Noch bin ich nicht ganz fertig mit der Widget-Bastelei 🙂 Heute kommen noch ein paar Änderungen von anderen älteren Widgets hinzu. Wie zum Beispiel letzte Nacht das Widget: „Raus aus der NATO”.
Inneres Ich: „O mein Gott, wie kann man nur eine solche Meinung vertreten?”
Sie hatte ich schon mehrmals hier im Tagebuch begründet. Vielleicht suche ich mal danach, dann brauche ich das nicht schon wieder bzw. nochmal zu schreiben und kann diesen Eintrag dann einfach als Link für das neue Widget verwenden. Das aber erst später in den nächsten Tagen oder so – denn ich finde tatsächlich keinen Link von Personen, die diese Ansicht ebenfalls vertreten, ansonsten aber vernünftige Zeitgenossen sind (oder zu sein scheinen).
Es gibt zwar das „BSW”, das „Bündnis Sahra Wagenknecht”, das, wenn man googelt, diese Meinung als Partei-Programmpunkt vertritt bzw. vertreten soll. Man findet aber ausschließlich Informationen darüber von anderen, also was andere (Medien und Politiker) darüber behaupten, zu wissen. Genauso wie Frau Wagenknecht immerzu mit dieser Forderung zitiert wird aber nichts von ihr selber auf ihrem YouTube-Kanal zu finden ist, in dem sie eindeutig unmissverständlich Stellung bezieht, und was ich dann für mein Widget verlinken könnte. Hierbei liegt die Betonung auf „eindeutig”, aufs klar und deutlich Gesagte. Du findest tatsächlich nur ein Drumherumreden in typischer Politikersprache, was dieses Nein zur NATO zwar nahelegt, jedoch nicht klipp und klar benennt. Natürlich gibt es genug Spinner, vor allen Dingen aus der Linkspartei, die lauthals „Raus aus der NATO!” schreien, sie sind aber für mich keine ernstzunehmenden Gesellen. Deshalb nun also konnte ich das alte und das neue Widget noch nicht mit fremden Meinungen verlinken. Es nun selber zu formulieren und zu argumentieren, würde viel zu viel Arbeit im Moment bedeuten – wie gesagt, ggf. für „die Tage mal”, nicht aber für jetzt, für meine kreative Widet-Bastel-Phase.
Welcher Aufwand gerade wieder als Rechtfertigungs-Orgie, nicht wahr? Dabei wollte ich nur kurz von den Gedanken und visuellen Vorstellungen bei der Erstellung des neuen Widgets erzählen. Also:
Zuerst springt ins Auge der Gegensatz. Im Hinterkopf schwingt natürlich die alte Geschichte vom „Kalten Krieg” mit. Wenn man in dieser Zeit aufgewachsen ist, wie ich, dann verliert man sie ja nicht so ohne Weiteres. Obwohl die NATO heute einer vollkommen anderen Zielsetzung nachkommt. Und zwar weg von der reinen Werte-Verteidigung hin zu einem Machtinstrument der Durchsetzung westlicher Werte. Das ist einerseits völlig in Ordnung – und die Frage ließe sich auch diskutieren, ob es „eigentlich” nicht schon immer so war, also selbst zu Zeiten des „Kalten Krieges” – andererseits besteht die Welt heute nicht mehr aus zwei gegeneinander strebenden Blöcken von Kapitalismus und Kommunismus, sondern der Kapitalismus (den ich selbstverständlich befürworte, da er der menschlichen Natur entspricht) hat sich weltweit durchgesetzt und die verschiedenen Interessen sind unüberschaubar geworden. Heute sind es konkurrierende Lager, die sich um die Vorherrschaft streiten. Das, der Streit, ist ebenfalls in Ordnung (ein Wettstreit ist ja gerade der Sinn von freien Gesellschaften und wirtschaftlichem Handeln), so lange es einigermaßen fair dabei bleibt. Wobei die Fairness auch ein dehnbarer Begriff ist, schon klar, ein Konkurrenzkampf bewegt sich immer an seinen Grenzen. Doch sobald Unschuldige dabei zu Schaden kommen, ist die Grenze des Akzeptablen überschritten worden. Und militärische Auseinandersetzungen als „verlängerte Arme” bzw. als Interessenvertretungen der mächtigen Mitspieler sind inakzeptabel. Heute gibt es eben keine zwei Gegenspieler mehr, sondern andere mächtig gewordene Nationen haben ebenfalls am „Pokertisch” des globalen Kapitalismus Platz genommen. Jetzt wird das Militär also nicht mehr zur reinen Verteidigung genutzt, sondern alle Parteien nutzen es zur Durchsetzung der eigenen Ziele.
Deshalb besteht die Gefahr (und die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr hoch), dass die NATO künftig beispielsweise in einen Konflikt in und um China eingesetzt werden wird. Das bedeutet, dass wir in einen wahrhaftig fremden Krieg mit hineingezogen werden, obwohl wir mit beiden Kriegsparteien eigentlich freundschaftlich verbunden sind. Die NATO zwingt ihre Mitglieder, ohne dass diese Länder selber nachdenken dürfen, geschweige denn entscheiden können, in welche Kriege sie zukünftig ziehen wird. Deshalb gibt es für mich nur das Nein zu dieser NATO. Die Kosten von Hunderttausende oder gar mehr Leben sind zu hoch. Kein Mensch kann diese Verantwortung tragen.
Rein gar nichts hätte ich gegen ein pures Verteidigungsbündnis einzuwenden – ein thematisch weites Feld, denn es braucht in Gesellschaften die Polizei, sonst bleiben die Leute nicht friedlich oder zivilisiert bei ihren Auseinandersetzungen – doch wie die Polizei im Inneren Deutschlands auch nicht als Machtinstrument für politische Interessen einer herrschenden Klasse missbraucht werden darf, so gilt dasselbe für das ehemalige Verteidigungsbündnis NATO. Da es kein internationales Grundgesetz gibt, das eben wie im Inneren unseres Landes einen Polizei-Missbrauch verhindert, kann man nur den Austritt aus diesem NATO-Bündnis fordern. Innerhalb der NATO gehen wir in Richtung Krieg, der dann allerdings ganz anders und viel verheerender ausfallen wird als in der Ukraine oder im Iran. Die NATO wird uns in den 3. Weltkrieg treiben.
Um wieder zum Widget zu kommen: Genau das, den Zwang, den sollen die beiden eckigen und daher agressiv wirkenden Zangen verdeutlichen, die sich um die Welt legen, der ovale Kreis hingegen, er soll visuell eine Art Schutzschild darstellen. Der Rest ist eindeutig, finde ich. Quintessenz: Selbst bei all diesen winzigen Widgets der vergangenen Tage steckt immer ein wenig mehr dahinter als bloße grafische Designanpassungen innerhalb eines ganz bestimmten vorgegebenen Rahmens. Es sind Versuche, etwas klein und möglichst kurz und knapp zum Ausdruck zu bringen, so dass es auf dem ersten Blick visuell verstanden wird – ob mir das gelingt, sei mal dahingestellt, es ist aber mein stetes Ziel, mit den bescheidenen Ausdrucksmitteln, die mir zur Verfügung stehen, mich in diese Richtung zu bewegen. Das erklärt dann auch, weshalb die Entwicklung hin zu dem Mini-NATO-Bildchen (nicht die Erstellung, ich meine die Entwicklung) gleich mehrere Stunden benötigt hat.