Wer bestimmt über unsere Zeit?

Gleich ist’s 21 Uhr. Glaube ich. Heute Morgen begrüßte ich den Tag um 16 oder 17 Uhr. Überall in meiner Wohnung zeigen automatische Uhren die Zeit an, 3 haben allerdings versagt. Ein digitaler Funk-Wecker, eine Quarzuhr und eine der WLAN-Uhren.

Insgesamt habe ich etwa 2 Dutzend Uhren – insgesamt, ich meine: Alle. 24 Uhren klingt nämlich ansonsten arg übertrieben, doch zähle mal deine Uhren nach, du wirst staunen, wie viele es sind. Inklusive Computer, Laptop, ggf. Tablet, Smartphone (auch alte in der Schublade liegend oder so), Armbanduhr, Kaffeemaschine, Wetterstation, Radio oder sonstige Mini-Geräte mit eingebauten Uhren – da kommen schon einige zusammen.

Die Quarzuhr musste ich also vorstellen, das war klar. Bei der WLAN-Uhr staunte ich nicht schlecht, denn 2 dieser Uhren holen ihr Zeitsignal um 3 Uhr nachts, eine aber tatsächlich um 22 Uhr eines jeden Tages. Bei ihr lässt sich diese Zeit auch nicht verändern, ist ein 3-Euro-China-WLAN-Uhrwerk. Sie hatte ich dann durch Ziehen des Stromsteckers neu gestartet. Alles okay. Bis hierhin gab es also eigentlich kaum lästige Umstände wegen der Zeitumstellung. Aber der Funkwecker. Der stellte sich nach seinem Neustart immer wieder auf Dienstag, den 1. Januar 2002, auf Mitternacht ein – mit anderen Worten: Zeitabgleich gescheitert. Neustart = dasselbe. Dabei holt er sich jede Nacht ein Mal die aktuelle Zeit und zeigt auch an, dass diese Abgleiche gelungen sind (bei einem Fehlversuch verschwindet das Antennen-Symbol im Display).

Egal wo ich ihn im Schlafzimmer aufstellte, immerzu kam’s zu einem Fehlversuch. Ich versuchte es im Küchenerker, da funktionierte er. Nun ist es aber so, dass er keine Batterien besitzt, sondern Batterieadapter, das heißt, nach einem erfolgreichen Zeitabgleich in der Küche musste ich ihn vom Strom nehmen und im Schlafzimmer erneut anschließen. Und da versagte er seltsamerweise. Sein Kollege, der analoge Funk-Wecker, der neben ihm steht, funktionierte nach wie vor einwandfrei. Auch die analoge Funk-Wanduhr geht richtig, und noch eine am anderen Ende des Schlafzimmers.

Jetzt erkläre mir das mal jemand. Bis gestern funktionierte er so gut wie die anderen Uhren. Nach der Zeitumstellung wollte er nicht mehr. Grundsätzlich ist nichts defekt, weil er in der Küche ja tadellos arbeitet. Innerhalb eines Tages hat sich die Funk-Qualität ja nicht derart verschlechtert. Außerdem müssten die anderen insgesamt 3 Funk-Uhren im Schlafzimmer in diesem Fall ja ebenfalls Empfangsprobleme zeigen.

Charakterlich kann ich so etwas, solch ein dummes Versagen partout nicht leiden. Somit fiel mein gemütliches Frühstück (eigentlich nur zwei „lecker Tässchen Kaffee”) im Küchenerker aus und ich versuchte über 2 Stunden andauernd Neustarts des Weckers. Nach dem vielleicht 30sten Versuch klappte es endlich, er fand die richtige Zeit. Da war es aber schon dunkel draußen und mein nachgeholtes Frühstück musste ohne Unterhaltung der Enten vor dem Fenster auskommen.

Quintessenz: Trotz modernster Technik hat die Zeitumstellung abermals einen Verlust von Lebensqualität nach sich gezogen. Natürlich magst du da lachen, und es stimmt auch, dass es nichts Weltbewegendes ist, aber wozu werden diese kleinen Nadelstiche den Leuten denn in die Hintern gepieskt? Muss das sein? Ist es ein unabänderliches Schicksal? Es gibt keinen Sinn für die Zeitumstellung, nichts Positives bewirkt sie. Das weiß man mittlerweile seit Jahrzehnten. Das EU-Parlament hat sogar mit großer Mehrheit die Abschaffung der Zeitumstellung beschlossen – nur hat dieses Parlament leider nichts zu sagen, die Kommission, die eigentliche EU-Regierung, weigert sich bis heute beharrlich, den Beschluss umzusetzen. Warum? Welche Lobby, also WER profitiert von der Zeitumstellung? Es muss da schließlich jemanden geben, andernfalls bliebe nur der Grund eines absichtlichen Piesackens der Bevölkerung übrig. Und das ist eher unwahrscheinlich. Also wer bestimmt im Hintergrund über unsere Zeit?*

_____

* Für die Nachplapperer der Mainstreammedien: Nein, der Grund fürs Nichtstun der EU-Kommission liegt nicht darin begründet, dass die EU-Staaten sich uneins sind, ob künftig die Sommer- oder die Winterzeit gelten soll, und dass die EU deshalb einen „Flickenteppich“ unterschiedlicher Zeitzonen vermeiden will. Den will natürlich niemand. Das ist aber nur eine dümmliche Ausrede, denn genauso wie das Parlament über die grundsätzliche Abschaffung der Umstellung entscheiden konnte, kann es auch über die künftige Standardzeit entscheiden. Man muss das Parlament nur darüber abstimmen lassen WOLLEN.

Auch wird manipuliv im Mainstream berichtet, dass es die Zeitumstellung in Deutschland bereits seit 1916 geben würde. Wir sollen also denken, es wäre ein alter Hut, der sich über ein Jahrhundert eingebürgert hat (es gibt mehr ungebildete Leute als man denkt). Die damalige Umstellung galt aber nur 2 Jahre lang bis 1918. Dann wurde sie wieder als unsinnig abgeschafft. Erst seit 1980 gilt sie erneut, weil die EWG, der EU-Vorläufer, sie eingeführt hatte. Die EWG WOLLTE es so.

Ebenso ist das Argument der Energieersparnis, das sich bis heute hartnäckig hält, längst widerlegt worden. Daraus wird in einigen EU-freundlichen Medien dann der Begriff, dieses Argument sei „umstritten“. Umstritten ist aber gar nichts, außer dass einige Hansel die Zeitumstellung partout nicht abschaffen WOLLEN.

Die EU hat überhaupt keine Probleme damit, verpflichtende Verordnungen einzuführen. Nur in diesem Fall missachtet sie den Willen der EU-Bürger und sogar den Beschluss des eigenen Parlaments. Sehr demokratisch, nicht wahr? Daher ist die Frage nach dem Warum absolut berechtigt und man sollte die dämlichen Ausflüchte nicht wie ein Papagei wiederholen, nur weil’s in der Zeitung steht.