Zeitmaschine

Letzte Nacht machte ich einen Zufallsfund bei YouTube. Einen knapp halbstündigen Farbfilm über junge Soldaten der deutschen Luftwaffe von 1939. In Farbe ist so etwas äußerst selten.

Und genau das ist auch das Besondere an diesem Video: Normalerweise bleiben die Personen auf historischen Aufnahmen fremd. Sie gleichen anonymen Menschen, gezeichnet in schwarz-weiß. Man nimmt sie wahr, registriert sie als Faktum, viel mehr aber nicht. In Farbe hingegen wecken sie Emotionen, sie werden zu Menschen des eigenen Alltags. Man bekommt den Eindruck, ihnen jederzeit begegnen zu können.

So empfand ich das Video jedenfalls. Ich glaubte sie alle schon selber getroffen zu haben. Jeder einzelne von ihnen kommt einem irgendwie bekannt vor. Die Farbe löscht die 87 Jahre zwischen ihnen und dem Heute komplett aus. Hinzu gesellt sich noch der Umstand, dass ein Soldatenleben zu allen Zeiten und überall auf der Erde im Wesentlichen gleich aussieht. Ziehe im Geiste die technische Entwicklung der Umgebung ab, dann erkennst du kaum einen Unterschied zu jüngeren Aufnahmen der NVA oder der Bundeswehr. Und da die Tafeln mit den Zwischentiteln in diesem Stummfilm in Sütterlin-Schrift heute nur noch per Untertitel flüssig lesbar sind, könnten die Aufnahmen auch aus diversen anderen Ländern der Erde stammen. England, Frankreich, Norwegen, den USA – überall phänotypisch die gleichen jungen Männer. Hier sind es aber eben völlig unpolitische Deutsche ohne jede Nazi-Propaganda.

Die Jungens im Film sind deine und meine Väter, Großväter, Urgroßväter oder sogar Ururgroßväter. Dieser ganz besondere Einblick in die Geschichte ist dann tatsächlich so etwas wie der faszinierende Blick in eine Zeitmaschine:

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4 Kommentare zu „Zeitmaschine

  1. Dennoch ist es mir lieber einer versucht was. Sheridan hat so viele gute Serien produziert, da sind die paar Flops vernachlässigbar.

  2. Dir fehlt wohl eine gute neue Serie?
    Gerade „The Madison “ zu Ende geschaut, sehr gut. Michelle Pfeiffer in ihrer bisher besten Rolle. Hoffentlich geht es da noch weiter! Die 9 von 10 Georgpunkten sind verdient.
    Dann die ersten Folgen von den „Marshals“ gesehen, auch aus dem Hause Sheridan. Hm, ja, kann man sehen, holt uns aber nicht wirklich ab.

    1. „The Madison“: Ja, einfach nur klasse! Und bei „Marshalls“ stimme ich dir ebenfalls zu: Bis jetzt in jeder Episode nur wilde Schießereien. Eine selten dämliche Serie, bei der ich wette, dass Sheridan selber nichts mit den Drehbüchern zu tun hatte – halt eine Serie hauptsächlich wohl für die männliche Unterschicht, die sich aber gut verkaufen lässt.

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