Boah, das darf ich niemandem sagen 🙂 Gerade sitze ich hier noch schweißgebadet (im Nacken) aber immerhin überglücklich, trotz meiner abgrundtiefen Dummheit. Jawohl, anders kann man das Folgende nicht ausdrücken.
Der Linux-Rechner hatte mal wieder keinen Ton. Das kennt der geneigte Leser dieses Tagebuchs ja schon. Vor Jahren hatte ich Monate mit diesem Problem verbracht. Vorübergehend wurde ich zu einem Linux-Experten. Als danach allerdings alles reibungslos funktionierte, vergaß ich sämtliche Herangehensweisen wieder. Das ist der Vorteil von Windows: Durch die ständigen Fehler dieses Betriebssystems bleibt man quasi immer in der Materie. Aber ich schweife schon wieder ab, hüstel.
Natürlich war das heutige Schweigen von Linux ein sofortiger Schockmoment. All die damalige Aufregung kam wieder hoch. Von der einstigen Hacker-Odyssee ist also tief in meinem Inneren nichts wirklich verarbeitet. Was nun tun?
Zuerst nachgeschaut, ob das Audiogerät richtig erkannt wurde. Wurde es. Danach die Pegel beim „Alsomixer” kontrolliert. Alles in Ordnung. Was mir als Notbehelf damals half, war die USB-Soundkarte. Also kramte ich sie hervor. Sie wurde ordnungsgemäß erkannt aber der Ton blieb auch mit ihr stumm.
Es folgte die Lektüre in diversen Foren. Der Umgangston dort ist unfassbar schlimm. Überall. Ich weiß nicht, was mit den Leuten los ist; wenn man keine Nerven hat, knifflige oder sehr dumme Fragen einfach und sachlich zu beantworten, was verspricht man sich denn dann in diesen Foren? Ich habe da natürlich nur gelesen, ich meine, das reicht vollends. So, und wäre ich jetzt sämtlichen Tipps gefolgt, hätte ich den Linux-Rechner beinahe neu installieren müssen. Da aber der Ton letztens noch funktionierte und Linux als Netzwerkrechner nie heruntergefahren wird, konnte es eigentlich auch nicht an einem Linux-Fehler liegen.
Da kam mir die Idee, einmal nachzuschauen, ob der Stromstecker für die Soundanlage überhaupt eingesteckt ist. Man weiß ja nie. War er aber. Das ist so wie beim liegengebliebenen Auto, wenn einem vom Mechaniker die erste Frage gestellt wird: „Haben Sie Benzin im Tank?”
Doch es gibt eine weitere dumme User-Möglichkeit. Die Frage nach dem Sprit im Tank führte schon auf die richtige Fährte. Glücklicherweise habe ich Kabelverlängerungen für kleine Klinkenstecker. Somit probierte ich die nicht funktionierenden Lautsprecher an einem der beiden der Windows-Rechner aus. Ergebnis: Auch kein Ton. Oha! Nächster Versuch: Beide funktionierenden Windows-Soundsysteme nacheinander an Linux gesteckt und …? Beide Male Ton vorhanden!
Fehler gefunden, es lag am Sound-System des Linux-Rechners.
Aber warum? Alles war richtig verbunden und eingeschaltet.
Und jetzt kommt das, was ich am liebsten für immer und ewig verschweigen würde (ein Tagebuch ist ja etwas Privates, nicht wahr?). Nachdem ich sämtliche Kabel verfolgt hatte, sah ich, dass ein kleiner Lautsprecher einen zusätzlichen Regler besaß (schwarz auf Schwarz, war schwer hinter den Monitoren im Kabelgewirr zu erkennen). Dieser Regler steuert zusätzlich noch die Lautstärke. Oh, oh, oh … Genau! Und der war auf ganz leise, also auf Null gestellt. Wahrscheinlich bin ich während des Monitor-Tauschs letztens dort versehentlich rangekommen. Keine Ahnung, ich wusste ja nicht mal etwas von seiner Existenz, denn für die Lautstärke benutze ich üblicherweise einen Drehknopf, der auf dem Schreibtisch steht. Jedenfalls aufgedreht und schon war der Ton wieder da. Tja, was sachste nu‘?
Insgesamt hatte die Fehlersuche gottlob nicht so lange gedauert. Knapp zwei Stunden waren es. Aber da zweifle ich doch an meinem Verstand. Ganz ehrlich.