Was oft hinter der Empörung lauert

Letzte Nacht fand ich mich mehr oder weniger bekanntlich mitten in einem wunderbaren Roman wieder. Ken Follett, kaum jemand beschreibt so genial wie er die fiesen Seiten des Menschen, die kleinen und großen Gemeinheiten, die üblen Intrigen aber genauso auch die guten Seiten der Menschen. Und trotz einiger wahrlich dramatischer oder trauriger Ereignisse, gewinnt bei Ken Follett immer das Gute. Ein Happy End ist gesetzt. Sonst würde ich seine Romane gar nicht aushalten, denn sie nehmen mich wirklich mit, ich werde als Beobachter Teil der Geschichten und bin sogar oft versucht, nachts in der Stille so manchen spontanen Kommentar laut auszusprechen.

Naja, jedenfalls las ich den folgenden Satz, bei dem ich doch sehr schmunzeln musste, und den ich extra auf ein Stück Papier aufgeschrieben hatte. Er erinnert mich nicht nur an meine Gedanken bezüglich der Empörungskultur, die von merkwürdig vielen Zeitgenossen gegen den Plagiatsjäger, Herrn Weber, zelebriert wird, nein, er trifft den Grund für die scheinheiligen Empörungswellen sogar im Kern. Einfach so, mitten in der Geschichte („Der Morgen einer neuen Zeit”) las ich den Nebensatz:

„Es war seltsam, aber ertappte Missetäter empörten sich oft, als würde das Unrecht nicht mit dem ursprünglichen Vergehen, sondern erst durch dessen Aufdeckung begangen.”

 

So isses, eine Binse, alle wissen es. Fand ich trotzdem halt lustig 🙂