Ein Lesetipp, zwei Spielfilm-Tipps

Das neue Buch von Peter Hahne, „Ist das euer Ernst?”, ist schon wieder in einer sechsstelligen Auflage unmittelbar nach Verkaufsstart vergriffen (wird gerade neu aufgelegt) und landete wie seine vorherigen Bücher prompt auf Platz 1 der „Spiegel Bestsellerliste”. In den Kulturredaktionen des Mainstreams drehen die Damen und Herren Kritiker natürlich frei und beleidigen nicht nur Peter Hahne, sondern ganz besonders sein Millionenpublikum als „blöd genug, seine Bücher zu kaufen”, was allerdings für am Zeitgeschehen interessierte Leute längst als eine verkaufsfördernde Auszeichnung besonderer Güte zu verstehen ist.

Letzte Nacht fand ich auf der täglich aktualisierten Liste der DVD-Veröffentlichungen den Spielfilm „Mondsüchtig” aus dem Jahre 1987 mit Cher und dem jungen Nicolas Cage. Der Film spielt in New York. Eine gelungene Komödie. Aber nach nunmehr 37 Jahren ist er eine noch viel bessere Zeitmaschine ins damalige Leben. Die derben, an der Grenze des Zotigen heranreichenden Scherze, die diese aber nie überschreiten, fand ich klasse. Wie herrlich ungezwungen doch eine Lebenswirklichkeit sein kann, wenn man einfach sagen darf, was und wie man es will, ohne ständig auf sprachliche Korrektheiten oder Verhaltensverbote achten zu müssen. Auch wenn die Regie nicht perfekt ist (vielleicht wurde der Film als Direktors-Cut-Fassung veröffentlicht, in der die fürs damalige Kino herausgeschnittenen Szenen wieder eingefügt wurden – das gilt heute oft als chic oder wertvoll, obwohl es der Dramaturgie schadet), war’s aber in einer der Anfangsszenen bereits um mich geschehen. Während eines Restaurantbesuchs der Protagonisten schwenkt die Kamera zu einem Nebentisch und man hört ein Paar streiten: Die wesentlich zu junge Frau schimpft mit einem älteren Mann ihr gegenüber sitzend (wie man im späteren Verlauf noch feststellt, handelt es sich um einen Universitätsprofessor mit einer seiner Studentinnen): „Für was hältst du mich eigentlich? Für so was wie ’n sprechenden Mund?” Ungefähr auf dieser Ebene verläuft der gesamte Film. Es sind nicht wirklich gehässige Streitereien, eher wie die von alten Ehepaaren, ein Kabbeln untereinander mit reichlich Skurrilität gewürzt. Jedenfalls lohnt das Anschauen dieses Streifens sehr, finde ich. Macht großen Spaß.

Und noch einen Spielfilm fand ich klasse. „Argylle”, eine nagelneue Actionkomödie aus diesem Jahr. Nicht zu übertrieben durchgedreht, wie bei den meisten Filmen dieser Art, aber dennoch mit viel Wortwitz und vor allen Dingen schauspielerischen Glanzleistungen, die immer dann entstehen, wenn alle am Set wirklich Spaß an ihrer Arbeit haben, was man den Darstellern im Ergebnis deutlich ansieht.

Sonst nix Neues. Bis morgen, gehab dich wohl.