4-Punkte-Eintrag

1.

Jaja, ich selber finde es schon ein kleines bisschen seltsam, morgens um 6:30 Uhr lecker Pommes mit Mayo zu essen. Aber 7 Stunden nach dem Aufstehen tun andere das mitunter auch, nicht wahr? Schön, dass meine Kantine hier im Küchenerker steht.

2.

Erst spät hatte ich die Nachricht über die Wahl des neuen Papstes mitbekommen. Leo XIV. Wenn er in der Tradition von Leo XIII steht, dürfte endlich Schluss mit dem Anbiedern der Kirche an den woken Zeitgeist sein und dafür der Glaube, die Spiritualität sowie die Verortung an der Seite der Leidenden, der Ohnmächtigen der Welt, wieder im Mittelpunkt der katholischen Kirche stehen. Und die (natürlich gewaltfreie) Mission dürfte wieder wichtiger werden als das unsägliche interreligiöse Gedöns, das die Kirche fast schon in die eigene Verleugnung getrieben hat. Also mir ist vom ersten Eindruck Papst Leo absolut sympathisch.

3.

Dem aufmerksamen Besucher meines Weblogs wird sicher aufgefallen sein, dass in der rechten Linkspalte ein dritter Link zu besonderen Frauen eingefügt wurde. Lin Guoer aus China restauriert (Funktionsrestauration) extrem vergammelte alte Maschinen mit einem erstaunlichen Geschick. Motoren, Generatoren aber auch Trecker, Motorräder und Autos. Und sie ist dabei sehr kreativ zugange: Sie hat zum Beispiel einen Eisendrachen zusammengeschweißt. So etwas verschlägt mir beinahe die Sprache; großartig! Mit dem Anschauen ihrer Videos war ich bis jetzt schon wieder stundenlang beschäftigt. Hier das ohne Werbung von dem Eisendrachen:

 

4.

Achja, Schlussbemerkung: Die AfD ist nun doch nicht „gesichert rechtsextrem”. Der Verfassungsschutz hat seine Einschätzung zurückgenommen. Das hatte ich auch nicht mitbekommen. Welch eine Blamage für diese fast schon wie eine abhängige NGO agierende Behörde.

Wenn sich die Liebe mit dem Nutzen vermischt

Wachgeworden gegen 23 Uhr, und schon wieder ist die Datumsgrenze an mir und am Tagebuch vorbeigerauscht. Gestern war ich den ganzen Tag lang der Überzeugung, es sei Mittwoch, bevor ich von meiner Begleitung auf unserem täglichen Bewegungs-Spaziergang korrigiert wurde: „Georg, was redest du? Wir haben längst Donnerstag.”

Vorhin habe ich beim Frühstück im „Kontrafunk” ein Interview mit Susanne Dagen gehört, in dem sie sehr schlecht über E-Books sprach. Das hatte mich anfangs ziemlich geärgert, weil ich ansonsten diese Frau und was sie sagt schätze aber dieses Thema von vorne bis hinten bei ihr absolut nicht stimmte. Ja, es war zu erkennen, dass sie nicht einmal wusste, wovon sie genau sprach, erwähnte sie doch immer wieder ein „auf dem Smartphone lesen” oder „am Rechner lesen”. Das Lesen mit dem E-Reader hat damit rein gar nichts zu tun, auch ich könnte niemals auf dem Smartphone einen Roman lesen. Aber dann fiel mir ein, dass die Frau schließlich eine Buchhändlerin aus Leidenschaft ist, die ihr Leben den gedruckten Büchern gewidmet hat. Natürlich fasst sie daher einen E-Reader nur mit, wenn überhaupt, Widerwillen an. Es klang bei ihr ähnlich wie bei den Schallplatten-Fans, deren Liebe zu Vinyl weit über den eigentlichen Hörgenuss hinausreicht, feiern sie doch sogar das Knistern und Knacken der Platten während der Musik als besonderes Hörerlebnis.

Mit den anderen Themen, die in dem Radio-Interview besprochen wurden, stimmte ich Frau Dagen wieder zu. Aber ich verstehe wirklich nicht, woher bei so erstaunlich vielen Menschen die Abneigung gegen E-Books herrührt. Für mich gibt es nichts Besseres, ich liebe meine E-Books und meinen E-Reader mitsamt dem haptischen Gebrauch des Geräts. Dieses Thema habe ich hier im Tagebuch allerdings schon etliche Male ausführlich geschildert und möchte auch nichts gegen die Liebe zum gedruckten Buch sagen, doch wenn jemand „von oben herab” sich negativ zu E-Büchern äußert und dabei Dinge sagt, die definitiv nicht stimmen, dann reagiere ich ein bisschen empört, denn dadurch fühle mich und meine Art zu lesen abgewertet. Schließlich schreibe ich auch nichts gegen Papierbücher, um E-Books anzupreisen oder zu loben. Wer also Papierbücher schätzt, muss doch nicht, um sie hervorzuheben, E-Books schlechtreden. So etwas ist mir fremd, das mag ich einfach nicht. Es wäre ähnlich, als wenn ich öffentlich die Wertschätzung zu meiner Partnerin besonders herausstellen würde, indem ich betonte, wie hässlich, schlimm oder negativ andere Frauen seien. Das wäre dann aber keine Liebe zu meiner Frau, die dort herauszuhören ist, sondern allein der persönliche Nutzen, den sie mir bringt bzw. den ich durch sie erfahre. Wie schon gesagt, danach wurde mir halt klar, dass Frau Dagen eine Buchhändlerin ist, da verschwimmt die Liebe mit dem Nutzen verständlicherweise. Trotzdem: Etwas wird nicht gut, indem ich anderes schlecht mache. Das hatte mich schon ein wenig überrascht.

In diesem Sinne: Schauen wir mal, was der heutige Tag noch so bringt. Bis später also. Es ist gerade erst 1:30 Uhr, dein Morgen wird meine Mittagszeit sein 🙂