Über die Wespen im Küchenerker schrieb ich letztens ja schon. Heute nun hat mich eine Verwandte von ihnen besucht, eine Biene. Im Verhalten zeigte sie einen Unterschied wie zwischen Tag und Nacht.
Die Biene verirrte sich ebenfalls in die Küche. Während die Wespen hektisch und aggressiv mehr oder weniger ruckartig abgehackt, also in Haken der Richtungsänderungen, umherfliegen, bei denen man ihre Desorientierung sogar als ein Nicht-Wespen-Wesen klar erkennen kann, summte die Biene recht langsam in einem großen Kreis durch die Küche, verengte den Radius, um meinen Schädel aus der Nähe zu begutachten, steuerte zu den gelben Plastikblumen, die in einer kleinen Vase auf dem Küchentisch stehen, berührte nur kurz ein Kunststoffblatt, drehte nochmal einen kleinen Kreis um die Pseudoblume und wählte ohne jede erkennbare Hektik den Weg ihres Eingangs als Ausgang. Souverän flog sie zwischen dem auf Kipp stehenden ersten Fenster, hielt sich anschließend nicht im Zwischenraum der Doppelfenster auf (da, wo die von mir nicht getöteten Wespen wie in einem Irrgarten meist verenden) und flog schnurstracks zwischen dem zweiten Spalt des äußeren Fensters hinaus ins Freie. Das hatte eindeutig mit Intelligenz zu tun, auch wenn man das bei Tieren oder Insekten so nicht bewerten soll – der Unterschied zwischen dem Verhalten einer Wespe und dem der Biene war eklatant.
Weiter möchte ich gar nichts beurteilen. Es ist einfach eine kurze Schilderung von dem, was geschah. Dieselben Bedingungen, ein völlig anderes Ergebnis.