Lesen und sehen was einem gefällt

Das gilt gleichermaßen für Filme und Serien. Bestimmt schon seit 10 Jahren beherzige ich die „umgekehrten Empfehlungslisten”: Was im Mainstream gelobt und bepreist wird, rauscht an meinem Interesse vorbei, was aber wütend beschimpft wird, zeigt meistens hervorragende Qualität. Jaja, so ist das, so sieht es aus.

Nichts stirbt in seiner Gesamtheit, weder der Buchhandel, noch die Film- und Unterhaltungsindustrie. Wer Geld verdienen möchte, hört aufs Publikum. So einfach ist das. Wer hingegen Leser oder Zuschauer beschimpft, befindet sich am Ende seiner Karriere und überlebt nur noch durch staatliche Zuschüsse in stets sinkenden Auflagen. Ich selber fände es trotzdem sehr schade, wenn die vielen rot-grün-woken Rezensenten aussterben, denn ihre Verrisse der vermeintlich lesens- und sehensunwerten Kultur funktionieren nämlich bei umgekehrter Betrachtung mittlerweile so wunderbar verlässlich wie ein Barometer an der Wand.

Von zwei neuneinhalb Stunden Diensten liegen zwei achtstündige Nonstop-Lesenächte nun hinter mir. Bin immer noch bei Michener, jetzt aber die „Colorado Saga”. Wieder erstklassig, umfangreich, spannend, unwoke und überaus lehrreich. Nur … tja, nach 14 Jahren Gebrauch schwächelt der eingebaute Akku im E-Reader merklich mehr und mehr. Das erwähnte ich schon mal vor ein paar Monaten. Weil sich der aber nicht leicht austauschen lässt, da ein neuer Akku dieses benötigten Typs eben nicht fabrikneu ist, sondern schon lange gar nicht mehr hergestellt wird und folglich (falls man überhaupt das Glück hat, einen zu finden) dann seinerseits auch bereits jahrelang in irgendeinem Regal herumliegt, ist ein Austausch leider keine Option. Rund 200 Euro (inklusive Etui und Schutzfolie) kostet ein würdiger Nachfolger, der „Kobo Libra 2”. Das ist für mich natürlich eine Menge Kohle. Daher muss ich mir das noch mal mit Bedacht durch den Kopf gehen lassen. Der alte Reader tut’s ja noch mit einer angeschlossenen kleinen Powerbank.

So, das zum Power-Montag. Genieße auch du den Tag. Hier scheint momentan die Sonne kräftig hinein in den Küchenerker und ruft immerzu: „Der Frühling ist da! Der Frühling ist da!” Und die Fensterscheiben stimmen mit ein: „Nu‘ putz uns aber! Roll den Tisch beiseite und putze, putze, putze!“ 🙂

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„Stunden später” nach 12 großen Flächen: Die kleine Knipse kann ja Panoramabilder machen – und wie Sie sehen, Sie sehen nichts 🙂

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Nachtrag II. Wegen der tollen Wohnlage mal ein Erklärbild (klick auf ein Bild = Großansicht):

2 Kommentare zu „Lesen und sehen was einem gefällt

    1. Alle Nachbarn haben tatsächlich vor den Erkern ihre kleinen Terrassen gebaut. Das mache ich aber definitiv nicht. Du glaubst gar nicht, wie sehr ich sogar einen fehlenden Balkon schätze – ja, ernsthaft – ich schätze ungemein, dass ich mit draußen komplett nichts mehr am Hut habe. Das kann kein Mensch verstehen. Wahrscheinlich liegt es an den insgesamt locker 40 Jahren zuvor, in denen ich immer einen Garten oder wenigstens einen Balkon hatte, der aber im Verhältnis Genuss/Arbeit deutlich mehr Arbeit machte. Jetzt genieße ich förmlich, einfach das Fenster zu schließen und nichts mehr mit draußen zu tun zu haben. Eben auch nicht als Abstellort. Sollte ich mich wirklich mal draußen hinsetzen wollen, dann nehme ich eine Decke, gehe einen Meter weit und befinde mich schon auf der Wiese des öffentlichen Parks. Aber selbst darauf habe ich keine Lust. Also bin ich wohl ein echter Stubenhocker 😉

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