Kreativität, Ordnung, Sucht

Guten Morgen um 9 Uhr. Ein sommerlicher Pfingstmontag sollte dich und mich eigentlich fern vom Internet halten, doch zumindest bei mir bahnt sich das genaue Gegenteil an. Statt meiner gestrigen Erkenntnis Folge zu leisten und der digitalen Sucht eine klare Absage zu erteilen, spukt in meinem Kopf eine neue Idee.

Denn auf der rechten Seitenleiste des Tagebuchs (in der Smartphone-Ansicht unten) haben sich mittlerweile schon so viele Links angesammelt, dass ich sie als unübersichtlich wild empfinde. Nachdem ich die „Israel-Seite” eingerichtet hatte, frage ich mich nun, weshalb das nicht auch mit allen anderen Rubriken so ähnlich gemacht werden könnte. Also sagen wir mal, dass auf der Seitenleiste nur ein Bildchen als Überschrift erscheint, z.B. „LKW-Fahrten” oder „Bastel-Videos”, und wenn man darauf klickt öffnet eine Unterseite, in der die Links in einer Tabelle per jeweiligem Bild zum Anklicken erscheinen. Das ist technisch ohne Designabweichung problemlos umsetzbar, glaube ich.

Ich muss nur ausprobieren, ob und inwieweit das mit der Verkleinerung der Bilder bei der „responsiven Ansicht” funktioniert. Und ich müsste knapp ein Dutzend neue Überschriften-Bilder erstellen, was, wie ich mich kenne, wieder in sehr viel zeitfressende Arbeit ausarten wird. Mit anderen Worten:

Es wird eine kreativ-technische Herausforderung. Sollte mir das aber gelingen, so wie ich’s mir im Kopf vorstelle, dann könnte ich das mit allen anderen Links ebenfalls machen. Dazu brauche ich von sämtlichen verlinkten Webseiten winzige Screenshots, was allerdings noch mehr Arbeit wäre.

Zusammenfassend sage ich heute das exakte Gegenteil von gestern 🙂 Von Intelligenz will ich in diesem Zusammenhang gar nicht reden, aber ist es eventuell die Kreativität, die Lust am virtuellen Basteln, die mich somit die eigene Sucht verneinen lässt? So nach dem Motto der ehemaligen Zigarettenwerbung „Ich rauche gern”? Ist die Lust am kreativen Basteln eine Sucht?

Weil: Die Auswirkungen, sich ihr nicht hinzugeben, schließlich dieselben Entzugserscheinungen verursacht. Bei virtuellen Tätigkeiten findet so etwas im Kopf statt, ein nervöses Zittern, endlich damit zu beginnen. Die Gedanken verwandeln sich schon in Bilder. Beim Pfingstspaziergang und der Betrachtung beispielsweise einer Pflanze am Wegesrand erscheinen Grafiken vor dem inneren Auge, wie man diese Pflanze mit Text verbinden und in ein schönes anklickbares Bild verwandeln könnte. Ist das eine Erscheinungsform von Sucht?

Du und ich, wir sehen mal wieder: Nichts ist so einfach, um in Generalsätzen beschrieben werden zu können, alles ist immerzu viel komplexer als Grundsätze. Aber doch ist das Zusammenfassen von vielen bunten Dingen der Übersichtlichkeit des Lebens halber unser stetes Bemühen. Oder wie ich ganz unten im Footer des Tagebuchs Rainer Maria Rilke zitiere: „Wir ordnens. Es zerfällt. Wir ordnens wieder und zerfallen selbst.”

2 Kommentare zu „Kreativität, Ordnung, Sucht

  1. Gut, dass die Seite wieder funktioniert. Gestern ließ sie sich nicht mal mehr aufrufen.
    Warum denn nicht basteln, wenn da draußen doch eh nur das große gelbe Ungeheuer am machen ist.
    Ich bin auch in der Bude, mein Organismus ist noch mit Anpassen beschäftigt. Eine Ibu sollte mir den Tag hoffentlich gleich erträglicher machen.

    Ich komm‘ wieder vorbei!

    1. Das freut mich sehr, dass du wiederkommst!

      Bin gerade mit den ersten 4 fertig geworden. Dauerte knapp 5 Stunden, hat aber großen Spaß gemacht!!! Jetzt folgen noch weitere 6, wobei 2 viel mehr Arbeit machen, das dauert also bestimmt noch etwas.

      Bei den 4 jetzigen (Kunst, Reparatur, Fernverkehr und Nahverkehr 🙂 ) weiß ich nicht, ob die größeren Überschriften-Bilder noch verändert werden. Aber erst mal bin ich damit zufrieden. Das Trickige ist neben den Bildern die Tabellenbearbeitung. Beim Classic-Editor gibt’s da kaum Möglichkeiten, man muss für jeden Pixel immer manuell im Code eingreifen. Weil mir die alten Bilder gefielen und ich keine neuen machen wollte, ist es nun ein Kompromiss geworden, was die Ansicht auf einem Smartphone betrifft. Es geht, finde ich, auch wenn man dort nicht jeden Buchstaben entziffern kann.

      Jedenfalls entsteht in dieser Art und Weise eine Menge mehr Platz für neue Videos, ohne dass irgendetwas überfüllt und zu viel aussähe. Und andererseits wird die Seitenleiste erheblich schlanker und am Ende aufgeräumter (noch nicht, bald).

      Nunja, ich hoffe, es gefällt so weit 🙂

      Mach dir den Tag erträglich wie auch immer. Die Zeit, die uns noch bleibt, müssen wir nicht zur Zufriedenheit Anderer verbringen. Hauptsache, wir fühlen uns gut!

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