Ruhe und Ordnung

Von wegen 3.000 mAh, Guillaume hat einen austauschbaren Akku mit „sagenhaften” 2.350 mAh, ein Kinderspielzeug, eine Smartwatch im Grunde genommen. Die chinesische Firma „Cubot” stellt tatsächlich auch Smartwatches her. Es ist das „J20” übrigens. Der Mini-Akku ist für meine Zwecke natürlich völlig ausreichend, für 56 Euro kann man sowieso nicht mehr erwarten.

Um Guillaume nun aber einzurichten, benötige ich noch ein paar Tage (was ja glücklicherweise nun kein Problem mehr darstellt), denn wenn du mich hier und jetzt sehen könntest, würdest du verstehen, weshalb da momentan nichts geht: ich sitze in einem Raum an einem kleinen Tisch. Der große Übereck-Schreibtisch ist schon abgebaut und steht zur Hälfte in der neuen Wohnung. Der Tisch vor mir ist vollgepackt mit Schreibtisch-Kram, 2 Monitoren und einem Tischrechner, diverse USB-Kabel, E-Dampfen, ein Ein-Schacht-Ladegerät für 2 Wechselakkus und ringsherum ist alles leer bzw. der Boden liegt voller „Kram-Müll”, der nicht weiter in meinem Dasein mitgeschleppt wird. Auch die Mini-SD-Karten sind nicht mehr hier, Guillaume hat nämlich 3 Steckplätze: 2 SIM-Karten und 1 SD-Kartenslot für maximal 128 GB. Letztere möchte ich erst einstecken, bevor die Einrichtung beginnt.

@Barbara hat mich aufgeklärt: ich wusste nicht, dass Bank-Apps mit dem Gerät verknüpft sind. Sicherheitsgedanken hin oder her, so etwas finde ich widersinnig, denn das Onlinebanking, das ich seit 1998 betreibe, hatte ja gerade deshalb seinen Sinn – und wurde anfangs auch genauso beworben – dass man flexibel sei und von jedem Rechner mit Internetzugang sein Banking betreiben könne. Die Sicherheit boten die Zugangsdaten, nicht aber eine IP-Adresse oder gar eine individuelle Gerätekennung. Naja, egal, wieder was im Alter gelernt.

Google sagt, die Sparkassen-App erlaube 2 Geräte, wobei das zweite per Briefpost registriert werden müsse. Für mein zweites, jetzt aber eigentlich überflüssig gewordenes Konto bei der DKB ist es nicht so einfach. Dort soll man zwar wohl ebenfalls ein Zweitgerät anmelden können, doch es funktioniere dann immer nur eines mit der App. Will man wechseln, habe man das vorher in den Einstellungen festzulegen. Nur denen des Hauptgeräts oder auch des Zweitgeräts? Das konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Mal schauen, ob und wenn, wie ich das einrichten werde. Kann auch sein, dass ich dieses Konto in Kürze wieder auflöse. Aber wie gesagt, dafür brauche ich Ruhe und wenigstens ein Minimum an Aufgeräumtheit und Ordnung. Zwar bin ich genetisch gegen Staub immun, doch Unordnung lässt mich verzweifeln: alles muss seinen einigermaßen festen Platz haben.

Inneres Ich: „Das sagt derjenige, der ein halbes Jahr lang seine kleine externe Festplatte in den heiligen Hallen erfolglos gesucht hatte.”

Jajaja, dann sagen wir so: alle Dinge des täglichen Gebrauchs müssen ordentlich verfügbar sein, nicht unbedingt „archivierte” Dinge, da vergesse ich tatsächlich, wohin ich sie gekramt habe. Der Wechseldatenträger lag beim Vorrat der Rosinen unter (!) den 500-Gramm-Päckchen, was ich erst bemerkte, als ich mal wieder Lust aufs Rosinenpicken bekam und ein neues Päckchen aus den Schrank genommen hatte. Ich meine, wer kommt denn darauf?

So, ich packe heute Nacht noch ein wenig weiter, wie gesagt, alles sehr geschmeidig. Das Film- und Serienarchiv ist auch nicht mehr hier, was ein bisschen schade ist. Aber ein kleiner externer DVD-Brenner liegt noch griffbereit in einem Karton (ja, den nehme ich mit, denn einen großen Player habe ich dann nicht mehr). Mal sehen, vielleicht schaue ich nachher damit eine DVD. Die bleiben hier in der alten Wohnung zurück. Ich betone, kein Mensch will DVDs aus der Sammlung haben, nicht einmal geschenkt (!). Irgendwie für mich immer noch unfassbar, denn ihr Zurücklassen als „Müll” kostet mich nach wie vor kolossale Überwindung. Tja, „The Times They Are Changin’”.