkuträger der E-Dampfen), unter dessen Boden ein dünner, durchgehender (also auf der gesamten Fläche) gummierter Kunststoff aufgeklebt ist. Da rutscht und verkratzt nichts. Durch das Metall entsteht ein gutes Gewicht, das ebenfalls ein Rutschen verhindert. Ist das Mikro eingeschaltet, so leuchtet ein türkisfarbener schmaler Kreis unaufdringlich aber aus jeder Position erkennbar. Ein Klick auf den ebenfalls an eine E-Dampfe erinnernden mittigen Knopf, und das Mikro ist stumm geschaltet, das Ringlicht erlischt. Bei dieser Stummschaltung wird nur das Mikro abgeschaltet. Das ist bei den Billig-Mikros anders, denn bei ihnen wird entweder die USB-Verbindung getrennt oder der Strom zum Gerät unterbrochen, was einerseits dazu führt, dass, je nach Software des Messengers, die Auswahl des Mikros sich verändert, was beim Wiedereinschalten dann mindestens zu einer Verzögerung führt, oder andererseits dem Gegenüber die Stummschaltung angezeigt wird. Bei dem neuen Mikro ist nichts von dem der Fall.

So, das warꞌs heute aus dem Reklamestudio akustischer Köstlichkeiten. Mein Seele-Hirn-Transmitter, der sich noch mit der geistigen Übertragung der technischen Notwendigkeiten einer Neuanlegung dieses Tagebuchs beschäftigt, wird jetzt erst mal absichtlich gestört bzw. unterbrochen, denn damit will ich mich heute nicht schon wieder befassen (müssen). Die Abschaltung erfolgt justamente, indem ich die Episode drei der sechsten Staffel „Better Call Saul“ anschauen werde (nix mit ansparen) und anschließend die Folge Nummer fünf der ersten Staffel „Slow Horses“ genieße. Beides geniale 10-Punkte-Serien, wie ich finde.

Kryptische Kommentarfunktion

Per Zufall rausgefunden: Kommentare funktionieren teilweise. Also nur anonym oder per „Name/URL“. Mit dem Google-Konto gehtꞌs nicht. Es ist eine seltsame Erscheinung. Der Reihe nach: Möchte man etwas kommentieren erscheint nur ein weißes Feld. Darauf kann man tippen und klicken bis die Maus-Batterie leer ist, es geschieht nichts. Oben links ist ein kleines rundes Icon zu sehen, bei dem die Maus während des Darüberfahrens anzeigt, dass dort ein Link vorhanden ist. Klickt man den an, passiert aber wieder nichts. Neben dem kleinen Icon stehen die Wörter „Kommentar eingeben“. Die Maus zeigt an, dass mit diesen Wörtern kein Link verknüpft ist, ist er aber doch. Klickt man nämlich einfach nur auf diese beiden Wörter, so erscheint die Maske von früher, die ganz normale Eingabemaske. Was das soll, ist mir schleierhaft.

Damit aber nicht genug. Es lässt sich dann anonym (oder mit „NameURL“) problemlos kommentieren, nicht aber mit einem Google-Konto. Wählt man diese Option aus, erscheint zuerst die Google-Anmeldung – danach lädt die Seite allerdings neu und schon wieder erscheint ein maskenloses weißes Feld ohne Funktion (da hat jemand die Maskenbefreiung falsch verstanden). Das ließe sich wohl auch wiederholen, bis dass die Batterie leer ist. Es funktioniert schlicht nicht. Ein Bug, ein Fehler, der Programmierer war stoned oder so. 

Schreibt man nun aber zuerst und möchte danach den Text per Anmeldung kommentieren (so ging es bisher), fehlt die Möglichkeit zur Anmeldung, sie wird ab dem ersten Buchstaben im Feld grau als nicht anklickbar unterlegt. Klickt man trotzdem auf absenden, erscheint der Text trotz angmeldetem Zustand als „anonym“ (nur so nebenbei: in der Auswahl „Name/URL“ braucht keine URL eingetragen zu werden, ein Fantasiename alleine reicht schon aus, das Feld URL kann leer bleiben, dann erscheint der Kommentar nur mit diesem Namen).

Mehr kann ich dazu nicht sagen. Google ist ein Moloch, da lässt sich nicht mit einem Support schreiben, denn es antworten Bots. Erkläre so etwas mal einem Bot. Und in den englischsprachigen Support-Foren ist für mich eine solche Problemerklärung aussichtslos, das schaffe ich ja kaum in deutscher Sprache. Im deutschsprachigen Forum sitzen am anderen Ende irgendwelche Inder oder Pakistanis, stets sehr freundlich und bemüht, doch ich bezweifle, dass sie die Problembeschreibung überhaupt verstehen. Es wird sich erfahrungsgemäß also erst dann etwas ändern, wenn genug Betroffene eine ähnlich kryptische Fehlermeldung einreichen und ein Programmierer dann mal nachschaut. Ob es allerdings überhaupt noch viele Blogger-Scripte gibt, deren Besitzer sich melden könnten, ist eine weitere Frage, denn Google hat Blogger ja schon aufgegeben und aus seinem Sortiment ihrer Dienste geworfen. Ich selber kann mich auch seit Anfang des Jahres nicht mehr abmelden im Blog, dazu muss ich den Umweg über Google gehen und dann die Option „von allen Diensten abmelden“ wählen (das sind 5 Klicks statt bisher einem zum Abmelden). Es riecht förmlich danach, dass wir kurz vor der Einstellung des gesamten Blogger-Netzwerks stehen.

Inneres Ich: „Und warum hast du immer noch kein Word-Press-Script auf deinen Server geladen?

Jajahh (das Loriot-Jahjah), die Einschläge kommen näher, ich werde es wohl bald machen müssen.

Einen schönen Mittwoch derweil.