Gleich ist’s 11 Uhr, so gegen 12 oder 13 Uhr werde ich ins Bettchen gehen. Ja, da staunst du, nicht wahr? Jetzt könnte ich natürlich sagen, das kommt von über 30-jähriger Nachtarbeit, stimmt aber nicht, denn die Nachtarbeit hatte ich von Anfang an gewählt, weil ich auch schon früher überwiegend nachts topfit war. Außerdem: Was, um alles in der Welt, sollte ich an verregneten, kalten und lärmenden Tagen denn vermissen? Vorhin war ich zwei Stunden draußen unterwegs, meine Güte, es waren nur schlecht gelaunte Menschen zu sehen. Und das war kein subjektiver Eindruck. Ich hätte Fotos von den Gesichtern gemacht, wenn das nicht verboten wäre, bei deren Anblick auch du augenblicklich den Kaffee aus gehabt hättest. Weiterlesen
Monat: März 2026
Politik, Glaube, Privates – Interview mit Peter Hahne
Boah! Phänomenal! Zweieinhalb Stunden lang ein ungeschnittenes Interview mit Peter Hahne. Selten so etwas Gutes gesehen. Auch der Fragesteller, Ben vom YouTube-Kanal „ungeskriptet”, er lässt Peter Hahne ausreden, das ist großartig.
Zugegeben, die Dauer, zweieinhalb Stunden, diese Zeit ist schon eine Herausforderung, je nachdem, wie und wann man die Zeit dafür findet, aber 1. muss man es ja nicht zwingend am Stück sehen und 2., das kann ich dir versprechen, ist es nicht eine Minute langweilig. Im Gegenteil, ich saß stramm aufrecht und habe diesem hochspannenden Gespräch gebannt zugehört. Und mal so ganz nebenbei, was der Mann für eine Kondition aufbringt, körperlich sowie geistig rege, das ist mindestens genauso beeindruckend:
Wer bestimmt über unsere Zeit?
Gleich ist’s 21 Uhr. Glaube ich. Heute Morgen begrüßte ich den Tag um 16 oder 17 Uhr. Überall in meiner Wohnung zeigen automatische Uhren die Zeit an, 3 haben allerdings versagt. Ein digitaler Funk-Wecker, eine Quarzuhr und eine der WLAN-Uhren.
Insgesamt habe ich etwa 2 Dutzend Uhren – insgesamt, ich meine: Alle. 24 Uhren klingt nämlich ansonsten arg übertrieben, doch zähle mal deine Uhren nach, du wirst staunen, wie viele es sind. Inklusive Computer, Laptop, ggf. Tablet, Smartphone (auch alte in der Schublade liegend oder so), Armbanduhr, Kaffeemaschine, Wetterstation, Radio oder sonstige Mini-Geräte mit eingebauten Uhren – da kommen schon einige zusammen.
Die Quarzuhr musste ich also vorstellen, das war klar. Bei der WLAN-Uhr staunte ich nicht schlecht, denn 2 dieser Uhren holen ihr Zeitsignal um 3 Uhr nachts, eine aber tatsächlich um 22 Uhr eines jeden Tages. Bei ihr lässt sich diese Zeit auch nicht verändern, ist ein 3-Euro-China-WLAN-Uhrwerk. Sie hatte ich dann durch Ziehen des Stromsteckers neu gestartet. Alles okay. Bis hierhin gab es also eigentlich kaum lästige Umstände wegen der Zeitumstellung. Aber der Funkwecker. Der stellte sich nach seinem Neustart immer wieder auf Dienstag, den 1. Januar 2002, auf Mitternacht ein – mit anderen Worten: Zeitabgleich gescheitert. Neustart = dasselbe. Dabei holt er sich jede Nacht ein Mal die aktuelle Zeit und zeigt auch an, dass diese Abgleiche gelungen sind (bei einem Fehlversuch verschwindet das Antennen-Symbol im Display). Weiterlesen
Zeitmaschine
Letzte Nacht machte ich einen Zufallsfund bei YouTube. Einen knapp halbstündigen Farbfilm über junge Soldaten der deutschen Luftwaffe von 1939. In Farbe ist so etwas äußerst selten.
Und genau das ist auch das Besondere an diesem Video: Normalerweise bleiben die Personen auf historischen Aufnahmen fremd. Sie gleichen anonymen Menschen, gezeichnet in schwarz-weiß. Man nimmt sie wahr, registriert sie als Faktum, viel mehr aber nicht. In Farbe hingegen wecken sie Emotionen, sie werden zu Menschen des eigenen Alltags. Man bekommt den Eindruck, ihnen jederzeit begegnen zu können. Weiterlesen
Positives zum Thema Updates
Anfang Dezember letzten Jahres berichtete ich davon, dass auf meinem alten Windows-7-Rechner der Firefox-Browser in seiner finalen Version läuft, die also nicht mehr mit Updates unterstützt wird, was ich ausgesprochen sympathisch finde, aber dass in der Folge die aktuelle Software von „Wordpress” nicht mehr mit diesem Browser funktionierte, das fand ich wiederum arg unsympathisch. Für die Verwaltung des Tagebuchs wich ich seither auf einen anderen Browser aus, für alles andere blieb ich beim Firefox.
Wie dem auch sei, aus reinem Versehen meldete ich mich letzte Tage mit dem alten Firefox doch wieder in der WordPress-Verwaltung an, tat und machte dort so meine Dinge, und ganz zum Schluss, als ich fertig gewesen war, fiel mir erst auf, dass alles wieder wunderbar funktioniert hatte. Ich kontrollierte es, keine Fehler. Dann schaute ich nach: Aus der finalen Version des Firefox mit der Versionsnummer 115.30.0 wurde überraschend doch eine quasi „finale Final-Version” 115.34.0 – was übrigens seinerzeit in den Firefox-Foren vehement ausgeschlossen worden war.
Jetzt benutze ich wieder den alten Firefox für WordPress. Also hat ein Folge-Update, entweder dieses von Firefox oder eines von WordPress (leider kann ich letztlich nicht mit Gewissheit sagen, welches genau es war), in den letzten 3 Monaten den Fehler behoben. Das ist natürlich sehr schön und ich freue mich darüber.
Im Fall Fernandes – Bisherige Recherche-Ergebnisse: Geld, Zensur und Macht
Vorvorgestern sagte ich schon, nicht über jedes hingehaltene Stöckchen im Fall Fernandes-Ulmen springen zu wollen. Das ist und bleibt auch so. Man sollte überdies nicht über Stöckchen springen, sondern den Leuten die Dinger einfach aus den Händen reißen. Statt mit meinen Worten, kann die Journalistin Pauline Voss so etwas viel besser. Wie Sofia Taxidis es unmissverständlich beschreibt, so recherchiert Pauline Voss diese Angelegenheit und veranschaulicht ihre Resultate visuell verständlich, sprachlich sachlich und ausschließlich erkenntnisorientiert.
Nach knapp 6 Minuten einer zusammenfassenden Erklärung der Geschehnisse – nicht jeder ist aktuell darüber informiert – breitet Frau Voss ihre 50-minütige Recherche (mit heutigem Stand) über die Instrumentalisierung durch Medien, Politik und NGOs ausführlich aus. Sehenswert für all jene Zeitgenossen, die bis jetzt immer noch glauben, Gesetze würden zum Nutzen der Bevölkerung erlassen, und die an der moralischen Verkommenheit vieler links-woker meist weiblicher Akteure, die jeden Anstand dem Erreichen eigener Ziele unterordnen, nach wie vor so ihre Zweifel hegen:
Bild-Collage (real und ohne KI)
Irgendwoher kannte ich doch die Gesichtsausdrücke auf dem Foto, das auf der Haltungs-Demo nach den Morden in Aschaffenburg, statt in Trauer, in launiger Runde aufgenommen worden war und seither im Netz kursiert. Über Monate rätselte ich mehr oder weniger intensiv, dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Na, klar! Es gleicht im Ausdruck dem von meiner verstorbenen Mutter gemalten Ölbild „Vernissage” wie ein Ei dem anderen. Damit wollte sie ihre zeitlebens gehegte Verachtung für die selbstverliebte verdummte Kunst-Schickeria zum Ausdruck bringen. Dass ihr Bild jemals dermaßen real werden könnte, hätte sie wohl nicht gedacht:
Deutschland, Heimat der Aufklärung
Schon einmal hatte ich über Sofia Taxidis in dem Sinne geschrieben, wie beeindruckend ich ihre Artikel bei „Tichys” finde, die in einer selten gelesenen Ausdruckskraft Fakten aneinanderreihen und dann nicht, wie oft bei anderen Journalisten zu beobachten, in Sprechblasen des allgemeinen „Politiker-Sprechs” verfallen, sondern die Schlussfolgerungen klipp und klar beim Namen nennen, auch wenn dies für zart besaitete Zeitgenossen oft als zu robust wahrgenommen wird. Die Wirklichkeit ist, was sie ist. Wer sie mit seinem Harmoniebedürfnis an den Ecken abrundet oder böse Absichten von Menschen mit „Wir haben doch alle lieb” bis zur Unkenntlichkeit zukleistert, verfälscht die Wahrheit am Ende vielleicht schlimmer noch, als die KI es jemals vermag. Das macht Sofia Taxidis eben nicht, sie schreibt Tacheles, damit jeder es versteht.
Schon in ihrem gestrigen Artikel zum „Fall Fernades” schreibt sie deutlich von der moralischen Verkommenheit der Protagonisten des links-grün-woken Milieus. Nicht etwa relativierend wie viele Leute (Frauen) des Alltags, wenn sie sagen: „Ach, vielleicht haben sie es jetzt ein wenig überzogen, aber sie meinen es ja nur gut”, sondern Frau Taxidis attestiert den „eifrigen rotgrünen Glaubensschwestern in den Gerichten und den Redaktionen dieses Landes” eine moralische Fäulnis angesichts ihres Schweigens über die real stattfindende Gewalt gegen Frauen. Das ist sprachlich starker Tobak aber lässt an Deutlichkeit keine Fehlinterpretation mehr zu.
Heute legt sie nach und arbeitet die neuen Erkenntnisse in diesem Fall akribisch wie eine Detektivin auf. Kein Geschwurbel, sie nennt Fakten. Und die Mutmaßungen, von denen es bis jetzt in diesem Fall natürlich noch reichlich gibt, versucht Frau Taxidis logisch und nicht moralisch anzugehen. Sie macht auf Zusammenhänge aufmerksam, die im ÖRR und in den Mainstreammedien bewusst unter dem Teppich gehalten werden, da diese Art der öffentlichen „Berichterstattung” Teil der Strategie, Teil der gesamten Causa ist, der in seiner desinformativen und skandalisierenden Weise die vermeintlich dumme Bevölkerung in die Irre führen soll. Sofia Taxidis zählt die Komponenten der Kampagne nacheinander auf und schließt folgerichtig: „Je mehr dieser Bausteine ans Licht kommen, desto schneller stürzt die Glaubwürdigkeit der ganzen Psyop-Nummer in sich zusammen”. In dieser Hinsicht ist Sofia Taxidis ein journalistischer Leuchtturm der Aufklärung und vor allen Dingen ist ihre klare Sprache von jedem zu verstehen.
Alter Jammerlappen
Ein Tag ist wieder verschütt gegangen. Gerade komme ich zu nichts, der heutige Tag wird wohl auch verloren gehen. Es wäre zwar genug Zeit vorhanden gewesen, wenn ich sie nicht zur Erholung gebraucht hätte. Du glaubst es ja nicht, doch ein paar wenige Stunden Anstrengung, die ich zwar währenddessen wie früher nicht mal als Anstrengung wahrnahm, verwandelten sich seltsamerweise hinterher, also einige Stunden später, in eine Art Mattigkeit, Erledigt-Sein oder Abgeschlagenheit, als ob ich einen ganzen Tag in einem Steinbruch gearbeitet hätte. Das finde ich schon ein bisschen erschreckend. Und dass mir die Knie wehtun, als käme ich von einem Marathon, ist auch nicht so schön.
Jetzt ist’s erst 4 Uhr in der Nacht. Gegen Morgen werde ich zu Bett gehen, vielleicht finde ich am kommenden Abend wieder Muße fürs Tagebuch. Ansonsten gehab dich wohl und überanstrenge dich bloß nicht auch noch. Dann wären wir schon zwei Jammerlappen; wo soll das denn bitteschön dann enden? Nene, lass uns mal lieber den Donnerstag ruhig und geschmeidig angehen. Besser ist das.
Zensurgesetze: Nächster Versuch
Keine Sorge, zum Thema „virtuelle Vergewaltigung” lasse ich mich jetzt nicht aus, denn ich werde mit Sicherheit nicht über jedes noch so irrsinnige Stöckchen der links-woken Spinner springen. Was ich hier schreibe, soll nur zeigen, wie ausgesprochen spannend ich die nächsten Wochen finde, ob nämlich oder inwieweit die Öffentlichkeit dieses orchestrierte Vorgehen zur Durchsetzung der radikalen Zensurgesetze durchschaut oder nicht. Tausende Opfer echter Vergewaltigungen werden seit 10 Jahren alleine gelassen und verschwiegen, während ein einziges Opfer einer nicht realen Vergewaltigung Anlass für das Anfeuern einer neuerlichen Massenpsychose wird – also, wer diese Kampagne der Linken nicht erkennt, der kauft auch jedem Hinz und Kunz an der Tür (heutzutage natürlich im Internet-Shop) einen Staubbläser ab.
Staubmonster
Boah, der Staub inner Hütte – wie sagt man so schön? – bringt mich noch Mal ins Grab. Wo, um alles in der Welt, kommt der immer wieder her? Es ist ja nicht so, als ob ich ein Reinlichkeitsfanatiker wäre, schließlich teile ich die das Heim weder mit Hund noch Katze, nein, es ist einfach eine Frage des Lichts bzw. des Winkels, in dem es durch die Fenster einfällt. Das frühjahrs-schräg-scheinende Sonnenlicht ist dabei der Oberhammer: Jeder noch so winzige Krümel auf dem Boden baut sich schattenseitig als Staubmonster auf, vereinigt sich mit seinen Kollegen zur Armee einer entschlossenen kriegerischen Kameradschaft, die von unten her dräut, schnell die Hausschlappen anzuziehen, bevor die Socken krümelig zu piken beginnen.
Und erst die paar von Natur aus pechschwarzen Möbel! Sie verwandeln sich in grau-gescheckte neue Designerstücke, deren Avantgardismus jedem Möbelhaus zu radikal erschiene und die aus berechtigter Sorge, Otto und Lisa Normalverbraucher seien noch nicht bereit dafür, erst gar nicht in den Verkaufsbestand aufgenommen würden.
Als mentale Motivationshilfe fürs unausweichliche händische putzen, saugen und wischen empfehle ich das Aufdrehen der Soundanlage mit beispielsweise Suzi Quatros „48 Crash” oder „Can The Can”. Aber Vorsicht bei deinem virtuellen Mixtape: Sollte im Anschluss etwa ein Stehblues erklingen, beispielsweise „The Moody Blues”, dann war es definitiv das falsche Mixtape, denn schlagartig ist’s vorbei mit der Fleiß-Motivation.
Hunde, Katzen und das Bedürfnis nach Reinlichkeit
Hunde und Katzen gelten gemeinhin als die liebsten Haustiere. Warum ist das so? Diese Frage stellte sich mein Gehirn ohne erkennbaren Grund, als ich noch ziemlich verschlafen im Küchenerker am Tisch saß und an meinem ersten „lecker Tässchen Kaffee” nippte. Vielleicht war es ja die Frau, die kurz zuvor aus dem Fenster zu sehen war und die einen kleinen Hund an der Leine im Park ausführte oder die Entenfamilie, die auf der Hausterrasse direkt vor meinem Fenster umherwatschelte, die unterbewusst mein Gehirn veranlasst hatten, aus dem Energiesparmodus seines Ruhezustandes zu erwachen und mit leichten Dehnübungen die kopfseitige Durchblutung anzuregen. Die folgenden vielleicht 30 Minuten saß ich in der morgendlichen Stille am Tisch und überlegte nun also, welche Gründe für die Beliebtheit dieser beiden Tiergattungen sprechen könnten.
Dabei kam mir – wie gesagt, vollautomatisch gewissermaßen – sofort in den Sinn, dass es die Reinlichkeit der Hunde und Katzen sein könnte, die so sehr wertgeschätzt wird. Andere Gründe bzw. Verhaltensweisen, die hauptsächlich völlig willkürlich den Tieren zugeschrieben werden, schloss das Gehirn von Beginn seines Gedankengangs an bereits aus, als da wären so Sachen wie Treue, Verständnis, Partnerschaft oder Freundschaft. Das sind subjektiv vom jeweiligen Menschen projizierte Gefühle, die genauso auch einem Stofftier gelten könnten. Wobei es beispielsweise mit der Treue bei den Katzen sowieso eher weniger zutrifft, was deren Liebhaberinnen (ich glaube, Katzen werden überwiegend von Frauen geschätzt) meist dazu veranlasst, von der Treue als Eigenschaft auf deren Unabhängigkeit und Eigenständigkeit umzuschwenken, um diese Eigenschaften dann als besonders erstrebenswert zu würdigen.
Das Gehirn stellte daraufhin die Frage quasi als markierte Notiz für künftige Überlegungen, inwieweit Haustiere bei einem Menschen lediglich die eigenen Defizite als eine Art Lückenbüßer ausfüllen und man bei einer Antwort dieser Menschen auf die Frage, was sie an ihrem Haustier denn besonders schätzten, davon ausgehen kann, dass jede nun folgende Eigenschaft einer persönlichen Sehnsucht oder einer Lücke, einem Loch, einem Riss in der persönlichen kuschligen Lebensdecke entspricht. Jedenfalls dass es etwas ist, das einem selber fehlt. Nun, diese Notiz steht noch unbehandelt mit Rotstift an der Seite der heutigen Überlegungen.
Die Gedanken schwenkten also wieder zurück zur Reinlichkeit. Anders als die meisten Tiere hinterlassen Hunde und Katzen ihre Notdurft nicht wo sie gerade gehen und stehen, sondern beide sind sehr darauf bedacht, sie nach Möglichkeit außerhalb der heimischen Gefilde abzugeben. Das Katzenklo für Innen-Katzen ist hierbei eine clevere Erfindung, mit dessen Hilfe die Katze gut ihre Hinterlassenschaft vergraben kann. Ansonsten sind beide Tierarten bekanntlich sehr darauf bedacht, die eigene Wohnstatt sauber zu halten. Diese Eigenschaft entspricht dem menschlichen Reinlichkeitsbedürfnis perfekt. Vielleicht war genau das der Grund, weshalb bereits in Frühzeiten diesen Tieren letztlich als einzige Haustiere der Zutritt zu menschlichen Behausungen gestattet worden war. Ja, mein Gehirn entgegnete dem augenblicklich vorgebrachten Einwand des Inneren Ichs, dass doch gerade sogar zu Frühzeiten Mensch und Vieh sich einen Wohnbereich allein schon der Heizung wegen teilten, mit der lapidaren, ein wenig arrogant klingenden Antwort: „Aber doch nur in abgetrennten Bereichen eines Raumes. Hund und Katze hingegen durften von Anfang an sogar im Bett mit den Menschen kuscheln.“
Ist dieses Reinlichkeitsbedürfnis somit dem Menschen, dem Hund und der Katze gleichermaßen angeboren?
Es folgte abermals ein Einwand des Inneren Ichs, das, weil es sich vom Gehirn als zu Unrecht bildungsmäßig deplatziert fühlte, nun aus seiner fundierten Erfahrung aus weit mehr als einem halben Jahrhundert sprach und von Erlebnissen zu künden wusste, die den Menschen viel eher in einen abgetrennten Stall-Bereich eines Schweinepferchs verorten würden, als ihm eine instinktive Reinlichkeit zu attestieren. Im Kopf erschienen sodann etliche Bildbelege, die weit vor der Zeit der Erfindung von KI entstanden waren, und die in ihrer Menge als Gesamtheit jene Theorie einer angeborenen Reinlichkeit bei der Gattung Mensch eindrucksvoll wie ein einstürzendes Kartenhaus zunichte machte.
In Ermangelung empirischer Werte zur Untermauerung der Ursprungstheorie sowie angesichts der fortgeschrittenen Zeit, das zweite „lecker Tässchen Kaffee” ging bereits zur Neige, schloss mein Gehirn die morgendlichen Frühsport-Übungen mit dem provisorischen Resümee: „Dann ist es eben die menschliche Sehnsucht nach Reinlichkeit, die Hunde und Katzen in gewisser Weise erfüllen und die dem Menschen als nachahmungswürdig erscheinen. Hund und Katze als Vorbilder fürs Leben. Oder sogar: Hunde und Katzen haben vor Urzeiten dem Menschen die Reinlichkeit beschert.” Das wiederum ließ mich innerlich aufhorchen, entspricht dieser Gedanke doch haargenau den Aussagen vieler Hunde- und Katzenhalter, dass nämlich gar nicht sie es sind, die ihre liebgewonnenen tierischen Gefährten grundsätzlich bzw. im Allgemeinen erzogen haben, sondern umgekehrt.
Frühstück beendet. Es stehen weitere Fragen an. Etwa wie es zu bewerten ist, dass manche Menschen vehemente Gegner von Hunde und Katzen sind, um nicht zu sagen, sie regelrecht hassen. Wie steht es eigentlich um deren Reinlichkeit bzw. wie sieht es bei ihnen abseits der öffentlichen Augen aus, also neben dem Bildausschnitt oder hinter der Kamera der sozialen Medien?
To be continued …
