Orbáns Niederlage stärkt die korrupte EU

Tja, Victor Orbán hat die Wahl in Ungarn verloren, der EU-hörige Péter Magyar wird neuer Regierungschef. Van der Leyen, Macron und Merz haben ihm bereits überschwänglich gratuliert, ist doch nun der Weg für die neuen Russland-Sanktionen, für 90 Milliarden Euro an die Ukraine sowie für den Einfluss der EU auf das Regierungshandeln in Ungarn endlich frei. Eine EU-Reform oder gar ein Neuaufbau der EU wurde damit ebenso unmöglich gemacht wie die Bewahrung von Ungarns Eigenständigkeit. Zwar wird sich in der nahen Zukunft vieles in der EU verändern, doch die Macht als undemokratische Zentralregierung verstärkt sich sogar noch.

Wie gut, dass ich kein Geld für eine Auswanderung besitze, denn hätte ich Ungarn als Ziel gewählt, wäre ich heute depressiv. In wenigen Jahren wird dort kaum noch ein Unterschied zu Deutschland auszumachen sein. Politisch, meine ich. Also wenn auswandern, dann (hey, Elon, here I am) auf den Mars.

Wir sehen heute an Großbritannien und Frankreich, was in Deutschland noch ansteht. Bevor es wieder besser werden wird, was zweifellos geschieht, geht’s aber erst mal noch ein paar Stockwerke hinab im sozialistischen bunten Fahrstuhl von links-grün-woke. Und ob die AfD dessen rasante Abwärtsfahrt noch irgendwie gegen alle Widerstände wird aufhalten können, ist mehr als fraglich. Ich glaube es jedenfalls nicht mehr und sehe überdies keine konservative oder liberale politische Kraft, die in Deutschland und in der EU für eine Neuausrichtung der Politik infrage käme. Der Zug für Reformen ist mit Orbáns Niederlage endgültig abgefahren.

Alle Zeichen stehen jetzt mehr denn je auf Krieg – entweder einen äußeren, den Osteuropa mit Russland provozieren wird, oder einen Bürgerkrieg im Inneren. Das politische Europa gleicht immer mehr dem Europa unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg. In beiden Kriegsfällen, dem inneren oder äußeren, müsste für einen Neuanfang die EU ihn aber verlieren. Das würde sie allerdings bis zum bitteren Ende nicht einsehen. Daher lege ich mich heute fest: In den nächsten 10 Jahren wird es ziemlich ungemütlich in Europa werden.

Inneres Ich: „Wie gut, dass deine Prognosen sich in der Vergangenheit meistens als falsch herausgestellt hatten.”

Ja, gut, nicht wahr? Die Hoffnung stirbt bekanntlich erst ganz zuletzt. Und eine andere Lebensweisheit ist ebenso gewiss: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Was dann für alle Richtungen gilt – es könnte also auch noch sehr viel schlimmer kommen.

9 Kommentare zu „Orbáns Niederlage stärkt die korrupte EU

  1. @Barbara, @Rika: Tja, die EU ist unreformierbar wie die Rundfunkgebühren, allerdings mit dem Unterschied, dass sie für alle EU-Bürger sehr viel teurer wird. Sie hängt an uns wie eine Klette, von der sich wahrscheinlich niemand mehr wird befreien können. Schlimm, dass sie von Jahr zu Jahr immer weiter ins Leben hineinregiert, dass sie Kritik bestrafen und Wohlverhalten belohnen kann (China). So lange Politiker, Funktionäre und Journalisten sich direkt oder indirekt von ihr kaufen lassen, ist jede Hoffnung auf die persönliche Freiheit des Handelns, auf ein selbstbestimmtes Leben, so wabernd und fragil wie eine Seifenblase. Ungarn: Paff, wieder ist eine geplatzt.

  2. „Daher lege ich mich heute fest: In den nächsten 10 Jahren wird es ziemlich ungemütlich in Europa werden.“ Die Sorge teile ich, ist es doch heute schon vorbei mit der Gemütlichkeit und dem Jubel, an den inneren EU-Grenzen freie Fahrt zu haben und überall mit Euro bezahlen zu können… das waren nämlich, ich muss e schamhaft bekennen, ganz wesentliche Gründe für die EU-Begeisterung…. Freiheit ohne Ende! Und das, obwohl ich gar nicht so viel Gebrauch von Reise- und Eurofreiheit gemacht habe.
    Meine Begeisterung ließ spürbar nach durch den Irrsinn bürokratischen Missbrauchs … wieso muss man es EU-weit ausschreiben, wenn in meinem Dorf eine Straße mit einer neuen Decke versehen werden soll, um nur das verrückteste Ansinnen zu benennen, was mir über den Weg gelaufen ist. Röschen, die in unserem Nachbardorf eine Zeit lang gewohnt hat, ist das i-Tüpfelchen des Missmuts, der mich angesichts der überbordenden Bürokratie befallen hat.
    Und so gerne ich ja noch das Aufwachsen meiner Enkel erleben würde, die Idee, mit meinen 76 Jahren schon dicht an die Schwelle zur Ewigkeit gerückt zu sein und so dem prognostizierten Schrecken entgehen zu können, hat auch etwas Tröstliches.

  3. Bleib mal entspannt. Erstmal schauen, ob er ne 2/3 Mehrheit erreicht hat. Falls nicht, ist er nicht in der Lage, das Land auf links zu krempeln. Enttäuscht bin ich auch. Aber ich sehe es nicht ganz so schwarz. Außerdem ist Magyar auch ein Konservativer. Was mir viel mehr Sorgen bereitet ist, dass er keinerlei Regierungserfahrung hat und seine „Mannschaft“ auch nicht gerade durch Expertise glänzt. Aber es sind ja nur ein paar Jahre bis zur nächsten Wahl. Und die Ungarn sind ein sehr widerstandsfähiges Volk. Die haben die Osmanen überstanden, die haben die Sowjets überstanden… einen Frauenschläger (und das im echten Leben… nicht „virtuell“) werden sie auch wegstecken. Und Orbán ist nach dem kurzen Zwischenspiel von Gyurcsány auch zurückgekommen (stärker als zuvor).

    1. Magyar hätte innerparteilich die Auseinandersetzung mit Orbán führen sollen. Das wäre normal gewesen. Es hätte ihm vielleicht ein paar Jahre gekostet, bis er Orbán hätte als Nachfolger ablösen können. Da ich wenig über Magyar weiß, kenne ich natürlich seine Gründe für den Parteiaustritt und die Neugründung einer eigenen Partei nicht wirklich. Jedenfalls ist das charakterlich schwach und zeugt davon, dass er als Anführer eigentlich nicht taugt. Er umgeht Auseinandersetzungen, er scheint Probleme lieber zu umschiffen, als sich ihnen zu stellen.

      Weiterhin hätte jedem, der ihn gewählt hat, klar sein müssen, dass aus dem Stand eine neue Partei niemals diesen Erfolg hätte erzielen können, wenn ihr nicht von mächtigen Interessen aus der EU (und Ungarn) heraus geholfen worden wäre. Magyar hat sich von der EU kaufen lassen, daran hege ich nicht den geringsten Zweifel. Das ist der zweite Grund, der ihn als Regierungschef für die Ungarn eigentlich hätte disqualifizieren müssen.

      Drittens hätte mich als Wähler arg skeptisch gemacht, dass ein einzelner Mensch, auf einer Welle der Sympathie getragen, es so weit gebracht hatte, denn die kurzfristig vom Zeitgeist profitierenden Machthaber in der Geschichte, hatten es allesamt nie gut mit der eigenen Bevölkerung gemeint und führten eigentlich ihre Länder immer in irgendwelche Katastrophen. Bei allem Positiven, so ist Ungarn aber auch ein ziemlich korruptes Land. Ich weiß nicht, wer dort die Fäden in der Hand hält, an denen Magyar hängt. Dass er sich bei diesen Puppenspielern aber nicht wird durchsetzen können, liegt, finde ich, auf der Hand, da er sich ja nicht mal innerparteilich Orbán hat stellen können.

      Langfristig betrachtet, da stimme ich dir natürlich zu, was die Ungarn als Volk betrifft. Sie haben tatsächlich eine Menge überstanden und werden diese Marionette auch überstehen. Doch zu welchem Preis und in welcher Zeit, das werden die Fragen der Zukunft sein. Und wenn sie ihn überstanden haben und er wieder von der politischen Bühne verschwunden sein wird, wie sieht dann das Land aus? Ich meine, die Strukturen der EU sind ja bereits dermaßen umfangreich, dass Korruption und gegenseitige Abhängigkeiten vieler wichtiger Menschen in Entscheidungs-Funktionen aller EU-Länder eine Loslösung von oder eine Eigenständigkeit außerhalb der EU unmöglich machen. Gefangen wie eine Fliege im Netz der Spinne. Die EU hat vom Brexit gelernt, ein zweites Mal lässt sie so etwas nicht mehr zu. Sogar in der neutralen Schweiz hat die EU ihren Einfluss dermaßen ausgebreitet, dass die künftige Volksabstimmung nun wahrscheinlich (ist noch nicht ganz sicher) in 3 Abstimmungen aufgeteilt wird, damit die Schweizer Bevölkerung nicht merkt, über was sie da eigentlich abstimmt, und es ganz harmlos Schritt für Schritt zur Mitgliedschaft der Schweiz in der EU kommt.

      Die EU generiert Geld ohne Ende, „whatever it takes“. Sie sitzt am Hahn und verteilt es. Alle anderen haben zu wenig eigenes Geld und daher Schulden. Wer sich aber über Gebühr verschuldet, begibt sich in lebenslange Abhängigkeit gegenüber dem Gläubiger. Was glaubst du, wird in den nächsten Jahren geschehen? Magyar wird Wohltaten unters Volk bringen, wird allen etwas geben, wird Wohlstand damit steigern, so dass es kein Zurück mehr gibt. Und von wem stammt das Geld? Von der EU, die damit in wenigen Jahren Ungarn endgültig im Sack haben wird. Das ist kein Schwarzsehen, es ist Realität.

      Hachja *alumützchen_zurechtschieb* 🙂

      1. Mein Aluhut ist viel größer als wie Deiner! 😉😁

        Habe meine eigene Verschwörungstheorie (und mit meiner Frau um eine Jahresportion Pistazieneis bei unserer Lieblings-Eisdiele gewettet). Vielleicht erleben wir noch eine echte Überraschung, die den Widerlingen überall ihr gehässiges Grinsen im Gesicht gefrieren lässt. Ich behalte das aber noch für mich…

        Was den Anfang Deiner Antwort betrifft: Magyar hätte quasi keine Chance gehabt, innerhalb der Partei Orbán zu beerben. So wie z.B. in der CDU niemand die Chance gehabt hätte, Helmut Kohl oder Angela Merkel zu beerben. Für ihn war es konsequent, die Fidez zu verlassen und was eigenes zu machen.

        Was so manchen (auch mich halt) zum Grübeln bringt ist, wie überzeugend er die Wahl gewonnen hat und wie unspektakulär und staatsmännisch (einfach gut erzogen) Orbán darauf reagiert hat. Da könnte man schon auf komische Gedanken kommen.

        1. Von unterm Aluhut aus betrachtet … also ich muss schon sagen … diese Gedanken hatte ich selber noch nicht, was aber nichts heißt, ich meine, in diese Richtung zu denken, das hat etwas. Jetzt haste mich infiziert damit!

          Und eines dürfte eigentlich auch klar sein: Die USA, Orbán und wer weiß, wer sonst noch, haben sich garantiert schon sehr lange darüber Gedanken gemacht, wie und was Plan B sein bzw. aussehen könnte. Dann würde in naher Zukunft das Handeln von Magyar entsprechend überraschend ausfallen. Allerdings wird sich die EU sicher genauso lange Strategien für einen Fall X ausgedacht haben und entsprechende Leute instruiert bzw. in Position gebracht haben. Auch das wird sich durch zukünftiges Handeln von Magyar dann zeigen.

          Man sollte vielleicht auch verfolgen, was mit den in Aussicht gestellten Dollars (wirtschaftlich enge Zusammenarbeit, hört sich besser an) nun geschehen wird, die ja angeblich nur im Falle von Orbáns Wahlsieg geleistet werden sollte. Ich selber bin ja viel zu naiv und gutgläubig, als dass ich mir „fiese Um-Die-Ecke-Strategien“ vorstellen könnte – aber wenn du nun schon in diverse Richtungen weist … ich meine, da steckt durchaus eine Menge Pulver für mehr als nur eine Jahres-Eisbombe drin 🙂

          Es bleibt spannend in der nächsten Zeit. Jetzt bin ich aber dermaßen angesteckt, dass ich wohl alles, was zukünftig geschehen wird, immer vollautomatisch unter diesem Aluhut-Aspekt betrachten werde 🙂

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