Wenn man auf Amazon wartet, kommen sie ja ziemlich spät. 17 Uhr. Deshalb war ich so ungeduldig, dass ich mal ebkes schnell die James-Last-Uhr fertiggemacht hatte. Alle Klebezahlen und die Punkte sind nicht gemessen worden, sondern ich hantierte frei Schnauze. Und soll ich dir mal was sagen? Es ist fast zu 100 Prozent akkurat geworden (ich sag nicht, was nicht ganz so genau ist).
Guckst du links: Man kann diese Kleinigkeiten nicht mehr einzeln bestellen, also für um die 8 Euro eine ganze Packung jeweils weiße und schwarze Zeiger und gleich viele Bögen Zahlen und Buchstaben. Und dann nochmal Zahlen, die extra mit Uhu oder dergleichen aufgeklebt werden müssen in schwarz, silbern und goldglänzender 3-D-Plaste. Die wären etwas für eine Single, für die LP sind sie zu klein. Alles zusammen für knapp unter 30 Euro. Und weil ich noch einige normale Quartz-Uhrwerke habe (die gibt’s bei Ali-Express ab 49 Cent/Stück), kann ich jetzt viele Fantasieuhren basteln 🙂
Guckst du hier (auf ein Bild klicken = größer):


Schaut gut aus, deine gebastelte Uhr.
Das brachte mich zum Nachdenken über unsere Uhrensituation. Eine richtig große hängt über der Tür im Raum der als Wohn-und Arbeitsraum des Mannes dient. Und das war es auch schon. Keine der Geräteuhren wie Radio, Backofen oder Telefon sind hier richtig eingestellt und es kümmert offenbar kein Schwein. Am Bett hat nur der Mann einen Wecker, er muss nachts sehen können, wie lange er wachliegt ;-))). Auf meinem Nachtkastl habe ich eine ausrangierte Fitnessuhr, für die es schon lange keine App mehr gibt. Somit kann ich das Ding noch laden, aber keine Uhrzeit mehr einstellen. Im Sommer muss ich 40 Minuten dazurechnen, im Winter ziehe ich im Halbschlaf eine Stunde ab und die 40 Minuten wieder drauf. Dass es auch anders ginge, ignoriere ich.
Richtige Uhrzeit weiß ich nur, wenn ich auf das Smartphone gucke.
Also, komfortabel ist anders. So wie bei dir halt.
Horror-Vorstellung für mich, ich muss überall die Zeit sehen. Obwohl ich gar keine Termine habe 😉 Naja, ein Spleen halt. Aber ehrlich, es gibt so unendlich viele Möglichkeiten der Gestaltung! Hätte ich nicht überall Bilder aufgehängt, würde ich mir ein Uhrwerk an die Wand hängen, eine schwarze handtellergroße Scheibe davor, längere Zeiger besorgen (kosten Centbeträge, wenn man sie denn einzeln bekommt) und dann große Klebezahlen direkt auf die Wand geklebt. Schon ist die 1 oder 2 Meter Uhr fertig. Natürlich nur mit Funkuhrwerk: Ein Mal Batterie rein und das Teil läuft auf die hundertstel Sekunde genau, locker 5 Jahre lang oder länger, ohne dass man etwas tun muss.
Bei der James-Last-Uhr ist ja kein Glas davor (würde eh nur spiegeln). Falls man meint, alle paar Jahre die Zeiger saubermachen zu müssen (Staub legt sich sowieso nicht darauf, da sie in Bewegung sind, höchstens Küchenablagerungen oder Nikotin bei Rauchern), ist es einfacher und schneller gemacht, wenn man sie durch neue Zeiger austauscht. Die werden nämlich nur aufs Uhrwerk gesteckt und sind kinderleicht wieder abziehbar. Und last but not least: Alle Uhrwerke sind baugleich, egal ob von einer 100-Euro-Uhr oder von einem 40-Cent-Uhrwerk. Genormte Größe. Nur manchmal passen die Zeiger nicht, weil in China schlampig gearbeitet wurde (hatte ich schon mal), das lässt sich aber mit ein bisschen Geschick leicht anpassen.
Was ich mir auch als schön vorstelle, wäre eine dünne Holzscheibe eines Baums (oder gar nicht rund, sondern aus Wurzelholz eine ansprechende Form), Loch in die Mitte oder an einer passenden Stelle bohren, Uhrwerk hinten dranhängen und dann schöne Zahlen wie Brandzeichen bei Vieh aus den Western drumherum einbrennen. Ach, wie gesagt, es gibt tausend Möglichkeiten …
Aber so ganz ohne, also ich weiß nicht, ich weiß nicht 😉