Ein aufregendes virtuelles Abenteuer

Meine Güte, das darf ich gar nicht erzählen, da spottet Dominik gleich los, Wasser auf die Mühlen meiner liebgewonnenen Kritiker 🙂

Gestern hatte ich ein bisschen rumgehackt am Smartphone. Genau wie man das aus alten Zeiten von Windows noch kennt: wenn man überhaupt nicht weiß, was man tut, lässt sich dergestalt enorm viel Unheil anrichten (andererseits lernt man ohne auch nichts). So war es auch gestern. Wäre ich nicht so geschockt-aufgeregt gewesen, hätte ich wohl daran gedacht, ein Foto zu machen, denn es erschien am Ende ein lustiger knall-oranger Kreis, sonst nichts, der „atmend” ein wenig größer und kleiner wurde. Er war mit Warnhinweisen (dass es solche waren, war angesichts des Designs unmissverständlich) in chinesischen Schriftzeichen versehen. Nichts ging mehr, das Smartphone ließ sich nicht mehr einschalten, es bootete nicht, immer erschien dieser orange Warnkreis.

Es ist ja ein „Google-Stock-Handy”, ein nicht gerootetes Smartphone, dessen Android-Version von einer Google-Software gesteuert wird (soweit ich das verstehe, könnte auch sein, ich schreibe jetzt Quatsch). Mich störte aber die ungeheure Einmischung und Überwachung von Google in allem, was ich damit tat. Also wie ich in der Vergangenheit schon mit Firewalls diverse Windowsrechner demoliert hatte, so nun auch das Smartphone: ich benutzte den „NetGuard”, um Google auszuschalten. Und sagte ja jüngst, dass diese Firewall ein starkes geniales Instrument sei, mit dem man allerhand Unsinn treiben kann. Ende vom Lied: ich hatte es wirklich geschafft, Google abzuschalten – nur leider wollte das Smartphone nicht mehr angehen 🙂

Jetzt wusste ich, dass es bei Geräten ohne Tastatur- oder Maussteuerung immer Klick-Kombinationen der mechanischen Schalter gibt, um irgendwie etwas zu unternehmen. Eine Stunde lang habe ich munter drauflosgeklickt, immer erschien der orangene Kreis mit den fremdartigen Schriftzeichen. Aber einmal, ich weiß leider nicht mehr, was genau ich gemacht hatte, verschwand der Kreis, das Handy bootete und etwas, das mich an den abgesicherten Modus eines Windowsrechners erinnerte, erschien. Die SD-Karte, auf der das halbe Android-Betriebssystem ausgelagert liegt (diese Option bekommt man seitens des Herstellers, nachdem eine SD-Karte eingesteckt wird, um damit noch mehr Speicherplatz auf dem fest eingebauten Speicher zu erzeugen), war weg bzw. eine Meldung verkündete, dass die SD-Karte unauffindbar sei. Locker die Hälfte der App-Shortcuts (der Widgets), die auf den einzelnen Startbildschirmen abgelegt sind, war ausgegraut und nicht mehr antippbar. Auch die Firewall „NetGuard” funktionierte nicht. ABER in der normalen App-Verwaltung des Handys ließ sich Google tatsächlich deaktivieren, was vorher nie möglich gewesen war. Ich meine nicht den Launcher und die anderen Google-Dienste, sondern nur den unter „Google” aufgeführten Hauptdienst. Danach ein Neustart und das Smartphone startete anstandslos und schnell inklusive der SD-Karte und wie am ersten Tag. Schwein gehabt, nicht wahr?

Besonders gefällt mir daran, dass ich anschließend ohne Konsequenzen diesen nun nicht mehr aktivierten Google-Dienst auch noch per Firewall zur quasi doppelten Untätigkeit verdammen konnte, denn ich habe Google dort nun alles verboten, was man verbieten kann. Sämtliche anderen Google-Dienste funktionieren nach wie vor reibungslos, sie werden schließlich benötigt (telefonieren Dank der Firewall aber “fast alle” nicht mehr nach Hause). Mata Hari lebt also noch, allerdings steht sie nun unter strengem Hausarrest, und ich bin während der Benutzung nicht mehr ständig mit meinem Konto bei Google angemeldet, was mir außerordentlich gut gefällt.

Tja, da ich nicht genau weiß, was ich veranstaltet hatte, lässt es sich auch nicht reproduzieren. Dabei hätte ich den orangen Kreis mit der chinesischen Warnung gerne fotografiert. Dass ich in eine Art „Factory-Mode” geraten war, weiß ich mittlerweile, aber weshalb sich Google dann anstandslos deaktivieren ließ, was vorher zig Mal vergeblich versucht wurde, das weiß ich nicht.

Oben das Bild ist ein Versuch, aus der Erinnerung zu zeigen, wie der Kreis ausgesehen hatte. Musst du dir wabernd in leichter Bewegung vorstellen. Ob – und das finde ich jetzt lustig – die Schrift weiß oder schwarz war, daran kann ich mich partout nicht mehr erinnern. Polizei-zeugenaussagen-mäßig: „Da war ein rotes Auto”, dabei war’s blau.

Inneres Ich: “Was hast du denn in deinen Kreis der Erinnerung eingetragen?”

„Warnung! Achtung, Achtung! / Ich weiß nicht, was hier geschrieben steht, aber es sah so aus”.