Nebelkerze Social-Media

Social-Media-Verbot für junge Menschen und Klarnamenpflicht für alle, die dort etwas sagen wollen. Zwei Wochen vor der Landtagswahl hat die CDU ihr Thema gefunden, mit dem sie von allen anderen Anliegen, von den gebrochenen Versprechen und den dringenden Reformen ablenken kann.

Schon alleine, dass die US-Konzerne eine notwendige Überprüfung eines jeden einzelnen Users, der sich für irgendetwas gerade anmelden möchte, nicht mitmachen werden, erübrigt eigentlich jede weitere Diskussion. Da die Mainstreammedien aber zu Propagandisten der politischen links-woken Parteien und vor allen Dingen der Regierung geworden sind, wird diese Scheindebatte einfach weitergeführt und angestachelt. Es ist dasselbe wie beim Verbrenner-Aus: Allen normal gebliebenen Zeitgenossen mit Blick für die Realität war von Beginn an klar, dass es niemals ein solches Verbrennerverbot geben wird. Es hinderte die Medien aber nicht daran, ein ganzes Jahrzehnt darüber zu diskutieren und das Land für jede Entwicklung zu lähmen. Zu verlockend sind solche populistischen Themen, um eben von wichtigen Dingen, von eigenen Fake-News oder den Verstrickungen im Sumpf der Korruption abzulenken.

Das ZK der CDU hat nun jedenfalls seine Linie bis zur Wahl in BW vorgegeben. Und da die meisten CDU-Wähler nicht gerade die hellsten Kerzen auf der Torte sind, wird diese Linie von ihnen mit freundlicher Unterstützung der Medien durchgezogen. Trotz des für jeden erkennbaren drohenden Niedergangs des Landes, the Show must go on. Sie wissen, dass sie in einer Endphase leben und schmettern in der Hoffnung auf eine selbsterfüllende Prophezeiung immer lauter das Lied von Zarah Leander: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n. Und dann werden tausend Märchen wahr.”