Altersdemenz?

Wenn ich „morgens” aufstehe – nein, in einem authentischen Tagebuch muss ich anders anfangen, weil ich ja nicht morgens aufwache, aber wenn ich schriebe „morgens um 15 Uhr“, würde es noch schräger klingen. Also neutral: Nachdem ich nach ca. 7 Stunden Schlaf aufstehe, führt mein erster Weg noch im Adamskostüm ins Bad. Da rüsel (krame) ich dann ein wenig herum, kleide mich an und gebe anschließend dem Küchenerker meine Aufwartung. Weil ich aber das noch immer neue Untertischgerät über Nacht mit dem praktischen Tischschalter ausschalte, müsste ich jedes Mal aufs Kaffee- oder Teewasser warten. Ich vergesse tatsächlich beständig, bevor ich ins Bad schleiche, ebkes zur Küche zu gehen, um nur schnell den Schalter zu drücken. So wäre nämlich das Wasser (90 Grad heiß) genau dann fertig, wenn auch ich fertig aus dem Bad komme.

Ist das tägliche Vergessen nun bereits ein Anzeichen beginnender Demenz? Als praktische Lösung gegen das Vergessen bzw. für rechtzeitig heißes Wasser und gesunde morgendliche Bewegungsaktivität habe ich im Bad an den Spiegel jedenfalls ein Erinnerunszettelchen geklebt. „Boiler” steht darauf (siehe unten).

Würdest du, rein theoretisch mal angenommen, als unbeteiligter Besucher meiner heiligen Hallen nun angesichts des Merkzettels denken, es hause dort ein Alzheimer-Patient in der Wohnung? Oder läge es für dich noch im grünen Bereich des Normalen?

Jaja, „Käse” steht auch darauf. Ich meine, wenn ich schon mal dabei bin? Gouda am Stück schmeckt nämlich erst so richtig gut, wenn er zwei bis drei Stunden bei Zimmertemperatur gelegen hat. Allerdings später abermals warten zu müssen, weil ich wieder vergessen habe, den Käse rechtzeitig rauszulegen, das versaut einem die Frühstücksfreude ungemein. Da aber mein Kühlschrank im stets abgedunkelten und deshalb kühleren Schlafzimmer steht (wegen des Treibhauseffekts im Sommer aufgrund der großen Fensterscheiben im Küchenerker), soll der Notizzettel mich halt ebenfalls daran erinnern, zum munteren Schalterdrücken gleich auch noch den Käse mitzunehmen. Ich finde das keine Demenz, sondern eine praktische Idee, oder?