Wetterwandel

Tschüssi Winter! Vorerst jedenfalls. Hier am Niederrhein steigen schon die Temperaturen. Es ist noch Nacht und wird wärmer und wärmer – und regnet. Heute Mittag werden schon 6 Grad erwartet, ab Dienstag soll es hier zweistellig plus werden. Frühling ist das allerdings noch nicht so ganz, denn „Wetter-Online” prognostiziert über eine Woche lang Regen fast ohne Unterlass bei Temperaturen von um die 10 Grad.

Mir ist aus den Fenstern im Küchenerker dieser Anblick des Elends, der sterbenden Schneelandschaft, zuwider, davon kriegt man höchstens Depressionen, also ziehe ich tagsüber maximal ein Rollo hoch wegen des Tageslichts.

Wobei mir gerade beim Schreiben des Begriffs „Wandel” und „Wetter” meine uralte Webseite „Wandelmond.de” in den Sinn kam. Habe sie mal eben eingetippt und sieh an – sie existiert tatsächlich immer noch. Seit nunmehr 25 Jahren besteht sie aus einem einzigen animierten Gif (Bild). Diese alte Webseite hatte ich komplett vergessen. Boah, daran sieht man, wie doch die Zeit voranschreitet.

Geh auch du heute bloß nicht unter. Es dauert aber wohl, eh der Regen übers ganze Land hinweg zieht. Schneebälle sind jedenfalls nicht mehr angesagt, das Nassmachen ist die neue Mode. Hoffentlich bist du nicht wie ich wasserscheu*, falls doch, verkrieche dich am Besten 24/7 ins Trockene.

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* Nur zur Info: Wasserscheu heiß nicht, dass ich nicht schwimmen könnte. Kann ich sogar gut 🙂 (Frei, Fahrten, Jugend, DLRG-Grundschein – war Schulunterricht im Sport, haben alle Mitschüler im Alter zwischen 12 und 14 Jahren trainiert und die Prüfungen erfolgreich abgelegt. Danach von Muttern die Abzeichen auf die Badehose nähen lassen und stolz wie Oskar ab in den Baggersee).

Väterchen Frost kommt auf Stippvisite

Boah, guck mal (aufs Bild klicken = lesbar): Das sind die Wetteraussichten von „Wetter online” für den Niederrhein in der kommenden Woche. Schnee und zweistellige Minusgrade. Wenigstens ein paar Tage lang. Also sollte ich bis dahin schauen, dass ich mich ab Mitte der Woche bis auf kürzere Schneespielchen und aufs Schnee-Bestaunen bloß nicht länger außerhalb der Hütte aufhalten muss. Und hoffen, dass Strom und Heizung nicht ausfallen werden – wobei ich bis aufs Bezahlen der Rechnungen selber nichts aktiv dafür tun kann. Es bleibt allein die Hoffnung, dass die Infrastruktur der Energieversorger des Landes funktioniert. Liebe Franzosen und liebe Holländer, lasst schon mal vorsorglich eure AKWs auf Hochtouren laufen, ’s verspricht viel Geld damit zu verdienen.

Schnellmeldung, Reality-TV

Eine Schnellmeldung quasi. Das Foto zeigt die widrige Wirklichkeit draußen um 15 Uhr am frühmorgendlichen Kaffeetisch, noch mit Schlaf in den Augen aber bereits mit dem ersten Schluck des genüsslichen „lecker Tässchen Kaffees” im Gaumen, der gerade justamente die Geschmacksknospen lieblich-zart öffnet. Das Foto digitalisiert ein verschwommenes Bild, es könnte regnen, meint man, doch es sind ziemlich dicke Schneeflocken. Eigentlich wollte ich in dieses Wetter hinaus, um zum Edeka-Markt 50 Meter um die Ecke zu gehen. Auf dem Stück des Zubringers zum Parkplatz, den ich ebenfalls aus dem Küchenerker sehen (aber nicht hören) kann, der auf dem Foto links außerhalb des Bildes und nur durch das erste der drei Erkerfenster sichtbar ist, bildet sich ein Rückstau der Autos, der mich auf einen massenhaften Publikumsverkehr im Aldi- sowie im Edeka-Markt schließen lässt. Soll ich mich dem ausliefern, und das dann in diesem Schmuddelwetter, noch dazu, wo doch alles Notwendige vorratsmäßig reichlich vorhanden ist? Eben nicht.

Allerdings habe ich ansonsten jetzt am „frühen Morgen” nichts von Gewicht und Bedeutung zu sagen. Kein weiteres Mitteilungsbedürfnis meinerseits. Also hoffe ich, dass es dir ähnlich gut am zweiten Tag des neuen Jahres geht, damit wir gemütlich ein halbes Stündchen lang die Hektik der Leute und das (vielleicht auch bei dir) schneetreibende Winterwetter schön im Warmen sitzend aus den Fenstern wie im TV beobachten können.

Zwischen den Jahren 1

Heute (jetzt gleich) findet meine letzte Arbeitsnacht statt. Die letzten 12 Stunden. Da ich alleine bin, werde ich gemeinsam mit dem Inneren Ich feiern.

Inneres Ich: „Feiern? Bist du denn nicht traurig oder so?”

Nicht die Bohne! Ich hab’s wirklich so satt. Bevor es aber in Rente geht (von der ich zwar nicht leben kann, die mir aber Ruhe und unbehelligt von Staat und Behörden andere Möglichkeiten des zusätzlichen Geldverdienens bietet), muss ich noch knapp 2 Jahre lang ALG beziehen. Das wird dann noch eine kleine Herausforderung.

Inneres Ich: „Hast du denn keine Zukunftsangst?”

Nicht mehr, das war früher so, ist merkwürdigerweise komlplett verschwunden, denn wir alle sind in Gottes Hand. Die planbare Zukunft ist in Wahrheit eine Illusion, der man den größten Teil seines Lebens hinterherhinkt, doch am Ende kommt meistens alles anders, als man denkt. Also: Lebe den Tag (oder so). Jetzt stehen erst mal die letzten Stunden im Job an, liebes Innere Ich, und danach schaun wir weiter.

Bis morgen. Justamente ein Eilgruß – ich möchte nicht zu spät zum Dienst erscheinen, weil die Kollegin, die ich dort ablösen werde, sie soll ja nicht unter meinem Fatalismus leiden (ja? Nennt man das so? Auch wenn es so bezeichnet wird, glaube ich eher weniger, dass dieser Begriff ausdrückt, was ich empfinde). Na denn, das war jedenfalls „Zwischen den Jahren, Teil1”.

Schlafloses Gesabbel

Kann mal wieder nicht schlafen. Hab’s versucht, eine Stunde wach im Bett gelegen, ging aber nicht. Also probiere ich’s mal am frühen Abend. Derweil schaue ich u.a. ein Reisegruppen-Yuyunskaya-Video von vorgestern. Dat Carolin fuhr gerade am Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitschneidplatz vorbei – alles voller Merkelpoller. Und Baustellen auf den Straßen, an denen sich im 10-Meter-Abstand ein Stau an den anderen reiht. Parken, sagt Carolin, kostet im Zentrum mittlerweile 18/20 Euro pro Tag. Kein Wunder, dass die Stadt wie sonst noch was verkommt und sich im Zentrum nur noch Gesocks rumtreibt: Eine hässlichere Gegend kannst du dir gar nicht vorstellen. Alles versaut mit Müll, Schmierereien, aufgerissenen Wegen und überall halt Baustellen, die wie die Straßen genauso die Gehwege fast unpassierbar machen.

Seit nunmehr 36 Stunden ist der Boiler ausgeschaltet. Erstaunlich finde ich, dass sein ehemals heißes Wasser immer noch handwarm ist. Also ziemlich gut isoliert. Als Schutz vor der Wohlfühltemperatur der Legionellen habe ich das Wasser aber jetzt durchlaufen lassen; nu‘ ist’s eiskalt. Diese Viren sind hier zwar nicht, doch falls sie in den hiesigen dörflichen  Leitungen den Leuten mal guten Tag sagen möchten, sollte man auf den Eco-Modus bei der Bevorratung von Warmwasser verzichten. Entweder heiß, dann bringt man sie um, oder kalt, da woll’n sie gar nicht hin. Es wird aber immer mehr lauwarmes Wasser bevorratet wegen der vielen Solaranlagen und Wärmepumpen. Es würde mich nicht wundern, wenn die Biester irgendwann sprunghaft in ihrer Population ansteigen.

Wie oft ich denn Geschirr spüle, möchtest du wissen? Na, zur Zeit vielleicht alle zwei, drei Wochen. Türmt sich bis dahin nichts auf? Nein, die Spüle ist immer komplett leer bis auf meinen Edelstahl-Teebecher, der jeden Tag mit Kaltwasser gespült wird. Und das Essen? Pappteller 🙂

Boiler | Schnee

Potztausend. Komme von der Arbeit zu Hause an, drehe in der Küche Heißwasser auf – Boiler kaputt. Kann passieren, da er über 20 Jahre alt ist. Ein einfacher 5-Liter-Niederdruck-Boiler für die Küche. Nunja, habe gerade einen neuen gekauft und eine neue Armatur. Ich hoffe mal, dass ich ihn anschließen kann, das habe ich nämlich noch nie gemacht. Aber eine Raketenwissenschaft sind 3 Wasseranschlüsse ja nun mal auch nicht, gell? Wenn’s denn erwartungsgemäß klappt, bekommt er ebenfalls einen blau leuchtenden Stromschalter wie die anderen Küchengeräte. Schön in Höhe der Arbeitsplatte, damit ich mich nämlich nicht zu bücken und zu verrenken brauche, um ihn unter der Spüle aus- bzw. einzuschalten. Zukünftig möchte ich ihn nicht ständig 5 Liter Wasser warmhalten lassen, wenn ich schlafe oder außer Haus bin. Das ist absolut unnötig (ja, mittlerweile hab ich’s eingesehen). Erst recht heutzutage, da die Strompreise sowieso ins Uferlose steigen. Der Boiler kommt aber erst am Donnerstag, doch ich werde fototechnisch berichten.

Apropos Foto: Schau. Die weiße Fläche im Hintergrund ist ein Ententeich im Park. Für den Niederrhein ist eine weiße Landschaft immer etwas Besonderes, weil so selten. Da mag die Schneedecke noch so dünn sein, Schnee ist Schnee 🙂

Einerseits und andererseits

Einerseits: Du findest heute keine vernünftigen Leute mehr, die einen Job machen möchten, wie ich ihn mache. Das war zwar in unserem Gewerbe immer schon schwierig, auch vor 30 Jahren, doch es wird auffallend schlimmer. Sie erscheinen ein Mal zum Dienst, man macht sich die Arbeit der komplexen Einweisung usw., aber beim nächsten Mal kommen sie einfach nicht mehr. So wie heute Morgen: Statt 12 Stunden habe ich nun 14 Stunden Dienst hinter mir. Der Kollege hatte keinen Bock und ward nicht mehr gesehen. Ersatz musste schnell und spontan gefunden werden. So etwas passiert mittlerweile alle paar Wochen. Naja …

Andererseits: Gute Neuigkeit. Montag muss ich keinen doofen Antrag ausfüllen, denn wieder gibt’s einen Monat Verlängerung. Hab’s erst gestern Abend auf Arbeit erfahren. Baustellen, finanziert und geplant von der öffentlichen Hand, werden im Gegensatz zu privaten Baustellen heutzutage nicht mehr termingerecht fertig. Gut für die Firma und gut für mich. Ein echtes Win-Win 🙂

Ungewissheit ist das neue Normal

Die vorletzte Doppel-Nachtschicht steht gleich an. Ob es noch im Dezember weitergehen wird? Der Arbeitsvertrag endet jedenfalls am 30. Jetzt weiß ich bis zum letzten Tag wieder nicht, ob’s weitergeht. Die Kollegen, die am Stuttgarter Hauptbahnhof ähnliche Tätigkeiten verrichten, haben es da natürlich viel angenehmer. Sie arbeiten wohl auch mit stets verlängerten Zeitarbeitsverträgen, doch die Wahrscheinlichkeit, dass der Bau in absehbarer Zeit fertiggestellt wird, ist viel unwahrscheinlicher, und daher ist ihr Beschäftigungsverhältnis ziemlich sicher für sie einzuschätzen. Spekulieren ist mir allerdings zu unsicher, deshalb bedeutet es für mich, dass ich am Montag den 4. Antrag auf ALG II stellen werde. Ich gehe den Mitarbeitern des Amts (Agentur, ich weiß) schon regelrecht auf den Geist mit den folgenden genauso regelmäßigen Absagen und Verlängerungen der Termine. Nach jeder Verlängerung muss wieder ein neuer Antrag gestellt werden, dem ein neuer persönlicher Termin beim Job-Berater folgt. Da geht man dann hin, sagt „alles gleich wie vor 4 Wochen”, und das war’s, „Tschüss bis nächsten Monat”.

Mir ist es eigentlich ziemlich egal, wie’s weitergeht. Zwar gäbe es weniger Geld, doch die knapp 2 Jahre vor der Rente (ab 67) mit Freizeit zu verbringen, freut mich natürlich ungemein. Darauf habe ich mich schon vor einem knappen halben Jahr eingestellt. Weil: Wenn Rente, dann gibt es so wenig Geld, dass ich ab dem ersten Tag auf jeden Fall in Teilzeit weiterarbeiten muss. Für diese Rentenzeit habe ich jedoch eine ganz andere Idee ins Auge gefasst, eine Ich-AG-Idee, auf die ich mich sogar ebenfalls sehr freue, die ich aber noch nicht benenne (offenlege, verrate …), weil man mich dann für total bescheuert hält und/aber ich keine Lust auf nervige negative Kommentare wie „das funktioniert sowieso nicht” und dergleichen habe. Spannend, nicht wahr? 🙂

Also dann erst mal bis Sonntag, gehab dich wohl.

Rund um den Küchenerker

Die Sonne scheint und verspricht auch, den lieben langen Tag weiterhin aus den Wolken zu lächeln. Also: Von innen gesehen führt das linke Erkerfenster, durch das ich nach draußen steige, auf die Terrasse (Dach der Garagen), das mittlere Riesenfenster liegt genau zwischen der Terrasse und dem Dorfpark und das rechte Fenster ist bereits im Park (eine öffentliche Parkbank liegt nur einen Meter entfernt). Die Wäsche am Geländer ist von der Nachbarin und mir. Noch Fragen? 🙂

Dies & das am Donnerstag

11 Uhr. Da isser wieder 🙂 Ich muss schon sagen, es ist seit 3 Monaten eine wunderbare Arbeit. Ich bin völlig alleine, vertrete mir in langen Fluren die Füße, sitze ansonsten an einem großen Küchentisch und es ist schön warm geheizt. Keine lästigen Menschen befinden sich in meiner Nähe. Dann 2 mal aufeinanderfolgend je eine 12-Stunden-Nachtschicht und danach wieder 4 Nächte frei. Da die Woche 7 Tage hat, wechselt von Mal zu Mal der Wochentag um einen Tag, das heißt, nach 7 Wochen wiederholt sich das ganze Spiel. Es sind 120 Stunden pro Monat, was locker zu erledigen ist und geldmäßig (für mich) vollkommen ausreicht. Den Job könnte ich eine Ewigkeit noch machen, nur leider wird die Baustelle schlussendlich bald fertig. So ein Glück wie die Kollegen, die wahrscheinlich ähnliches am Berliner Flughafen oder am Stuttgarter Bahnhof gearbeitet hatten, was sich für sie statt Monate über Jahre und Jahrzehnte hinzog, werde ich im kleinen Dorf natürlich nicht haben. Aber immerhin sind es schon mehrere Monate Verlängerung geworden; da kann man ja nicht meckern.

Politik? Nee, heute nicht. Es widert mich nur noch an. Und es macht für mich keinen Sinn, ständig die linke CDU-geführte Regierung zu kritisieren, wenn doch die Mehrheit der Wähler sie gewählt hat, wenn die Wähler die eigentliche Schuld am drohenden Untergang des Landes tragen. Sie sind es, die nach den aktuellen Umfragen immer noch in Mehrheit die Blockparteien wählen. Ihnen sollte man links und rechts eine Ohrfeige verpassen in der Hoffnung, dass sie vielleicht dadurch aus ihrem Wahn des Irrsinns aufwachen. Aber ob das nutzen würde? Wahrscheinlich förderte so etwas nur deren Trotz. Es muss halt wieder, und sowieso in Deutschland immer, erst ganz schlimm kommen, bevor sich Grundlegendes ändert; erst wenn sie selber vom Niedergang betroffen sind, reagieren sie. Also keine Politik, nur ein wenig Publikumsbeschimpfung 🙂

Gleich werde ich beim Nachbarn ein lecker Tässchen Kaffee trinken, danach gehe ich zu Bett. Gehab dich wohl und gute Nacht schon mal im Voraus.

Vom Höcksken aufs Stöcksken

Gleich muss ich raus in die fiese regnerische und kalt-windige Welt. Der Kühlschrank ist fast leer (ich übertreibe). Den hatte ich gestern am heiligen Sonntag übrigens wiedermal abgetaut. Das war, wie mein Erfahrungswert gezeigt hat, diesmal auch wieder mit Föhn in 5 Minuten erledigt. Du hältst den Föhn nur Sekunden auf die dicken Eisschichten des Gefrierfaches, schon lösen sich riesige Brocken. Drei-, viermal, und das Eis liegt in der Schüssel. Danach schnell noch auswaschen und fertig.

Das ist sehr schön, denn dann bleibt einem mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens. Als da zum Beispiel das „Favicon” wäre. Das Miniaturbildchen, welches du im Reiter deines Webbrowsers links neben dem Namen siehst. Das war bisher eine Blume, nu‘ isses ein Herzilein mit Karomuster 🙂

Okay, man ist für diese Mini-Bilder ziemlich eingeschränkt, denn bei der Verkleinerung geht das meiste verloren. Es können eigentlich nur eindeutige Symbole ohne Schnörkel und ohne dünne Zeichenlinien verwendet werden. Bei Text kein Wort, sondern maximal zwei Buchstaben und so weiter. Und du siehst dieses Favicon nicht am Smartphone, nur an Browsern der Notebook- oder Desktoprechner. Noch dazu ist es kompliziert, bei den Favoriten ein einmal gespeichertes altes Favicon durch das aktuelle angezeigt zu bekommen. Beispielsweise geht das mit dem Firefox 144 problemlos, mit dem Firefox 115 (Extended Release) aber nur mittels eines enormen Klickaufwands. Irgendwann aktualisieren sich die Favicons wohl auch automatisch. Habe ich zumindest gelesen, weiß aber nicht, ob es stimmt.

Nachrichten schaue ich vielleicht heute Abend, denn ich muss schon sagen, so ganz ohne News lebt es sich bedeutend unaufgeregter und harmonischer. Morgen folgen übrigens meine letzten beiden Nachtschichten der dreimonatigen Arbeitsverlängerung. Ich müsste traurig sein, denn das bedeutet deutlich weniger Geld – trotzdem bin ich bestens gelaunt. Ohne Auto (Kosten), ohne Schulden und wenn man gelernt hat, mit sehr wenig Geld auszukommen, gibt es auch weniger bis kaum Existenzängste. Ich muss nicht in den Urlaub reisen, denn wenn ich tagsüber oder nachts frei entscheiden kann, was ich tu und mache (zum Beispiel einen Spaziergang unternehmen ohne auf irgendwelche Zeiten für die Arbeit achten zu müssen), dann wird das Leben zu einem Urlaub.

Natürlich gilt das nur für mich als ein Alleinstehender, der momentan nicht mal für einen Hund oder eine Katze sorgen muss, das ist schon klar. Ich behaupte ja nicht, dass diese Art zu leben für jeden gut ist. Wenn nur die Hälfte der Chinaschuhe passen wird, laufe ich die nächsten 5 Jahre in ihnen herum und brauche mir keine Gedanken mehr ums Schuhwerk zu machen. Das ist sicher nicht jedermanns Sache. Gleiches gilt für die Kleidung. Wer, wie ich, schwarze Kleidung liebt, hat’s ziemlich leicht: Militär-Style in Schwarz war und ist seit jeher „modisch” und sieht für alle Gelegenheiten passend neutral aus. Und wenn man auch noch keine teuren Drogen benötigt aber für den Genuss des E-Dampfens erstens vorgesorgt und zweitens Do-It-Yourself gelernt hat, kommt man prima mit ganz wenig Geld aus. Wenn man sich an Kleinigkeiten erfreuen kann, dann kippt es (der berühmte Kipppunkt), und der Genuss der Freiheit – besser der Unabhängigkeit als Freiheit – zaubert dir ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht.

Jaja, ich höre schon die vielen Einwände. Es stimmt natürlich, das alles ist doch arg relativ zu sehen. Kommt einem beispielsweise eine Krankheit in die Quere, ist ein gutes Leben vorbei und das Elend tauscht seinen Platz mit dem Glück. Wie gesagt, es ist ja kein Universalrezept für ein zufriedenes Leben, was ich hier und heute schreibe, es soll nur verdeutlichen, dass ich anders als früher keinerlei Zukunftsangst mehr habe, denn am Ende befinden wir uns alle in Gottes Hand (oder Schicksal oder als was auch immer man das bezeichnen kann).

Jedenfalls sind morgen die letzten beiden beruflichen Nachtschichten angesagt und ich saufe schreibe mir mein Leben schön 😉

Und das glaubst du jetzt nicht, doch ich schwöre bei allem, was mir heilig ist, dass gerade jetzt um 14:13 Uhr, als ich diesen Tagebucheintrag in die Eingabemaske des Weblogs gab, die AOL-Stimme erklang, die mir mit „Sie haben Post” den Empfang einer E-Mail der Firma ankündigte: „Der Dienst geht erst mal weiter, eure Arbeitsverträge werden angepasst.” Das Getriebe dreht sich weiter. Zu früh „gefreut” … 

2-Punkte-Tag

1. Zeitumstellung

In der EU hat das Parlament bekanntlich nichts zu sagen. Es darf über alles mögliche abstimmen, doch Gesetze werden nur von der Kommission gemacht. So gerät die Zeitumstellung regelmäßig ins Visier der Bürgerbetrachtung: Warum, zur Hölle, wird sie nicht endlich abgeschafft, wenn sich doch eine riesige Mehrheit der EU-Bürger gegen sie ausspricht – und! – wo doch das EU-Parlament längst per Mehrheitsentscheid diese Abschaffung beschlossen hat? Tja, weil Bürger und EU-Parlament eben nichts zu sagen haben. Allein deswegen. Die Kommission will es nicht, es wäre zu teuer oder diverse andere Interessen sprechen dagegen. Wie dem auch sei, man kann sich munter Argumente gegen eine Abschaffung aussuchen, irgendeines wird zutreffen. Jedenfalls ist die Gemütsstimmung der Bürger für eine Abschaffung der Zeitspielerei nicht ausreichend. Sie, die Bürger, murren nur ein bisschen. Halt wie die Herde fressender Kühe, die etwas zu früh von der Weide geführt wird: Ein wenig Unmuts-Muhen, danach trottet sie in oder aus den Stall. Ein Aufstand ist nicht zu befürchten, also wieso dann eine kosten- und arbeitsintensive Veränderung des Bestehenden herbeiführen?

2. Quelltext

Vorhin habe ich den Quelltext dieses Tagebuchs verändert. Ich wunderte mich, dass er zuerst nicht angenommen worden war und im Quelltext „Error” angezeigt wurde. Aber diesmal habe ich sofort die Ursache erkannt. Ich Dämlack hatte das Prozentzeichen (%) dort verwendet, was als Programmsprache andere Funktionen erfüllt. Also habe ich’s schnell in Worten ausgeschrieben, und nun heißt es im Quelltext: „Kraftvergeudung.de | Georgs Onlinetagebuch | 100 Prozent KI-frei; Georg B. Mrozek, täglich Neues seit 1999; 100 percent brain’s stuff, 0 percent AI”. Jaja, ich find’s lustig, extra für die KI auf das Fehlen von KI hinzuweisen 🙂