Elon Musk spielt mit dem Gedanken, eine eigene Partei zu gründen. Das ist interessant. Schon einige Male haben Leute versucht, in den USA eine dritte Partei zu etablieren. Erfolglos. Das heißt aber nicht, dass das Vorhaben zwangsläufig auch dieses Mal scheitern muss. Es gibt immer ein erstes Mal, wenngleich die Erfolgsaussichten für ein solches Unterfangen nicht gerade rosig sind.
Aber mal angenommen, es würde gelingen.
Konkurrenz belebt das Geschäft. Das ist Amerika pur.
Die Konservativen brauchen wegen einer Spaltung ihres Lagers eigentlich keine wirkliche Angst zu haben, denn die Musk-Partei mit dem voraussichtlichen Namen „America!” hätte große Ähnlichkeit mit den Republikanern. Sie würde also eher mit ihnen zusammenarbeiten und sie zu Kompromissen in bestimmten Dingen zwingen, als mit den Demokraten gemeinsame Sache zu machen. Zumindest so lange Elon Musk das Sagen in seiner neuen Partei hätte. Und genau da sehe ich den Grund für ein wahrscheinliches Scheitern, denn „America!” wäre eine Ein-Mann-Show.
Ist es nicht ähnlich wie bei uns mit dem BSW? Wäre es nach dem Willen Sahra Wagenknechts gegangen, so wäre das BSW in Thüringen nicht mit den Blockparteien verschmolzen und hätte riesige Erfolge sogar auf Bundesebene eingefahren. Frau Wagenknecht hat leider im BSW nicht das alleinige Sagen. Das ist zwar vorbildlich demokratisch, führte aber zur Kaperung der Partei durch ehemalige Links-Partei-Genossen. Im Augenblick versucht Frau Wagenknecht durch Gespräche mit der AfD indes den Rückwärtsgang einzulegen, doch kaum jemand glaubt, dass sie gegen die linke Parteiführung ausreichend Macht besitzt, um das BSW jemals mit der AfD zusammenarbeiten zu lassen. Der Zug ist in gewisser Weise abgefahren. Die Chance auf einen bundesweiten Erfolg war vorhanden, sie wurde schlicht durch die Machtgeilheit der Thüringer Parteiführung, die dem Willen der Bürger entgegenstand, sowie durch die charakterliche Führungsschwäche von Frau Wagenknecht vertan. Einen zweiten Versuch gibt es in der Politik nicht.
Elon Musk wird diesen Fehler sicher nicht begehen, dazu ist er ein ganz anderer Mensch, ein Alphatier und wohl der erfolgreichste Unternehmer der Welt; ihm wird so schnell keiner auf der Nase herumtanzen können. Musk hat allerdings ein anderes Problem:
Eigentlich kann ihn kaum jemand wirklich leiden. Bis auf seine Fan-Base wird er in beiden politischen Lagern der USA beinahe sogar gehasst. Ich vermag da kein Potential für eine Massenbewegung zu erkennen. Aber ich bin ja nur ein kleines Licht, und wer weiß, auch das BSW hatte anfangs alle Experten, Politologen und universitäre Berufs-Spökenkieker überrascht. Eine Musk-Partei sähe ich jedenfalls weniger als Konkurrenz der Republikaner, und schon gar nicht als ein FDP-Zünglein an der Waage, das mit beiden Lagern beliebig ins Bett steigt, vielmehr wäre die Partei eine Art Korrektiv, das so manchen radikalen einseitigen Ausschlag Trumps vorbeugen könnte und somit die Republikaner auf ein gesundes Maß ihrer Politik zum Wohle des gesamten amerikanischen Volks quasi „leitplanken-mäßig” zusammenhielte.
Wir werden also interessiert zuschauen, was da in den USA geschieht oder nicht. Eine andere Frage lautet, ob das auch für uns in Deutschland wichtig werden würde?
Das glaube ich eher weniger. Denn wir hinken der Entwicklung in den USA sowieso 5 Jahre hinterher. Hierzulande muss zuerst einmal ein deutsches DOGE an die Arbeit gehen, das den ganzen links-grün-woken Sumpf der NGOs national und EU-weit trockenlegt, was in der jetzigen Legislatur leider trotz Versprechen des „Merzfisches” (Gestank vom Kopf her) nicht geschehen wird. Also erst ab 2029 oder etwas früher, falls es, wie erwartet, 2027 zu Neuwahlen kommt.
Inneres Ich: „Du unterschätzt die Wirkmacht des BSW. Wenn es rechtzeitig vor den beiden Landtagswahlen 2026 im Osten (MeckVorpom und Sachsen Anhalt) in Thüringen die Voigt-Blockparteien-Regierung zu Fall bringt, ändern sich die Karten im Spiel.”
Mag sein, doch die Thüringer würden sich bei einer Neuwahl nicht ein zweites Mal täuschen lassen und dann lieber direkt das Original der AfD wählen.
Inneres Ich: „Hallo? Das Original? Die AfD und das BSW stehen an diametral gegensätzlichen Enden des politischen Spektrums. Beide Parteien haben nichts miteinander zu tun.”
In den Augen der Wähler ist es aber anders. Durch die vernunftbasierte Politik Frau Wagenknechts in den wichtigen Fragen des Landes gibt es erhebliche Schnittmengen zwischen beiden Parteien. Mehr jedenfalls als mit allen anderen Einheitsparteien. Zumal die Leute im Osten das Links-Rechts-Schema des Westens nicht so verbissen sehen. Für sie ist die praktische Politik wichtig, die sich den Bedürfnissen der Menschen widmet und nicht der Verbohrtheit westlicher Ideologien. Aber wie dem auch sei, an einen Erfolg des BSW glaube ich trotzdem nicht mehr.
So, liebe Leserin und lieber Leser, das waren die sonntäglichen Schwurbeleien in diesem Theater. Immer nach den Devisen: „Sonst haste keine Sorgen?” oder „haste nix Besseres zu tun?” Nö, g’rad nicht 🙂
Elon Musk versucht es einfach mal. Der Mann braucht immer wieder neue Herausforderungen, und wenn es nicht hinhaut, so what.
Das mit den Sympathiewerten sehe ich auch als Problem. Und wo wird er denn flöhen? Ost-und Westküste fallen vermutlich größtenteils flach, alles Demokraten da.
Fly over States sind, bis auf die Swing States, relativ fest in republikanischer Hand.
Und so eine unterhaltsame Rampensau wie Trump ist Musk nicht.
Es bleibt spannend!
Jep, genau so, liebe Barbara, es bleibt spannend und interessant. Eine wunderbare Show, die die beiden gerade abliefern. Böse Zungen behaupten bestimmt wieder, dies sei alles zur Ablenkung bewusst so gemacht. Ist aber eigentlich egal, denn wenn Politik nicht allein intellektuell daherkommt, sondern die Leute auch wie Soap-Operas unterhält, haben alle gewonnen im Sinne von besser als Desinteresse an der Politik.