Wartezeit

Heute wurden die Rauchmelder in den Wohnungen ausgetauscht. Alle 10 Jahre ist das Pflicht. Zwischen 13 und 16 Uhr war eine Firma angekündigt, die in gleich 3 nebeneinanderstehenden Häusern von den Mietern erwartet wurde. Um 14:30 Uhr war es dann soweit: 2 Minuten Arbeit, schon waren die jungen Männer wieder fort. Der halbe Freitag war somit für die meisten im Eimer. Für mich der ganze Freitag: Schon Donnerstag musste ich zeitig ins Bett und rechtzeitig parat stehen, um ja nicht den Termin zu verpassen. Ich hatte natürlich schlecht und zu wenig geschlafen, bin jetzt (15.20 Uhr) übermüdet und lege mich gleich noch etwas aufs Ohr. So ist das halt, geht allen alle 10 Jahre so, kann man nichts dran ändern.

Einen lustigen Nebeneffekt hatte dieser Massenaustausch dann aber doch: Vor dem Haus versammelte sich zeitweilig die Hausgemeinschaft vor Nachbars offenem Erdgeschoss-Küchenfenster und erlebte die Wartezeit wie in einem Steh-Café mit Getränken, Schwätzchen-Halten und Smalltalk mit Amazon- und DHL-Boten. Es hatte tatsächlich etwas von „Wir warten aufs Christkind” 🙂

Filmtipp: Citizen Vigilante

Der Barbara-Streisand-Effekt hat mal wieder zugeschlagen. Nie hätte ich mir den Spielfilm „Citizen Vigilante” von Uwe Boll angesehen, doch da halb Deutschland momentan von nichts anderem spricht, habe ich ihn mir nun doch angeschaut. Im englischsprachigen Original, weil niemand ihn bisher synchronisieren möchte. Das macht aber nichts, denn es wird so wenig in dem Film gesprochen, dass jeder die deutschen Untertitel problemlos verfolgen kann. Das Wenige, das dann allerdings geredet wird, hat es in sich. Denn es ist in etwa dasselbe, was die meisten Leute außerhalb der Öffentlichkeit genau so ebenfalls sagen. Wer sich allerdings Gewaltorgien verspricht, den muss ich nun enttäuschen, denn Weiterlesen

Konsumgüter

Schaue dir doch mal interessehalber dieses Video an, eine Art private Doku vom wahrscheinlich weltweit größten Großhandels-Einkaufszentrum der Welt in der chinesischen Stadt Yiwu in der chinesischen Provinz Zhejiang. Oder hier Einblicke in einen der größten Konsumgut-Elektronik-Märkte Chinas. Da schlackerst du nur noch mit den Ohren und es erübrigt sich jede weitere Diskussion über Plastikmüll, Konsum- oder Wegwerfarikel, Spielzeug und dergleichen. Die Welt produziert sozusagen an jede „moralische Vorstellung″ der Europäer vorbei. Wenn du denen etwas von der EU-Nippelverordnung für Plastikflaschendeckel erzählen würdest, sie würden dir nicht glauben oder sich schlichtweg schieflachen. Sie interessiert Europa nicht mal. Das erkennt man auch prima an den kurzen Interviews mit den vielen Verkäufern und Herstellern, wenn nach der Herkunft ihrer Kunden gefragt wird: Amerika, Afrika, Asien und der mittlere Osten werden genannt, Europa hörte ich kein einziges Mal.

Es ist gar nicht so, dass wir Sorge habe müssten, unsere Wirtschaft werde weltweit ins Hintertreffen geraten, denn nach dem Video zu urteilen (das man als einen von vielen Indikatoren der wirtschaftlichen Bedeutung durchaus betrachten kann, meine ich), ist Europa längst bedeutungslos geworden. Die Welt schert sich nicht im Geringsten um die EU und unsere Weltrettungsversuche durch die Verweigerung bzw. die Verbote unseres Konsumverhaltens. Und das jetzt ja nur in diesem einen Bereich der billigen Konsumgüter, man darf gar nicht fortfahren mit dem Denken z.B. an andere Bereiche der Wirtschaft, von deren Niedergang wir nichts in den Staatsmedien erfahren, der aber immer weiter und schneller voranschreitet.

Vielleicht mal einen kleinen Rundgang mit der YouTuberin Ting und ihrer Familie über einen ganz normalen Markt in Shenzheng? Konsum auf anderen Erdteilen bedeutet halt Glück. Bei uns wird all dies öffentlich meist nur kritisiert. Wie dumm ist Deutschland eigentlich?

Suchen und testen

Mit dem Schwarz-Weiß-Fernsehen bin ich aufgewachsen. Solche Bilder gab es tatsächlich 16 Stunden am Tag zu sehen. Starr unbeweglich (doppelt gemoppelt), nonstop sozusagen. Ab ca. 17/18 Uhr wurde 6, 7 oder samstags 8 Stunden lang etwas gesendet. Nach diesen Stunden war dann der Arbeitstag der Leute in den Rundfunkanstalten zu Ende und sie gingen nach Hause. Was blieb, das war dann wieder bis zum nächsten Tag dieses herrliche Testbild (klick drauf = größer).

Inneres Ich: „Ich ahne bereits, was du heute mitzuteilen gedenkst.” Weiterlesen