Repeater

Da schau an, meine neuste Errungenschaft. Ein Repeater für WLAN. Kaum ist Lohn/Gehalt auf’m Konto, schon ist wieder ein Batzen weg. Warum habe ich denn einen Repeater gekauft?

Das Internetradio im Küchenerker zeigt zu bestimmten Zeiten nervige Aussetzer wegen Verbindungsabbrüchen. Das sogar innerhalb nur weniger Meter Entfernung von der Fritzbox entfernt – allerdings steht das Radio von zwei dicken Betonwänden eingemauert in einer Ecke. Da gab es auch schon mit dem Vorgänger-Radio nur schlechten DAB-Empfang und sogar der Bluetoth-Empfang ist an dieser Stelle der Wohnung merklich schlecht bis gar nicht möglich. Auch der normale UKW-Empfang führt dort zu bestimmten Zeiten zu enormen Störungen, die einem die Freude am Radiohören verleiden. Nachts ist der Empfang bei allen Funkarten ausgezeichnet, doch bereits in den frühen Morgenstunden beginnen die Probleme. Tagsüber geht es manchmal gut, ein andermal aber gar nicht. Ob das am Wetter liegt? Jedenfalls riecht es danach, dass andere unbekannte Funkquellen von außerhalb die Störungen verursachen. Vielleicht ja auch von einem Nachbarn; wie dem auch sei, ich kam nicht dahinter, um was genau es sich dabei handelt. Nun könnte ich das Radio einfach an einen anderen Ort in der Wohnung platzieren, aber das will ich nicht, denn es steht ausgezeichnet da, wo es steht.

Mit dem neuen Repeater ist die Signalstärke jetzt maximal gut. Auf halbem Weg zum Router steckt er einfach in einer freien Steckdose an der Außenwand Richtung Küche und Park. Man sieht ihn nicht und selbst wenn, es ist ein kleiner weißer Würfel ohne jegliche störende Kabel.

Aber schon lustig: das Radio kostet 75 Euro und der Repeater nun dasselbe. So wie es aussieht, hätte ich im kleinen Park hinter dem Küchenerker jetzt auch ausgezeichneten WLAN-Empfang. Vielleicht setze ich mich im Sommer ja mal mit dem Laptop auf eine der Parkbänke und füttere in einem Livestream die Enten. Jaja, Laptop ist gestrig, ich weiß, vielleicht dann eben mit Mata Hari übers eigene WLAN-Netz 🙂

Zeitenwende II

Die Mutter der Schülerin (siehe Eintrag gestern) schildert den Vorfall ausführlich in der „Jungen Freiheit”. Die Leitmedien widersprechen jetzt einigen Details, der wesentliche Kern des Geschehens bleibt aber davon unberührt. Ob nun die Polizei die 16-jährige „abgeführt” oder „begleitet” habe, ob es sich nicht doch um eine bereits 17-jährige gehandelt habe, ob die Polizei es war, die sie ins Lehrerzimmer führte oder ob der Direktor sie dorthin zur wartenden Polizei geführt hat, ob die folgende Ansprache der Polizei, die Schülerin möge zukünftig auf solche Postings verzichten, eine „Gefährderansprache” oder doch nur „eine Art” Gefährderansprache war – all das ändert nichts an der Aufforderung, die Schülerin möge ein solches straffreies Posting dennoch in der Zukunft unterlassen. Also es wird über Details gestritten, um 1. die Mutter der Schülerin zu diskreditieren und 2. die Journalisten der freien Presse als unglaubwürdig darzustellen. Vom Kern des Sachverhalts, durch den Innenminister längst bestätigt, wird damit medial komplett abgelenkt – eine rhetorische Methode, die Wahrheit zu verdrehen, um sie letztlich „ungeschehen zu machen”.

Genau das findet auch in vielen Foren und Kommentarspalten derzeit statt. Unermüdliche Aufklärer der herrschenden Wahrheitsdeutung verunglimpfen bei der geringsten Abweichung in Detailfragen die sich über den Vorfall aufregenden Zeitgenossen als Lügner – und stülpen diese strittigen Details über den gesamten Sachverhalt, damit so der Eindruck entsteht, wenn jemand schon im Detail die Unwahrheit sagt, dann ist das Große Ganze sicher auch gelogen. Quintessenz: Schenkt diesen Berichten bloß keinen Glauben.

Umgekehrt funktioniert diese Rhetorik genauso: Wenn jemand sich in einer riesigen Gruppe in den sozialen Medien aufhält oder jemals aufgehalten hat, in der ebenso ein Rechtsextremer irgendwann mal anwesend war, dann wird die Kontaktschuld benutzt, um alles von dem normalen Menschen in der Gruppe Gesagte zu diskreditieren. Es heißt dann, er stamme schließlich aus einer Gruppe mit nachweislich rechtsextremen Mitgliedern. Exakt das bedeutet die Kontaktschuld. Schon musst du dich verteidigen, indem du klar machst, mit dem extremen Mitglied nichts am Hut zu haben, ja, ihn oder sie nicht einmal zu kennen. Du begibst dich also in Dauerschleife in die Defensive aber um den ursprünglich von dir geäußerten Inhalt geht es in der Folge gar nicht mehr. Je öfter nun der Vorwurf wiederholt wird, man sei Teil einer Gruppe, in der auch Rechtsradikale Mitglied seien, desto mehr bleibt das in den Köpfen der Unbeteiligten hängen. Am Ende wirst du und alles was du sagst als Teil, und du selber als Mitglied einer rechtsradikalen Gruppe verstanden.

So in etwa funktionieren diese verfeinerten Stasi-Methoden. Es ist ein munteres Spiel mit der Dummheit der breiten Masse, die keine Zeit oder Lust hat, darüber nachzudenken.

Ganz früher zu Zeiten Stalins, hießen solche Wahrheitsverdreher politische Kommissare und waren im 2. Weltkrieg zur Aufrechterhaltung der Moral überall in den Kampfgruppen der russischen Soldaten eingebunden. Ihnen sind wohl Hunderttausende oder sogar mehr Menschen unschuldig zum Opfer gefallen. In der DDR arbeitete die Stasi mit den gleichen Methoden. Bis heute wurde die Methodik mehr und mehr verfeinert und findet nun Anwendung in den vielen regierungsnahen Journalistenvereinigungen, den politischen NGOs, den Stiftungen etc. sowie beim Verfassungsschutz. Eine der ersten Warnerinnen davor war die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley, die bereits unmittelbar nach der Wende prophezeite:

„Alle diese Untersuchungen, die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen.

Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.”