Wartestatus Nr. 3 = erledigt :-)

Es hat etwas gedauert, doch nu’ isser da, der neue Mini-Kühlschrank. Klick aufs Bild = größer. Sein Inhalt dürfte für mich allemal ausreichen, 45 Liter. Energieklasse E, ca. 80 Kilowatt pro Jahr Stromverbrauch. Der steht jetzt erst mal einen Tag lang nutzlos herum, bevor er angeschlossen wird. Er befindet sich, wie ebenfalls der Gefrierschrank, im Schlafzimmer, denn das ist zum einen der kühlste Raum in der Wohnung und zum anderen vermeide ich dadurch den Dauerbetrieb beider Geräte, da im Küchenerker, so wunderschön er auch ist, die Sonne durch die 3 Fenster wie in einem Treibhaus heizt, wenn ich vergesse, die Rollos rechtzeitig entsprechend herunterzufahren – und das vergesse ich regelmäßig.

 

Mit dem Sendungsverlauf ließ sich der aktuelle Lieferstatus prima verfolgen, so dass ich bei „noch 2 Stationen” hinaus ging und auf den Boten draußen gewartet hatte. Wie es der Zufall wollte, trug zur selben Zeit ein netter Nachbar von über mir ein CD-Regal aus dem Haus und wollte es zum Sperrmüll bringen. Meine Wohnungsdiele ist bekanntlich so mini-klein, dass dort eigentlich bis auf eine kleine Garderobe und einen an der Wand festgedübelten schmalen Schuhschrank (der umfunktioniert zu einem Kram-Schrank ist) nichts weiter hinein passt – außer dem Regal, das steht da nun und passt millimetergenau wie Faust aufs Auge neben dem Ex-Schuhschrank. Farblich identisch = wunderbar gelöstes Platzproblem. Wozu, fragst du? Na, für den vielen Kleinkram, der sich in der Diele so im Laufe der Zeit ablagetechnisch ansammelt. Über dieses Regal bin ich jetzt genauso glücklich wie über den Kühlschrank. Es war somit ein perfekter Vormittag.

Fertig

Fertig! 🙂 Hat etwas länger gedauert, war (für mich) recht kompliziert, obwohl die Chinesen auf jedem Stück des Puzzles eine Nummer geklebt hatten (du siehst noch zwei von ihnen vorne am Schrank, was wie kleine Flecken aussieht). Der zusammengeklappte Stuhl kommt weg, auch den Handtuchhalter montiere ich wieder ab, sieht ohne bestimmt besser aus (Korrektur: nein, ohne Stuhl den Schrank etwas nach links geschoben, schon sieht der Handtuchhalter richtig gut aus. Er bleibt nu’ also doch). Andere Füße brauchte ich aber gar nicht, da vor den Löchern für die Rollen bereits flache Filz-Füße mit Loch aufgeklebt waren. Ob du’s glaubst oder nicht, allein für die Schublade hatte ich über eine Stunde gebraucht. Das war nämlich so ein Intelligenz-Ding zwischen spiegelverkehrt und seitenverkehrt mal vier Schienen.

Der Schrank ist aber nun schon ein paar Stündchen fertig. Danach habe ich mit meinem Nachbarn einen Spaziergang ins heimische Dorf unternommen. Wir gingen die katholische Kirche im Ort besichtigen. Deren Turm kannst du sogar ansatzweise auf dem Bild links oben im Fenster sehen. Und sie war geöffnet! Dass es so etwas noch gibt (oder wieder gibt), das ist richtig schön. Wir beide hatten die Kirche bisher noch nie von innen gesehen. Wir haben jeder eine Kerze (für 50 Cent) entzündet, das hatte etwas Magisches (oder Heiliges oder Spirituelles), halt eine gewisse Kraft. Die Katholiken wissen schon, wie sie ihre Stätten mystifizieren. Danach kurz zum Edeka-Markt und anschließend ein gemeinsames verspätetes Frühstück im Erker mit hernach noch Kaffee und Kuchen. Ratzfatz war es 15 Uhr.

Das war der Tag, gehab dich wohl.

Vorläufiger Endstand

Die Bilder hängen. Jetzt fehlt nur noch das Schlafzimmer. Dafür lasse ich mir aber etwas Zeit, das war auch bisher eher eine Rumpel- und Abstellkammer. Das was fertig ist, ist wichtiger. Über die neue Wohnzimmerlampe, eine schlichte unauffällige Schale mit LED-Licht, schreibe ich nochmal separat etwas, denn es ist ein Lichtwunder sondergleichen. Überhaupt das Licht: auf den 10 Fotos täuscht es oft. Erstens ist nicht zu erkennen, wie heimelig die Abend- und Nachtbeleuchtung mit den vielen schönen Lampen ist, und zweitens erscheinen die gestern erst angebrachten Rollos im Küchen-Erker weiß, obwohl sie flachsfarben und ebenso bemustert sind. In etwa ist es dieselbe Farbe des großen Vorhangs, der auf den Fotos dunkler erscheint. Die Sonne schien gerade. Im Osten durchs linke Erkerfenster steht sie morgens, im mittleren fast Panoramafenster mittags und abends schaut sie im rechten Westfenster herein. Ohne Rollos blendet es also den ganzen Tag und im Sommer würde ich rollolos bestimmt arm dran sein.

Alles passt wie Faust aufs Auge: vorgestern fiel die Toilettenbrille auseinander, eine neue ist bestellt, sie kommt Montag, und Dienstag habe ich dann aller Voraussicht wieder Internet. Bis aufs Schlafzimmer sind also alle wichtigen Aufgaben vorher erledigt. Pünktlich sozusagen. Dann muss ich noch ein paar Nächte arbeiten bevor ich den versprochenen Rundgang als Film mit ein paar Erklärungen versuche.

Alleine das Hochladen der heutigen 10 Bilder mit dem anschließenden richtigen Einbinden unter diesem Eintrag, dauert mit Mata Hari eine Ewigkeit und wird so verwirrend auf dem winzigen Display, dass ich mich ständig vertippe.

Also hoffentlich bis Dienstag, genieße dein Wochenende.

Klick auf ein Bild = größer.

Noch’n Zwischenstand

Es ist schon komisch, hier momentan nicht täglich schreiben zu können. Dafür hat die Zwangstrennung vom Internet den unschlagbaren Vorteil, dass ich in der Wohnung mächtig vorankomme. Morgen sind, bis auf zwei, alle restlichen Kartons ausgepackt. Die beiden kommen in den Keller. Einer ist voller Schuhe, die ich sowieso nie anziehe, der andere voller Elektronik-Kram.

Das ist ja auch noch so ein dolles Ding, nämlich der Kellerraum: ich brauche mit keinen Jacken, Mänteln, Schuhe usw. die kleine Wohnung vollzustopfen, denn meine alte große Garderobe plus ein weiterer Kleiderständer stehen im Kellerraum; von der Rückseite des Hauses kann ich mit dem Fahrrad ohne Stufe bis an die Kellertür fahren, danach schiebe ich das Rad einen kurzen Gang entlang zu meinem Raum, parke das Rad dort drin (meine beiden Räder), ziehe die Übersachen aus und kann im Haus eine Treppe zur Parterre hochsteigen, schon gelange ich zur Wohnungstür. Umgekehrt abends zur Arbeit genauso. Wirklich praktisch.

Dem alten gammeligen Sofa, das ich von der Vormieterin übernommen habe, wurde durch dicke Überwürfe, die seit Jahren arg gelangweilt im Schrank auf diesen Auftritt gewartet hatten, eine Premiere zuteil. Es ist nicht jedermanns Geschmack, schon klar, doch ich stand auf ein solches Aussehen schon immer – und gestern war ich auf der Premiere: keine Lust ins Bett zu gehen, also ruhte ich unter einer Decke auf dem Sofa und war tatsächlich sofort eingeschlafen. Beim Erwachen drückte, zwängte oder zwickte nichts, nichts tat mir weh, im Gegenteil, ich holte mir aus der Küche ein Heißgetränk und verbrachte dann noch ein weiteres halbes Stündchen mehr liegend als sitzend auf dem Ruhemöbel. Relaxen, das kann man prima auf dem Teil.

Jetzt sind wieder ein paar Nächte Arbeit angesagt, bevor ich die letzten beiden leeren Wände voller Bilder hänge. Wie gesagt, es muss erst einigermaßen fertig sein, bevor ich alles zeige. Dann werde ich mal ein Video versuchen, eine Art Roomtour. Mal gucken 😉

Ich hoffe, dir geht es weiterhin gut. Nur eine Woche noch, dann kann ich endlich mehr schreiben und auch auf Kommentare antworten, was mir mit Mata Hari viel zu lange dauert. Auch mit Stift ist die Tipperei ohne Tastatur auf den Mini-Buchstaben einfach nur horribel.

Zwischenstand

Ganz zu Beginn die ersten zwei, drei Tage in der neuen Wohnung, da habe ich keine Fotos gemacht, denn bei 50 Kartons plus Möbel wusste ich nicht mehr, wo mir der Kopf stand. So langsam lichtet sich dieses Chaos. Der Offlinestatus bis zum 28. könnte ebenfalls als schicksalhaft angesehen werden, denn nach dem Aufbau der Tische und Computer konnte ich mich wegen der leichten Überforderung eines Herangehens eben nicht in die virtuelle Welt flüchten und alles andere um mich herum wenigstens temporär vergessen, will sagen, ich musste mich ranhalten, die analoge reale Welt einigermaßen neu zu ordnen.

Dabei steigerte sich täglich meine Begeisterung für die neue Wohnung. Obwohl ich mit der Neueinrichtung erst zur Hälfte fertig bin, ist der Aufenthalt dort so angenehm wie bisher nicht gekannt. Das lässt sich eigentlich am Besten anhand von kleinen Beispielen erklären. Begonnen mit dem Boden: ich laufe ja gerne (eher schlendere) nachts auf und ab; in der ehemaligen Bauernkate knarzte der Boden bei jedem Schritt, es sei denn, ich stieg die Treppe hinab und lief unten auf den kalten Fliesen. Jetzt hört man keinen Schritt, und selbst trotz Nachtschaltung der Heizung bewirkt die Fußbodenheizung, dass sich der Boden zwar nicht warm, so doch ganz und gar nicht kalt anfühlt.

Die Fenster sind seltene Doppelfenster. Also normales Thermopenglas, was ja bereits eine Doppelverglasung bedeutet, dann folgt eine innere Fensterbank, an die sich wiederum ein komplett zweites Außenfenster mit demselben Glas anschließt. Will man zum Beispiel ein Fenster auf Kipp stellen, muss man es bei beiden Fenstern machen; will man es ganz öffnen, müssen zwei Fenster geöffnet werden. Mag sein, dass manche Zeitgenossen so etwas als unkomfortabel empfinden, allerdings stellen sich heute bereits ungeahnte Vorteile für mich heraus. Als Höhlenmensch genieße ich die durch diesen Fensterbau entstehende absolute Stille, wenn sie geschlossen sind. Bedburg-Hau ist zwar nur ein Dorf, aber da die Wohnung in dessen Zentrum liegt, ist die Geschäftigkeit der Leute, vor allen Dingen zu den Stoßzeiten, enorm. Zwei große Einkaufsmärkte mit riesigen Parkplätzen befinden sich genauso in Sicht- und Hörweite wie deren Zufahrtsstraßen oder das Gemeindezentrum – dennoch liegt das Mietshaus am Rand getrennt durch einen Park an einer Seite und an der anderen Seite durch großzügig angelegte Vorgärten mit hohen Sträuchern und Bäumen (die endlich nicht mehr von mir im Zaum gehalten werden müssen; das übernimmt ein Gärtner, den alle Mieter anteilsmäßig bezahlen). Dahinter kommt dann erst eine gepflasterte Tempo 30 Zone für die Anwohner. Das Haus liegt also geschützt in einer Art Kokon. Durch die Doppelfenster dringen keine Geräusche von draußen herein. Es ist erheblich ruhiger hier als in der abgelegenen Kate. Das versteht keiner, dem ich es erzähle. Kann man sich ja auch kaum vorstellen, ist aber so. Einfach nur herrlich!

Der Schnitt der Wohnung ist ebenso sagenhaft: die kleine Küchenzeile besteht aus einem Erkeranbau, in dem wiederum drei wirklich große Fenster eingelassen sind. Dort passt mein runder, weißer, alter Küchentisch, den ich Anfang der 90er Jahre in Mönchengladbach vom Sperrmüll mitgenommen hatte, perfekt hinein. Er wurde so lange aufbewahrt, da seine Beine abschraubbar sind und er somit auf dem Söller nicht zu viel Platz einnahm. Ich wollte ihn partout nie entsorgen, da ich in den wenigen Jahren der Mönchengladbacher Wohnung daran stets sehr gene gesessen hatte. Eine schöne runde Wachtischdecke, schon verwandelt er sich in einen wechselnden urgemütlichen Hingucker. Es ist so wohltund, dort nun zu sitzen, zu essen oder Kaffee zu trinken – beinahe wie in einem Wintergarten, denn die drei Fenster ermöglichen den Blick in den den kleinen Park. Wie gesagt, ich mache Fotos, wenn alles fertig ist und der Zugang zur virtuellen Welt wieder besteht. Aber selbst auf den Bildern ist dieses Erker-Highlight kaum in seiner Gemütlichkeit einzufangen Übrigens gibt es sogar eine elektrische Belüftungsanlage, die man nach Wunsch oder Bedarf einschalten oder ausgeschaltet lassen kann und die dafür sorgt, dass selbst bei geschlossenen Doppelfenstern immer ausreichend Luftzirkulation in der Wohnung besteht. Das sind alles Merkmale eines Luxusappartements, doch man glaubt es kaum, das Haus gehört zum sozialen Wohnungsbau der 90er Jahre.

Die Nachbarn sind altersmäßig durchmischt, wobei es etwas mehr alte Leute sind, die hier wohnen. Bunt ist die Nachbarschaft ebenfalls. Bunt passt gut, denn selbst die farbigen Menschen sind mit unserem Kulturkreis kompatibel, da es Christen aus Afrika sind. Das Fundament unserer gemeinsamen Werte ist dasselbe. Der Islam und deren Jungmänner sind hier im Haus und im weiteren Karree der Luxus-Eigentumswohnungen unbekannt. Entsprechend gibt es auch keinerlei Schmierereien an den Hauswänden in dieser Gegend – die woken linken Dorfbewohner bevölkern diese Ecke einfach nicht.

Wie könnte ich so etwas Gutes fotografieren? Wie die Ruhe trotz äußerer Betriebsamkeit auf ein Bild bringen? Wie den Unterschied von Fußbodenheizung zu Heizkörpern optisch zeigen?

Bei der weiteren Einrichtung arbeite ich mich von Wand zu Wand vor. Es liegt also überall noch Werkzeug herum und von den 50 Kartons sind noch 13 abzuarbeiten. Die vielen Bilder hänge ich erst ganz zum Schuss auf. Eine Herausforderung für mich waren die Löcher in Beton für die Dübel der wenigen schwereren Dinge, die Vorhänge zum Beispiel. Aber seit gestern wurden sie gemeistert. Schau an, sogar mit meinen beiden linken Händen schaffte ich noch etwas, wenn man die Dauer für dieses Löcherbohren mal außer Acht lässt und nur das Ergebnis in Betracht zieht. Aber auch hier gilt: es sieht in Natura um ein Vielfaches besser aus als auf den folgenden Fotos.

Im Schlafzimmer herrscht noch Karton-Chaos. Also bedenke bitte, das, was du hier und jetzt siehst, ist nur ein Zwischenstand nach den schwierigsten handwerklichen Arbeiten (Lampen aufhängen, hier siehst du nur eine, mit über Kopf in die Decke bohren), Vorhangstangen anbringen, tonnenschweres Holzbild aufhängen). Alles, was folgt, ist Kür.

Dass jetzt hier 10 Fotos folgen, die den Eintrag recht lang gestalten, ist wohl eher egal, weil ich bis zum 28. ja nicht mehr täglich schreiben kann, es insgesamt also denselben Platz beansprucht. Klick auf ein Bild = größer.

Achja, auch noch etwas Lustiges: Die Telekom hat scheinbar ihr Versagen und ihren absolut unmöglichen Umgang mit mir als einen Kunden endlich eingesehen: ich werde seit Tagen beschenkt mit Extra-Datenvolumen und Gutscheinen aller Art für Mata Hari und Guillaume sowie einem Rückruf einer höheren Instanz mit Entschuldigungen, die schon fast peinlich wirken. Naja, was kann ich dazu weiter sagen?

 

 

Kein Internet bis mindestens zum 28. November

Warum? Weil der Techniker nicht die richtige Anschlussdose im Haus fand. Da könne er nichts machen, ich solle den Service anrufen, sagte er und verschwand. Beim Service wurde mir gesagt, dies läge im Verantwortungsbereich des Vermieters. Sie schicken am 28.11. nochmal einen Techniker zu mir, vielleicht würde der ja den betreffenden Unterverteiler finden. Hallo? Bis vor zwei Wochen war in der Wohnung noch Telefon, ich hab selber den „1-und1-Router” dort stehen sehen. Also wenn sich bis zum 28. nicht diese mysteriöse Dose findet, habe ich auch weiterhin kein Internet.

Jeder ist heute nur für einen Mini-Abschnitt seines Tätigkeitsbereichs verantwortlich. Der Techniker klemmt nur eine Leitung an, sucht aber nicht nach einem verschollenen Verteiler. Der Service-Mitarbeiter vergibt nur Termine, kann aber zum Sachverhalt nichts sagen. Der Vermieter versteht die Welt nicht mehr und sagt, dass es doch bisher stets normal funktioniert habe. Er guckt mal in irgendwelche Unterlagen bis zum 28., ob er etwas findet.

Die Wohnung: Sie ist toll, ganz große klasse. Seit der ersten Minute fühlte ich mich dort zu Hause. Die Wohnung ist übersichtlich klein, deshalb konnte ich mich tagelang wegen der abgestellten 50 Umzugskartons (!) nicht bewegen. Seit gestern ist aber Land in Sicht. Obwohl noch sehr viel Arbeit auf mich wartet.

Wenn’s fertig ist, mache ich Fotos. Mit Mata Hari via des Mobilfunkvertrags, das ist mir jetzt zu teuer. Überhaupt sind Blogeinträge mit dem Handy zwar möglich, doch sowas von unkomfortabel – tut mir wirklich leid, die Blogpause wurde durch die Telekom verlängert. Bestimmt melde ich mich noch mal vor dem 28., aber täglich sicher nicht.

Der letzte Eintrag aus der alten Wohnung

Und schon sind wir beim letzten Eintrag aus der alten Wohnung angelangt. Eine kurze Pack-Pause gerade, danach baue ich den Rechner ab, damit er sozusagen kartoniert werden kann.

Weil ich mich vor lauter Kartons, Eimern (gesammelte 10-Liter-Meisenknödeleimer sind umzugsmäßig wirklich praktisch), Tüten, Kleinmöbel, Bilder und Kram kaum noch bewegen konnte, habe ich einige Teile bereits nach draußen gekarrt. Es ist dort zwar nass und regnet immer wieder aber der Kram steht überdacht. Ich denke (hoffe) mal, dass ihm 24 Stunden in der Feuchte nichts ausmacht. Klar würde ich keine Elektronik oder Textilien so lange nach draußen stellen, aber Besenschrank, Regale oder Kartons mit Plaste-Küchenkram, geölte Bratpfanne usw. werden höchstens endlich sauberer im automatischen Natur-Spülgang 🙂

So, nun würde ich sagen, wir lesen uns, wenn alles gut läuft, irgendwann am Montag wieder: Du wahrscheinlich wo du bist und ich in der neuen Wohnung auf dem Boden oder auf Kartons sitzend, denn die Lotto-Drehstühle müssen erst noch zusammengebaut werden. Das ist bekanntlich ein kleines Ikea-Puzzle, das bei meiner räumlichen Vorstellungskraft durchaus etwas dauern kann.

Die letzten Kartons

Oha! So knapp zwei Tage vor der Deadline wird’s ein wenig tricky, was die Umzugs-Logistik betrifft: ab wann genau wird die Nachttischlampe eingepackt? Der Wecker? Die letzte Unterhose? Das letzte Essgeschirr?

In wenigen Stunden baue ich den Rechner ab. Dann herrscht hier im Tagebuch Schweigen im Walde. Der Wiederaufbau ist eine Sache, die andere ist, dass der Internetanschluss voraussichtlich erst ab Montag funktioniert – im großzügig bemessenen Zeitfenster von „Sorgen Sie bitte dafür, dass der Techniker am 13.11.2023 zwischen 8 und 13 Uhr Zugang zum Hausanschluss hat.” Arbeiten muss ich ja auch zwischendurch, analog zu einem Tagmenschen heißt das für mich: zwischen 20 und 1 Uhr. Es wird tagebuchmäßig also alles ein bisschen eng, würde ich sagen.

Die letzten Stunden brechen an

Jetzt könnte ich ja wieder die Countdown-Uhr hier in der rechten Spalte einsetzen. Mal schau’n, vielleicht mach ich das nachher mal. Jüngst für die Unterzeichnung des Mietvertrags war das ja der entscheidende Moment, doch nun rückt der Tag des endgültigen Umzugs näher, der mindestens genauso entscheidend ist.

Noch immer suche ich meine Bohrmaschine, es gibt einen letzten Schrank, in dem sie liegen könnte. Wenn sie da nicht ist, frage ich mich allerdings, wo die denn abgeblieben sein könnte. Als allererste Maßnahme/Tätigkeit in der neuen Wohnung müssen nämlich die Halterungen für die Vorhangstangen angebracht werden. Die werden richtig fest gedübelt.

Soll ich den Wasserkocher vorher sauber machen oder nachher in der neuen Wohnung? Vorher ist besser, was? Praktisch ist, dass der nagelneue Backofen noch im Originalkarton schon auf mich und die Frikandeln wartet. Eine neue Billig-Mikrowelle kommt nächste Woche per Post, die alte lässt sich nicht mehr säubern, weil innen der Lack abgeplatzt ist und alles schon verrostet. Guck mal die neue, sie ist aus Italien unterwegs, extra ohne Grill und Schnickschnack, eine pure kleine Mikrowelle. Aber sieht die nicht klasse aus? Es scheint, als habe ich die letzte in Blau ergattert. Deswegen wohl der lange Lieferzeitraum: vor Wochen schon bestellt, nächsten Dienstag soll sie endlich da sein. Passt!

So langsam werde ich wieder nervös 🙂 Nein, aufgeregt vor Vorfreude, das trifft’s besser. Noch dreimal schlafen, heißa, dann ist Umzugstag! Dann komme ich nicht mehr zurück, nehme die Fahrräder mit und habe ab Freitag sogar einen kürzeren Arbeitsweg.

Es tut mir leid, wenn ich diese Tage keinerlei Interesse für Politik und das Weltgeschehen hege. Ist unverzeihlich, ich weiß. Ein Umzug nach einem viertel Jahrhundert und die Befreiung von ungefähr 2/3 des Ballastes der Dinge, das überlagert irgendwie alles andere.

Ruhe und Ordnung

Von wegen 3.000 mAh, Guillaume hat einen austauschbaren Akku mit „sagenhaften” 2.350 mAh, ein Kinderspielzeug, eine Smartwatch im Grunde genommen. Die chinesische Firma „Cubot” stellt tatsächlich auch Smartwatches her. Es ist das „J20” übrigens. Der Mini-Akku ist für meine Zwecke natürlich völlig ausreichend, für 56 Euro kann man sowieso nicht mehr erwarten.

Um Guillaume nun aber einzurichten, benötige ich noch ein paar Tage (was ja glücklicherweise nun kein Problem mehr darstellt), denn wenn du mich hier und jetzt sehen könntest, würdest du verstehen, weshalb da momentan nichts geht: ich sitze in einem Raum an einem kleinen Tisch. Der große Übereck-Schreibtisch ist schon abgebaut und steht zur Hälfte in der neuen Wohnung. Der Tisch vor mir ist vollgepackt mit Schreibtisch-Kram, 2 Monitoren und einem Tischrechner, diverse USB-Kabel, E-Dampfen, ein Ein-Schacht-Ladegerät für 2 Wechselakkus und ringsherum ist alles leer bzw. der Boden liegt voller „Kram-Müll”, der nicht weiter in meinem Dasein mitgeschleppt wird. Auch die Mini-SD-Karten sind nicht mehr hier, Guillaume hat nämlich 3 Steckplätze: 2 SIM-Karten und 1 SD-Kartenslot für maximal 128 GB. Letztere möchte ich erst einstecken, bevor die Einrichtung beginnt.

@Barbara hat mich aufgeklärt: ich wusste nicht, dass Bank-Apps mit dem Gerät verknüpft sind. Sicherheitsgedanken hin oder her, so etwas finde ich widersinnig, denn das Onlinebanking, das ich seit 1998 betreibe, hatte ja gerade deshalb seinen Sinn – und wurde anfangs auch genauso beworben – dass man flexibel sei und von jedem Rechner mit Internetzugang sein Banking betreiben könne. Die Sicherheit boten die Zugangsdaten, nicht aber eine IP-Adresse oder gar eine individuelle Gerätekennung. Naja, egal, wieder was im Alter gelernt.

Google sagt, die Sparkassen-App erlaube 2 Geräte, wobei das zweite per Briefpost registriert werden müsse. Für mein zweites, jetzt aber eigentlich überflüssig gewordenes Konto bei der DKB ist es nicht so einfach. Dort soll man zwar wohl ebenfalls ein Zweitgerät anmelden können, doch es funktioniere dann immer nur eines mit der App. Will man wechseln, habe man das vorher in den Einstellungen festzulegen. Nur denen des Hauptgeräts oder auch des Zweitgeräts? Das konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Mal schauen, ob und wenn, wie ich das einrichten werde. Kann auch sein, dass ich dieses Konto in Kürze wieder auflöse. Aber wie gesagt, dafür brauche ich Ruhe und wenigstens ein Minimum an Aufgeräumtheit und Ordnung. Zwar bin ich genetisch gegen Staub immun, doch Unordnung lässt mich verzweifeln: alles muss seinen einigermaßen festen Platz haben.

Inneres Ich: „Das sagt derjenige, der ein halbes Jahr lang seine kleine externe Festplatte in den heiligen Hallen erfolglos gesucht hatte.”

Jajaja, dann sagen wir so: alle Dinge des täglichen Gebrauchs müssen ordentlich verfügbar sein, nicht unbedingt „archivierte” Dinge, da vergesse ich tatsächlich, wohin ich sie gekramt habe. Der Wechseldatenträger lag beim Vorrat der Rosinen unter (!) den 500-Gramm-Päckchen, was ich erst bemerkte, als ich mal wieder Lust aufs Rosinenpicken bekam und ein neues Päckchen aus den Schrank genommen hatte. Ich meine, wer kommt denn darauf?

So, ich packe heute Nacht noch ein wenig weiter, wie gesagt, alles sehr geschmeidig. Das Film- und Serienarchiv ist auch nicht mehr hier, was ein bisschen schade ist. Aber ein kleiner externer DVD-Brenner liegt noch griffbereit in einem Karton (ja, den nehme ich mit, denn einen großen Player habe ich dann nicht mehr). Mal sehen, vielleicht schaue ich nachher damit eine DVD. Die bleiben hier in der alten Wohnung zurück. Ich betone, kein Mensch will DVDs aus der Sammlung haben, nicht einmal geschenkt (!). Irgendwie für mich immer noch unfassbar, denn ihr Zurücklassen als „Müll” kostet mich nach wie vor kolossale Überwindung. Tja, „The Times They Are Changin’”.

Novembersturm

90 Prozent der Dinge, die ich in die neue Wohnung mitnehmen wollte, wurden heute rübergekarrt. Mein unendlicher Dank gilt den Helfern (B., S., A. und R.), ohne die ich tatsächlich komplett aufgeschmissen gewesen wäre. Es kam am Rande noch zu unschönen Begebenheiten, die um ein Haar den Umzug verhindert hätten, der aber ebenfalls durch die tatkräftige Unterstützung von B. und S. allen Widrigkeiten zum Trotz geradeaus und konsequent zu Ende geführt werden konnte. Danke! Danke! Danke! Die bloßen Worte bringen nicht ansatzweise das tiefe Gefühl meiner Dankbarkeit zum Ausdruck. Wäre ich reich, ein Millionär, so würde ich die Helfer mit Gold und Geschmeide überhäufen. Man hat ja manchmal den Wunsch, jemandem, der einen „komplett aus der Scheiße gehauen hat” (ich finde, das ist trotz derber Sprache die treffendste Bezeichnung für so manche Rettungsaktion durch anderen Zeitgenossen), eine Badewanne voller Glück zu schenken – wenn man denn Herr über das Schicksal wäre oder darauf wenigstens Einfluss besäße.

Wie dicht beieinander das Schicksal oft ganz willkürlich Positives sowie Negatives verteilt, erfuhr eine weitere Helferin, die mitten im Umzug erfahren musste, dass ihre Schwester an Lungenkrebs erkrankt ist. Für sie brach heute die Welt zusammen – für mich war derselbe Tag von Erfolg gekrönt. Wie ungerecht das Schicksal seine Gaben verteilt, darüber kann man, kann ich, nur fuchsteufelswütend werden.

Deshalb möchte ich jetzt auch nicht zu sehr auf mein unverdientes Glück eingehen, es gar in allen Einzelheiten hier zelebrieren. Der Umzug ist fast zu Ende, alles, was jetzt noch folgt (ein bisschen Packerei in aller Ruhe mitsamt einer einmaligen Fuhre nächste Woche), sind Kleinigkeiten im Vergleich zu dem Berg der Herausforderung, der sich noch heute Morgen vor meinen Augen auftürmte.

Bis hierher soweit vielleicht ein wenig kryptisch die Zusammenfassung des heutigen Tages. Jetzt gehe ich zur Arbeit, radle in den Sturm der Nacht. Ungemütlich? Ja, schon, aber als vorübergehendes Naturspektakel live draußen miterlebt, das hat schon einen mächtigen Reiz. Slalom fahren und gehen zwischen den herabregnenden Baumästen. Sorge oder Angst, davon in Mitleidenschaft gezogen zu werden? Nicht die Bohne! Meine Seele liebt den Sturm, kehrt er doch das Innerste nach außen und ist zudem das Spiegelbild des heutigen wie wahnsinnig gewordenen Schicksals.

Sei gut behütet und genieße jeden Tag, als sei’s dein letzter. Die ganze Strampelei des Lebens ist vollkommen unwichtig und wertlos, was zählt, ist alleine der Moment. Auch dieser Satz klingt furchtbar kitschig, wie dieser Tage schon einmal, doch genau das ist es, was ich dir von Herzen wünsche: einen glücklichen Tag.

Mister 50 Prozent

Boah, was bin ich körperlich am Ende! Von Anfang an totale Selbstüberschätzung – oder besser gesagt ging ich von meiner früheren normalen Leistungsfähigkeit aus, von der heute nur noch die Hälfte vorhanden zu sein scheint. Nein, nicht scheint, sondern ist. Mister 50 Prozent eben. Und ich rede hier nur vom Packen. Dazwischen immer wieder Nächte im Regen auf Arbeit verbringen, nur zwei bis vier Stunden anschließend Schlaf finden, dann wieder Termine wahrnehmen und weiter mit dem Aussortieren und Packen. Das seit knapp anderthalb Wochen. Nur einen Film zur Entspannung vorgestern. Hinzu gesellt sich die Aufregung und der Horror, das alles irgendwann wieder auspacken zu müssen. Aufbauen, einrichten, Löcher bohren, Halterungen anbringen, Vorhangstangen an die Wände schrauben, zuerst natürlich wieder auf der Leiter stehen und Löcher bohren. LKW mieten, Hilfe organisieren (mein unendlich großer Dank gilt jedem, der mitschleppen wird!). Das alles schlaucht ganz schön. In etwas über einer Woche wird nun so viel erledigt, für das ich mir anfangs zwei Monate Zeit eingeplant hatte. Es kam halt alles anders als gedacht.

Ja natürlich, die Freude lugt auch ständig im Hintergrund zwischen den Kartons hervor. Und bisher klappt alles ohne große Fehler (sieht man vom Pishing-Reinfall gestern einmal ab). Was mir aber fehlt, ist die emotionale Leichtigkeit, die ich von früheren Umzügen kenne. Zum ersten Mal organisiere ich alles ganz alleine, keine Partnerin wirbelt nebenher durchs Bild. Und ich bin alt geworden, oh, wie ich das dieser Tage merke! Trotz des enormen Abspeckens der Dinge, ist die Menge auch heute noch erstaunlich groß, real viel mehr als im Kopf gedacht (allein die Schreibtische werden ungeahnten Raum im kleinen LKW in Beschlag nehmen, ich weiß nicht, wie oft wir dieser Tage hin- und herfahren müssen). Mir tut der eigentlich regenerierte Fuß wieder weh, ach, überhaupt alle Knochen schmerzen.

Noch zwei Tage derart weiter, dann sind ein paar Tage Ruhe angesagt. Lampen von den Decken abschrauben, das sind erholsame Tätigkeiten im Vergleich. Den letzten Rest zusammenpacken. Mein Blechnapf mit Essgeschirr und mein Zudeckchen fürs Bett bildlich gesprochen. Das aber erst nächste Woche. Am letzten Tag dann der Hauptrechner. Mit ihm muss ich bis dahin noch einiges für die Firma arbeiten.

Jaja, du bemerkst sicher am Grundton des heutigen Eintrags, dass ich doch ziemlich erledigt bin. Gleich steht der nächste Termin an, dabei könnte ich umfallen wie ein abgeschlagener Baum und schlafen, da würde selbst Dornröschen vor Neid erblassen. Auch ich beneide die Menschen, diejenigen, die tagein, tagaus mit federnder Leichtigkeit durchs Leben gehen. Welch ein wunderbares Geschenk! Meinereiner quält sich wie ein Wurm in der Erde durch die kommenden Tage. Und dann dieses miserable nasskalte Wetter immerzu. Habe neulich irgendwo gelesen, der Oktober sei zu warm und zu nass. Zu warm? Ich kann die Klimaapostel einfach nicht mehr ernst nehmen.

Trotz allem wünsche ich dir warmen Herzens einen angenehmen Novemberstart. Liest sich kitschig, ist aber ernst gemeint.