Vom Hass der „Demokraten” | Neuer Radiosender

Noch hat kein Mensch das Interview von Tucker Carlson mit Putin gesehen, gelesen oder gehört (es erscheint erst heute um Mitternacht), doch den Mainstreammedien ist bereits klar, dass hier zwei Feinde der Demokratie russische Propaganda verbreiten und erkennen Carlson den Status eines Journalisten ab. Nichts anderes war zu erwarten. Was sich allerdings die „Frankfurter Rundschau” herausnimmt, grenzt an Julius Streichers „Stürmer”, indem sie ihm unmissverständlich die Menschlichkeit abspricht – natürlich indem sie zur Tarnung und scheinbaren Objektivität das Zitat eines ukrainischen Russlandhassers benutzt und titelt: „Erste Reaktionen auf Carlsons Aufenthalt in Moskau: ‘Feind der Menschheit'”. Es folgt ein Hetzartikel, dessen Schmutz ich aber nicht verlinken möchte, kannste leicht ergoogeln.

In der EU werden indessen Ideen laut, Tucker Carlson zu sanktionieren. So lautet jedenfalls die Forderung von Guy Verhofstadt, des ehemaligen Premierministers Belgiens und nun EU-Abgeordneten, an den EU-Außenbeauftragten, Josep Borrell. Der ehemalige estnische Außenminister, Urmas Paet, fordert gar laut „Newsweek” für Tucker Carlson ein Einreiseverbot in die EU. Wie gesagt, all das, obwohl noch kein Mensch das Interview überhaupt kennt.

Alle Journalisten und Politiker, die in dieses Horn stoßen, betonen in ihrem Hass den Schutz der Demokratie. Damit dürfte wirklich auch dem letzten Schnarchhahn klar sein, welches Demokratieverständnis in deren Köpfen herumwabert: es ist dasselbe, mit dem die DDR-Führung ihre Diktatur aufrecht zu erhalten versuchte.

Ach, falls jemand anderer Meinung sein sollte als ich, soll ja vorkommen, dann ist auch das kein Problem, denn ich empfehle, sich einfach an Kati Schulze der Grünen zu halten. Sie fordert nämlich gleich: „Wir brauchen weitere konkrete Maßnahmen, wie zum Beispiel eine virtuelle Polizeiwache, sodass jede Bürgerin, jeder Bürger Hass, Hetze, Beleidigungen, Bedrohungen, Antisemitismus bequem und einfach von zu Hause aus vom Sofa aus anzeigen kann” [Link]. Die Gummiregulierung gegen die Delegitimierung des Staates und seiner Repräsentanten besteht ja bereits, so dass man mich als „Corona-Leugner” und „Putinversteher” ratzfatz zum Schweigen bringen kann. Im Namen der Demokratie.

Was anders.

Hocherfreut und überaus genüsslich höre ich derzeit einem weiteren gefundenen Internet-Radiosender zu, der doch tatsächlich rund um die Uhr klassische Filmmusik sendet. Halbstündlich gibt es einen kurzen Werbespot, das ist zu verkraften. Und es gibt noch weitere solcher Radiostationen. Noch habe ich nicht alle ausprobiert, aber dieser Sender ist schon richtig, richtig gut. Er befindet sich nun auf Platz Nr. 5 meiner 5 vorhandenen Stationstasten. Zur Zeit sind sie wie folgt belegt: 1. „CalmRadio – Bach”; 2. „Beatles And Friends”; 3. „Folkrider Radio”; 4. Bayern 1 Franken” (steht aber zur Disposition) und 5. eben die „Klassik Filmklassiker”. Wunderbar, je nach Gemütszustand lassen sie sich per Knopfdruck einschalten und man darf sich überraschen lassen. Was ist das für ein sagenhaftes Radioerlebnis. Ich glaube, dieses Radio ist das Beste, was ich seit Jahren gekauft habe. Übrigens höre ich ihm gerade am Rechner sitzend via dem mobilen Bluetooth-Lautsprecher zu, damit im Küchenerker das Radio nicht volle Lautstärke aufgedreht werden muss. Auch dieser Bluetooth-Sender war ein sehr guter Kauf. 11 Euro, nicht alles wird unverschämt teuer heutzutage.

Internet-Radio bedeutet Freiheit

Sensationell! Gestern Mittag kam schon das Internet-Radio bei mir an. Ausgepackt, ausprobiert, meine Augen und Ohren wurden größer – was hätte ich gerne weiter damit rumgespielt, musste aber los zur Arbeit.

Seit drei Stunden experimentiere ich nun damit mit wachsender Begeisterung. Nicht allein, dass der Klang des Lautsprechers jetzt keine Zusatzlautsprecher mehr erfordert, da er (für ein Küchenradio) hervorragend ist, auch die Bedienung ist, nachdem ich sie einmal verstanden hatte, was sehr schnell geschah, logisch und kinderleicht. Die Bedienungsanleitung ist, was heutzutage eher selten vorkommt, in einem fehlerfreien, verständlichen und exzellenten Deutsch gehalten (besser als mein eigenes). Die Verarbeitung des Radios ist akkurat. Es ist bis auf die Vorderseite komplett in dunkles Holz gefasst, deren Ecken sogar wunderbar passgenau abgerundet sind. Das Radio ist klein wie eine Zigarrenkiste, dennoch deutlich schwerer als der Vorgänger, das unselige DAP+Radio. Überhaupt sind beide, trotz der gleichen Größe und des ziemlich gleichen Preises, so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Rund 25.000 Radiosender sollen sich nun störungsfrei empfangen lassen. Halleluja!

Sie kann man natürlich in keine Liste mehr fassen, weshalb die Bedienung dazu durch mehrere Untermenüs führt. Also entweder nach geografischen Orten sortiert (Kontinenten, Ländern, Regionen) oder nach Genres. Zusätzlich lassen sich Sender manuell finden; hier gibt es auch zwei Möglichkeiten: nach Sendername oder nach Streaming-URL. Die Netzwerkverbindung war binnen Sekunden hergestellt. Etliche weitere Möglichkeiten zur Kommunikation mit dem Router oder dem Netzwerk bestehen. Natürlich funktioniert es auch als simpler MP3-Player mit einem eingesteckten USB-Stick (oder Speicherkarte in einem USB-Adapter). Bedienen lässt es sich am Gerät selber, per Fernbedienung oder per App auf dem Smartphone. Das ist aber uninteressant für mich, da ich solche Geräte/Möglichkeiten schon besitze/kannte. Fünf Stationstasten sind zur Senderspeicherung zwar ein bisschen wenig – im Moment – da ich viel mit dem Teil spiele und immer mehr tolle Sender entdecke – später aber, wenn ich mich ans Radio gewöhnt habe und mich wieder in der normalen Tagesroutine befinde, reichen die fünf Stationtasten natürlich völlig aus. Zumal es nicht umständlich ist, einen Sender zu finden.

Tja, Times are changing. Die analoge Radiotechnik scheint wohl doch am Ende zu sein – gar nicht mal in erster Linie wegen der Technik, sondern wegen der unglaublichen Zunahme von Störungen durch irgendwelche funkenden Geräte heutzutage. Ich bin kein Experte, doch es sieht für mich danach aus, dass sie, obwohl sie auf anderen Frequenzen kommunizieren, dennoch für die Störungen verantwortlich sind. DAP+ war dann entgegen aller Reklameversprechen eben keine Alternative, da auch der DAP+Empfang (bei mir) nur äußerst bescheiden funktioniert und ich von den erzieherischen WDR-Sendern, die mittlerweile in allen Bereichen ihre politische Propaganda und ihre Haltungs-Trigger einschleusen (und nur der WDR war mit ca. 15 Sendern empfangbar), wirklich die Nase gestrichen voll habe.

Durch 25.000 Sender werde ich mich nie durchhören können, das ist klar, doch ich habe schon drei wunderbare Oldie-Sender aus USA, UK und Deutschland gefunden. Auch falls noch andere bisher unentdeckte auf mich warten, so macht mir bereits jetzt nach nur drei Stunden das Radiohören endlich wieder riesengroße Freude.

Das wollte ich nur mal ebkes schnell gesagt haben. Jetzt genieße ich weiter eine Radio-Entdeckungsreise und fahre den Rechner herunter. Radio war und ist etwas ganz Besonderes, wenn man denn die Freiheit der Wahl hat.

Achso, fast vergessen. Falls es dich interessiert. Es ist das Imperial i110” der Firma „Telestar”, das es bei Amazon für um die 75 Euro gibt.

Entspannung

Wieder ein Tag im Tagebuch verschütt gegangen. Es kommt gerade einfach zu viel spontan dazwischen. Könnte ich jetzt alles aufzählen, ist aber zu uninteressant. Wahrscheinlich hast du selber genug Stress mit diesem zeitfressenden kleinen Monster – nein, kein Monster, Pac-Man ist viel treffender 😉

In den nächsten Tagen habe ich ein paar Stunden eine Einweisung in die neue Arbeit. Die wird mir aller Voraussicht nach nicht gefallen. Ganz und gar nicht! Aber mal sehen, wenn ich die Arbeitszeit auf nur 70 bis 75 Stunden im Monat runterschrauben kann, sollte ich auch ein paar wenige Nächte einen ungeliebten Job hinbekommen. Etwas weniger Geld im Monat zur Verfügung, naja, ab wann kriegt man eigentlich Wohngeld? Könnte ich ja mal versuchen, ich meine, es gibt mittlerweile ganze Familien-Clans, die von öffentlichen Geldern leben, da sollten mit 60+ auch ein paar Euro Wohngeld abfallen, oder? Wahrscheinlich werde ich das aber doch nicht machen, ist mir irgendwie zuwider.

Die letzte Nacht war kalt, nass und windig. Daher verlasse ich heute die schöne Wohnung nicht einen Schritt. Als ich vorhin nach Hause kam, mich umgezogen hatte, das Wohnzimmer betrat und die Rechner hochfuhr, schaltete ich mit nur einem Knopfdruck all die verteilten Lichter an (10 Stück an der Zahl mit hauptsächlich 0,5-Watt-Birnen, das sage ich nur wegen möglich hier mitlesender „Bedenkenträger”), also in dem Moment breitete ich mit einem, ich glaube sogar gesprochenen freudigen Seufzer „oh, wie ist es schön!” meine Arme aus. Ich bin so überglücklich hier, fühle mich wohl wie schon sehr lange nicht mehr.

Im Küchenerker habe ich gestern Abend auf das Bord über der Spüle mein uraltes kleines Radio gestellt. Natürlich hätte ich am Rechner einen 100mal besseren Klang, doch jetzt, da das Radio leise aber in der Stille deutlich hörbar klingt, versetzt mich der typische einfache Sound tatsächlich zurück in meine Jugend als es noch nichts anderes als Kassettenrekorder, Kompaktplattenspieler und Transistorradios gab. Wie urgemütlich das doch ist! Die immerwährende Jagd nach dem perfekten Sound, nach mehr und mehr Multimedia und Gezappel macht einen auf Dauer verrückt, mach kirre im Kopf, dabei liegt die Magie des Radios in ganz schlichten relativ leisen Mono-Geräten. Es kommt, so glaube ich, auf die Umgebung an (ich feiere schließlich keine Party, bin alleine und verspüre keine Lust zu tanzen – ich entspanne). Die Stille durch die Doppelfenster mit Doppelverglasung, der frühe Freitagmorgen, der anschließende freie Tag, der alte wunderbare runde Küchentisch, irgendwelche klassische Musik aus dem Radio im Hintergrund, das E-Pfeifchen in der Hand, Tässchen Tee auf dem Tisch, all das zusammen ist einfach nur so herrlich, ist der pure Genuss. Aber leider mit Worten nur unzureichend beschreibbar.

In diesem Sinne wünsche ich dir ebenfalls einen gemütlichen Herbst-Freitag.

Nachher mache ich noch ein, zwei Fotos, muss dafür allerdings noch einen Nagel in die Wand schlagen, was ich natürlich nicht um diese Uhrzeit tun werde. Denn mit Hammerschlägen geweckt zu werden, wäre für die Nachbarn das genaue Gegenteil von besinnlicher Entspannung.

Wieder online

Tada (Tusch, Fanfare)! Seit wenigen Minuten bin ich wieder online. Der Techniker hat 10 Minuten benötigt, wovon 5 Minuten nur das Warten auf die Anzeige seiner Geräte für die Überprüfung der eigenen Arbeit in Anspruch nahm. Also für eine effektive Tätigkeit von 5 Minuten musste ich 15 Tage warten, unendlich viele Telefonate mit Bots und Menschen führen und mich sehr in Geduld üben. Dabei hatte ich freundliche Service-Mitarbeiter angetroffen und unverschämte, wurde zuletzt von einer besonders geschulten Mitarbeiterin „für schwierige (Charakter-) Fälle” betreut. Wer sich also heutzutage über etwas ärgert oder sich aufregt (wohlgemerkt stets in einem sachlichen und nicht beleidigenden Ton meinerseits), wird in eine solche Schublade gesteckt und darf andererseits dann von Seiten einer Service-Mitarbeiterin, die auch noch für die Terminvergabe zuständig war, pampig und ihrerseits beleidigend behandelt werden. Mit dem Service der Telekom bin ich definitiv durch, wie es so schön heißt.

Naja, Schwamm drüber, jetzt, da alles läuft, bleibt die Freude, in der neuen Neandertal-Höhle ein funktionierendes Kabel in die virtuelle Welt vorzufinden. Übrigens hatte die Telekom ihren Fehler später ja durch Geschenke aller Art indirekt eingestanden und wiedergutzumachen versucht, wobei auch die Dezember-Rechnung Berücksichtigung fand: statt rund 55 Euro Forderung bekam ich eine Gutschrift von 15 Euro. Das finde ich korrekt – im Sinne von selbstverständlich, keinesfalls aber kulant, wie solche Dinge von einigen Zeitgenossen immer häufiger genannt werden. Wobei ich allerdings glaube, dass diese Leute eher unabsichtlich von Kulanz sprechen, da immer weniger Menschen heute wissen, was dieser Begriff eigentlich bedeutet.

Wie dem auch sei. 250 Mbit/s Download (laut Fritzbox sogar aktuell 264) und momentan 44,8 Mbit/s Upload-Geschwindigkeit. Das ist natürlich für eine Person phänomenal! Real gewordene Science Fiction in der virtuellen Welt. Bisher war ich ja mit den 56 Mbit vollends zufrieden. Jetzt werde ich gleich mal ausprobieren, wie lange der Download eines Spielfilms in heutiger Standardgröße von 4 bis 6 k dauert. Gleich werde ich’s in einem Nachtrag hier anfügen.

So, bei aller Aufregung (positive Aufregung) muss ich dennoch ins Bettchen. Guck mal, diesen schwarzen Klingelschalter unten rechts habe ich noch gestern erst installiert (klick aufs Bild = größer). Die Vormieterin war eine Kettenraucherin, was man dem Türöffner prima ansieht. Mal schauen, ob ich das Teil bei Gelegenheit neu lackieren werde – oder vielleicht die Plastikabdeckung eine Nacht in eine Chlor-Lösung lege. Könnte aber auch sein, dass mir das egal ist und ich den Türöffner als abschreckendes visuelles Beispiel dafür belasse, wie Raucher innerlich komplett aussehen. Faulheit findet immer seine moralische Rechtfertigung. Da bin ich Spezialist. Bei Gelegenheit muss ich die kleine Diele auch noch streichen, obwohl man wegen der Bilder und dem gelblichen Licht real eigentlich kaum etwas sieht – auf dem Foto aber schon 🙂 Der Rest der Wohnung wurde bereits vom Sohn der Vormieterin gestrichen.

Also bis später, gehab dich wohl.

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Nachtrag, 11 Uhr: Das ist interessant, denn die benutzte (ältere) Download-Software kann nicht über ca. 120 Mbit/s laden. Die neuere Software gar nur 56 Mbit/s. Die alte ist damit doppelt so schnell wie vorher aber nur halb so schnell wie technisch möglich. Darum werde ich mich die Tage mal kümmern. Vielleicht ist es nur eine Einstellungssache. Könnte aber auch an den Servern liegen. Egal, denn selbst 120 Mbit/s bedeutet 1 Gigabyte in unter einer Minute Download-Zeit. Das ist satt und genug Geschwindigkeit.

Klo23

Guck mal, das ist mein neuer Klodeckel. Ab jetzt gibt’s Strandsitzungen 🙂

Seit 25 Jahren benutze ich eine Toilettenbrille aus Holz. Eigendlich ziemlich unhygienisch. Deshalb wählte ich nun Plastik. Dabei hatte ich nicht mitbekommen, dass Klodeckel längst nicht mehr zuknallen, sondern dass alle mit einer Soft-Schließmechanik ausgestattet sind. Als ich das heute zum ersten Mal erlebt hatte, musste ich vor lauter Vergnügen locker ein Dutzend Mal hintereinander den Deckel aufmachrn und wieder zugleiten lassen. Ein Neandertaler, der per Zeitreise die Zivilisation entdeckt 🙂

Die letzten Stunden brechen an

Jetzt könnte ich ja wieder die Countdown-Uhr hier in der rechten Spalte einsetzen. Mal schau’n, vielleicht mach ich das nachher mal. Jüngst für die Unterzeichnung des Mietvertrags war das ja der entscheidende Moment, doch nun rückt der Tag des endgültigen Umzugs näher, der mindestens genauso entscheidend ist.

Noch immer suche ich meine Bohrmaschine, es gibt einen letzten Schrank, in dem sie liegen könnte. Wenn sie da nicht ist, frage ich mich allerdings, wo die denn abgeblieben sein könnte. Als allererste Maßnahme/Tätigkeit in der neuen Wohnung müssen nämlich die Halterungen für die Vorhangstangen angebracht werden. Die werden richtig fest gedübelt.

Soll ich den Wasserkocher vorher sauber machen oder nachher in der neuen Wohnung? Vorher ist besser, was? Praktisch ist, dass der nagelneue Backofen noch im Originalkarton schon auf mich und die Frikandeln wartet. Eine neue Billig-Mikrowelle kommt nächste Woche per Post, die alte lässt sich nicht mehr säubern, weil innen der Lack abgeplatzt ist und alles schon verrostet. Guck mal die neue, sie ist aus Italien unterwegs, extra ohne Grill und Schnickschnack, eine pure kleine Mikrowelle. Aber sieht die nicht klasse aus? Es scheint, als habe ich die letzte in Blau ergattert. Deswegen wohl der lange Lieferzeitraum: vor Wochen schon bestellt, nächsten Dienstag soll sie endlich da sein. Passt!

So langsam werde ich wieder nervös 🙂 Nein, aufgeregt vor Vorfreude, das trifft’s besser. Noch dreimal schlafen, heißa, dann ist Umzugstag! Dann komme ich nicht mehr zurück, nehme die Fahrräder mit und habe ab Freitag sogar einen kürzeren Arbeitsweg.

Es tut mir leid, wenn ich diese Tage keinerlei Interesse für Politik und das Weltgeschehen hege. Ist unverzeihlich, ich weiß. Ein Umzug nach einem viertel Jahrhundert und die Befreiung von ungefähr 2/3 des Ballastes der Dinge, das überlagert irgendwie alles andere.

Große Freude

So, zwar kann ich immer noch nichts Konkretes sagen, auch leider den Grund hierfür nicht nennen, obwohl ich’s doch versprochen hatte, aber das hole ich nach. Am Tag jedenfalls verlief alles perfekt! Besser sogar als erwartet. Und keine meiner Befürchtungen ist eingetroffen, also im Gegenteil. Endlich habe ich Sicherheit. Heute ist nunmehr nur das Glücklich-Sein an meiner Seite (obwohl ich manchmal denke, es angesichts des Schreckens gegenwärtig in der Welt vielleicht doch lieber zu verstecken).

Jetzt geht’s jedenfalls wieder täglich ganz normal hier weiter. Ich werde demnächst auch alles fotografieren, denn es kann sich keiner ausmalen, wie schön es ist. Okay, das erst mal dazu, zum Tag der Entscheidung.

Das eigene phlegräische Freudenfeld

Heute nix in the Tagebuch. So langsam werde ich immer nervös-unruhiger. Klar, und freudiger. Nur noch 3 Tage zusammenreißen und die wie Magma im Vulkan brodelnde Freude unterdrücken. Mal gut (fällt mir gerade dazu ein), dass wir nicht in Neapel auf den Phlegräischen Feldern wohnen, nicht wahr? Boah, da möchte ich jetzt wirklich nicht sein, quasi 5 Minuten vor dem Ausbruch oder gerade „zwei Handbreit” über der Lava.

Nun denn, harren wir der Dinge, die da kommen.

10 Cent für 2 Drehsessel

Meine beiden Drehsessel sind Billigstühle, die jetzt 10 bzw. 5 Jahre auf dem Buckel haben. Der eine ist für den Basteltisch da, der andere dient dem komfortablen Eintritt in die virtuelle Welt am Schreibtisch. Beide wackeln schon so bedrohlich, dass sie jeden Moment auseinanderfallen können. Zudem sind ihre Bezüge längst derart verschlissen, dass sie mehr aus schwarzem Panzerklebeband bestehen als aus Kunstleder oder Stoff. Auf einem von beiden findet mein Hauptbetätigungsfeld statt, das des täglichen Sitzens rund um die Uhr.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: sie haben die Grenze ihrer Haltbarkeit bereits weit überschritten.

Bei Amazon fand ich theoretisch Ersatz. Ebenfalls Billigstühle, die voraussichtlich für die nächsten 5 bis 10 Jahre Haltbarkeit versprechen (nach oben gibt es preislich keine Grenze). Ob nun ein oder zwei Sessel für 3.000 Euro, die halten auch nicht wesentlich länger, was man in unserer Firmenzentrale alle 10 Jahre bestaunen kann. Also: Kosten für zwei (ich glaube, sie sind nicht die schlechtesten) Drehsessel = 270 Euro. Man merke sich kurz diesen Betrag.

Ausgerechnet jetzt steht dafür praktisch aber kein Geld zur Verfügung, null €, was ich in den nächsten Tagen noch erklären werde, also speicherte ich die gefundenen Produkte in den Favoriten des Browsers, um sie später schnell wiederzufinden, falls ich sie in einigen Monaten vielleicht als Weihnachtsgeschenk mir gönnen könnte.

Das war am Dienstag.

Muss ich mich bis Weihnachten mit den Sperrmüll-Stühlen weitere fast 3 Monate herumschlagen? Erneut griff eine schicksalhafte Fügung ein, die mir zum einen mit 4 richtigen Zahlen im Lotto plus der richtigen Superzahl und zum anderen mit 2 richtigen Zahlen plus Superzahl einen gemeinsamen Wink gaben. Am Mittwoch nach der Ziehung schaute ich in die Statistik der vergangenen Quoten: normalerweise gibt es für 4 Richtige + SZ so um die 170 Euro plus x oder minus x. Selten wenig mehr. Gestern allerdings gab es eine außergewöhnliche Ausnahme für diese Gewinnklasse 5. Ihr Gewinn beträgt 263,90 Euro und für die Gewinnklasse 9 = 6 Euro (normal), was zusammengenommen einen Gewinn von exakt 269,90 Euro ergibt. Was sagste dazu?

Bisher habe ich von den vielen „Zufällen” der vergangenen Wochen, die im Grunde genommen langsam seit der Anschaffung von Mata Hari begannen, noch nichts geschrieben – und ich weiß momentan nicht im Geringsten, wie ich das alles zusammenfassend erklären soll – doch diese gestrige zufällige Übereinstimmung vor dem Hintergrund aller anderen Zufälle, jagt mir doch schon beinahe Angst ein. Du wirst es merken, wenn ich alles zu erklären beginne, dass hier keine Zufälle am Werk sein können, da die Wahrscheinlichkeit dafür einfach zu gering ist. Einen Zufall, ja, zwei, drei Zufälle, auch, doch mehr und so wesentliche Zufälle, die gehören eindeutig zu einem Schicksalsweg. Hinzu kommt, dass nichts von alldem geplant war.

Nunja, inwieweit das Aussuchen von Drehstühlen nicht doch einer gewissen Planung gleichkommt, auch wenn ich die Realisierung ihres Kaufs erst mal ganz nach hinten angestellt hatte, kann unterschiedlich betrachtet werden. Doch bis auf 10 Cent genau der Betrag, hallo?, deutlicher könnte nicht zu erkennen sein, dass diese Sessel jetzt kommen sollen. Und wenn sie eintreffen, wird die Haushaltsschere von gestern auch angekommen sein, das heißt, von ihr werden die Stuhlverpackungen dann geöffnet werden in einem vollkommen … weiter geht diese Geschichte leider erst ab nächsten Mittwoch.

Ein Geschenk

Weil ich eine Woche ohne Internet und Telefon dastand, hat die Telekom mir einen Gutschein über 10 Euro als Entschuldigung geschenkt. Es gab aus dem vorhandenen Katalog möglicher einzulösender Geschenke aber fast nichts für 10 Euro. Die monatliche Gebühr um 10 Euro senken, das ginge nun auch wieder nicht. Also sollte ich etwas viel teureres aussuchen und mit dem Rest dann quasi noch obendrauf zahlen. Die einzige Möglichkeit war: nun bekomme ich zum Trost für die 7 Tage Dauer, die die Telekom für das Einstecken eines von ihr selber versehentlich gezogenen Steckers im Schaltkasten irgendwo am Straßenrand benötigt hat – Achtung, halte dich fest, ich freue mich wie Bolle, denn so etwas Schönes besaß ich noch (Iro) nie – diese Haushaltsschere.