Das Problem, ohne Problem zu sein

16 Uhr, guten Morgen und Tschüss bis Freitag (die Nachtschichten stehen wieder an). Übrigens wusstest du, dass man „Tschüss” laut Duden in vier Schreibweisen wählen kann? Groß oder klein, mit einem „S” oder mit zweien. Wie man gerade möchte, alles ist egal, nichts wird bevorzugt.

Ist diese liberale Handhabung nun ein Vorteil oder ein Nachteil? Ehrlich gesagt, da bin ich recht unschlüssig. Denn was bei „tschüs” gilt, müsste konsequenterweise auch bei anderen Worten gelten. Und was bei Worten gilt, muss dann auch bei Sätzen gelten. Wäre es so, würde sich die Sprache wieder zurückentwickeln und jeder schrieb, wie er mag. Endlich keine Regeln, jeder könnte sich ausdrücken und bräuchte nicht mehr alle Nase lang im Duden nachzuschauen. Es würde das Schreiben zweifellos vereinfachen. Aber da Schreiben und Lesen bzw. der Ausdruck und das Verstehen zwei Seiten einer Medaille sind, würde diese Wahlfreiheit das Lesen wiederum erschweren. Wer schon mal mittelalterliche Texte las, kennt das Problem. Andererseits kann man heute Texte wunderbar in einheitlicher Schriftsprache lesen, dennoch werden sie immer öfter nicht verstanden. Wenn sowieso immer mehr Leute trotz Regeln kaum noch Texte in ihrer Gesamtheit erfassen und verstehen können, wäre das dann nicht ein Argument, auf Regeln komplett zu verzichten?

Das sind die Fragen, über die ich mit mir selber heute beim Frühstück diskutiere.

Inneres Ich: „Na, wenn du sonst keine Probleme hast …”

So isses, habe ich nicht. Irgendwo muss ich sie dann ja herholen. Denn ein Leben ohne Probleme, also das geht bekanntlich schon mal gar nicht, gell?

Gedanken am Rande des ESC und irgendwo zwischen Schlaf-, Wach- und Traumzustand

1. Überall das gleiche, in allen Lebensbereichen: das Leben in Frieden, das Streben nach Glück, die Freude und Individualität, der Wohlstand, ach, sogar jeder erdenkliche Genuss wird mehr und mehr dämonisiert zugunsten des Gleichschritts, des Einheitsbreis und des einförmigen Denkens. Der Massengeist ist los.

2. Vielfalt, Toleranz und Multikulti? Das hört schon bei der Musik auf. Nicht jedes hässliche Entlein verwandelt sich in einen prächtigen Schwan. Greta Thunberg zum Beispiel mutiert zur aufgeregt schnatternden Gans, denn sie sagt, es sei empörend und unentschuldbar, dass Israel am ESC teilnehmen darf.

3. Erkenne den Unterschied. A: Finde dich selbst, siehe wer du bist und richte dich bzw. dein Leben danach aus. Oder B: Sei wer du sein willst, nötigenfalls verändere die Umwelt und passe das Leben der anderen deinem Wunsch an. Welche Strategie wird dich dauerhaft glücklich oder zufrieden machen?

Jaja, ein wenig konfus; das kommt durch die Übernächtigung (sagt man das so?) der letzten beiden Nächte. Schlaf fand ich nämlich nur wenig an den Tagen und eher gestückelt. Schlafentzug wirkt im Gehirn wie eine Droge oder Alzheimer. Trotzdem will ich jetzt partout nicht ins Bett 🙂

7:30 Uhr: Wat esse ich denn nu’ zu Abend? Zur Auswahl stehen:

  • Pizza im Backofen
  • Toast mit dicken Gouda-Käsescheiben (sehr dicken)
  • Pommes mit Hackfleischbällchen in der Heißluftfritteuse, anschließend Mayo und Ketchup drauf
  • Spezial-dickes Omelette in der HLF
  • Nur Äpfel in feine mundgerechte Häppchen geschnitten
  • Massenweise Vanille-Eis

Mangels Entscheidungskompetenz (wie erwähnt, die Gehirn-Trägheit und so) trinke ich zuerst mal ein lecker Tässchen Tee. Bis dahin, have a nice day, man liest sich.

Es hakt in den Systemen

Meine Güte, was muss man heutzutage, wo alles automatisiert ist, höllisch und mit Argusaugen aufpassen: meine Festnetzrechnung der Telekom für Januar beträgt plötzlich über 100 Euro. Die Umzugsgebühr von 60 Euro wurde im Dezember erstattet, das war also der Grund für die Dezember-Gutschrift. Trotzdem bleibt die Januar-Rechnung noch immer 50 Euro teurer als mein Tarif vorsieht. Im Online-Kundencenter lässt sich diese Rechnung aber nicht herunterladen. Bei allen anderen monatlichen Rechnungen geht das, nur bei der aktuellen nicht. Es erscheint eine unspezifische Fehlermeldung, die besagt, ich solle es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal versuchen.

Also angerufen. Die ellenlange Prozedur mit dem Sprachroboter hinter mich gebracht, gewartet und gewartet, dann erklang die freundliche Stimme eines Menschen. 50 Euro seien die Anfahrtsgebühr, die der Techniker vor Ort aufgeschrieben hatte, teilte sie mir mit. Hallo? Sie fanden ihre eigene Anschlussdose nicht, suchten nicht danach und verschwanden. Dann musste ich zwei Wochen warten, bis ein neuer Techniker kam, die Dose sofort fand und binnen Sekunden den Anschluss freischaltete. Weshalb soll ich dafür 50 Euro bezahlen? Das sah die freundliche Service-Mitarbeiterin ebenfalls so und versprach, die 50 Euro Gebühr von der Rechnung abzuziehen. So weit, so gut.

Im Online-Account ließ sich die aktuelle Rechnung deshalb nicht herunterladen, weil die Telekom gerade eine technische Störung zu beklagen hat. So sagte es die Mitarbeiterin am Telefon und versicherte, mir manuell per E-Mail eine neue Rechnung zukommen zu lassen. Frohe Weihnachten und gute Wünsche für 2024 beendeten das Gespräch.

5 Minuten später war die neue Rechnung da. Es war aber die alte, die sich nicht herunterladen ließ. Keine Erstattung bzw. kein Abzug der 50 Euro Anfahrtsgebühr.

Also alles nochmal von Neuem: Roboter, Musik und warten. Nun war mein Gegenüber ein freundlicher nuschelnder Herr, der unsere Sprache nur rudimentär beherrschte. Na gut, er muss ja üben, braucht Praxis, dachte ich und redete fortan mit ihm eher in Kindersprache mit einfachen Begriffen und sehr langsam. Er schaute in seinem System nach und meinte, die Kollegin habe den Auftrag zur Erstattung der 50 Euro nicht erteilt. Mit allerlei nuschelnder Selbstgespräche, die er während seiner Eingaben tätigte, korrigierte er den Fehler der Kollegin. Nun sei alles richtig, versprach er. Im Folgemonat bekäme ich die 50 Euro erstattet.

Im Folgemonat? „Was bedeutet das für die fehlerhafte Rechnung, deren falscher Betrag bereits am 4. Januar eingezogen werde?”, fragte ich. Das könne man nicht mehr ändern, sagte der Herr, ich bekäme dann im Februar eine Erstattung für die Januarrechnung. „Und darauf soll ich mich verlassen?”, lautete meine Frage. „Ja, selbstverständlich”, antwortete er, ich könne mich zu 100 Prozent darauf verlassen. Also zahle ich am 4. Januar mehr als doppelt so viel, um Anfang Februar dann die Hälfte dieses falschen Betrags erstattet zu bekommen, also indem dann insgesamt eine Gutschrift erteilt werde. Kann man so machen, wenn’s denn funktioniert, ist zwar absolut inkorrekt, doch eine andere Möglichkeit bestünde nur dann, wenn der Mitarbeiter den Kontoeinzug generell aussetzen würde und ich manuell per Überweisung den Januarbetrag bezahlen würde. Im Februar könne ich dann der Telekom eine neue Einzugsermächtigung erteilen. Dieser Aufwand ist mir natürlich zu groß, so dass ich die fehlerhafte Rechnung bezahlen werde in der Hoffnung, im Februar die Korrektur zu erfahren. Wie gesagt, damit sind meine Argusaugen auch weiterhin gefordert.

30 Minuten nach diesem Telefonat (in denen ich bereits die Hälfte dieses Eintrags geschrieben hatte) bekam ich abermals eine E-Mail mit der Gutschrift der 50 Euro. In dieser E-Mail wurde von mir verlangt, die Gutschrift selber manuell im Account freizuschalten bzw. zu autorisieren. Nur so bekäme ich sie. Im Account sah ich dann, dass die Telekom diese Aufgabe schon freundlicherweise selber übernommen hat und die aktuelle Rechnung, die ich bis jetzt immer noch nicht einsehen kann, korrigierte, so dass der ausgewiesene zu zahlenden Endbetrag für den Einzug am 4. Januar jetzt anscheinend stimmt. Was ich allerdings erst glaube, wenn ich’s kontrolliert habe. Also weiterhin aufpassen.

Und falls du nun denkst, Ende gut, alles gut, dann wirst du in den nächsten Tagen noch eine viel unglaubwürdigere, da abstruse Geschichte über meinen Stromanschluss lesen. Der Stromvertrag wurde von EON nämlich im Nachhinein storniert, da der Netzbetreiber Einspruch gegen diesen Vertrag mit mir erhoben haben soll. Das sagte ein EON-Servicemitarbeiter. Es seien, so dieser Mitarbeiter, fehlerhafte Angaben von mir bei der Anmeldung gemacht worden. Welche, das kann mir bis heute keiner sagen, der Prozess meines Widerspruchs gegen die Stornierung ist nach wie vor noch offen. EON hat mittlerweile von mir eine Kopie meines Mietvertrags erhalten sowie ein Foto des Zählers. Wahrscheinlich hat niemand den Vertrag der verstorbenen Vormieterin gekündigt, das wäre für mich eine logische Erklärung. Seit Wochen bleibt dieser Vorgang allerdings unbearbeitet. Auch hier kann ich über das Ende noch nichts sagen.

Die Veränderungen des Services, die technisierte Herangehensweise bzw. die Automatisierung der Vorgänge mag ja in den meisten Fällen zu einer Arbeitserleichterung und Kostenersparnis führen, doch wie man sieht, sobald etwas außer der Reihe geschieht, ganz gleich, wessen Fehler es ist, versagt das komplette System. Das wird mir nach knapp 25 Jahren, in denen alles automatisiert verlief, nun besonders auffällig. Nichts funktioniert mehr reibungslos. Wenn man die Mehrarbeit der Kunden, die vielen Telefonate, Fotokopien, den Zeitaufwand als Kunde berechnen würde, scheint mir, es würde nur so von Kundengutschriften hageln. Nur leider wird dieser Aufwand nicht berechnet, hingegen jeder Handgriff der Unternehmen.

Ist das heute nun ein negativer Tagebucheintrag? Es ist – zumindest für mich – die Realität. Bei einem völlig normalen Wohnungsumzug gerate ich fehlerlos in die Mühlen großer Inkompetenz. Inkompetenz deshalb, da die unterschiedlichen in den Vorgängen eingebundenen Abteilungen (oder Unternehmen, wie der Netzbetreiber und der Versorger) keine funktionierende Kommunikation untereinander haben.

Harren wir also der Dinge, ändern kann man selber eh nichts daran. Gehab dich wohl und bis morgen in diesem Theater.

Nervöse Unruhe

Zwei Tage und Nächte konnte ich mal wieder kein Auge zutun. Im Bett hielt mich eine nervöse Unruhe vom Einschchlafen ab. Nicht im Sinne von nervös-rappelig mit hohem Blutdruck, sondern nervös-sorgenvoll. Wie soll ich das Bevorstehende nur alles organisieren? Alleine. Wie es praktisch umsetzen? Naja, da ich noch nichts hier sagen kann, belasse ich’s mal dabei. Jedenfalls nervöse Unruhe als Überschrift. Man liest ja heute eh nur Überschriften.

Mittlerweile empfinde ich nur noch leichte Schmerzen im Fuß und Bein. Auf einer Skala von 0 bis 10 vielleicht eine 2. Also kaum spürbar, doch im Bett bei den Einschlafversuchen stören sie gewaltig. Gestern lag ich 3 Stunden übermüdet aber schlaflos im Bett, heute habe ich’s frisch bezogen, eine Wärmflasche benutzt aber trotzdem blieb ich 2 Stunden wach, bevor ich wieder frustriert aufstand. Dazu dann noch der Unsicherheitsfaktor, da der Abschluss des Vorhabens fehlt, die endgültige Sicherheit. Es dreht sich im Kopf in Endlosschleife. Und das alles wegen einer älteren Bürokratin im Amt, die in einem staubigen Dach-Büro sitzt und für eine Tätigkeit von 5 Minuten Arbeitsaufwand bis zu 2 Wochen benötigt. Ohne deren Stempel geht’s aber keinen Schritt weiter. Ich muss somit noch freundlich und zuvorkommend zu dem Drachen sein. Hallo? Mein Name ist Georg, GEORG.

Welch ein Gejammer, nicht wahr? Einen jammerfreien Tag wünsche ich dir, es wird kalt im Lande.

Traumatisches

„Was machen Sie denn hier?”, lautete meine Frage an die unbekannte junge Frau, die plötzlich am Fußende meines Bettes stand. „Wer sind Sie?” Die Frau war in eine alte braune Wildlederjacke gehüllt, die sie über eine rote Bluse trug. Sie war verantwortlich für mein Erwachen. Stelle dir bitte mal so etwas vor: du liegst im Bett und öffnest deine Augen, da steht an deinem Bett ein fremder Mensch und schaut dich an. Hallo? Ihre dichten langen Haare wurden mehr schlecht als recht von einer Mütze verborgen, das heißt, an mehreren Stellen quollen Haarsträhnen hervor. Die Mütze war ebenfalls aus einem schon abgegriffenen Stoff gefertigt und erschien wie eine alte Arbeiter-Kopfbedeckung aus dem beginnenden 20. Jahrhundert. Das ganze Outfit der Frau tendierte retromäßig in diese Richtung. Eine weite schwarze Hose und braune grobe Ledertiefel rundeten dieses Bild ab.

Frau: „Entschuldigen Sie mein Eindringen. Ich bin Journalistin. Eine alte Frau hat mir Ihre Wohnungstür geöffnet. ‘Treten Sie sorglos ein’ ermunterte sie mich, ‘Georg wird wohl noch im Bett liegen, doch wecken Sie ihn ruhig auf’, meinte sie.”

Ach, sieh an, meine Mutter! Nun liegt sie schon ein halbes Jahr lang unter der Erde aber immer noch erscheinen ihre übergriffigen Unverschämtheiten im Traum. Gerade so, als habe sie diese hier im Leben einfach zurückgelassen wie andere einen alten Koffer oder einen Regenschirm.

„Und was machen Sie hier?”, fragte ich die Frau während sich der aus dem niedrigen Bett ächzende Rest meines Körpers unterhalb des Kopfes gleichsam erhob und meine müden Beinknochen wie automatisiert in eine auf dem Boden vor dem Bett abgelegten ausgeleierten schwarzen Jogginghose schob. „Reichen Sie mir doch bitte mal das T-Shirt”, sagte ich. Die Frau hob es sodann mit spitzen Fingern vom Boden auf. „Das?”, fragte sie mit einer deutlich angewiderten Mimik eines beginnenden Ekels in ihrem jungen Gesicht. „Ja, genau das! Wenn Sie hier schon ungefragt eindringen und mich aufwecken, ist das wohl nicht zu viel verlangt. So dreckig ist das Shirt gar nicht, was Sie sehen sind nur Nutellareste von gestern. Süß und lecker,” gab ich patzig zur Antwort. Fehlte auch noch, mich für einen solchen Übergriff nett anzuziehen. „Also was wollen Sie von mir? Und wer sind sie überhaupt?”

„Mein Name ist Bernadette Luetgel und ich schreibe hauptsächlich für den ‘Rheinischen Traum-Boten’. Der Chef vom Dienst hat mich hierher beordert, um quasi live vor Ort die Auswirkungen Ihrer Durchblutungsstörungen mitzuerleben. Sie glauben sicher, Ihre kalten Füße rührten von einer verrutschten Decke und den frischen herbstlichen Temperaturen, doch sie sind in Wahrheit Folge eines augenblicklichen starken Absackens des Blutdrucks, was in Verbindung mit den altersbedingten Störungen Ihres Kreislaufs jederzeit zu Ihrem Ende führen könnte.”

„Ach?”, stellte ich staunend fest, „woher wollen Sie das denn wissen?”

„Sie waren es doch selber, der durch sein neues Smartphone ‘Mata Hari’ Tür und Tor zum Ausspionieren Ihrer Lebensumstände an völlig fremde Leute freigegeben hat. Nun, ich gehöre zu ihnen, und mein Chef plant eine Reportage über die letzten Minuten im Leben eines Schwurblers und allgemeinen Medikamenten-Kritikers als angsterregendes abschreckendes Beispiel für die Allgemeinheit. Dazu bin ich hier. Dass ich Ihnen jetzt auch noch Ihr verdrecktes T-Shirt reiche, glauben Sie mir, das war nicht vorgesehen. Können Sie nicht einfach ohne viele Worte weitersterben?”

Nachdem ich den zweiten Socken übergestreift hatte und den ebenfalls schlabbrigen Hoodie, schlurfte ich zur im selben Raum befindlichen Küchenzeile und murmelte fragend die Worte „Tee oder Kaffee?”

Die Blicke der jungen Frau folgten meinen Bewegungen. „Tee”, sagte sie.

Wir schwiegen und ich öffnete die Augen. Meine kalten Füße hatten mich gerade geweckt. Oder war es etwas anderes? Der Raum war dunkel, kein Wasser brodelte, und ich lag noch im Bett. Woher stammte das Traumbild dieser Frau, fragte ich mich, alles andere konnte ich mir zusammenreimen. Als ich später am Rechner saß und über diese Zeilen nachdachte, da erst sah ich sie. Sie ist auf zwei Ölgemälden meiner Mutter abgebildet, die seit 24 Jahren in der Wohnung hängen aber schon so lange von mir dermaßen unbeachtet werden, wie ein einfaches Tapetenmuster an der Wand. Dennoch scheinen beide ihren Weg in mein Unterbewusstsein gefunden zu haben. War es nun eine mystische Rettung in letzter Sekunde oder hat einfach nur das Gehirn den Körper mit sicherem Gespür für die richtigen Bilder aufwachen lassen, um den Blutdruck wieder in Gang zu setzen?

Geheimnisse des Alltags sozusagen. Und bis morgen in diesem Theater. Noch ist die woke Welt mich nicht ganz los.

Die Sirenen sind Schuld

Jajaja, wieder ist ein Tag verschwunden hier im Tagebuch.

Inneres Ich: „Huch! Was war denn? Eine neuerliche Selbstzensur oder gar staatliches Eingreifen?”

Letzteres könnte man durch geschickte Formulierungen manipulativ tatsächlich dafür verantwortlich machen. Denn bis gestern gegen 12 Uhr mittags war alles noch wie jeden Tag. Kurz vorher ging ich übermüdet zu Bett. Plötzlich riss mich der Klang einer bis dahin fremden Sirene aus den Schlaf, die direkt aus dem Nebenraum herüber-sirente, und mich geradezu senkrecht vor Schreck im Bett hochfahren ließ. Mata Hari war’s, auf der zwar keinerlei Warn-App installiert ist, wo aber „WhatsApp” sein ungemütliches Sirenengeheul anstimmte. Also aufgestanden, nachgeschaut und ausgeschaltet, doch nun war ich hellwach und konnte einfach nicht mehr einschlafen. Also begann ich mit „The Gold”, einem gelungenen britischen 6-Teiler über den sensationellen Goldraub zu Beginn der 1980er Jahre. Irgendwann nach Teil 3 gegen 15 Uhr schlief ich im Sessel ein, erwachte wiederum später mit einem steifen Nacken und schleppte mich zurück ins Bettchen, in dem ich dann bis nach Mitternacht den Tag und den Abend bewusstlos verbrachte. Futsch war der Tag, so schnell kann’s gehen. Und die Warn-App war Schuld.

Nun kann man prächtig über Sinn und Unsinn einer solchen bundesweiten Warnung diskutieren. In einem Land, in dem bei einer Jahrhundertflut nicht einmal regional Warnmeldungen ausgegeben werden, weil ein Landrat bewusst aufs Einschalten der Sirenen verzichtete und lieber viele Menschen in den Tod schickte, da ohne begleitende Erklärung seiner Meinung nach die Bevölkerung zu dumm sei, Sirenen einer kommenden Flut zuzuordnen – also wo er lieber gar nichts unternahm als den Versuch, durch Sirenen die Menschen aus den Betten zu werfen – was soll bzw. wovor sollten die Bürger dann bundesweit gewarnt werden? Putins Armeen stehen am Rhein? Atombomben werden gezündet? Absurd, denn dann nutzen Sirenen auch nichts mehr.

Lokal sind Sirenen sicher ein gutes und wichtiges Instrument der Katastrophenbewältigung. Das sollte auch regelmäßig geübt werden, doch auf nationaler Ebene sind sie überflüssig wie ein Kropf. Ich hege ja den Verdacht, dass sie in absehbarer Zeit für den Klimaaktivismus missbraucht werden sollen. Statt Schulglocken, die ab 35 Grad im Hochsommer Hitzefrei für die Schüler einläuten, werden wir dann regelmäßig als gesamte Bevölkerung vor den möglichen Hitzetod gewarnt werden oder in einen Lockdown nach Hause geschickt. Jaja, das wäre meine persönliche Verschwörungstheorie. Vielleicht gibt es aber gar keinen tieferen Sinn für die bundesweiten Warnübungen und sie dienen einfach als eine Art Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die sehnsüchtig auf die Apokalypse wartenden, sich an der Normalität langweilenden jungen Leute.

Vor knapp 45 Jahren habe ich auch mal Sirenen heulen lassen. Also mit der Bitte um ein wenig Nachsicht, denn der Text „Niemand” ist tatsächlich 45 Jahre alt und die Tonaufnahme ist nun auch schon um die 25 Jahre alt.

Mein arbeitsfreier Tag heute beginnt also erst kurz nach Mitternacht. Mal schaun, was sonst noch so kommt. Bis dahin, schlaf schön weiter.

Zukunfts-Schwurbelei aus der bunten Glaskugel

Zu Baerbocks China-Besuch und dem Abschalten der letzten AKWs werde ich nichts schreiben. Das habe ich in den letzten zwei Jahren zur Genüge getan, es wären Wiederholungen, die man auch in zwei Grundsätzen zusammenfassen kann und die so lange Gültigkeit besitzen, wie die Grünen die Regierungsmacht inne haben:

 

1. Satz: Bei allem, was sie tut, ist Baerbocks Ziel das Kanzleramt, das sie mit Hilfe ihrer US-amerikanischen Unterstützer sowie der öffentlich-rechtlichen und links-grünen Medien zu erreichen hofft. Vielleicht gelingt ihr das sogar, denn so naiv und dumm wie heute, war wohl noch nie eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung.

2. Satz: Natürlich werden, sobald der grüne Spuk vorbei sein wird, in ferner (!) Zukunft neue Kernkraftwerke in Deutschland ans Netz gehen, doch sie werden nicht mehr von uns selber gebaut werden, sondern von anderen, die daran und mit ihnen kräftig Geld verdienen. Die Strom- und Energiepreise sinken also nie mehr auf den Stand des Vor-Grünen-Zeitalters.

Alles andere, ob Baerbock bereits nach einem Misstrauensvotum in diesem Jahr oder erst bei der nächsten wie auch immer gearteten* Bundestagswahl Kanzlerin werden wird, ist nebensächlich. Sicher ist hingegen, dass unser Land auf politische Unruhen zusteuert, wie sie in den 1920er Jahren stattfanden und die mit Not, Elend und auch Tod einhergehen werden. Wie die wiederum am Ende ausgehen, kann heute keiner seriös vorhersagen. Wahrscheinlich wird das Geschehen in den USA hier Vorbild sein. Dieses Geschehen wird aber erst maßgeblich durch einen kommenden Krieg mit China bestimmt werden, dessen Ausgang ebenfalls nicht vorhersehbar ist und daher auch die zukünftigen inneramerikanischen Entwicklungen heute noch offen lässt.

Genauso ist möglich, dass durch ein überraschendes Ereignis in den nächsten zwei Jahren eine ganz neue Dynamik entsteht, die die Entwicklungen konfus vorantreibt. Ja, wir erleben gerade den Beginn einer Zeitenwende. Ähnlich wie bei einem Polsprung, bei dem sich das Magnetfeld der Erde umkehrt, wird keine bisherige Gewissheit mehr gelten – doch neue Naturgesetze und Regeln werden entstehen.

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* Das Sternchen: Ich glaube nicht, dass es in absehbarer Zeit nochmal eine faire Bundestagswahl, wie wir sie kennen, geben wird. Sobald eine Partei, ob AfD oder eine neue Wagenknecht-Partei droht, zu stark zu werden, wird sie rechtzeitig verboten oder die Wahl wird als solche ausgesetzt werden. Auch halte ich echte Wahlfälschungen nicht mehr für undenkbar, denn der gesamte administrative Bereich sowie die Exekutive Deutschlands sind heute durchdrungen von links-grünen Sympathisanten, die gerne nicht mehr so genau hinsehen.

Ein neuer 3-Punkte-Tag

1. Guten Morgen, 6:10 Uhr. Mittlerweile sind wir bei 56 erfolglosen Brute-Attakken angelangt. 23 am Tag und 33 in der Nacht. Bleibt das jetzt so? Ich meine, ist das die Normalität? Bei einem fremdgehosteten Blog wie beim alten kriegt man davon ja gar nichts mit. Daher weiß ich nicht, wie genau es vorher bei Blogger/Google ausgesehen hat. Liegt das Blog aber auf dem eigenen angemieteten Speicher, muss man für die Sicherheit selber sorgen und erhält dann natürlich diverse Reporte.

2. Als ich vorhin zu Hause angekommen war, bekam ich einen Heißhunger-Anfall. Naja, das Wort „Anfall” ist sicher zu stark. Unbändige Lust trifft’s besser. Und zwar auf Mayonnaise. Ich hatte kurz überlegt, ob’s Eier auch täten, nein, sagte die innere Lust, sie wolle nur die pure Mayo, nix Warmes dazu, auch kein Brot. Was mag da wohl drin sein, das der Körper haben möchte? Egal, Mayo ist reichlich vorhanden. Als ich eine Tube aus dem Schrank nahm, fiel mein Blick zufällig auf eine Tüte Brandt-Zwieback. Und da überkam es mich so richtig: Mayo mit Zwieback. Habe ich noch nie zuvor in meinem Leben gegessen, auf die Idee war ich bisher nicht mal gekommen – aber was soll ich sagen? Lecker, ungeahnt lecker war das. Die eher säuerliche Mayo mit dem leicht süßlichen Nachgeschmack des Zwiebacks, diese Gegensätze führen zu einer Geschmacksexplosion sondergleichen. Klasse! Dabei bin ich doch gar nicht schwanger – aber vielleicht infiltriert durch nächtliche Fabelwesen draußen während der Arbeit. Ich hatte nämlich dort auf der Parkbank sitzend einen 10-minütigen tiefen Power-Nap genossen. Also wer weiß, wer weiß?

3. Ein Kollege machte mich auf „Django” aufmerksam. Ob das etwas für mich ist? Ich schaue jetzt gleich mal rein. Bis dahin, man liest sich.

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Nachtrag, 9:30 Uhr: Nein, is’ nix für mich. Gute Nacht.

EU-Richtlinien-Quark

Es ist schon schlimm, wenn man sich durch Foren oder Kommentarspalten des Rechts durchackern muss: was der eine sagt, verneint der nächste, ein dritter meint wieder etwas ganz anderes. Es geht um die Cookie-PopUps.

Soweit ich das jetzt glaube verstanden zu haben, was ich absolut nicht mit Gewissheit zu sagen imstande bin, braucht man für eine Webseite keinen Cookie-Hinweis einzubauen, wenn ausschließlich technisch notwendige Cookies gesetzt werden, die der Performance dienen. Dazu gehören aber nicht Tracking-Cookies, die den Besuch zählen und auswerten, sie müssen erwähnt werden und benötigen das Einverständnis des Users.

So weit, so gut. In diesem Blog wird kein Tracking-Cookie benötigt, das geht nämlich auch ohne. Des Weiteren werden die technischen Cookies in der Datenschutzerklärung ausführlich beschrieben (wenn jemand sich anmeldet, um zu kommentieren beispielsweise). Auf diese Datenschutzerklärung brauche übrigens nicht per Extra-PopUp hingewiesen werden, sondern es genüge, wenn sie an prominenter Stelle sichtbar sei, ähnlich wie das Impressum.

Bei einem Nur-Besuch meines Tagebuchs zeigt mein Browser 0 Cookies an. Demnach benötigt die Webseite auch keinen Cookie-Hinweis als PopUp. Es wäre ja absurd, auf etwas extra hinzuweisen, das gar nicht vorhanden ist.

Allerdings, und jetzt wird’s haarig, gibt es eine Ausnahme: und zwar werden nur auf denjenigen Seiten, die mit einem eingebundenen YouTube-Video versehen sind, durch Google Cookies benutzt. Das kann ich aber nicht beeinflussen. Muss ich nun auf diese Cookies hinweisen? Ich weiß doch selber nicht, ob sie technisch notwendig sind (dann entfällt die Hinweispflicht) oder ob sie fürs Tracking vorgesehen sind (ob die hinweispflichtig sind, darüber herrscht Uneinigkeit und allgemeine Verwirrung sogar in den Fachforen). Verzichte ich also auf die Videos und setze nur je einen Link zum Video, so ist der User gezwungen, es bei YouTube anzusehen und zwar in der vollen Bandbreite der elenden Werbung. Die erscheint nicht, wenn die Videos im Blog eingebunden sind. Deshalb mache ich das ja überhaupt. Also für den Besucher wäre es ziemlich schlecht, wenn ich darauf wegen der Hinweispflicht verzichten müsste.

Die Hinweispflicht ist nämlich ein weiteres Problem. Auf fast allen Webseiten sei sie unzureichend umgesetzt, so heißt es allenthalben bei den Fachleuten. Es reiche nicht aus, einen bloßen anklickbaren OK-Button zu erzeugen, sodass der User durch das Anklicken sich mit den Cookies einverstanden erklären kann, sondern laut meiner Recherche muss heute eine Auswahlbox angeboten werden, in der der User alle einzelnen Cookies ausschalten kann. Wie soll das denn bitteschön funktionieren, da ich selber nicht mal die YouTube-Cookies ausschalten kann? * Ich bin doch kein Programmierer oder Hacker, der deswegen nun im Code rumschreibt.

Man könne aber auch alternativ einen Service benutzen, der das Video dann quasi per Fremdserver zu mir umleitet. Ist das eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für künftige IT-Firmen? Soll ich dann am Ende dafür bezahlen, dass YouTube-Cookies irgendwo während der Umleitung verschwinden? Außerdem müsste ich bis heute (weil das alles noch so neu ist) dafür ebenfalls den Quellcode der Webseite manuell verändern. Viel zu viel Arbeit nur für das Verlinken eines Videos. Dieser Service wäre also eine Art Mini-TOR-Browser für das Einbinden von Videos. Nein, die Lösung kommt für mich erst mal definitiv nicht infrage.

Aber was nun?

All das Dank der EU-Bürokratie, die meiner Meinung nach nur im Sinn hat, den großen US-Netzwerken wie Facebook, Google & Co. damit ans Bein zu pinkeln. Im Namen des Verbraucherschutzes gibt es zum Schluss dann kaum noch Webseiten, die YouTube-Videos einbinden – und YouTube lacht sich ins Fäustchen, dass nun alle Verbraucher wieder direkt auf ihre werbeverseuchten Plattformen geleitet werden. Danke EU, da habt ihr wieder etwas großartig hinbekommen.

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* Nachtrag: Jetzt habe ich wieder Stunden damit verbracht, eine Lösung des Problems zu finden. Und? Hab sie. Einfach – aber wenn man’s nicht weiß? Ich wusste es nicht, dass YouTube bei jedem Einbettungs-Code (teilen) auch einen weiteren anbietet, der auf den Link “www.youtube-nocookie.com” verweist. Damit sendet YouTube nun kein Cookie mehr und das Weblog ist endlich für alle Besucher komplett cookiefrei (bis auf die geschilderten Dinge z.B. bei Kommentaren).