Serientipp: „Constellation”

Inneres Ich: „Oh, das ist eine Serie genau nach deinem Geschmack.”

Ende zweite Folge: Die Mutter ruft „Wo ist sie?” und bückt sich zu ihrem um die zehn Jahre alten Kind. „Hast du sie denn nicht gesehen?” „Wen?” fragt das Kind. „Dich! Komm, wir müssen los!”, schreit Mutter durch die geöffnete Haustür einer Blockhütte hinaus in den Schneesturm. „Wir müssen sie suchen!” „Wen?”, antwortet die Tochter voller Verzweiflung. „Komm schon! Es ist zu kalt, sie erfriert, wir müssen sie suchen”, treibt Mutter sie an und zerrt sie hinter sich her nach draußen in die frostige nordische Nacht. „Aber wen denn?”, ruft erneut flehentlich die Tochter. „Dein anderes Ich”, antwortet die schon im Laufen befindliche Mutter …

Die ersten drei Teile der neuen Apple-Serie „Constallation” sind verfügbar. Für die anderen fünf muss ich nun je Teil eine Woche warten. Das ist grausam! Denn die Serie gefällt mir bis jetzt außerordentlich gut. Spannend von der ersten bis zur letzten Sekunde. Gebannt saß ich vorm Monitor und bemerkte nicht, wie die Zeit verrann. Genau darum ging’s auch bis jetzt: Ein wissenschaftliches Experiment auf der ISS, ein Unfall, eine Notevakuierung mit zwei Sojus-Kapseln und äußerst merkwürdige Dinge im Erleben der Astronautin mit dem Zeitverlauf. Und ich ahne nicht im Geringsten, was da wohl hinterstecken mag, was jetzt noch kommt.

Inneres Ich: „Du hast ja noch eine Episode!”

Genau! Deshalb bin ich nun auch wieder raus aus dem Internet und dem Tagebuch. „Lass mich! Ich muss jetzt gehen!” „Wohin?” „Bin des Rätsels Lösung auf der Spur …”

Serientipp: True Detecktive – Night Country

Hachja, erst einmal musste ich dringend die 4. Staffel „True Detective” zu Ende schauen.

Inneres Ich: „Und? Wie fanst’es so?”

Tja, eigentlich bin ich der Falsche, den man dazu fragen kann, denn ich sehe diese Serie komplett gegensätzlich als fast alle anderen Filmkritiker. Allgemein wird überall geschrieben, die 1. Staffel sei mit Abstand die Beste gewesen und die 2. Staffel die schlechteste (auch dieses „mit Abstand” wird überall unterstrichen). Das möchte ich so nicht stehenlassen, denn für mich war die 2. Staffel die – Achtung: mit Abstand – beste Staffel, gefolgt von der neuesten 4. Staffel. Denn in der 2. Staffel wurde eine gelungene morbide Grundstimmung erzeugt, die ich ähnlich empfand wie bei Taylor Sheridans Serie „Mayor of Kingstown”. Die 4. Staffel nun verbreitet ebenfalls eine fremdartige Grundstimmung, ein Gemisch aus Morbidität und Mystik. Eher an ihren Leben bzw. an den Berufen gescheiterte Personen geben sich vor dem Hintergrund einer angedeuteten nordischen Sagen- oder Mythenwelt ein Stelldichein. Diese morbiden Atmosphären der 2. sowie der 4. Staffel machen für mich das Besondere dieser Serie aus, nicht aber der vordergründig geschilderte Kriminalfall.

Betrachte ich die Staffeln nur rein logisch, so müsste ich den Kritikern zustimmen: der Mordfall der 1. Staffel ist komplexer als alle anderen der weiteren Staffeln. Ich befürchte aber, dass beispielsweise das Lob der 1. Staffel allein der Sensationsgier für das Böse geschuldet ist (ähnlich wie bei „Hannibal Lecer”), das der 3. Staffel hauptsächlich mit dem Rassismus der amerikanischen Südstaaten zu begründen ist und das den Zuschauern zeigen soll, wie er sich bis in die 1960er Jahre aufrecht erhalten konnte. Das große („mit Abstand”) Lob scheint mir also vornehmlich politisch begründet zu sein. In der nun 4. Staffel wird erneut dasselbe Muster verwendet, allerdings tauscht der Rassismus als Grundtenor mit der Mystik, die heutzutage ebenfalls modern und angesagt ist, seinen Platz. Natürlich sind die wirklich Bösen die Kapitalisten, deren Firma mächtig und unangreifbar erscheint, da Politik und Polizei allesamt von ihr gekauft wurden und sie ihr Geld auf Kosten der Ureinwohner erzielen kann. In dieser Hinsicht bleibt die Intention genauso billig wie bei der 3. Staffel, in der letztlich ebenso alle Menschen von der Macht eines bösen reichen Plantagenbesitzers, Industriellen und Lokalpolitikers korrumpiert wurden. Also insgesamt wird bei „True Detective” immer penibel darauf geachtet, einem modernen, woken, linken Publikum genug Stoff zu bieten, der ihre naive Schwarz-Weiß-Weltsicht untermauert.

In der 4. Staffel tritt dies aber klar in den Hintergrund und es wird vielmehr versucht, das Publikum der angesagten Mystery-Serien und Filme zu unterhalten. Das ist gar nicht schlecht gemacht, finde ich, da damit nicht übertrieben wird. Obwohl dies arg auf Kosten des Kriminalfalls geht, denn hierzu fehlt der Staffel eine Menge. Fast erscheint das Ende bzw. die Auflösung wie zum Schluss einfach mit einem Hefter angetackert. Viele Dinge bleiben im Dunkel oder einfach unerwähnt, was mein Interesse an dieser Staffel nicht befriedigt. Aber – es folgt ein großgeschriebenes ABER – die 4. Staffel punktet enorm durch ihre Schauspieler und durch die wunderbaren Bilder einer dunklen Eislandschaft am Polarkreis. So etwas habe ich dann bisher auch noch nicht gesehen. Es fasziniert und erklärt schließlich die allgemeine Depression der Menschen des Nordens. Ein halbes Jahr ohne Sonnenlicht, das macht schon etwas mit denjenigen, die jahrelang dem ausgeliefert sind. Natürlich: es ist Hollywood und die Serie ist für ein westliches Publikum erschaffen, da wird auf das Seelenleben der Ureinwohner kein bisschen eingegangen. Nur von unserer westlichen Zivilisation assimilierte Hauptdarsteller der Ureinwohner dürfen vorkommen, echte Ureinwohner bleiben Statisten, die lediglich den Rahmen der Geschichte ausschmücken. Naja, schaue dir diese 4. Staffel selber an, sie lohnt allemal.

Abschließend die Gesamtbewertung der Staffeln aus meiner Sicht in „Georg-Punkten”:

Staffel 1 = 7 Punkte
Staffel 2 = 9 Punkte
Staffel 3 = 7 Punkte
Staffel 4 = 8 Punkte

Filmtipp: „Flora and Son”

Wie wunderbar! Auf der monatlichen Liste der DVD-Veröffentlichungen, von der ich die mir zusagenden Filme downloade, fand ich zufällig „Flora and Son”. Er fiel mir erst nach dem zweiten Mal der Durchsicht auf. Kurz den Inhalt gelesen, so befand ich ihn grenzwertig aber lud ihn dennoch auf meinen Rechner. Man kann ja besser in einen Film zu viel reinschauen, als etwas Gutes zu verpassen, nicht wahr?

Also begann ich heute Mittag mit dem Film eher gelangweilt, erwartete rein gar nichts. Nach ca. 10 Minuten weckte er mein Interesse und nach einer halben Stunde begann er mich regelrecht zu fesseln. Am Ende blieb ich noch minutenlang vor dem wieder schwarzen Bildschirm sitzen und sann über das Gesehene nach.

Im Prinzip ist es derselbe Inhalt und auch in einer sehr ähnlichen Dramaturgie gedreht wie beim Geniestreich „Can a Song Save Your Life?”. Was auch kein Wunder ist, da beide Filme vom selben Filmemacher stammen (Buch und Regie), John Carney. Bei „Flora and Son” geht die Geschichte etwas in die Breite (die Verbindung Internet/Musik ist schließlich nicht mehr ganz so neu) und verwandelt sich zusätzlich in ein wunderbares generationsübergreifendes Crossover der Musik. Er transportiert dasselbe positive Gefühl. Die Botschaft, dass Musik nicht nur dein Leben verändern kann, sondern dass sie heilt und dem Leben neuen Sinn gibt.

Klar, das versuchten und versuchen unzählige Filme. Die Menschen sind ja auch verschieden. Für mich – und nur davon kann ich schreiben – hat nun „Can a Song Save Your Life?” ganz oben auf der Liste der Genialität mit „Flora and Son” einen gleichwertigen Partner gefunden: beide Filme sind einfach nur mit das Beste zu diesem Thema, was ich jemals gesehen habe.

Also falls du die Gelegenheit bekommst, genieße diese Filme. Vielleicht wirken sie ja bei dir genauso nach wie bei mir. Das wäre sehr schön.

E-Dampfe als Requisite für Sci-Fi-Serie

Na, wenn das nicht faszinierend ist, dann weiß ich’s auch nicht. Nachdem ich in den letzten Jahren schon zwei Mal die Serie „The Expanse” gesehen habe, lud ich sie fürs dritte Mal gestern in einem hochauflösenden Format herunter. So lassen sich nämlich sehr schön die vielen kleinen Details erkennen. Die erste Staffel der Serie stammt von 2015, so dass man gut von den Vorbereitungen dafür ab 2013/14 ausgehen kann. Regisseur und Requisite waren für dieses heute als exzellenter Geheimtipp gehandelte Science-Fiction-Epos natürlich an futuristischen Gegenständen interessiert – und wie es just diese Zeit ergab, startete das E-Dampfen eine kurze Zeit lang gerade zu seinem Höhenflug durch. Mindestens einer der Filmcrew hinter den Kulissen muss ebenfalls ein E-Dampfer gewesen sein, denn was ich plötzlich aufgrund der hohen Bildauflösung zu Gesicht bekam, war doch tatsächlich mein alter „Kangertech Simar 20, Gravity” Akkuträger, der erstmalig als bezahlbares Modell aus dickem schweren Edelstahl gefertigt wurde und dessen Steuerung in einer Mischung aus Tastendruck und Bewegungen erfolgte. Diese E-Dampfe dient bei „The Expanse” als ein Analysegerät für Bio-Proben. Des Weiteren wurde als Pendant einer futuristischen kameratauglichen Spritze – was mich letzte Nacht wirklich von den Socken haute – der Kangertech-Verdampfer „Geni-Tank” verwendet, von dem sogar die Typenbezeichnung im Bild noch etwas zu erkennen ist.

Also nicht allein bei „Raumpatrouille Orion” wurden Alltagsgegenstände wie Bügeleisen & Co. als futuristische Schalthebel und allerlei technische Dinge in Szene gesetzt, nein auch heute bedient sich sogar Hollywood normaler Gebrauchsgegenstände. Wobei man der Requisite zugute halten kann, dass die „Garvity” seinerzeit in der normalen Bevölkerung völlig unbekannt war und sie garantiert auch heute noch von kaum jemandem als E-Dampfe erkannt wird. Man muss sie selber besitzen, dann sieht man es sofort.

Klick aufs Bild = größer:

Neue woke Serie: „The Winter King”

Wegen der vielen guten Kritiken in den Medien habe ich mit der Serie „The Winter King” begonnen, sie dann aber bereits nach der Pilotfolge wieder gelöscht. Meine Güte, die Leute, die uns allen den woken Zeitgeist überall aufzudrängen versuchen, haben es nun vollends übertrieben. Nach der Antike zum Übergang ins frühe Mittelalters leben auf der britischen Insel, wenn’s nach ihnen geht, knapp die Hälfte oder zumindest ein Drittel der Bevölkerung farbige, sprich schwarze Menschen. Selbst an schwarze Druiden sollen wir glauben. Weshalb dann nicht gleich ein schwarzer König Arthur? Davor scheuen sie sich noch. Jaja, das immer wieder vorgetragene Argument, solche Filme und Serien seien schließlich keine wissenschaftlichen Dokumentationen, sondern alberne Fantasy-Filme, kenne ich. Komisch daran finde ich nur, dass es kein Andersherum gibt, etwa dass weiße Menschen afrikanische Ureinwohner verkörpern, oder wenigstens Asiaten in deren Rollen schlüpfen, dies sei dann nämlich eine kulturelle Aneignung, die nicht zu rechtfertigen ist. Aha.

Jetzt könnte (und würde) ich ja darüber vielleicht sogar hinwegsehen, es ist schließlich Theater, ein Spiel, und spielen darf jeder Mensch, was er will, wenn der Inhalt dieser Serie wenigstens etwas Besonderes wäre oder einen gewissen Unterhaltungswert besäße. Doch „Winters King” ist so ein alberner Fantasy-Schrott wie die Mutter dieser Serien, „Games of Thrones”. Mit ihr begann die Albernheit der woken Unterhaltung über das Mittelalter. „Winters King” ist vor typischen dummen Klischees nicht auszuhalten. Kitsch vom Allerfeinsten.

Grundsätzlich bin ich mal gespannt, wie lange die Welle dieser woken Mittelalter-Fantasy-Streifen noch anhält. Irgendwann geht sie zu Ende, das ist klar. Seltsam finde ich auch, dass der woke Zeitgeist anscheinend auf mehr und mehr Brutalität förmlich abfährt. Widerspricht das nicht eigentlich dem eigenen Anspruch einer gerechteren und vor allen Dingen friedlicheren Welt? Welche unterdrückten Urinstinkte werden da von den Produzenten solcher B-Ware beim woken Publikum geweckt oder befriedigt? Achso, ja, stimmt, die Grünen sind schließlich auch zu Kriegstreibern in der Welt geworden. Irgendwie hat die gerade erwachsen gewordene junge Generation nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Mit diesem harmlosen kleinen Rant möchte ich’s mal für heute belassen. Es ist kein negativer Tagebucheintrag, denn es hat mir großen Spaß gemacht, ihn zu virtuellem Papier zu bringen. Ich finde den woken Zeitgeist eigentlich nur noch urkomisch und schüttle mich immer öfter vor Lachen. Ganz besonders über die Klima-Irren, doch das wäre ein Kapitel für sich (man warnt schon medial vor Frost im Winter als Extremwetterereignis und, wie kann es anders sein, als Zeichen der Klimaerwärmung. Muss man nicht verstehen, ist, wie gesagt, irre). Aufregen kann ich mich über diese komischen „Gesell:innen” längst nicht mehr. Gut, dass wir alle selber entscheiden, welchen Mist wir im TV anschauen und was eben nicht.

Und wo wir schon bei Fantasy-Storys sind: Es grüßt dich heute der Ritter Georg, der Retter der Königstöchter und legendäre Drachentöter.

Filmtipps: „Leave The World Behind” und „Killers of the Flower Moon”

Unbedingt empfehlenswert: „Leave The World Behind” mit Julia Roberts und Ethan Hawke. Derzeit haben Endzeit-Thriller bekanntlich Hochkonjungtur. Sie überbieten sich dabei mit spektakulären Computeranimationen und allerhand Schnickschnack noch und nöcher. Anders kommt „Leave The World Behind” daher, nämlich unspektakulär, was dem Film viele Daumen nach unten beim wahrscheinlich jungen Publikum einbrachte. Es gibt ein paar „schöne” Szenen aber keinen Trash. Natürlich ist dieser Thriller keine Komödie, dennoch kam ich aus dem Lachen kaum noch heraus, als die vielen selbstfahrenden weißen Teslas alle ineinander krachten und fortan die Autobahnen verstopften. Ja, Szene verraten, mehr aber nicht, denn das mit den Teslas ist überall zu lesen. Grandios! Ansonsten ist der Film eine gelungene Mischung aus einem Kammerspiel und einem einfachen Spielfilm – ABER er ist absolut hochspannend und zwar von der ersten bis zur letzten Minute. Sein Ende, für den der Film vom Publikum auch arg gescholten wurde, ist großartig und meiner bescheidenen Meinung nach genau richtig, gerade weil es offen bleibt. 2 Stunden und 20 Minuten gute Unterhaltung, die noch dazu zum Nachdenken anregt (keine Sorge, ich glaube die Worte Klima oder Krise kommen nicht ein Mal vor). 9 von 10 Bewertungspunkte.

Ebenfalls sehr gut (8 Punkte) hat mir der Scorsese-Streifen „Killers of the Flower Moon” mit Robert De Niro und Leonardo DiCaprio gefallen. De Niro endlich wieder in einer Paraderolle eines wirklich fiesen Menschen, die er immer so toll spielen kann. DiCaprio finde ich eine schlechte Wahl für die Rolle, auch wenn er mimisch seine Gesichtsmuskeln enorm anstrengt, um durchgehend die Mundwinkel herabhängen zu lassen und Stirnfalten zu erzeugen. Insgesamt ist sein Schauspiel aber schon als gelungen zu bezeichnen. Kann man mit leben. Fast 3 Stunden und 30 Minuten Länge hat der Film – kürzer wäre wahrscheinlich besser gewesen, doch so ausführlich dreht Martin Scosese nun mal seine Filme. Das weiß man halt vorher.

Serientipp: Letzte Staffel von „The Crown”

So, nun konnte ich die restlichen 6 Episoden von „The Crown” ansehen, die tatsächlich so gut sind, dass ich sie am Stück gebingt habe. 6 Stunden ohne eine Sekunde Langeweile. Diese Episoden machen den ermüdenden Überdruss der 4 ersten Episoden zuvor, in denen es, wie gesagt, nur um Diana geht, wieder wett. Jetzt bewerte ich die 6. Staffel als Gesamtheit auch mit 9 von 9 Georg-Punkten (andernfalls wären es vielleicht sogar 10 geworden).

Zum Ende hin wird es ein klein wenig rührselig aber nicht im Geringsten kitschig. Und der Beginn der Liebesgeschichte zwischen Kate und Prinz William wurde wunderbar inszeniert mit erstklassigen Darstellern, auch das hat mir außergewöhnlich gut gefallen. Aber hier und jetzt wird ja nicht etwas nacherzählt, das musst du einfach selber sehen. Es geschieht noch viel mehr drumherum, so dass sicher jeder etwas findet, das ihm besonders gefällt oder berührt. Insgesamt eine wirklich erstklassige Serie, würde ich sagen.

Serientipps

Oja, letzte Tage hatte ich ein Video versprochen, eine kleine Room-Tour. Hab’s nicht gehalten. Aber nur, da ich mich entschied, sie erst dann zu machen, wenn wirklich alles fertig ist. Das kleine Badezimmer ist so gut wie fertig, allerdings kommt Dienstag noch der Klempner, da sind ein paar wenige Undichtigkeiten am WC zu reparieren. Ebenso in der Erkerküche an der Spüle. Und dann habe ich das Schlafzimmer nach wie vor nicht begonnen. Es kam immer etwas dazwischen. Der Vorsatz steht aber, es vor Weihnachten hin zu kriegen.

Medial gibt es, wie gestern schon gesagt, nichts zu reflektieren. Wahrscheinlich war ich noch nie so uninformiert wie heute. Aber soll ich dir mal etwas sagen? Es tut mir richtig gut.

Dafür habe ich 6 Episoden von der Kitsch-Serie „The Gilded Age” gesehen. Sie gefällt mir ausgesprochen gut. Man braucht nicht nachzudenken, wird nicht unangenehm vor den Kopf gestoßen, Gut und Böse sind klar getrennt (gute Personen sind schöne, kluge und höfliche Menschen, böse sind hässlich und brutal). 8 von 9 Georg-Punkte.

Des Weiteren sah ich 3 Episoden der Apple-Serie „Slow Horses”. Hier wird im Vergleich zu den ersten beiden Staffeln noch mal eine Schippe schwarzer Humor und Absurdität aufgelegt. Da scheue ich mich nicht, sie bis jetzt als genial zu bewerten. 10 von 9 Punkte.

Und 5 Episoden der ebenfalls Apple-Serie „For All Mankind” liegen auch schon hinter mir. Diese 4. Staffel ist – wieder bis jetzt – deutlich besser als die Staffeln zuvor, in denen doch viel zu viel uninteressante Beziehungsgeflechte ausgebreitet werden. Teilweise konnte ich sie mir nur mittels schnellem Vorlauf ansehen. Die 4. Staffel werte ich mit 6 bis 7 von 9 Punkten.

Und @Barbara: Die 6. Staffel „The Crown” ist inhaltlich über satte 4 Episoden „Diana-lastig”, was ich persönlich als zu lang empfinde, andere wahrscheinlich aber als genau richtig. Natürlich sind diese 4 Episoden routiniert gefilmt und wieder mit sehr guten Darstellern besetzt. Eigentlich wird diese Staffel erst mit der kommenden 5. Episode interessant. Wobei natürlich hier ein Dilemma besteht, denn so näher die Geschichte an die Gegenwart heranreicht, desto frischer sind die Erinnerungen der Zuschauer, eben anders als die 50er bis 80er Jahre. Deshalb lasse ich auch eine Bewertung vorerst noch bleiben. Egal was ich schreibe, es würde den bisherigen 4 Episoden nicht gerecht werden.

Und das war’s auch schon wieder für heute. Einen angenehmen Sonntagabend wünsche ich dir.

Filmtipp: „Interstellar”

Heute habe ich packmäßig fast gar nichts getan. Termine außer Haus waren nötig. Dann sah ich mir vorhin den zweieinhalbstündigen Spielfilm „Interstellar” endlich wieder einmal an. Ein sehr kompliziert zu folgender, echter Science-Fiction-Film. Weniger über Abenteuer im Weltraum geht es darin als vielmehr um die Physik und die Quantenmechanik. Und um eine 5. Dimension.

Eine Menge wurde über den Film schon geschrieben, je rätselhafter er jemandem erscheint, desto aufgeladener wird sein Inhalt verstanden. Auch war der Film 2014 in der deutschsprachigen Kritik eher gefloppt, weil ihn kaum jemand verstanden hatte, daran erinnere ich mich noch sehr gut, doch trotzdem erwies er sich schlussendlich weltweit als ein kommerzieller Erfolg, was seine Einspielergebnisse betrifft. Das Groß der Menschen scheint klüger zu sein als die Kritiker. Auch ich selber war nicht schlauer als jemand, der den Film zum ersten Mal sah, habe ebenfalls lange und mehrere Male das Anschauen benötigt, um alles so einigermaßen zu verstehen. Wenn ich jetzt sage, die 5. uns unbekannte Dimension sei die der Liebe, und dass uns diese Erkenntnis von den Brüdern Christopher und Jonathan Nolan mitgeteilt wird, dann weigert sich natürlich mindestens die Hälfte der Fangemeinde von „Interstellar” so etwas anzunehmen, denn nach ihrer Ansicht handelt der Film über alles mögliche, von Poltergeistern, Außerirdischen bis hin zur trockenen Physik, keinesfalls aber über die in ihren Augen profane Kraft der Liebe.

Naja, jedenfalls war „Interstellar” heute ein abermaliges Filmfest, das mich fast drei Stunden lang fasziniert und gebannt eine Pause von der Realität einlegen ließ. Man kann dergestalt prima runterkommen, auf welchen Gipfeln man sich auch gerade befindet. Morgen geht es weiter mit Terminen außer Haus, bevor mindestens eine neuerliche 12-stündige Pack- und Räumorgie stattfinden wird. Es dauert nicht mehr lange, dann wird auch meine Welt generalüberholt im neuen Glanze erstrahlen. Der Weg ist kurz aber anstrengend, doch er lohnt sich ungemein. Bis dahin (dann erzähle ich auch endlich mehr darüber) wünsche ich dir einen möglichst trockenen Herbsttag in der gerade an eine Regenzeit erinnernden Witterung im Lande der medialen Dürre.

Zeit-Reset und Binge-Watching

Meine innere Uhr wird gerade neu justiert. Es könnte sein, dass dies mit dem Herbstanfang zu tun hat. Es braucht dafür rund 3 Tage, um wieder in den richtigen Nacht-Rhythmus zu gelangen. Also werde ich heute die meiste Zeit das Internet ausgeschaltet haben und mir endlich einen Wunsch erfüllen, nämlich so richtig lange zu bingen. Das kann man nicht so nebenher machen, da ich quasi in die erzählte Geschichte mit Haut und Haaren hineingesogen werden möchte.

Inneres Ich: „Ist das nicht wie eine Droge? Spielsucht zum Beispiel?”

Eine Frage der Definition: Für mich ist es vergleichbar mit dem Lesen eines Romans. Auch dort falle ich in die erzählte Geschichte hinein. Da ich keine Computerspiele spiele, kann ich nicht sagen, ob es damit ähnlich ist – wahrscheinlich ja, wenn es um Abenteuerspiele geht und nicht um Jump ‘n’ Run Spiele oder um reine Ballerei. Den negativen Begriff „Droge” kann man letztlich für jeden Zeitvertreib benutzen; das war auch früher nicht anders. In Zeiten vor dem elektronischen Entertainment galt ich als Leseratte (wieso Ratte?) und meistens ebenfalls als ein Sonderling. Mir und ebensolchen anderen wurde vorgehalten, Romane als Fluchten aus der Realität zu benutzten. Es ging aber auch anderen Leuten ähnlich. Sogar Marathonläufern, die stundenlanges tägliches Training benötigten, wurde von „ganz spitzfindigen Zeitgenossen” unterstellt, sie nutzten den Sport lediglich dafür, um körpereigene Endorphine zu erzeugen, die sie „glücklich machten”.

Man kann sagen, dass eigentlich alles, das von der Normalität des schnöden Alltags ablenkt, immer schon als Droge bezeichnet wurde. Nichts Neues unter der Sonne. Menschen sind halt ziemlich einfach gestrickt, wenn es um die Zuordnung anderer in irgendwelche Schubladen geht. Alles, was nicht ist wie sie selber, wird verdächtigt, negativ zu sein. Diese Leute begreifen natürlich alleine sich als normal, also als positiv. Wie ermüdend einfallslos sind doch solche schlichten Gemüter, nicht wahr?

Inneres Ich: „Und was schaust du dir heute an?”

Jaahhh, darauf freue ich mich jetzt schon riesig! Weil ich es mir seit fast einem Jahr schon mehrfach vorgenommen hatte, die lange Zeit dafür aber nicht zur Verfügung stand. Man kann so etwas schließlich nicht übermüdet angehen, bestimmte Romane sollte man besser ausgeschlafen und hellwach erleben. Es ist die 10-stündige Taylor-Sheridan-Westernserie „1883”, von der ich letztes Jahr schon so sehr geschwärmt hatte. Kurze Pausen hinzugerechnet, so bedeutet das ein rund um die Uhr Binge-Watching in meiner abgedunkelten Höhle ohne irgendwelche Ablenkungen (Klingel, Internet, Menschen, Mata Hari usw.) 🙂

Gehab dich derweil wohl, genieße auch du was auch immer und egal, wer was dazu sagt.

Serientipp: „Wilderness”

Es ist (mein) Abend, spät gegen 11 Uhr, ich befinde mich zwischen Tür und Angel auf dem Weg ins Bettchen. Aber eines brauchte es heute Morgen nach der Arbeit unbedingt noch, bevor irgendetwas anderes geschah: und zwar musste ich die letzten 3 Episoden der britischen Serie „Wilderness” schnell noch sehen.

Und das kam so: Gestern Nachmittag lud ich diese 6-teilige Serie mangels vielversprechender Alternativen herunter. Wenn du den Inhalt liest, ist ein müdes Gähnen unausweichlich. Alles tausendmal schon gesehen, denkst du, wieder ein schnulziges Beziehungsdrama. Schöne Menschen mit viel Sex im modernen Lifestyle für voyeuristische Teenager-Blicke oder als besorgniserregende Weisheiten für junge erwachsene Paare, eben eine Serie vom Fließband wie jede zweite andere auch. In etwa mit dieser Lustlosigkeit begann ich die 1. Episode. Und ehrlich gesagt, ziemlich ähnlich empfand ich sie sogar bis zu ihrem überraschenden Ende. Nur ihm ist zu verdanken, dass es mich überhaupt in den 2. Teil hinein zog.

Der war aber schon bedeutend überraschender, so dass ich gerne bei vollends erwachtem Interesse den 3. Teil sah. Und da wurde ich gepackt. Umklammert von der kalten Hand der Spannung. Gleichzeitig mit einer gewissen Freude über das abgrundtiefe Böse, das in uns allen verborgen schlummert.

Die Wendungen dieses Psycho-Krimis verlaufen derart grotesk aber nachvollziehbar, dass man hier sogar von einem Suchtfaktor erster Güte reden könnte, der durch sie erweckt wird. Allein die Arbeit kam mir dazwischen, sonst hätte ich nie pausiert. Als ich dann heute Morgen zu Hause ankam, riss ich mir die Kleider vom Leib, zog die ausgeleierten Jogging-Sachen an und startete den Play-Knopf bereits, noch bevor das Teewasser kochte.

Erstklassige Schauspieler spielen ein „böses” Buch nach mit Hilfe einer durchdachten Regie. Für mich eine absolute 9-Punkte-Serie, gelungen von A bis Z. Ich betone extra „für mich”, denn ich glaube, nicht alle werden diese Serie mögen. Sie hat mit die schlechtesten Kritiken in der Film- und Serienwelt bekommen, die man sich vorstellen kann.

Leider ist es aber so, dass bei dieser Art von Psycho-Krimis nichts vorher verraten werden darf, da jedes Detail und jedes Wort bereits das eigentliche Sehvergnügen schmälert. Wahrscheinlich ist auch deswegen fast überall nur nichtssagender Text als Inhaltsangabe zu finden. Sogar bei den schlechten Kritiken bleiben diese Inhaltsbeschreibungen eigentümlich leer. Dies könnte allerdings auch an einer gewissen Gleichgültigkeit der Serie gegenüber liegen. Wie gesagt, die meisten Leute mögen sie nicht. Doch egal was ich an Leistungen der Schauspieler jetzt loben würde, es verriete schon zu viel.

Und jetzt weißt du kein bisschen mehr als zuvor. Naja, kommt vor.

Alter und wiederholter Filmitpp: „True Grit”

Zu viele schlechte oder mittelprächtige Spielfilme habe ich in letzter Zeit gesehen. Da heute wegen der Inflation von Serien ja sowieso kaum noch Spielfilme über eine B-Qualität hinaus gedreht werden, findet man vielleicht einen gelungenen Film im halben Jahr. Wie gut, wenn man da auf ein Archiv mit Hunderten erstklassigen Spielfilmen aus den vergangenen Jahrzehnten zugreifen kann. Mag sein, dass sich viele von ihnen auch mittlerweile streamen lassen, doch noch praktischer finde ich den einfachen Doppelklick mit der Maus und schon lässt sich dort hereinschauen und schnell entscheiden, ob er gerade passend ist oder nicht. Tatsächlich kann ich nämlich schon bei vielen Filmen, vor allen Dingen derjenigen mit nachträglich versehenen deutschen Titeln, kaum noch den Inhalt der Originalfilme zuordnen, aber in dieser Art kurz hereingeschaut ist es super leicht: den Schieberegler ein paar Mal „vorgespult” und schon frischt die Erinnerung wieder auf.

Lange Rede, kurz ihr Sinn …

Inneres Ich: „Ach, ganz mal was Neues.”

… als Western-Fan stand mir heute der Sinn nach einem bestimmten Film, ein humorvoller, dramaturgisch gelungener, schauspielerisch erstklassiger und im Gedächtnis nachhallender Western, ein Film für Herz und Verstand gleichermaßen, mit etlichen schrägen Figuren gespickt, politisch ganz und gar nicht korrekt oder woke, dennoch mit geradlinigen Hauptdarstellern aufrichtigen Charakters, der mich fast drei Stunden lang aus der Realität beförderte hinein in ein gewagtes Abenteuer eines 14-jährigen Mädchens, das gemeinsam mit einem alten Marschall und Alkoholiker sowie einem arroganten Texas Ranger einen Mörder in der Prärie des amerikanischen Westens im ausgehenden 19. Jahrhundert jagt: „True Grit” heißt dieser Spielfilm der Brüder Coen mit Hailee Steinfeld, Jeff Bridges und Matt Damon in den Hauptrollen. Einer der Top-10-Western überhaupt. In Nebenrollen u.a. mit einer Paraderolle für Dakin Matthews und mit einem unbekannten Darsteller namens Ed Corbin – letzterer im Bärenfell gehüllt als schrulliger alter Trapper, der nach eigener Auskunft Zahnheilkunde praktiziere, „Tierheilkunde und außerdem Medizin an all jene Menschen, die dafür stillhalten” – eine großartig skurrile Filmszene!

Inneres Ich: „Über „True Grit” hast du vor Jahren doch schon einmal im Tagebuch geschrieben.”

Genau. Und wie gut die Such-Funktion von WordPress arbeitet (rechts unten das Suchen-Widget), hat mich vorhin ziemlich erstaunt, denn stammt dieser Mini-Film-Tipp doch aus dem alten Blogger-Tagebuch und ist als winziger Teil einer 300 MB umfassenden xml-Datei dem Archiv des neuen WordPress-Tagebuchs per Mausklick hinzugefügt worden. Doch keine Sekunde bedurfte es und der 8 Jahre alte Eintrag erschien vor meinen Augen.

Jetzt, nach diesem Filmgenuss, wünsche ich dir einen entspannten Dienstag und sage erst mal gute Nacht.