Kurze Statusmeldung

Auf die nach Mitleid heischende Tränendrüse gedrückt: Es ist nicht schön, während des witterungstechnischen Rückfalls in den Winter bei 5 Grad und eisigem Wind gesundheitlich angeschlagen die gesamte Nacht im Freien Dienst tun zu müssen. Da helfen auch die Winterwollmütze, der dicke gefütterte Parka, Handschuhe und die Lederstiefel kaum, denn der kalte Wind dreht sich so dermaßen bescheuert im Gelände, dass es ihm die reinste Freude macht, mir überall einen frostigen Schauer zu verabreichen. „Guck mal, was ich kann”, lacht er, „huuiii wie spaßig! Hinein in den Nacken und der Georg zittert jedes Mal lustig wie Espenlaub.”

Wenigstens kein Regen; immer positiv bleiben.

Ab morgen habe ich 3 Nächte frei, das heißt eigentlich nur zwei, denn eine wird im Homeoffice verbracht. Diese Arbeiten erledige ich dann aber wirklich dankbar inner noch habeck-freien warmen Hütte.

Bis moin also, ich wünsche dir einen angenehmen Start ins Wochenende. Tagsüber ist’s ja witterungsbedingt schon recht nett.

Alltagspolitisierung

Geht’s mir besser? Nicht die Bohne. Ist aber auch erst Mittag, um 8 Uhr werde ich zu Bett gehen und dann mal gucken. Nichtsdestotrotz kamen heute die bestellten Aufkleber an. So lange hat es gedauert. Die Hersteller entschuldigten sich für die lange Lieferzeit, das Auftragsvolumen sei explosionsartig angestiegen. Tja, da hat sich KGE wohl mal wieder ins eigene Knie geschossen. Wie dem auch sei, mein Bastel-Gen ist nicht krank. Also klick aufs Bild = Großansicht.

Hustendampf

Boah, ist es denn zu fassen? Seit gestern hat’s mich richtig erwischt: Fieber, Schüttelfrost, Husten, Gliederschmerzen. Das volle Programm. Dagegen war die letzte Erkältung ein Urlaubserlebnis. Zu 95 % weiß ich auch, woher dieses fiese Virus stammt, aber die Person kann nichts dafür und bleibt daher jetzt unerwähnt. Krankfeiern? Nein, das ginge nur auf Kosten des lieben Kollegen. Die Firma macht es sich immer ziemlich einfach und bittet wohlweislich genau diejenigen um eine Vertretung, die nie Nein sagen können (obwohl sie es innerlich tun). Bis morgen Abend ist noch Zeit, wenigstens einigermaßen fit zu werden.

Es ist übrigens kein Corona. Hier steht noch ein Karton Schnelltests der Firma herum, von dem ich mich mal interessehalber bedient habe. Was bin ich froh, nicht geimpft worden zu sein, denn dadurch kann ich mich aufs Funktionieren der eigenen Immunabwehr nun prima verlassen.

Und ich besitze eine perfekte Medizin gegen die Schmerzen im Hals durch das heftige Husten. E-Dampf ohne Nikotin aber mit Menthol-Aroma. Das Menthol wirkt wie bei einem Husten-Bonbon. Durch seinen Kühleffekt lindert es den Schmerz. 35 % Propylenglykol im Liquid tötet zwar keine Viren, sorgt aber für eine Viren- und Bakterien unfreundliche Umgebung. Da möchte sich nichts weiter ansiedeln. Weitere 60 % pflanzliches Glycerin sorgt für Geschmeidigkeit der Atemwegsorgane und verhindert das Austrocknen und Wundwerden, das durch die kräftigen Hustenanfälle leicht entsteht und sie dann bekanntlich noch schmerzhafter macht. Ansonsten keine Schadstoffe, null, nichts, kein Zucker, keine wie auch immer benötigten Emulgatoren, die es in den Hustensäften zuhauf gibt, und natürlich keine als „Medizin” getarnte Drogen, die den Schmerz vernebeln helfen.

Schaun wir mal. Ob mit oder ohne Behandlung, ein grippaler Infekt dauert sowieso 3 bis 7 Tage, je nach Virus und je nach allgemeiner Verfassung bzw. nach dem Zustand des körpereigenen Immunsystems. Morgen wäre dann Tag 3 – ich könnte also Glück haben, dass sich die nächsten Nachtschichten nicht in Horrornächte verwandeln. Spannend. Bis dahin, gehab dich wohl.

Serientipp: „1923”

Die ganzen ca. 8 Stunden der 1. Staffel von „1923” sind eigentlich ein gigantischer 1. Teil eines wunderbaren Epos. Die letzten beiden Episoden sah ich wieder im Original mit Untertiteln. Völlig anders erzählt als „Yellowstone” und „1883”. Auch wenn ich mich mit der Aussage, „1923” sei wahrscheinlich hauptsächlich fürs weibliche Publikum gedreht worden, mitten in die Nesseln begebe, so ist diese 1. Staffel aber tatsächlich eine gelungene Mischung aus einem romantischen Liebes- und Abenteuerroman mit starken Anspielungen an „Jenseits von Afrika” und „Titanic”.

Bei der Mutterserie „Yellowstone” stehen die Ranch, das Leben auf ihr, die Cowboys und die Familie Dutton im Mittelpunkt. „1883” ist hingegen nur ein winziger Ausschnitt dieses Epos, dem ein ungeheurer Zauber innewohnt. [Notabene kann ich nur für mich schreiben, andere mögen es anders erleben.] Die Magie aus „1883” wirkt bis heute in mir nach. Sobald ich nur daran denke, macht sich sofort das Fernweh in mir bemerkbar und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als Teil dieses Trecks zu sein. Jetzt bei „1923” gibt es diese Magie zwar nicht mehr, doch ist die Dramaturgie wie ein Stern angelegt, dessen Strahlen rückwärts ins helle Zentrum führen. Es sind gleich mehrere „Zacken”, die alle auf ein gemeinsames helles Licht zulaufen. Dieses Zentrum bedeutet die Yellostone Ranch.

In der 1. Staffel ist es aber längst nicht soweit. Die verschiedenen Protagonisten sind alle noch unterwegs zur Ranch. Verstreut im Lande und auf der Erde werden ihre Reisen nach Montana erzählt. Gut ein Drittel der 1. Staffel spielt in Montana, ein weiteres Drittel in Afrika sowie auf dem beschwerlichen Weg nach Hause und das restliche Drittel spielt bei den Ureinwohnern (wobei deren Richtungsänderung noch nicht ersichtlich ist). Das hat, wie ich las, bei manchen Zuschauern für Kritik gesorgt. Sie wollten wohl ein einfach gestricktes „Yellowstone 2.0” sehen. Meine Wenigkeit empfindet allerdings genau gegenteilig und ich schätze ungemein diesen neuerlichen Wechsel der Perspektive, die in einer bisher nicht gekannten Ausführlichkeit einer Serieneinführung zeigt, wie unterschiedliche Reisen in einem Flussdelta mit vielen Seitenarmen zu einem Ziel flussaufwärts führen.

Während „1883” im Prinzip ohne Worte auskommt, wird in „1923” geplappert auf Teufel komm raus. Liebesszenen werden ausführlich gedehnt und erotisiert (keine Sorge, nichts daran ist pornographisch). Das Liebesgesäusel könnte romantischer nicht ausfallen. Hier sind es gleich 3 Paare: das steinalte, das mittelalte und das junge Paar. Da kannst du dir sicher vorstellen, wie viel zeitlicher Raum für die umfassende Schilderung der Liebe zur Verfügung steht. Es ist aber kein Kitsch, sondern wunderbare Romantik; es ist „Jenseits von Afrika”.

Muss ich die Musik extra erwähnen? Ja. Ich werde mir den Soundtrack besorgen und ihn auf meinen Arbeits-MP3-Player laden, auf dem eh schon stundenlange Filmmusik zu hören ist. Das sagt dann eigentlich schon alles.

Wieder ist es den Produzenten gelungen, erstklassige Darsteller zu finden, bei denen man im Laufe der Geschichte mitfiebert oder ein sehnsüchtiges Seufzen aus tiefem Herzen als Verbundenheit mit der gespielten Figur zum Ausdruck bringt. Der Humor verbirgt sich stets wie hinter einem Vorhang lugend. Manchmal tritt er einen Schritt hervor, vor allen Dingen, wenn die Protagonisten sich an der Schwelle zur Moderne bewegen (die USA wurden gerade erst elektrifiziert, Waschmaschinen, Radios usw. traten ihren Siegeszug an – oder die Balken zum Anbinden der Pferde weichten den ersten PKW-Parkplätzen, was zu urkomischen Situationen führt). Doch auch dem Rassismus in den USA seinerzeit, der feudalen britischen Klassengesellschaft und dem Missbrauch des Verständnisses des Freiheitsbegriffs werden großzügig Raum geboten. Ich schrieb anfangs nicht grundlos von einem Epos, denn was bei „1923” in den weiteren Staffeln zu erwarten ist, könnte grenzenloser und allumfassender nicht erzählt werden.

Schlussbemerkung: Die Kirche ist wohl noch nie in einem Film oder einer Serie dermaßen schlecht weggekommen. Leuten mit schwachen Nerven empfehle ich vor dem Anschauen der Serie reichlich Beruhigungstee bereitzustellen, denn es werden psychisch und physisch unfassbar gewalttätige Szenen gezeigt.

Auf der einen Seite die pure Romantik, die Zärtlichkeit unkonventioneller Liebender, auf der anderen Seite der Hass auf Menschen, Brutalität unter dem Banner einer vermeintlichen christlichen Liebe. Diese Gegensätze sind Drama in bester Shakespeareschen Tradition, genau so werden gute Geschichten geschrieben oder verfilmt.

Jetzt muss ich mich wahrlich zwingen, mit dem Schreiben darüber aufzuhören. Trotz seiner Andersartigkeit im Vergleich mit „Yellowstone” und „1883”, bekommt „1923” von mir ebenfalls satte 10 von 9 Bewertungspunkte.

Kurznotiz

Für Zwischendurch mal eine schnelle Bildnotiz (klick drauf = groß). Darüber stolperte ich rein zufällig, stutzte kurz und musste lachen. Deutlicher kann man eigentlich gar nicht den täglichen Blödsinn der Ernährungsberater zeigen. Hier nur die Überschriften: Im 1. Tante-Klara-Heft wird nachfolgend erklärt, weshalb es besser sei, Haferflocken mit Milch statt mit Wasser zuzubereiten. Wasser sei sogar ein „Fehler”, wie du lesen kannst. Im 2. Tante-Klara-Heft wird exakt das Gegenteil geraten und nachfolgend erklärt, warum man sie am allerbesten mit Wasser statt mit Milch zubereiten soll. Noch Fragen?

See you later, Alligator – boah, was für eine hochnotpeinliche Redewendung, nicht wahr?