Fehlerkorrekturen

Hundertprozentig war ich während meines Frühstückkaffees im Küchenerker von 15 bis 17 Uhr davon überzeugt, dass heute Sonntag sei. Tja, die Fehleinschätzung der Realität führte zu einer irrigen Gewissheit, die, nachdem der Blick auf die Taskleiste am Rechner zu einem „Ach was?” geführt hatte, zuallererst noch kurz Zweifel hervorrief, ob eventuell mal wieder Software-Unstimmigkeiten zu einer falschen Datumsanzeige geführt hatten – also Sekunden vor dem Eingeständnis des eigenen Fehlers versuchte „etwas in mir” zuerst noch, die innere Wirrnis durch äußere Fehler zu erklären. Ist das nicht symptomatisch für allerhand Verrücktheiten, die sich um uns herum dieser Tage wie ein buntes Karussell munter drehen und drehen und nimmer aufhören wollen zu drehen?

Stellt sich nur die Frage, was genau anstelle der unbestechlichen Datumsanzeige eines tadellos funktionierenden Rechners in der landesweiten Wahrnehmung einer verdrehten Realität „den Samstag” wiederherstellen könnte, nicht wahr?

Schattenmysterium

Das erkläre mal bitte jemand, denn dafür finde ich keine physikalische Begründung. Okay, dass das Folgende etwas mit Licht zu tun hat, ist mir klar, doch was und wie genau? Also:

Auf dem Schattenfoto von heute Nachmittag sieht man meine freundliche Gestalt. Der Schatten wurde der Länge nach durch Nachbars Wohnung an die Wand geworfen. Ich stand draußen vor dem geöffneten Küchenfenster und der riesenhafte Schatten wurde knapp 10 oder 15 Meter entfernt an der gegenüberliegenden Wand im Wohnzimmer erzeugt. Daneben ist ein Fenster, das geschlossen war und vor dem ein Vorhang hängt. Er war ebenfalls zugezogen, nur an der Seite drang etwas Licht in den Raum. Das Fenster hinter dem Vorhang ist nach Süden ausgerichtet, die Sonne beschien es also kräftig hinter dem Vorhang – ich hingegen (da gegenüber) stand am Nordfenster am anderen Ende der Wohnung, was der gesamten Hausbreite entspricht. Hinter mir war keine Sonne, will sagen, sie schien nicht direkt zu mir, ich stand im Schatten. Die Erklärung, dass die Sonne hinter mir einfach einen Schatten an die Wand wirft, wäre ja sehr einfach. So war es aber nicht. Weder über noch hinter mir direktes Sonnenlicht. Der Vorhang hielt auf der anderen Seite die Sonne fern. Warum wurde dann trotzdem ein dermaßen deutlicher Schatten an die Wand projiziert? Weiterlesen

Mitternachts-Tratsch

Eine Stunde vor Mitternacht: Wer hätte das gedacht, der Samstag ist weg. Einfach verschwunden. Magie. Gerade war noch Freitag und jetzt sagt die Datumsanzeige, es sei gleich Sonntag. Wo ist der Samstag hin?

Nun gut, das Tagebuch ist zwar authentisch, auch privat, doch absolut alles kann ich hier nicht aufschreiben. Nicht weil ich mich für irgendetwas schämen würde (ich „spiele” nach der Devise: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert), doch weiß ich gleichwohl auch, dass ein paar sogenannte Hater mehr oder weniger regelmäßig hier verfolgen, was alles zu virtuellem Papier gebracht wird. Die warten nur darauf, mir „Nazi” mit was auch immer einen reinzuwürgen. Deshalb möchte ich weniger mich selber, als vielmehr die Menschen meines Umfeldes schützen. Heutzutage ist bekanntlich viel zu viel verboten oder mit moralischen Tabus belegt, als dass überhaupt irgendjemand 100-prozentig „moralisch korrekt” durchs Leben schreiten könnte. Dabei mache ich absolut nichts Schlimmes. Nur kann ich halt beispielsweise nichts von Absprachen, Begegnungen oder Ähnlichem berichten, die im Vertrauen auf Verschwiegenheit stattfanden bzw. stattfinden oder die … naja, so halt. Und dann kann es bei meinem sowieso unregelmäßigen und dem Kalender widersprechenden Lebensrhythmus schon mal passieren, dass plötzlich ein kompletter Kalendertag hier im Tagebuch einfach verschwindet.

Was für eine Rechtfertigungs-Orgie, welch ein Geschwurbel, nicht wahr? 🙂

Eigentlich gäbe es gerade sogar eine Menge zu berichten. Viele Gedanken, es geschieht auch einiges bei/mit anderen Leuten, das mich direkt und indirekt betrifft, das mich ziemlich beschäftigt, doch hauptsächlich berührt es eben auch die Privatsphäre anderer. Außer vielleicht die Neuigkeit, dass meine Arbeitslosigkeit bald wieder zu Ende sein könnte – vielleicht, ist absolut noch nicht sicher. Wäre irgendwie aber schon schade nach nur zwei Monaten, doch die Kohle lockt natürlich. Naja, wie immer, Beckenbauer passt universal: „Schaun mer mal.”