Wo ist der Donnerstag?

Tja, wo ist der gestrige Tag im Tagebuch geblieben? War ich nicht zu Hause, beschäftigt, malad (der 80-jährige Udo Lindenberg liegt im Krankenhaus) oder text-aktivistisch lustlos vielleicht, Serien bingend, Roman lesend oder Musik hörend abgelenkt? Nein! Nichts davon. Ich saß zu Hause rund um die Uhr (naja, fast) am Rechner und war die meiste Zeit sogar mit dem Tagebuch beschäftigt.

Inneres Ich: „Sag doch einfach die Wahrheit: Dir gingen deine paar Leser am Allerwertesten vorbei.”

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Ein Mehr-Punkte-Tag

Es ist mal wieder so weit, ich finde den Weg ins Bett heute nicht. Gleich 15 Uhr und ich bin noch von gestern sozusagen. Das Spiel wiederholt sich bekanntlich alle paar Monate. Nunja, es ist, wie es ist. Viel schlimmer war folgendes: Vorhin kroch ich unter meinen Schreibtisch, weil am hinteren Ende der Wand ein Kabel vom Tisch heruntergerutscht war. Das sieht unansehnlich aus, kann ich halt nicht leiden. Es brauchte also nur hochgeschoben zu werden. Die Bewegungen unterm Tisch waren eine Tortur, sag ich dir. Wo das überall in den Beinen, der Hüfte und den Gelenken zerrte und zwickte, Herrje, und dann das anschließende Wiederhochkommen erst mal! Früher war das in Sekunden erledigt, heute stütze und ziehe ich mich mühselig an den Möbeln zurück auf die Beide.

Inneres Ich: „Sport und Gymnastik …” Weiterlesen

30-Grad-Marke erreicht

Apropos schönes Wetter, Garten und so: Am frühen Morgen gegen 4 Uhr, als ich zu Bett ging, hatte ich die Rollos vor den drei großen geschlossenen Fenstern im Küchenerker hochgezogen, so wie ich’s im Winterhalbjahr zu machen pflege, damit nicht den ganzen Morgen und Vormittag lang der Eindruck von Kriegszeiten mit allgemeiner Pflicht zur Verdunkelung entsteht. Seit ein paar Tagen nun trübt nicht ein Wölkchen den blauen Himmel und die Sonne strahlt von morgens bis spät abends in den Erker. An sich eine wunderbare Sache das. Ab heute besitzt die Sonne aber wieder eine solche sommerliche Kraft, dass im Küchenerker rasch ein Wüstenklima entsteht. Das analoge sowie das digitale Thermometer zeigten vorhin (gegen 13 Uhr) erstmalig in diesem Jahr 30 Grad im Schatten an. Klar, kurz die Fenster auf Durchzug geöffnet und anschließend auf Kipp gestellt, schon verschwindet die Hitze wieder, herrschen draußen doch gerade mal 15 Grad im Schatten bei recht kühlem Nordwind. Aber du siehst: Die drei Doppelfenster im Küchenerker wirken wie ein Gewächshaus.

Die Verunreinigung am Rand des Thermometers sind alte Klebereste von meinen ungeschickten Fingern, die seinerzeit beim Ankleben mit Sekundenkleber, ein Teufelszeug, an den Küchenschrank entstanden sind. Sie stören mich nicht die Bohne, und sie fallen eh nur auf dem Foto auf, vor Ort sieht man sie gar nicht. Wollt‘ ich nur mal kurz gesagt haben 🙂

Wirrwarr

Bei „Google Earth” werden bekanntlich nicht geklärte Ländergrenzen durch grau gestrichelte Linien angezeigt. Das ist natürlich nett gemeint von Google, damit wollen sie niemandem auf die Füße treten, weil wir haben uns ja alle lieb. Somit werden aber die Karten dermaßen unübersichtlich und verwirrend, dass zumindest ich doch kleinere Probleme mit der virtuellen Orientierung bekomme.

Wenn du dir diese Grenzen mal mit Verstand anschaust, siehst du, dass es ein eindeutiges politisches Ungleichgewicht in der geographischen Ausrichtung gibt. Während im Westen überwiegend anerkannte Grenzen bestehen (ununterbrochene graue Linien), ist fast der gesamte Osten ein einziges Strichel-Meer. Ganz Asien ist sich demnach uneins, wo die Länder eigentlich genau liegen, und selbst die Beschriftung z.B. die Landesbezeichnung für Russland ist von Moskau weit in den Osten gerutscht („Rette sich wer kann! Die Hunnen kommen!“), wodurch Russland nun ein recht kleines Land am äußersten östlichen Rand Asiens geworden ist (klick aufs obere linke Bild). Andererseits sind die pakistanisch-indischen Grenzregionen seit Jahrzehnten umstritten, was ein alter Hut ist, doch je nachdem, von wo aus du auf der Google-Karte diese Region betrachtest, gehören umstrittene Gebiete entweder zu Indien oder zu Pakistan. Selbstredend ist China dort auch nicht klar als China definiert. Das sind nur ein paar kleine Beispiele, du findest viel mehr solche verrückten Sachen auf den Karten. Weiterlesen