Solidarität mit Israel

O wie gut kann ich Rika und Renate verstehen, deren beinahe schon verzweifelte Wut oder ohnmächtige Verzweiflung von Tag zu Tag zu wachsen scheint (das lese zumindest ich aus ihren Einträgen so heraus). Seit dem 7. Oktober schreiben beide sich die Finger wund und klären ihre Leserinnen und Leser bis ins kleinste Detail über die Vorgänge in Israel auf. Jeder, der wissen möchte, was und warum etwas dort geschieht, findet bei ihnen sachliche Antworten. Und doch scheinen ihre Mühen nach knapp einem halben Jahr vergebens zu sein, denn im deutschen und internationalen Politik- und Medienbetrieb hat man sich mal wieder darauf geeinigt: Der Jude ist Schuld. „Ich hab ja nix gegen Juden, ABER …”

Bislang hatte ich mich komplett zurückgehalten, wusste ich doch 1., was geschieht und 2., dass es meiner seelischen Gesundheit (und in der dauerhaften Folge auch meinem körperlichen Wohlergehen) schadet, wenn ich diese Katastrophe, diese unerträglichen Gräuel, die den Menschen in Israel angetan wurden und nach wie vor werden (die Geiseln werden immer noch gequält und niemand auf der internationalen Bühne verlangt von den Verbrechern der HAMAS ihre Freilassung), zu nah an mich heranlasse. So stark bin ich nicht, das dauerhaft aushalten zu können!

So schlimm es klingt, der Alltag geht weiter. Das wissen die Feinde Israels ganz genau. Eine Täter-Opfer-Umkehr fand bereits kurz nach dem Überfall auf Israel statt und der sowieso tiefsitzende deutsche Hass auf Juden (der sich in Taten, nicht in Worten belegen lässt), bricht sich medial geradezu Bahn. Jedes dagegen Anschreiben ist wirkungslos. Der Normalmensch plappert dem ZDF oder der Tagesschau alles nach, statt wenigstens den Mund zu halten, wenn er von etwas keine Ahnung hat, da es ihn auch relativ wenig interessiert. Man muss ja trotzdem unbedingt zu allem und jedem seinen unqualifizierten Senf geben; den „Nahostkonflikt” lösen diese Leute in ein, zwei Sätzen in den sozialen Medien; der Schuldige ist schnell ausgemacht, man ist ja weltoffen, bunt und liberal, da stören die widerspenstigen Juden sowieso mal wieder. Dass dort im Nahen Osten ein Kulturkampf im vollen Gange ist, der uns in ähnlicher Weise ebenfalls erreichen wird, erkennt kaum noch jemand in der Öffentlichkeit.

Es macht tatsächlich keinen Sinn, argumentativ tagtäglich dagegen anzurennen – ABER es ist sinnvoll, die eigene Solidarität mit Israel zu unterstreichen. Dieses Land weiß selber, was das Beste und Richtige für sich ist, es benötigt keinen Rat von der EU oder vom Baerbock-Kind. Aber wie jeder, der sich verzweifelt wehrt, ist die Solidarität der Außenstehenden vielleicht mit das Wichtigste überhaupt. Und deshalb zeige ich sie hier im Tagebuch an prominenter Stelle, selbst falls sie meine restlichen Leser kostet. Schon oft hatte ich erwähnt, in erster Linie für mich selber Tagebuch zu führen. Sogar ohne einen einzigen Leser würde ich das tun – und eben ich (ums Ich geht es nun mal in einem Tagebuch) kann nicht anders, als in dieser schweren Zeit für Israel meine klare und eindeutige Solidarität kundzutun.

So, das dazu. Falls jemand fragt und so.

2 Kommentare
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Barbara
Gast
Barbara
1 Monat zuvor

Du weißt, wir sind hier einer Meinung.
Es ist tragisch, dass die internationalen Helfer gestorben sind. Aber in einem kriegerischen Konflikt hat man nun mal damit zu rechnen, und Israel hat das nicht mit Absicht getan. Der Angriff der Hamas vom 7. Oktober war das exakte Gegenteil.
Ich denke ständig an die Geiseln. Die zwei kleinen Rotschöpfe, von denen einer seinen ersten Geburtstag in Geiselhaft erlebte, die vielen Frauen, die sicher x-mal vergewaltigt wurden. Wieviele womöglich schwanger sind von ihren Peinigern. Wie will man das im Falle der Freilassung verarbeiten…soviel Therapie kann es gar nicht geben, dass Mensch da wieder heil wird.
Die Hamas hat sich nicht nur mit ihrem Judenhass gedopt damals, auch Captagon kam zum Einsatz. Das Zeug wird in Massen in Syrien hergestellt, die ganzen Anrainerstaaten sind Abnehmer (sogar Saudi-Arabien).
Zur arabischen Mentalität gehört die kurze Lunte. Erleben wir hier doch auch mit den ganzen “EinMännern”. Die fühlen sich provoziert von allem und der IQ reicht schlicht nicht, um sich in den Griff zu bekommen.