Ein Tag im Leben des Georg

Guten Morgen um 22 Uhr. Und einen schönen Sonntag wünsche ich gleich auch schon mal 🙂 Meine Wenigkeit hat heute definitiv nichts zu sagen, ist aber definitiv gut gelaunt (oh, er schreibt von sich in der dritten Person. Das lässt tief blicken, nicht wahr). Negative Gedanken schiebt – also gut – schiebe ICH von mir weg, so dass ich sie weder sehe, noch höre (Vogel-Strauß-Mentalität), Positives genieße ich derweil ohne etwas zu hinterfragen (bewegungslose, an Völlerei erinnernde „Sachverhalte”) und mein Bewegungs- und Erfassungsradius besteht momentan maximal aus ein paar Metern rund ums Haus und der Nachbarschaft (Lebens-Blase eines individuellen Elfenbeinturms). Jaja, ich weiß: Man könnte, man sollte, man müsste – muss man wirklich? Nö, heute muss ich rein gar nichts. Bis morgen also in alter Frische. Gehab dich wohl im Hier und Jetzt.

Chaos-Schräubchen

Du suchst etwas Bestimmtes, von dem du weißt, dass du es hast, sogar wo es sich in der Wohnung befindet, du suchst und brauchst nur eine einzelne Schraube, eine kleine Schraube, um nicht zu sagen, eine winzige Schraube, solch ein Mini-Teil, das man im Normalfall nie braucht, mit dem im Computer Dinge aufs Board festgeschraubt werden, damit sie nicht wackeln, meist schwarze Schrauben, die Farbe ist aber egal, und du weißt von silberfarbenen, die sogar schon jahrelang in einem China-Päckchen im Schrank liegen, in einer Plastikdose mit 1.600 identischen anderen Schrauben und Muttern, Kollegen und Kolleginnen sozusagen, du brauchst aber nur die eine, willst das ganz schnell erledigen, ziehst den Sortierkasten, also eher das Plastikdöschen aus der Schublade, fragst dich noch, weshalb die Chinesen entweder Verpackungen fertigen, die man kaum verletzungsfrei öffnen kann oder solche schlabberigen und wabbeligen Plastikdosen, die man automatisch nicht böse anguckt, sondern sie liebevoll zärtlich in die Hände nimmt – während die Schrauben vor lauter Freude über endlich mal ausreichende Beachtung zu hüpfen und zu springen beginnen, so dass die Dose sich schlagartig selbsttätig öffnet und sämtliche 1.600 Mini-Schrauben und winzigen Mütterchen vor Begeisterung sich auf dem Fußboden tummeln bis hin in die kleinste Ritze zwischen Möbelfüßen, quer und großzügig im ganzen Raum verteilt, in Grüppchen munter unterm Schrank rollen und weiß der Geier, wo du in den kommenden Tagen noch einzelne Exemplare auf deren Entdeckungsreise aufspüren wirst.

Die nächste Stunde verbringe ich also kriechend auf dem Boden. Weitere Fragen hierzu? Nein? Gut dem Dinge. Und weitermachen.

Wartezeit

Heute wurden die Rauchmelder in den Wohnungen ausgetauscht. Alle 10 Jahre ist das Pflicht. Zwischen 13 und 16 Uhr war eine Firma angekündigt, die in gleich 3 nebeneinanderstehenden Häusern von den Mietern erwartet wurde. Um 14:30 Uhr war es dann soweit: 2 Minuten Arbeit, schon waren die jungen Männer wieder fort. Der halbe Freitag war somit für die meisten im Eimer. Für mich der ganze Freitag: Schon Donnerstag musste ich zeitig ins Bett und rechtzeitig parat stehen, um ja nicht den Termin zu verpassen. Ich hatte natürlich schlecht und zu wenig geschlafen, bin jetzt (15.20 Uhr) übermüdet und lege mich gleich noch etwas aufs Ohr. So ist das halt, geht allen alle 10 Jahre so, kann man nichts dran ändern.

Einen lustigen Nebeneffekt hatte dieser Massenaustausch dann aber doch: Vor dem Haus versammelte sich zeitweilig die Hausgemeinschaft vor Nachbars offenem Erdgeschoss-Küchenfenster und erlebte die Wartezeit wie in einem Steh-Café mit Getränken, Schwätzchen-Halten und Smalltalk mit Amazon- und DHL-Boten. Es hatte tatsächlich etwas von „Wir warten aufs Christkind” 🙂

Hitzewallungen

Mittag. Draußen sind’s 25 Grad, inner Hütte noch 28 Grad. Warum? Weil sämtliche 5 Fenster auf der Südseite liegen und die Sonne kräftig scheint, so dass die Fenster geschlossen und die Rollos heruntergezogen sind. Bis auf 2 Fenster, die auf Kipp stehen, da ich lieber auf kleiner Flamme köchele als in einer luftdichten Box oder im Backofen zu schmoren. Die Lufttemperatur draußen ist zwar immer die Schattentemperatur (sie ist im Schatten und in der Sonne identisch), doch die Strahlungstemperatur kann Gegenstände locker 10 oder sogar 20 Grad heißer werden lassen, die dann ihrerseits wie ein Kachelofen einen Raum aufheizen. Das wirkt im Winter und in den Zwischenzeiten des Jahres sehr angenehm. Also wird es heute drinnen erst ab dem Abend, wenn ich mindestens zwei voneinander weit entfernte Fenster auf Durchzug öffne, so richtig herrlich abkühlen. Ja, das hätte ich auch heute Morgen schon machen können, dann wäre es jetzt bei mir schön „kühl”, doch das habe ich im wortwörtlichen Sinne verpennt (während ich schlafe, öffne ich die Fenster nicht komplett wegen Erdgeschoss und so). Mein biologischer Schlaf-Wach-Rhythmus spinnt nämlich wieder einmal; ich schlafe seit ein paar Tagen tatsächlich nachts. Nein?! Doch! Ooh!