Verschwundene Musik

O wie schade, eines der drei Musikstücke, das hier (in der Desktopansicht) in der rechten Spalte drei Jahre lang verlinkt war, ist auf YouTube komplett verschwunden. Der wunderabre Cover-Song von Mitski Miyawaki, „Glide”, wurde gelöscht. Leider fand ich kein alternatives Video. Es gibt zwar noch das Original und ein paar andere Cover-Versionen, doch ihnen fehlt der für meine Begriffe wundersame Zauber, der nur dem nun verlorenen Song innewohnt. Klar, für mich selber hatte ich längst den Song als Video und als MP3-Datei gesichert, doch falls es Copyright-Gründe fürs Löschen auf YouTube gab, was ja wahrscheinlich ist, kann ich das Video nicht auf meinem eigenen YouTube-Kanal abermals hochladen. Also musst du leider – und jetzt kommt der „Weiterlesen-Link” 🙂 Weiterlesen

Lustig ist der Morgen

Wolfgang Herles über unseren Finanzminister Klingbeil heute Morgen bei NiUS: Ich dachte, ich höre nicht richtig. Jeder normale Mensch würde dafür heutzutage Strafe zahlen müssen, und trotzdem spricht Herr Herles den meisten Leuten im Lande, so auch mir natürlich, mit seinem wunderbaren Furor mitten aus dem Herzen. Hier kannst du ihn auf „X” ansehen. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, es aufzuschreiben: Weiterlesen

The same procedure as yesterday

Soll ich über Politik schreiben? Lieber nicht, was? Zudem wüsste ich gar nicht mehr, wo beginnen, mit was fortfahren und wo enden. Und wenn ich dann noch sagen würde, was ich denke, also in klaren Worten, nämlich wie irre ich das alles finde, dann würden mir die Meldestellen auf den Pelz rücken und früh morgens ihre Schergen schicken. Dann wäre Schluss mit Tagebuchschreiben am späten Abend um 11 Uhr vormittags.

Des weiteren hatte ich letzte Nacht gedacht (altes Reimschwein, nicht wahr?), mal etwas zur Meinungsvielfalt in einer Demokratie zu schreiben, kramte schon nette Star-Trek-Beispiele hervor, die Borg, um damit die generelle Schwäche von Kollektiven und deren Eine-Frau-Meinung (die Borg-Königin, eine Art Ur-Merkel) gegenüber dem Individualismus in seinem steten Wettstreit um die besten Ideen zu beschreiben, doch dann verlor ich mich quasi schriftlich in den Weiten dieser Thematik und versank mental vollends in Welten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Weiterlesen

Morgens, wenn die Welt …

Gleich ist’s 11 Uhr, so gegen 12 oder 13 Uhr werde ich ins Bettchen gehen. Ja, da staunst du, nicht wahr? Jetzt könnte ich natürlich sagen, das kommt von über 30-jähriger Nachtarbeit, stimmt aber nicht, denn die Nachtarbeit hatte ich von Anfang an gewählt, weil ich auch schon früher überwiegend nachts topfit war. Außerdem: Was, um alles in der Welt, sollte ich an verregneten, kalten und lärmenden Tagen denn vermissen? Vorhin war ich zwei Stunden draußen unterwegs, meine Güte, es waren nur schlecht gelaunte Menschen zu sehen. Und das war kein subjektiver Eindruck. Ich hätte Fotos von den Gesichtern gemacht, wenn das nicht verboten wäre, bei deren Anblick auch du augenblicklich den Kaffee aus gehabt hättest. Weiterlesen

Wer bestimmt über unsere Zeit?

Gleich ist’s 21 Uhr. Glaube ich. Heute Morgen begrüßte ich den Tag um 16 oder 17 Uhr. Überall in meiner Wohnung zeigen automatische Uhren die Zeit an, 3 haben allerdings versagt. Ein digitaler Funk-Wecker, eine Quarzuhr und eine der WLAN-Uhren.

Insgesamt habe ich etwa 2 Dutzend Uhren – insgesamt, ich meine: Alle. 24 Uhren klingt nämlich ansonsten arg übertrieben, doch zähle mal deine Uhren nach, du wirst staunen, wie viele es sind. Inklusive Computer, Laptop, ggf. Tablet, Smartphone (auch alte in der Schublade liegend oder so), Armbanduhr, Kaffeemaschine, Wetterstation, Radio oder sonstige Mini-Geräte mit eingebauten Uhren – da kommen schon einige zusammen.

Die Quarzuhr musste ich also vorstellen, das war klar. Bei der WLAN-Uhr staunte ich nicht schlecht, denn 2 dieser Uhren holen ihr Zeitsignal um 3 Uhr nachts, eine aber tatsächlich um 22 Uhr eines jeden Tages. Bei ihr lässt sich diese Zeit auch nicht verändern, ist ein 3-Euro-China-WLAN-Uhrwerk. Sie hatte ich dann durch Ziehen des Stromsteckers neu gestartet. Alles okay. Bis hierhin gab es also eigentlich kaum lästige Umstände wegen der Zeitumstellung. Aber der Funkwecker. Der stellte sich nach seinem Neustart immer wieder auf Dienstag, den 1. Januar 2002, auf Mitternacht ein – mit anderen Worten: Zeitabgleich gescheitert. Neustart = dasselbe. Dabei holt er sich jede Nacht ein Mal die aktuelle Zeit und zeigt auch an, dass diese Abgleiche gelungen sind (bei einem Fehlversuch verschwindet das Antennen-Symbol im Display). Weiterlesen

Staubmonster

Boah, der Staub inner Hütte – wie sagt man so schön? – bringt mich noch Mal ins Grab. Wo, um alles in der Welt, kommt der immer wieder her? Es ist ja nicht so, als ob ich ein Reinlichkeitsfanatiker wäre, schließlich teile ich die das Heim weder mit Hund noch Katze, nein, es ist einfach eine Frage des Lichts bzw. des Winkels, in dem es durch die Fenster einfällt. Das frühjahrs-schräg-scheinende Sonnenlicht ist dabei der Oberhammer: Jeder noch so winzige Krümel auf dem Boden baut sich schattenseitig als Staubmonster auf, vereinigt sich mit seinen Kollegen zur Armee einer entschlossenen kriegerischen Kameradschaft, die von unten her dräut, schnell die Hausschlappen anzuziehen, bevor die Socken krümelig zu piken beginnen.

Und erst die paar von Natur aus pechschwarzen Möbel! Sie verwandeln sich in grau-gescheckte neue Designerstücke, deren Avantgardismus jedem Möbelhaus zu radikal erschiene und die aus berechtigter Sorge, Otto und Lisa Normalverbraucher seien noch nicht bereit dafür, erst gar nicht in den Verkaufsbestand aufgenommen würden.

Als mentale Motivationshilfe fürs unausweichliche händische putzen, saugen und wischen empfehle ich das Aufdrehen der Soundanlage mit beispielsweise Suzi Quatros „48 Crash” oder „Can The Can”. Aber Vorsicht bei deinem virtuellen Mixtape: Sollte im Anschluss etwa ein Stehblues erklingen, beispielsweise „The Moody Blues”, dann war es definitiv das falsche Mixtape, denn schlagartig ist’s vorbei mit der Fleiß-Motivation.

Hunde, Katzen und das Bedürfnis nach Reinlichkeit

Hunde und Katzen gelten gemeinhin als die liebsten Haustiere. Warum ist das so? Diese Frage stellte sich mein Gehirn ohne erkennbaren Grund, als ich noch ziemlich verschlafen im Küchenerker am Tisch saß und an meinem ersten „lecker Tässchen Kaffee” nippte. Vielleicht war es ja die Frau, die kurz zuvor aus dem Fenster zu sehen war und die einen kleinen Hund an der Leine im Park ausführte oder die Entenfamilie, die auf der Hausterrasse direkt vor meinem Fenster umherwatschelte, die unterbewusst mein Gehirn veranlasst hatten, aus dem Energiesparmodus seines Ruhezustandes zu erwachen und mit leichten Dehnübungen die kopfseitige Durchblutung anzuregen. Die folgenden vielleicht 30 Minuten saß ich in der morgendlichen Stille am Tisch und überlegte nun also, welche Gründe für die Beliebtheit dieser beiden Tiergattungen sprechen könnten.

Dabei kam mir – wie gesagt, vollautomatisch gewissermaßen – sofort in den Sinn, dass es die Reinlichkeit der Hunde und Katzen sein könnte, die so sehr wertgeschätzt wird. Andere Gründe bzw. Verhaltensweisen, die hauptsächlich völlig willkürlich den Tieren zugeschrieben werden, schloss das Gehirn von Beginn seines Gedankengangs an bereits aus, als da wären so Sachen wie Treue, Verständnis, Partnerschaft oder Freundschaft. Das sind subjektiv vom jeweiligen Menschen projizierte Gefühle, die genauso auch einem Stofftier gelten könnten. Wobei es beispielsweise mit der Treue bei den Katzen sowieso eher weniger zutrifft, was deren Liebhaberinnen (ich glaube, Katzen werden überwiegend von Frauen geschätzt) meist dazu veranlasst, von der Treue als Eigenschaft auf deren Unabhängigkeit und Eigenständigkeit umzuschwenken, um diese Eigenschaften dann als besonders erstrebenswert zu würdigen.

Das Gehirn stellte daraufhin die Frage quasi als markierte Notiz für künftige Überlegungen, inwieweit Haustiere bei einem Menschen lediglich die eigenen Defizite als eine Art Lückenbüßer ausfüllen und man bei einer Antwort dieser Menschen auf die Frage, was sie an ihrem Haustier denn besonders schätzten, davon ausgehen kann, dass jede nun folgende Eigenschaft einer persönlichen Sehnsucht oder einer Lücke, einem Loch, einem Riss in der persönlichen kuschligen Lebensdecke entspricht. Jedenfalls dass es etwas ist, das einem selber fehlt. Nun, diese Notiz steht noch unbehandelt mit Rotstift an der Seite der heutigen Überlegungen.

Die Gedanken schwenkten also wieder zurück zur Reinlichkeit. Anders als die meisten Tiere hinterlassen Hunde und Katzen ihre Notdurft nicht wo sie gerade gehen und stehen, sondern beide sind sehr darauf bedacht, sie nach Möglichkeit außerhalb der heimischen Gefilde abzugeben. Das Katzenklo für Innen-Katzen ist hierbei eine clevere Erfindung, mit dessen Hilfe die Katze gut ihre Hinterlassenschaft vergraben kann. Ansonsten sind beide Tierarten bekanntlich sehr darauf bedacht, die eigene Wohnstatt sauber zu halten. Diese Eigenschaft entspricht dem menschlichen Reinlichkeitsbedürfnis perfekt. Vielleicht war genau das der Grund, weshalb bereits in Frühzeiten diesen Tieren letztlich als einzige Haustiere der Zutritt zu menschlichen Behausungen gestattet worden war. Ja, mein Gehirn entgegnete dem augenblicklich vorgebrachten Einwand des Inneren Ichs, dass doch gerade sogar zu Frühzeiten Mensch und Vieh sich einen Wohnbereich allein schon der Heizung wegen teilten, mit der lapidaren, ein wenig arrogant klingenden Antwort: „Aber doch nur in abgetrennten Bereichen eines Raumes. Hund und Katze hingegen durften von Anfang an sogar im Bett mit den Menschen kuscheln.“

Ist dieses Reinlichkeitsbedürfnis somit dem Menschen, dem Hund und der Katze gleichermaßen angeboren?

Es folgte abermals ein Einwand des Inneren Ichs, das, weil es sich vom Gehirn als zu Unrecht bildungsmäßig deplatziert fühlte, nun aus seiner fundierten Erfahrung aus weit mehr als einem halben Jahrhundert sprach und von Erlebnissen zu künden wusste, die den Menschen viel eher in einen abgetrennten Stall-Bereich eines Schweinepferchs verorten würden, als ihm eine instinktive Reinlichkeit zu attestieren. Im Kopf erschienen sodann etliche Bildbelege, die weit vor der Zeit der Erfindung von KI entstanden waren, und die in ihrer Menge als Gesamtheit jene Theorie einer angeborenen Reinlichkeit bei der Gattung Mensch eindrucksvoll wie ein einstürzendes Kartenhaus zunichte machte.

In Ermangelung empirischer Werte zur Untermauerung der Ursprungstheorie sowie angesichts der fortgeschrittenen Zeit, das zweite „lecker Tässchen Kaffee” ging bereits zur Neige, schloss mein Gehirn die morgendlichen Frühsport-Übungen mit dem provisorischen Resümee: „Dann ist es eben die menschliche Sehnsucht nach Reinlichkeit, die Hunde und Katzen in gewisser Weise erfüllen und die dem Menschen als nachahmungswürdig erscheinen. Hund und Katze als Vorbilder fürs Leben. Oder sogar: Hunde und Katzen haben vor Urzeiten dem Menschen die Reinlichkeit beschert.” Das wiederum ließ mich innerlich aufhorchen, entspricht dieser Gedanke doch haargenau den Aussagen vieler Hunde- und Katzenhalter, dass nämlich gar nicht sie es sind, die ihre liebgewonnenen tierischen Gefährten grundsätzlich bzw. im Allgemeinen erzogen haben, sondern umgekehrt.

Frühstück beendet. Es stehen weitere Fragen an. Etwa wie es zu bewerten ist, dass manche Menschen vehemente Gegner von Hunde und Katzen sind, um nicht zu sagen, sie regelrecht hassen. Wie steht es eigentlich um deren Reinlichkeit bzw. wie sieht es bei ihnen abseits der öffentlichen Augen aus, also neben dem Bildausschnitt oder hinter der Kamera der sozialen Medien?

To be continued …

15 Uhr vormittags …

Inneres Ich: „Es ist 3 Uhr am Nachmittag! Das nennst du also vormittags?”

Guck mal, liebe Leserin, lieber Leser, da befinde ich mich frühmorgens im Küchenerker am Tisch bei einem lecker Tässchen Kaffee, stehe erst kurz davor, mich ausgiebig zu recken und zu strecken, und schon ist das erste, was ich höre, ein vorwurfsvolles Nölen vom inneren Meckerhansel. Was soll man dazu weiter sagen?

Diese Woche findet eine Politik-Pause (der deutschen Politik) statt, ich meine, wenn man sich die Nachrichten täglich durchliest, dann hört man nicht mehr auf zu schreien. Ein Irrsinn jagt den nächsten. Wer kann die Politik in irgendeinem Bereich überhaupt noch ernst nehmen? Nur eines bleibt dabei in meinem Hinterkopf stets sichtbar: Die weitaus größte Mehrheit der Leute im Lande hat diese Politik gewählt. Nicht alle, wie es manchmal von einigen (wahrscheinlich aus Frust und anklagend) hervorgebracht wird, so doch eben eine deutliche Mehrheit. Und in einer Demokratie muss man Mehrheitsentscheidungen akzeptieren. Man muss (!), wenn man denn ein Demokrat sein will, sie bis zu einem gewissen Grad mittragen und sich damit identifizieren im Sinne von „wir” oder „unser Land” oder eben: Deutschland hat so entschieden, zu sein, wie und was es ist.

Wenn man böse sein will angesichts der „eigentlich” für jeden erkennbar dämlichen Wahlentscheidungen, dann kann man durchaus sagen, finde ich, dass die Menschen im Lande exakt das bekommen (und aller Voraussicht auch wieder bekommen werden), was sie bestellt haben. Weil es eben genau so ist. Dass man sich mit einer solchen Einstellung quasi außerhalb des Kreises der Gemeinschaft begibt, sich selber ausgrenzt und somit nicht mehr Teil der Demokratie ist (weil man deren Mehrheitsentscheidungen nicht mehr mitträgt), führt dann leider auch dazu, dass das Land ein Riesenproblem bekommt, denn es zerfällt. Es ist nicht viel anders als bei den Kirchen: Millionenfache Kirchenaustritte, weil sich niemand mehr mit ihnen und ihrem links-woken Gedöns identifizieren kann – die Kirchen werden damit zu Sekten. Und gleiches gilt in der Politik: Es werden immer kleinere „Clubs”, Kreise Gleichgesinnter, die sich klar gegen die politischen Mehrheiten in Position bringen. Deutschland zerfällt, es zerbröselt gerade vor unseren Augen. Wie beim Untergang des römischen Imperiums kommt das Ende nicht von außen, sondern von innen, von den Köpfen eines jeden einzelnen Menschen.

Nun kann man fragen bzw. unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob die Auflösung Deutschlands als Nation schlimm wäre oder nicht. Meine Wenigkeit, das wissen regelmäßige Leser dieses Tagebuchs, also ich persönlich (mir ist klar, dass die Bezeichnung „persönlich” hinter einem „ich” doppelt-gemoppelt ist, das soll nur rhetorisch dramatischer klingen) fände den Zerfall nicht wirklich schlimm, denn ich vermochte noch nie einen wesentlichen Unterschied (für Grenzziehungen) der Menschen in Österreich oder der Schweiz, der Bayern oder Sachsen, der Rheinländer oder Friesen auszumachen. Ein gemeinsamer Kulturraum und eine gemeinsame Sprache, das ist, was mich mit ihnen verbindet, nicht aber die Politik oder nationale Grenzen. Nunja, es ist ein viel zu großes Fass, was ich jetzt öffne. Schnell den Deckel wieder drauf.

„Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette. Und ein letztes Glas im Steh’n.” Das folgende Lied ist nur ein Audio, deshalb so schmal. Und übrigens, um aufs gestrige Thema zurückzukommen, so wie ich es hier einbinde, ist es ohne Cookie (der oder das Cookie?):

Verschieben von Angekündigten

Kennst du so etwas auch? Wenn du etwas sagen möchtest, was dir wichtig ist, du darüber nachdenkst und dann feststellst, dass dieses Thema gedanklich immer größer wird, weil viel mehr indirekt dazugehört, das du auf keinen Fall dabei vernachlässigen willst, kannst oder sogar solltest, dann steigert sich der Umfang von „mal eben kurz erwähnt haben wollen” zu einer mit höchster Konzentration erforderlichen Semester-Abschlussarbeit unter dem Titel: „Schwurbelei vermeiden – Wie komme ich auf den Punkt?”.

Wenn sich dazu noch die allgemein gebräuchliche, vermeintlich scherzhafte Bemerkung „Arbeitslose und Rentner haben niemals Zeit!” in deiner Lebensrealität als eine durchaus und eben persönlich doch überraschend fundierte Wahrheit herausstellt, dann ist dein Vorhaben, etwas, das dir auf dem Herzen liegt, quasi zwischen Tür und Angel ebkes sagen zu wollen, klar zum Scheitern verurteilt. Zumindest vorerst.

Und falls du wo auch immer großspurig schon angekündigt haben solltest, „darüber werde ich zeitnah schreiben”, dann wirst du das Gefühl nicht wieder los, dich wegen deiner großen Klappe am liebsten mit deren integrierten Kau- und Beißapparatur das eigene Hinterteil malträtieren zu wollen. Wenn du also so etwas kennst, dann weißt du, wie mir gerade zumute ist 🙂

Fehlerrettung, je nach Sichtweise

Meine Güte, ich realisiere gerade erst, dass heute Freitag der 13. ist – war. Ja, gestern, justamente zeigt die Uhr kurz nach Mitternacht. Dann wundert es mich natürlich nicht, „heute” geschlagene 5 Stunden mit technischen Problemen im Tagebuch beschäftigt gewesen zu sein. Was im Nachhinein betrachtet meine Rettung war. Wie das?

Alles begann mit einer lästigen Fehlermeldung beim Kommentieren. Wer das tun wollte, erhielt die Meldung „Nonce ist ungültig” und der Kommentar blieb unveröffentlicht. Nun, eine solche Meldung hört sich seltsam an, ist aber eine normale und sehr allgemein gehaltene Fehlermeldung, die einfach nur besagt, dass es Unstimmigkeiten der (vielen) Daten zwischen Absender und dem Tagebuch (auf dem Server) gibt. Das kann alles mögliche sein, von einer falschen Uhrzeit bis generell zum Versagen der Kommunikation. Die Kommentarfunktion wird gleich von mehreren PlugIns mit beeinflusst. Es kann aber auch ein davon unabhängiges PlugIn indirekt zu einer solchen Fehlermeldung führen.

Rund 20 PlugIns sind im Tagebuch eingebaut. Irgendeines spackte. Nur welches?

Daneben gab es seit ein paar Tagen einen zweiten Fehler, über den ich letzte Tage schon berichtete. Da wollte ich zuerst etwas abwarten, ob sich der von alleine wieder legt. Ich vermutete ihn – weil ein zusätzliches „Cookie-Banner” in eglischer Sprache nur auf der Smartphone-Ansicht erschien – beim PlugIn fürs Banner.

Beides war falsch aber zufällig doch wieder richtig. Für das Erscheinen des zweiten Banners war nicht das Banner-PlugIn verantwortlich und für den Fehler beim Kommentieren kein PlugIn der Kommentarfunktion aber eben das BannerPlugIn.

Jetzt will ich gar nicht viel und ellenlang erzählen. Es gab zwei voneinander unabhängige Fehler. Der erste Fehler der Kommentarverweigerung lag, wie gerade gesagt, am „Cookie-Banner-PlugIn”. Denn wenn es ausgeschaltet war, trat der Fehler nicht mehr auf. Schaltete ich es wieder ein, war der Fehler vorhanden. Mehrmals ausprobiert. Warum der Fehler da war, weiß ich nicht. Die Einstellungen wurden nicht verändert und waren richtig gewählt. Also trennte ich mich vom blöden PlugIn und installierte ein neues für ein etwas anders aussehendes Cookie-Banner. Die Kommentarfunktion funktionierte anschließend wieder.

Danach erschienen auf dem Smartphone aber gleich zwei Cookie-Banner, das neue und das seltsame englischsprachige, was irgendwie recht lustig aussah aber auch verwirrend war. Irgendeines der 19 anderen PlugIns musste also unbedingt neuerdings ein eigenes Banner generieren. Nur welches?

Als ich alle PlugIns ausschaltete, war auch das zweite Banner weg. Ich musste sie also nacheinander einschalten, den Cache löschen, immer ein, zwei Minuten warten, dann den Browser von „Mata Hari” aktualisieren und gucken, ob das Banner wieder erschien oder nicht. Das dauerte halt. Schlussendlich fand ich so den Übeltäter; es war ein Statistik-PlugIn, das, ohne Bescheid zu geben, sich dazu entschieden hatte, ein eigenes englischsprachiges Banner auszugeben. Diese Funktion konnte man in der Verwaltung des PlugIns weder ein- noch ausschalten = kurzer Prozess = PluIn gelöscht.

Danach richtete ich in aller Ruhe das neue Cookie-Banner ein. Auch das dauerte, weil ich ein paar PlugIns zuerst ausprobiert hatte. Wobei die Einrichtung eines Cookie-Banner-PlugIns zeitlich am aufwendigsten ist. So kamen insgesamt leicht 5 Stunden zusammen.

Ja, jetzt beginne ich erst gar keine Diskussion über Sinn und Zweck der vielen Updates, sie würde zu nichts führen, denn die Fans des Update-Wahns sind uneinsichtig wie Sektenmitglieder. Und natürlich hat dieser Update-Wahn nur in zweiter Linie etwas mit der Technik zu tun. Vor allen Dingen wird damit die Berechtigung sowie die Wichtigkeit der eigenen Existenz im Wettstreit mit all den Konkurrenten unter Beweis gestellt, was im letzten Glied der Kausalkette bedeutet: Es geht nur ums Geld. Rein technisch gesehen bräuchten viele Apps vielleicht alle 3 oder 6 Monate eine Aktualisierung, manche jährlich, doch nach 6 Monaten ohne Update würden die Kunden die App schon längst vergessen haben.

Jedenfalls war das nun mein Tag – aber immerhin stets positiv denken: Ich war somit heute keinen Schritt vor der Tür, es konnte mich also keine Freitag-der-13.-Dachziegel treffen. Die Bugs haben mich gerettet 🙂

Gehab dich wohl, jetzt passiert auch dir nix mehr, ist ja der 14.

Sei kein Sibbel!

Was bin ich doch für ein „Sibbel”.

Inneres Ich: „Ein was?”

Schon lustig. Ein Begriff meiner Kindheit. Ausgesprochen mit scharfem „S”. Also eher „ßibbel” oder sogar „Zibbel”, wenn man denn so schreiben würde. Habe gerade gegoogelt, „Sibbel” ist nicht zu finden, auch in Schreibvarianten nicht. Daher handelt es sich wohl nicht um Mundart, Platt bzw. einen Dialekt, trotzdem wurde „Sibbel” früher im heimatlichen Dorf weit über die Familienbande hinaus benutzt, die allerdings, das muss ich zugeben, schon den Großteil der Dorfbewohner als weitläufig alle miteinander irgendwie verwandt ausmachte. Wurde eine Goldhochzeit gefeiert, lag das Dorf wie ausgestorben da, nur im Gasthof herrschte Hochbetrieb. Okay, ich schweife ab.

Man benutzte den Begriff, um ein überempfindliches Kind zu beschreiben. Wahrscheinlich stammt er von „sensibel” ab. Also bei passender Gelegenheit, wenn zum Beispiel der Sonntagspullover kratzte und man als Kind seinen Unmut über ihn kundtat, hieß es sofort: „Was bist du doch für ein Sibbel” oder: „Sei kein Sibbel”. Unterhielten sich mehrere Frauen, so konnte man als Kind sicher sein, irgendwann in deren Gespräch den Satzfetzen herauszuhören: „Der [oder die – Name ist beliebig einsetzbar] ist ja so ein Sibbel, hat er doch …” diverse Anekdötchen aus dem kindlichen Alltag schlossen sich an.

Nun komme ich zum eigentlichen heutigen Eintrag, dem Wetter. Letzte Nacht vergaß ich nämlich, im Küchenerker das Fenster zu schließen. Es stand die ganze Nacht auf Kipp. Heute Morgen regnete es und der Wind wehte eine unangenehme feucht-kühle Luft hinein, die mir, nur im T-Shirt bekleidet, augenblicklich eine Gänsehaut an den nackten Armen erzeugte. Dabei fiel ich eben spontan in die Sprache meiner Kindheit zurück und sagte zu mir, ich glaube sogar, es wirklich ausgesprochen zu haben: „Mensch, was bin ich doch für ein Sibbel”.