Sicherheit

Vorgestern hatte ich mithilfe der KI (Gemini) mein Tagebuch um 100 % sicherer gemacht. Es gibt jetzt endlich im Quelltext aller Tagebuchseiten keinen Hinweis mehr auf meinen Benutzernamen, den man nämlich neben dem Passwort zur Anmeldung benötigt und der dort technisch bedingt seit Jahr und Tag zu finden war. Ich habe einen neuen Benutzernamen angelegt, den alten gelöscht, dafür über 5.000 Einträge des alten und anderer Benutzer dem neuen zugeordnet und dem Quelltext für die Anzeige einen gesonderten wirkungslosen Namen zugewiesen. Man mag annehmen, dass dies wenig Arbeit gewesen sei oder mit ein paar schnellen Einstellungen erledigt worden wäre – weit gefehlt, denn die Änderungen stellten sich als viel hartnäckiger heraus, als ich anfangs dachte.

By the way:

Dass im Quelltext nach wie vor die Versionsnummer von WordPress steht, ist volle Absicht. Die hätte ich zwar kinderleicht ausblenden können, doch mit „Gemini” führte ich zu diesem Thema tatsächlich sogar eine kleinere Diskussion.

Einerseits ist jede detaillierte Angabe des benutzten Skriptes natürlich hilfreich für Hacker-Bots (diese Angriffsversuche fanden in den drei Jahren meiner WordPress-Einrichtung tatsächlich in Wellen schon mehrere Male erfolglos statt). Andererseits wirkt eine stets aktuell gehaltene Version sogar abschreckend auf genau diese Bots, da logischerweise bei aktuellen Skripten noch kaum Sicherheitslücken vorhanden sind. Die Bots „sehen” also die aktuelle Version und machen sich erst gar nicht die Mühe, ein solches Skript anzugreifen. Sie ziehen einfach zu Tausenden weiter zum nächsten ihrer Milliarden Ziele.

Würde ich hingegen eine alte Version benutzen, dann wäre das Verbergen der Versionsnummer wiederum nützlich, da alte Versionen wie ein Magnet auf vorhandene Sicherheitslücken aufmerksam machen – sie rufen förmlich danach: „Hierher! Ich bin alt und anfällig!”

Wobei wieder andererseits, und das bestätigte mir „Gemini” ausdrücklich, sei gerade das Verbergen der Versionsnummer für die angriffswillige KI ein Entscheidungskriterium für einen Angriff. Würde ich die Version also verbergen, dächte die Angreifer-KI, das Blog sei anfällig und machte sich darüber her. Verberge ich die aktuell gehaltene neue Version aber nicht, zieht sie weiter.

Schon lustig, nicht wahr? Man sollte sich in die Entscheidungsfindung eines Angreifers gewissermaßen hineindenken, um die beste Strategie für den eigenen Schutz zu finden. Und da KI-Bots ihre virtuelle Umwelt längst nicht mehr nur gradlinig rational bewerten, werden sie dem Menschen immer ähnlicher, so dass man für einen cleveren Schutz tatsächlich selber eine gehörige Portion krimineller Energie benötigt – zumindest gedanklich.

2 Kommentare zu „Sicherheit

  1. Was du alles kannst und verstehst, meine Bewunderung.
    Die KI gibt Antworten, ok. Aber auch das muss man erstmal umsetzen.

    Schönen Sonntag, lieber Georg.
    Hier hat es endlich mal kühleres Wetter. Zur Wochenmitte soll es nochmal kesseln, aber dann muss es das gewesen sein. Wir waren noch nicht einmal im Biergarten, bei der Hitze hält man es nur im Haus aus.

    1. Guten Morgen! 0:15 Uhr. Bin vorhin erst aufgestanden 😉
      Tjaaa, Wetter? Wie isses draußen denn so? Ich war 72 Stunden nicht mehr vor der Tür. Keine Sekunde Langeweile, genieße diese Faulzeit so lange es noch geht. Bald nicht mehr, Termine stehen an und ein lustiger Mini-Job, für den ich einmal pro Woche so um die 15 Kilometer radeln muss. Sportiv, nicht wahr? 🙂

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