Und Gott sprach …

Haha! Ich saß früh morgens (gegen 15 Uhr) am Küchentisch bei einem lecker Tässchen Kaffee und dachte so bei mir: Schreibste doch mal etwas zur Religion. Ja, irgendwie war mir danach, das Missverhältnis zwischen Religion als Ideologie und dem individuellen spirituellen Verhältnis zu Gott zu erläutern, da liefen auf einmal mehrere Gestalten in knallbunten Kostümen ins Blickfeld des Küchenerkers, und da das Fenster auf Kipp geöffnet war, hörte ich sie laut singen – besser grölen. Naklar! Es herrscht am Niederrhein der Karneval. Hatte ich ganz vergessen. Sein Umzug war gerade vorbei und der Park vor meinen Fenstern begann sich in eine Oase der Windpinkler zu verwandeln.

„Tätä, Tätä, Tätä!”, sprach Gott durch den Menschen, befreite mich aus meinem geistigen Gefängnis, in dem gerade die Erinnerungen und Erfahrungen mit den katholischen dörflichen Glaubensvertretern einen intellektuellen Disput mit den eigenen Bedürfnissen nach Ruhe und Spiritualität aufs Tanzparkett legten und riss mich förmlich zurück in die Realität. Eine Gotteserfahrung in Zeiten des Karnevals, das ist etwas anderes, etwas Eigenes, sie ist schräg, skurril aber gleichwohl liebevoll und vor allen Dingen menschlich.

In diesem Sinne: Tätä, Tätä, Tätä!