Kuba unter den Nagel reißen

17:30 Uhr – noch vor der Wahl ein paar Gedanken: Pia hat mich heute zum Nachdenken gebracht. Und zwar über den Aspekt bzw. den „Seitenstrang” öffentlicher Empörung, nämlich über Kuba. Die Zustände in diesem Land, dazu hatte ich vorgestern ja schon einen interessanten und vielsagenden Artikel verlinkt, sind schlichtweg verehrend.

Nun will sich also Trump auch noch Kuba unter den Nagel reißen, hört man allenthalben in den Medien. Warum denn bitteschön nicht? Wenn die Kubaner sich dafür in einer Befragung aussprechen, dann soll es so geschehen. Ich glaube nicht, dass Deutschland oder die EU darüber etwas zu sagen haben. Und was daran unmoralisch sein würde, kann mir sowieso keiner erklären. Wer möchte denn mit seiner Familie weitere Generationen freiwillig im Elend verbringen? Das Experiment Sozialismus ist nach Jahrzehnten längst gescheitert und die Kubaner wurden bisher nur mit Gewalt daran gehindert, sich endlich davon zu befreien.

Es ist das immer-gleiche Problem der politischen Linken, die schon beim Ende der DDR unbedingt ein neues sozialistisches Experiment ausrufen wollte und die Vereinigung von Ostdeutschland mit Westdeutschland (oder die Übernahme, es ist eigentlich egal, wie man es bezeichnet) vehement abgelehnt hatte. Die Linke möchte ständig gescheiterte Modelle wiederholen. Die Einsicht, dass ihr Traum vom Sozialismus unmenschlich ist, da er dem Wesen des Menschen widerspricht, ist linken Zeitgenossen einfach nicht möglich. Eher soll jeder einzelne Mensch verändert oder gezwungen werden, sodass er ihnen gehorcht. Dummerweise funktioniert so etwas aber partout nie dauerhaft.

Die Freiheit, wozu selbstredend auch die Freiheit wirtschaftlichen Handelns gehört, bricht sich früher oder später überall Bahn. Manchmal, wie im Falle Kubas, dauert es sehr lange, und zuerst muss die gesamte Infrastruktur des Landes zusammenbrechen, bevor ein Wandel kommt. Westliche Linke wollen alles trotzdem nochmal versuchen, nur sind es jetzt wohl die Kubaner selber, die so etwas verständlicherweise endgültig leid sind.

Trump bzw. die USA als wirtschaftlich stärkste Nation auf der Erde können da helfen. Mit ihrer Kraft kann Kuba in vergleichsweise kurzer Zeit zur „blühenden Landschaft” werden. Natürlich hatte Kohl mit diesem Begriff recht, wenn man Ostdeutschland heute mit der DDR vergleicht. Aber genauso natürlich gab es in Ostdeutschland auch Verlierer der Wende, so wie es sie in Kuba ebenfalls geben wird. Wenn alle am Ende gewinnen, ist der Verlust von Macht, Einfluss und Geld der vorhandenen Oberschicht, ist der Verlust der Profiteure der jeweils alten Systeme, ein kleines Übel – oder eben gar kein Übel, sondern ein Gewinn. Wer sein Leben bequem unter den aktuellen Machthabern einrichtet, kann sich im Fall eines Wandels eigentlich nicht beschweren, denn er ist selber Schuld. Nichts anderes als eine Befreiung von der Diktatur hatte Fidel Castro gemacht – nur geschieht das eben heute in perspektivisch spiegelverkehrter Richtung.

Niemand der Linken und der linken Medien würde großartig meckern, wenn rein theoretisch ein benachbartes links-regiertes Land Kuba übernehmen würde. Selbst wenn China es wäre, bliebe es medial wahrscheinlich verhältnismäßig still. Nur bei den USA und vor allen Dingen beim Teufel persönlich, Donald Trump, da schimpfen sie wie die Rohrspatzen. Das zeigt eigentlich schon den doppelten Standard (die Verlogenheit) der Moral der Linken. Ihr verherrlichter Sozialismus ist in Wahrheit eine Mischung aus Neid und Hass auf den Erfolg des Kapitalismus der USA, gleichgültig, was die betroffenen Menschen davon halten.

Die USA gilt für Sozialisten (die des nationalen sowie des internationalen Sozialismus) seit knapp 100 Jahren als das symbolische Ziel schlechthin für ihren Hass. Lieber unterstützen sie menschenverachtende Diktaturen wie in den vergangenen Jahrzehnten in Asien oder heute im Iran, Hauptsache diese wenden sich gegen die USA. „Der Feind meines Feindes ist mein Freund”. Die eigene Unzufriedenheit auf andere zu projizieren, den Hass auf andere als Grundlage künftiger Zusammenarbeit mit allen Unzufriedenen der Welt zu machen, das führt zwangsläufig in ein diabolisches Reich der Unterdrückung. Nicht Präsident Trump sollte das Ziel von Empörung sein, sondern die zerstörerische Kraft des Sozialismus in all seinen Ausprägungen, sie sollte als Fratze des Hasses ein für allemal geächtet werden.

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Kleiner Nachtrag, muss der Ehrlichkeit wegen erwähnt werden: Ja, tatsächlich war ich früher mal stramm links, sollte man gar nicht meinen, nicht wahr? Kann ich selber kaum glauben. Schon mehrmals schrieb ich, dass mir die eigene Person von früher heute wie ein fremder Mensch vorkommt. Nicht nur äußerlich, das wäre ja klar, sondern halt auch innerlich. Geistig und seelisch gleichermaßen.