Über das Geschwurbel

Einen Satz noch zum gestrigen Eintrag inklusive meines Kommentars dazu. In der realen Welt wurde ich dahingehend angesprochen. Es stimmt natürlich, dass alles in gewisser Weise nur zusammenhangloses Geschwurbel ist. Ohne jede gedankliche Struktur dahingeplappert, vielleicht ähnlich wie in einer Kneipe (der Vergangenheit, denn diese Kneipen gibt’s ja schon lange nicht mehr) und eindeutig oberhalb des Promillebereichs, der die Teilnahme am Straßenverkehr noch ermöglichen würde, den ich aber bereits im vollkommen nüchternen Zustand zu erreichen in der Lage bin, quasi naturstoned. Mein Geplapper erfordert auch keinerlei Anstrengung. So etwas mache ich immer gerne, wenn ich eigentlich gar keine Lust aufs Tagebuch habe, sieht aber im Ergebnis mit viel Text dann wie viel gedankliche Substanz aus. Mehr Schein als Sein sozusagen. Trotzdem ist das Geschwurbel wahr – für mich -, könnte allerdings auch in zwei Sätzen gesagt werden: Liebe Religionen, lasst mich mit eurer Frömmelei bitte in Ruhe, denn ich glaube euch kein einziges Wort. Ich glaube sowieso nichts und an niemanden.

So, das dazu 😉

Letzte Nacht, und deshalb habe ich selber erlebt, wie lähmend langweilig es sein kann, sich durch Geschwafel durchzuackern, habe ich die 2. Staffel der Serie „Outer Range” wie den heiligen Geist über mich ergehen lassen. Kann man das so sagen? Es handelt sich dabei um solch einen Schrott, dass er kaum in Worte zu fassen ist. Eine Mystery-Serie, bei der ich sicher bin, dass die Produzenten selber kein Ende kennen und die nur von Episode zu Episode hangelnd irgendwie vorangetrieben wird, wahrscheinlich um übermüdeten Menschen vor den Monitoren eine Einschlafhilfe an die Hand zu geben. Die erste Staffel, ich glaube letztes Jahr war es, wurde schon ziemlich in die Länge gezogen, endete aber mit einem wirklich spannenden und süchtig-machenden Cliffhanger. Daraus folgte in der gestrigen 2. Staffel ein riesengroßes Loch des Nichts. Es geht in der Serie tatsächlich um ein Loch, ein Loch im Boden, in das man hineinspringen kann und munter Zeitreisen erlebt. Nun wurde ich gestern zwar auch von diesem Loch erfasst, landete aber mehrmals nur wenige Minuten in der Zukunft (war auf dem Sessel eingeschlafen), jedenfalls nicht eine Sekunde in der Vergangenheit. Enttäuschend! Nach Ende dieser 2. Staffel löschte ich somit die gesamte Serie aus meinem Archiv, auch wenn der Cliffhanger das Versprechen auf eine 3. Staffel abgibt. Ich meine, ca. 14 Episoden eines absoluten Nichts innerhalb von zwei Jahren, da erwacht sogar in mir während der größtmöglichen Müdigkeit eine Verweigerungshaltung, die mich nicht mehr an ein interessantes Ende hoffen lässt. Somit liefere ich mich freiwillig der Gefangenschaft der Gegenwart aus und überlasse allein den eigenen Träumen wieder die fantastischen Zeitreisen mystischer Natur.

Und falls du nun sagst, auch dieses cineastische Erlebnis hätte ich doch besser mit einem einzigen Satz ausdrücken können, so stimmt das natürlich.

In diesem Sinne habe ich heute generell nichts mehr zu sagen. Genieße bei einem netten Spaziergang den Pfingstmontag, das Wetter ist deutlich besser als von den Frogs vorhergesagt und bis morgen also in diesem Schwafelbüdchen des schlaftrunkenen Dahindämmerns.

Roman-Tipp: James A Michener – Verheißene Erde

So, den nächsten Wälzer habe ich durch: Letzte Nacht schloss ich die 1.300 Seiten „Verheißene Erde” ab, ein weiterer Roman von James A. Michener, diesmal über die Geschichte Südafrikas. Begonnen von der ersten Besiedelung in grauer Vorzeit über die holländische Besitznahme, dann der Engländer, die Entwicklung von Sprache und Kultur der Buren, ihre Befreiungskriege bis hin zur Neuzeit und den Konflikten, die sich aus unbeabsichtigten Fehlern bei der Unabhängigkeit sowie durch einem aus heutiger Sicht zu fundamentalen calvinistischen Glaubensverständnis heraus ergaben. Spannend ist auch die Tatsache, dass Michener diesen Roman Ende der 1970er Jahre schrieb und dort bereits glasklar die Zukunft bzw. das heutige Südafrika voraussah. Wie dem auch sei. Beim vorletzten Roman zitierte ich ja schon einmal signifikante Textstellen, was ich auch jetzt (keine Sorge, ganz kurz) machen möchte, denn sie lassen sich prima als eine Art Unterüberschrift verstehen.

Zuerst möchte ich ein Zitat wiedergeben, das gerade für uns Deutsche nach wie vor brandaktuell ist, da es viele Fehlentwicklungen erklärt:

Wer die Geschichte vergisst, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen. Nun, wer von der Erinnerung besessen ist, wird durch sie vergiftet.

 

Anhand der Geschichte Südafrikas wird klar, dass es noch etwas anderes gibt zwischen einer strikten Erinnerungskultur und Geschichtsvergessenheit, nämlich die Ausgewogenheit der Vernunft. Man neigt oft dazu, sich einem Extrem zuzuordnen und sich dadurch selber ins Schachmatt zu setzen, statt beide Enden den Erfordernissen mit Verstand anzupassen und so eine individuelle Lösung eines Problems nach Sachlage zu finden.

Und etwas später heißt es:

Nur einmal möchte ich in eine südafrikanische Stadt kommen und eine Statue von jemandem sehen, der ein Buch geschrieben, ein Bild gemalt oder ein Lied komponiert hat. Ich war der schrecklichen Monumente unbedeutender Generäle überdrüssig …

 

Weiter fand ich diese Zeilen am Ende wunderbar, die in gewisser Weise die gesamten 1.300 Seiten beispielhaft auf den Punkt bringen (bitte das Mädchen doppeldeutig, also real und auch als Sinnbild für das Land verstehen):

Ich habe mich in eine junge Afrikanerin verliebt, die viel hübscher ist als die Berufsmodelle mit Holzschuhen, die auf den Postkarten von Holland, Michigan, zu sehen sind, und durch sie lernte ich das beste des Afrikandertums kennen, das mir viel besser gefiel als meine englische Art. Leider heiratete das Mädchen den anderen, den mit dem schussbereiten Maschinengewehr, und ich denke darüber nach, wie ihre Zukunft aussehen wird.

 

Bis aufs letzte Viertel (da wird für meine Begriffe zu viel und zu ausführlich theoretisiert) ein großartiger spannender Roman, der dieses Land besser zu verstehen hilft. Naja, man könnte eine Menge mehr zu dem Buch schreiben, ist klar.

Das nächste wird der Roman „Hawai”, ebenfalls ein über 1.000-Seiten-Schmöker, auf den ich mich schon mächtig freue.

Einen schönen Start ins Wochenende wünsche ich dir und bis morgen in alter Frische 🙂

Und wieder ein 3-Punkte-Tag

1. Hätte die Tasse (klick aufs Bild = größere Ansicht) nicht so einen dicken Rand (mag ich trinktechnisch eher weniger), würde ich sie kaufen, denn ihr Motiv finde ich erstklassig. „Harlekin” mal wieder; man findet da so viele prägnant auf den Punkt gebrachte Aussagen, dass ein Stöbern in deren Shop geradezu die reinste Freude ist.

2.* Letzte Nacht habe ich mein erstes Omelett heißluftfrittiert. Warum kein Foto? Es war zwar sehr lecker und binnen 9 Minuten fertig (4 Eier, Satz, Pfeffer, Käse geraspelt), optisch aber ein wenig misslungen (um nicht zu sagen, arg ramponiert), denn das dafür von mir zurechtgeschnittene Backpapier hatte einen unschönen Faltenwurf erzeugt. Nachdem ich den köstlichen Fladen davon problemlos in 3 Ansätzen mehr oder weniger abgezogen hatte, war somit die äußere Form in 3 Teile zerstört und glich mehr einem Rührei als einem Omelette. Aber es wurden bereits passende Förmchen geordert. Irgendwie komme ich mir dabei wie bei einer Rückentwicklung zum Kleinkind vor: Backen mit Förmchen im Sandkasten. Spielkind halt 🙂

3. Mangels neuer interessanter TV-Serien habe ich mir „1883” nochmal komplett angeschaut. Nach wie vor finde ich diesen langen Western absolut hervorragend.

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* 2.1 Neuer Versuch, 15 Uhr: den der Heißluftfritteuse beigefügten löcherlosen Topf gewählt, also noch ohne Förmchen. Perfektes Ergebnis nach 9 Minuten. Ohne anschließend etwas spülen zu müssen (bis auf den hölzernen Kochlöffel, den Teller und das Besteck natürlich. Am mit einem Hauch Öl eingeriebenen Topf ist nicht ein Krümel haften geblieben). Saulecker 🙂  Das Bild ist durch Klick sogar extrem vergrößerbar:

Serientipp: „Mrs. Wilson”

Wie war das gestern noch mal? Essen nur dann, wenn ich Hunger habe? Dann war ich gestern den ganzen Tag lang ein hungriger Geselle. Besser schreibe ich nicht, was sich genau meine Wenigkeit so alles reingezogen hat. Aber lecker war’s, das kann ich fett unterstreichen.

Dann sah ich letzte Nacht noch den Dreiteiler der BBC „Mrs. Wilson”. Es fällt mir wirklich schwer, diese Mini-Serie ordentlich zu bewerten, denn zum einen ist sie außergewöhnlich gut besetzt und gespielt sowie typisch perfekt von der BBC inszeniert. Auch wird eine äußerst interessante Geschichte erzählt (Stichwort verschiedene Identitäten – aber aus Sicht der bzw. einer Betroffenen), die durchgehend enorme Spannung erzeugt. Andererseits aber gibt es keinen Abschluss, keine zufriedenstellende Auflösung und letztendlich keine objektive Wahrheit der Geschehnisse. Im Abspann wird nach drei Stunden einfach ein Text eingeblendet, dass die wahren Hintergründe, also die Akte, um deren Inhalt es geht, durch den britischen Geheimdienst selbst nach rund 50 bis 80 Jahren immer noch unter Verschluss bleiben, da sie bis heute angeblich sicherheitsrelevante Dinge fürs Land enthalten, was einen ja nur um so neugieriger macht. Das möchte ich gar nicht beurteilen, ist mir auch relativ egal, doch die Enttäuschung, nach drei Stunden aufmerksamen Verfolgens der Serie, plötzlich ein Ende ohne Ende zu erleben, kommt dem Gefühl verlorener Zeit doch sehr nah. Somit kann ich der Serie keine Georg-Punkte geben, denn irgendwie ist sie sehr gut und sehr schlecht zugleich (erhielt Stand heute sagenhafte 100 % Top-Publikumsbewertung bei „Rotten Tomatoes”). Gut und schlecht zugleich kann jedenfalls keinem Durchschnittswert entsprechen, denn eine mittlere Qualität wird der Serie ganz sicher nicht gerecht.

Jetzt bist du natürlich kein Stück klüger als zuvor und es bleibt dir nichts anderes übrig, als dir „Mrs. Wilson” selber anzuschauen und dir deine eigene Meinung darüber zu bilden. Was ja eigentlich sowieso immer der beste Weg ist, nicht wahr?

Ein neuer 3-Punke-Tag

Nicht meine Schuld. Ich musste heute Morgen eine Tüte Pommes essen, weil sie nicht mehr in den Gefrierschrank passte. Der war noch voller als erwartet. Und verkommen lassen oder wegwerfen, das geht ja nun mal gar nicht. Also habe ich mich von den Umständen breitschlagen lassen und die Pommes verwertet. Eigentlich sollte ich für mein vorbildliches ökologisches Verhalten sogar eine Auszeichnung erhalten, findest du nicht?

Tja, allerdings ganz ohne Rezept, nur mit Salz, Ketchup und Mayo. Der gute Özdemir wird sicher schimpfen, und hätte er nicht gerade schon den Auftrag „Rezepte von den Grünen” vergeben – auch wenn die nicht so heißen ist das keine Satire – dann wäre für ihn sicher mein Pommes-Verzehr der Initialzünder gewesen, mich und meinesgleichen zu retten. Also iss auch du noch schnell, was dir schmeckt, denn schon morgen könnte in Fertigprodukten überall Dinkelkram drin sein. Oder Insektenmehl, wer weiß das schon?

Danach habe ich mir dann den schon älteren Spielfilm „A Perfect Day” angeschaut. Ein wunderbarer Film, und trotz all des Kriegselends mit einer gehörigen Portion sarkastischen Humor versehen.

Filmverriss: „Civil War”

Habe gerade den neuen Spielfilm „Civil War” angeschaut. Was ist bloß mit den Amerikanern los, dass sie solch eine Lust an der Selbstzerstörung haben? Nicht alle, ist klar, aber zumindest viele der jüngeren und mittleren Generation (für die Kino schließlich gemacht wird). Keine Außerirdischen greifen mehr an, keine Naturkatastrophen oder Meteoriteneinschläge bedrohen die Zivilisation, ja, nicht einmal mehr der Klimakatastrophe gilt es zu entkommen, all das genügt nicht mehr – heute sind es die eigenen Bürger, die abgemetzelt werden müssen. Naja, so etwas verbreitet sich auch in Europa und zieht in nächster Zeit sicher auch nach Deutschland.

Doch zurück zum Film. „Civil War” war teuer aber wirkt wie eine Low-Budget-Produktion. Größtenteils könnte man ihn mit Szenen aus „Counter-Strike” verwechseln. Schieß auf alles, was auch immer sich bewegt, und reihe brutale inhaltsleere Szenen vom Beginn bis zum Ende aneinander. Ohne das Thema Bürgerkrieg in den USA wäre er ein unbeachteter B-Film.

Inhaltlich ist schlicht gar nichts vorhanden. Das Was, Wieso und Wie bleibt genauso im Dunkeln wie das Leben von vielleicht 400 Millionen Bürgern der USA. Sie kommen in diesem Bürgerkriegsfilm einfach nicht vor. Nicht einmal indirekt. Nur die größtmögliche Ballerei in Nahkampfszenen, sie wirkt in einer Kulisse aus beleuchteten Großstadtwolkenkratzern (ohne Stromausfall bei maximaler Zerstörung) wie entnommen aus einer jugendlichen Fantasie vor den Computerspielen. Das Kind, die jugendlich wirkende kleine Frau, die unbedingt Fotoreprterin spielen möchte und ausgerüstet mit einer alten Retro-Kamera von ihrem Vater aber mit modernen Sci-Fi-Etwicklungs-Tools ist (man will ja als Kinobesucher auch sofort das Resultat ihrer guten Bilder sehen können), überlebt das Schlachten trotz eigener Naivität – ihr Retter und ihre Retterin, von denen sie aus brenzlichen Situationen in letzter Sekunde beschützt wird, und die ihrerseits erfahrene Kriegsreporter sind, werden selbstredend erschossen. Die Genration Z kann sich feiern; ein Film von Kindern für Kinder. Das dumme Gesicht dieses Kindes in Nahaufnahme beschließt dann endlich den albernen Spielfilm. Es soll dabei ausdrucksstark wirken – wir erinnern uns alle noch an „Die Brücke” – in diesem Vergleich ist es allerdings beschämend, welch ein Nichts Cailee Spaeney als Darstellerin und Alex Garland als Regisseur zuwege bringen. Es tut mir wirklich sehr leid, doch „Civil War” ist und bleibt ein B-Movie für Leute, die auf inhaltsleere Ballerei stehen. 1 von 9 Georg-Punkte = Trash.

Ein neuer 3-Punkte-Tag

Nur schnell mal in einem „3-Punkte-Tag” informiert:

1. Irgendetwas scheint bei der Kommentarfunktion zu spacken – ich bin noch nicht dahinter gekommen, ob und falls ja, wann dort welche Fehler auftauchen. Kann auch sein, dass es nur eine temporäre Störung war. Der Update-Wahn bei WordPress insbesondere für die PlugIns geht mir sowieso ziemlich auf den Senkel. Zum Beispiel hat das Statistik-PlugIn drei Tage in Folge jeweils eine neue Aktualisierung der bisherigen Version eingefordert. Das riecht förmlich nach einem Fehler bei denen (der dann vielleicht zu Fehlern in diesem WordPress-Script geführt hatte). Und vor einigen Tagen spackten auch andere PlugIns in ähnlicher Weise. Momentan ist alles in Ordnung und keine Fehlfunktionen werden gemeldet bei sämtlich auf dem letzten Stand befindlichen Versionen, so dass man (du als Besuch und ich in den Einstellungen) nur abwarten und beobachten kann. Abwarten und Tee trinken – so gesehen auch nix Neues, nicht wahr?

2. Apropos Tee trinken und bingen. Mangels einer neuen langen Serie mit vielen Folgen habe ich mir endlich mal wieder die Marvel-Serie „Jessica Jones” reingezogen. Darüber schrieb ich schon 2018 (noch in der alten Formatierung der kleinen Schrift der Google-Software des Blogger-Scriptes). Die Hälfte der 3. Staffel liegt schon hinter mir. Und was soll ich sagen? Ich finde die Serie genauso großartig wie vor 6 Jahren. Vielleicht aus heutiger Sicht mit ein bisschen zu vielen ausführlichen Sex-Szenen (in fast jeder Episode muss mindestens ein Mal ausführlich gerammelt werden – sie ist halt eine albern körperbetonte Serie für junge Leute), doch ansonsten würde ich sie auch heute noch mit 10 von 9 Georg-Punkten bewerten. Klasse Unterhaltung.

3. So lange ich noch binge (bis morgen), halte ich mich von den News fern. Was vielleicht den ein oder anderen Zeitgenossen eh freut, erspare ich ihm somit irgendwelche „Nazi-Einträge” (was heute alles rechtsextrem sein soll, ist einfach nur atemberaubend). Es wird Zeit, dass diese woken Wortverbots-Jünger endlich in ihre Kindergärten zurückgeschickt werden. Wenn man nicht mehr über wichtige Dinge reden kann, weil deren Bezeichnungen ständig oberlehrerhaft angekreidet werden, und wenn man bestimmte Themen nicht mehr diskutieren kann, da jede Kritik an ihnen als Häresie wahrgenommen wird, dann lassen sich auch keine Probleme gemeinsam mehr lösen. Wir sind auf dem Weg ins geistige Mittelalter. Es wird viel Arbeit und Geld kosten, nach den Grün-Linken alles wieder zu reparieren. Daran sieht man mal wieder, das Kaputtmachen der Hard- und Software eines Landes bzw. einer Gesellschaft geht ratzfatz, das Aufbauen und neu Einrichten dauert hingegen bis zu mehrere Generationen lang.

Podcast-Tipp: Über die Kunst des Rosenschenkens

In der relativ kurzen Zeit, seit ich den „Kontrafunk” regelmäßig höre, freue ich mich jede Woche wie ein kleines Kind auf die eine Stunde „Yoyogaga” mit Andreas Thiel. Das ist haargenau „mein Humor”. Seine langsame Erzählweise, die sicher nicht jedermanns Sache ist (!), führt bei mir zu mentalen Freudensprüngen ungeahnten Ausmaßes. Besonders angetan bin ich von seinen spontanen (zumindest wirkt es spontan) Neben-Pointen als Abschweifungen der unterhaltsamen langen Einleitungen, dass ich oft wie aus dem Nichts und für mich selber überraschend vor lauter Lachen losprusten muss, was beim Frühstück schon so manches Mal den Kaffee in der Tasse, die ich zufällig genau dann zu meinem Mund führte, fröhlich überschwappen ließ. Seither benutze ich, und das stimmt wirklich, grundsätzlich immer, also nicht nur für diese wöchentliche Stunde, ein kleines Untertellerchen für die Tasse. O wie ich die Sendung liebe, das kann ich gar nicht in Worte fassen.

Heute, vorhin noch während meines frühabendlichen Frühstücks im Küchenerker, war es wieder soweit. Als „Yoyogaga” nur in einem Nebensatz davon erzählte, dass in der Welt doch ein Missverhältnis bestehe zwischen der verfügbaren Menge von Sprengstoff und den sprengwürdigen Objekten – das erzählt im Zusammenhang mit seinen Schulerinnerungen und der geschilderten Lernkurve des Rosenschenkens – da war es dann wieder soweit: schwupp, kleckerte die nächste Pfütze auf den Untersetzer.

Du kannst diese Episode als 3. Teil der Schulerinnerungen, die Stunde über die Kunst des Rosenschenkens, übrigens als Podcast hier nachhören.

Serien-Tipp: „Ripley”

Mentale Notwendigkeiten (lieber Decke über’m Kopf als vom Wirklichkeits-Wahnsinn wie in einem Nebel verschluckt zu werden) führten heute zu einem Nachholen des verlorengegangenen Schlafs. Oder kurz: meine Wenigkeit hat ausgeschlafen, will sagen, 4 Stunden länger als gewöhnlich. Somit begrüßte ich die verrückt gewordene Welt heute im Abenddämmerungszustand gegen 19 Uhr. Oder jetzt im Tagebuch gegen 21:20 Uhr. Guten Morgen!

Und schon geht’s im hiesigen Kopfhaushalt wieder ums TV und um eine Serie. „Mensch, nee, das nimmt ja schlimme Ausmaße an”, stöhnt das Innere Ich. Es ist aber so, dass ausgerechnet heute, und darauf freue ich mich wie Bolle, noch die letzten beiden Episoden (insgesamt sind es 8) von „Ripley” anstehen, einer mit 10 (von 9) Georg-Punkten bewerteten Krimiserie im Stil der 1930 bis 50er Jahre. Sie ist per Netflix für fast jedermann zu sehen, was ich sehr schön finde, da mit ihr etliche Stunden eines wirklich tollen Genusses möglich sind, mit dem man aus der Welt des Wahnsinns prima entfliehen kann.

Also: zuerst einmal ist es weniger eine Serie als ein langer großartiger Spielfilm. Durchgehend in schwarz-weiß gedreht, was nicht nur nicht stört, sondern dem Genuss sogar noch eine Schippe obendrauf legt. Einfach nur wunderbar dieses Stilmittel! Der zweite wichtige Aspekt ist wohl die Kamera. Jede Szene könnte als eigenständiges Standbild vergrößert, ausgedruckt und hinter Glas als Bild an die Wand gehängt werden. Die Bildkompositionen sind einzigartige eigene Kunstwerke. Die Kameraführung hat gemeinsam mit der Requisite perfekte Arbeit geleistet. Allein diese Mühen der Äußerlichkeit verdienen einen Oscar bzw. das Pendant für TV-Serien. Inhaltlich wird eine geradezu geniale Psycho-Story erzählt, wie man sie ähnlich noch bis Mitte der 60er Jahre verfilmte. Von Hitchcock über Truffaut bis hin zur visuellen Ästhetik der Nouvelle Vague ist dieser lange Film ein Augenschmaus und Krimigenuss zugleich. So etwas hat man schon lange nicht mehr in solch einer vollendeten Perfektion gesehen. Es fällt mir schwer, die richtigen Worte für dieses Highlight zu finden, aber dir wird die cineastische Ausnahmeerscheinung garantiert ebenso gefallen wie mir, weil hier gleich mehrere Stile bedient werden, so dass ein breit gefächerter Geschmack des Publikums bedient wird.

Zuerst dachte ich, mir genüge eine normale Auflösung von 720 Pixel, doch mittlerweile (nach nur wenigen Folgen) habe ich mir die Serie in HD-Qualität mit satten 2 bis 3 GB Dateigröße pro Episode fürs Archiv besorgt – und das, obwohl es gar keine Farben gibt, die hochauflösend besser zur Geltung kämen, sondern einzig und allein, um von diesen exzellenten und atemberaubenden Bildern keinen Verlust hinnehmen zu müssen.

Mir gehen die Superlative für „Ripley” aus. Die Serie solltest du unbedingt anschauen. Es lohnt, es lohnt, es lohnt sich; mehr kann ich dazu gar nicht sagen.

Schuld und Verantwortung (und ein weiterer Serien-Tipp)

Schon 20 Uhr und hier steht immer noch nichts. I’m sooo sorry. In guter Tradition linker deutscher Politik kann ich dafür leider nur die Umstände verantwortlich machen: das sommerliche Wetter, in dem ich viel unterwegs bin und wenn schon zu Hause, dann im wunderschönen Küchenerker sitzen muss. Jawohl, das Wetter zwingt mich förmlich dazu. Und außerdem: wenn ich denn dann weder draußen, noch im Erker herum lümmel, dann ist’s die britische Mini-Serie „Boat Story” die hier im Tagebuch für meine Abwesenheit verantwortlich zeichnet. Denn sie ist tatsächlich ausgezeichnet – bis jetzt zumindest, ich bin nicht sicher, ob sie in den restlichen 5 Episoden noch konstant auf dieser Höhe bleibt, bewegt sie sich doch auf dem schmalen Grat zwischen gelungenem britischen schwarzen Humor und einer ollen Klamotte. Deshalb, auch dafür kann ich ja nun mal nichts, muss ich die Serie erst bis zu Ende anschauen, ansonsten erzähle ich dir an diesem Ort womöglich völlig Unwahres. Das wäre dann zwar auch wieder eine Bestätigung oder das Nachahmen allgemeinen linken politischen Verhaltens, aber so ein bisschen persönliches Verantwortungsgefühl bleibt mir noch erhalten. Ich schweige somit zu einem nicht unerheblichen Teil gerade deshalb, eben aus Verantwortungsbewusstsein. Auch nicht schlecht als Begründung, gell?

Also du siehst, meine momentane Abwesenheit erfolgt nicht unentschuldigt. Ich kann nix dafür, Schuld tragen die multiplen Umstände 🙂

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Nachtrag, 01:40 Uhr: Großartig! „Boat Story” ist eine geniale Serie. Makaber, absurd, voller Leichen und Blut aber dennoch herrlich humorvoll. Vielleicht nicht jedermanns Geschmack, meiner aber schon: 10 Georg-Punkte. Definitiv den Rahmen des Üblichen sprengend.

Serientipp: „Renegade Nell”

Heute stehen mir noch die letzten drei Episoden der achtteiligen Walt-Disney-Abenteuerserie „Renegade Nell” bevor, auf deren anderthalb Stunden Dauer ich mich riesig freue. Dieser erste Einleitungssatz verrät bereits das meiste: 1. die Serie finde ich gut, 2. sie wurde wahrscheinlich hauptsächlich für Kinder und Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene produziert, 3. sie ist ein erzähltes Abenteuer und 4. sie ist lustig. Und genau das ist sie: Humorvoll aber keine alberne Klamotte, kindgerecht schwarz-weiß gemalt und ein Erwachsener braucht nicht nachzudenken. Das Beste überhaupt: die Darsteller agieren in einer mitreißenden Spielfreude. Von Anfang bis zum Ende bleibt einem (mir) das Schmunzeln in den Mundwinkeln erhalten.

Vielleicht bilde ich mir das nur ein, doch die Hauptdarstellerin, Louisa Harland, kommt mir wie eine Reinkarnation der jungen Kate Winslet vor. Ihre Mimik, die Gestik und ihre Bewegungen lassen bei allen natürlich erkennbaren Unterschieden immerzu Kate Winslet vor meinem inneren Auge erscheinen.

Es gibt einen weiteren Aspekt, den ich möglicherweise falsch interpretiere aber um so humorvoller an dieser Serie finde. Nämlich ich sehe hier deutlich eine hintergründige Kritik an der Wokeness (besonders des Disney-Konzerns). Da es eine Fantasy-Serie ist und keine historische, spielen selbstredend ein Drittel schwarze Darsteller mit – aber – der schwarze Hauptdarsteller eines englischen Lords um 1705 ist als Gegenpart gleichzeitig der Böse mit der Schwarzen Magie. Treffender könnte man dies gar nicht bildlich zeigen. Und – hier grüßen die Diskussionen um Zwergendarsteller des Schneewittchen-Films: ein kleinwüchsiger Schauspieler erscheint in einer Nebenrolle, die ein Kind darstellen soll, als widerlicher Denunziant. Klar, diese Rollenzuweisungen, dieses sichtbare Kratzen an der Political Correctness, können reiner Zufall oder anders gemeint sein … wer’s glaubt 😉

Doch auch ohne diese „Georg-Interpretationen” ist die Serie ein wirklich gelungener Spaß für die ganze Familie. Endlich wieder ein großartiger Unterhaltungsfilm von Walt Disney (bzw. eine solche TV-Serie) ohne pädagogischen Auftrag. Man erkennt daran deutlich den Wandel (die Erkenntnis: „go woke, go broke”) und die geschehenen Umbesetzungen der Verantwortlichen innerhalb des Konzerns. Volle 9 Georg-Punkte.

Morgendliches Geschwurbel und ein Serientipp

Guten Morgen um 15:45 Uhr. Seit einer dreiviertel Stunde frühstücke ich gemütlich nach wiederum knapp 9 Stunden erholsamen Schlaf = nachher pilgere ich lockeren Fußes und frohen Gemüts zur nächtlichen Arbeit und zu neuerlichen literarischen Abenteuern in Colorado, mittlerweile im Jahre 1905 angelangt.

Muss ich heute noch die News lesen? Nö, lieber ungebildet und frei in den Tag hinaus als gefangen von den Absurditäten spätrömischer Dekadenz der Politik- und Mediendarsteller.

Letzte Nacht habe ich mir zwei Staffeln einer britischen Miniserie reingezogen. Immerhin je zweimal einen 4-Stunden-Film sozusagen. „Time”, so heißt diese Serie. Es geht um Gefängnisse bzw. deren Insassen und um Wärter sowie den dort arbeitenden Mitarbeitern im Sozialdienst – natürlich exemplarisch jeweils an einer Person festgemacht. Was aber ist das Besondere dieser Serie, zumal Gefängnisserien momentan wie Pilze aus dem Boden sprießen?

Sie ist anders als die Hollywood-Filme (unschuldig Inhaftierte, Abenteuer hinter Gittern, Alibi für eine Brutalinski-Show usw.), zeigt sie doch eine möglichst realistische Sicht der Dinge. Dramaturgisch alles mögliche in einem Handlungsstrang komprimiert – also keine Doku. Die erste Staffel spielt in einem Männergefängnis, die zweite in einem Frauenknast. Die Ungleichheit zu sehen, ist dabei sehr spannend. Den ewigen Gleichmachern der Geschlechter wird der Unterschied zwischen Männer und Frauen klar vor Augen geführt. Verraten möchte ich aber nichts, deshalb (und da ich eh gerade viel zu faul dazu bin) gibt’s hier auch keine Nacherzählung. Nur so viel: Beide Staffeln bekommen 9 Georgpunkte. Die Serie wurde archiviert.

Ansonsten bis Samstag irgendwann im Laufe des Tages. Du schaffst die letzten beiden Tage dieser Woche auch noch locker, bevor es dann in dein wohlverdientes Wochenende geht.