Die Affen sind los

Völlig durchgeknallte woke Kulturaffen machen nun die Kinderlieder kaputt. Musst mal dort reinhören, das glaubt man sonst gar nicht. Zu Recht regt sich Kai Rebmann von Reitschuster.de darüber auf. Soll man diese Verunstaltung aber bierernst nehmen? Mir fällt es schwer bis unmöglich, auch wenn ich’s durchaus interessant finde, von solchen Versuchen zu erfahren, doch am Ende des Tages lassen sich die im Kulturgut fest verankerten Texte – man könnte sie als kulturelle Gene bezeichnen – garantiert nicht künstlich durch ein paar überambitionierte Äffchen verschandeln, auch falls die neuen Texte in Kindergärten Einzug erhalten sollten. Darüber hinaus singt jeder Mensch bzw. jedes Kind sowieso was und wie es mag. Erst wenn alte Texte verboten werden sollten und ihr Singen unter Strafe stünde, könnten wir darüber reden. Das wird aber wohl nicht geschehen. Denn wie heißt es doch so freudig schön gesungen? „Wir lassen uns das Singen nicht verbie-hie-ten …”.

Arbeits-Tagebuchpause. Bis Montag. Gehab dich wohl. Und singen wir auch weiterhin die bewährte jugendgefährdende Version – aber Vorsicht, das Lied könnte dir den ganzen lieben langen Tag nicht wieder aus dem Kopf gehen 🙂

Musik-Tipp: „Mazzy Star”

Abends und nachts sind die einzigen Möglichkeiten, noch gut UKW-Radio hören zu können. Keine Werbung, keine pädagogisch einwirkenden Gutmenschen, keine Reklame, keine ellenlangen Staumeldungen. Viele wunderbare Interpreten toller Musik habe ich da schon entdecken dürfen. Letzte Nacht war’s wieder so weit: Die Musik einer Band, von der ich sträflicherweise noch nie gehört hatte, erklang mit einem Sound, ein ruhiges Stück, das einen davonträgt und den ich so, so sehr liebe, für den es aber keinen wirklich treffenden Begriff gibt. „Mazzy Star” spielte „Into Dust” – und ich löste mich im Nebel eines stürmischen Regenschleiers förmlich auf.

Vorhin lud ich sämtliche Alben (sind nur eine handvoll) aus dem Internet herunter. Kann man fast alles prima hören. Eine Mischung aus Rock, psychedelischer Musik, Folk und Singer & Songwriter mit arg kryptischen Texten (laut oben verlinkten Wiki-Eintrag) über Leben und Liebe. Melancholie in Moll gesungen. Jeder zweite Song erinnerte mich an andere Songs, es ist also nichts Neues, ich würde eher sagen, musikalisch findet sich in den Songs viel „Geklautes” aber in der Mischung oder im speziellen Arrangement ist es dann eben doch schon etwas ganz Besonderes. Okay, nicht jedermanns Sache, das ist klar, es gibt schließlich Abermilliarden verschiedene Geschmäcker. Aber höre mal hinein, vielleicht ist das ja auch etwas für dich?

Schicksalsschlag

Nunja, für ein paar Tage muss ich mich hier im Tagebuch abmelden, denn das Schicksal hat mächtig zugeschlagen. Vorhin erreichte mich meine Chefin und teilte mir mit (selber wütend und bitter enttäuscht), dass meine Arbeitsstelle vielleicht schon zu Mitte des Monats gekündigt sei, spätestens in einem Monat. Das Familienunternehmen ist ja gleichfalls nur ein Subunternehmen. Der ursprüngliche Auftrag stammt aus aus einem landeseigenen Unternehmen, also ein Kunde der öffentlichen Hand, das seinerseits neuerdings unter strengster Bewachung und Kostendruck steht. Will sagen: nirgendwo ist mehr Geld vorhanden, und meine Wenigkeit steht am untersten Ende dieses gesamten Konstrukts, wenn ich das mal so sagen darf.

Es hat aber keinen Sinn, nun auf die Politik zu schimpfen, zu lamentieren oder herumzuheulen – ich muss mich rasend schnell auf die veränderten Gegebenheiten einstellen. Bis hierher konnte ich nichts beeinflussen, bzw. mehr als ordentlich und zuverlässig meinen Dienst zu verrichten, kann ich nicht tun. Rente? Das dauert noch ein paar Jahre. Außerdem müsste ich damit sowieso hinzuverdienen. Ohne Auto und mittlerweile nur noch mit Muskel-Fahrrad auf dem Land unterwegs, das schränkt die Möglichkeiten natürlich arg ein. Bürgergeld? Ich wüsste nicht, wie das reichen könnte. Rücklagen? Nach dem Zahnarzt ist der letzte Rest verbraucht (dafür hätte ich einen neuen Kleinwagen kaufen können).

Auch ohne jetzt ins Detail zu gehen, siehst du vielleicht an dieser groben Zusammenfassung, dass mir ein paar „winzige Unwägbarkeiten” ins Haus stehen, mit denen ich mich erst mal geistig und seelisch auseinandersetzen muss. Das möchte ich natürlich nicht in einem öffentlichen Tagebuch machen, ist klar.

Fakt ist: alle geplanten Lebensumstände werden ohne irgendein Dazutun von mir, ohne gefragt zu werden und ohne eine vernünftige Ankündigung durch das Schicksal – nicht quasi, sondern tatsächlich – von heute auf morgen über den Haufen geworfen. Momentan weiß ich weder einen Schritt seitwärts, rückwärts noch vorwärts. Wenn ich eines in meinem Leben gelernt habe, dann dass das Schicksal nicht fragt, ob es zuschlagen darf, daran denkt es nicht einmal, weil du ihm vollkommen egal bist. Ebenso kannst du vor ihm nicht davonlaufen, keinen Meter. Religiöse Menschen nennen es: wir liegen alle in Gottes Hand. Du kannst dein Möglichstes tun, mehr aber nicht. Also wenn das Schicksal dir unbedingt einen Tiefschlag versetzen möchte, der dich k.o. schlägt, dann ist es eben so, dann hilft – wie gesagt – kein Lamentieren, sondern du musst dich den geänderten Umständen wie auch immer anpassen. Und ja, auch angeschlagen ausgezählt zu werden, gehört zum Leben dazu.

Darüber muss ich mir in den nächsten Tagen nun so meine Gedanken machen. Da interessieren mich weder die korrupten Machenschaften der Politik und der Medien, noch die Dummheit der Herde, die durch ihre Wahl genau solche Leittiere in ihre Positionen gehievt hat. Mir sind auch gerade „philosoffische” Gedanken über Gott und die Welt (Moral, Ethik, Religion) völlig schnurz. Wenn die Irren gendern wollen, solln’se’s tun, ich kann auch apostrophieren ohne Ende. Ich bin nicht einmal wütend auf ein „ungerechtes Schicksal”, denn mir ist das Schicksal selber mittlerweile schlichtweg egal. Wenn es mich nicht mag, mag ich es ebensowenig. Es gibt noch dazu kaum mehr gleichaltrige Freunde und Bekannte, die noch am Leben sind und mit denen ich ein Stück des Lebenswegs gemeinsam gegangen war. Was die erwachsenen Kinder heute tun, denken oder sagen, geht mir schlussendlich genauso am Allerwertesten vorbei. Liebes Schicksal, du kannst mich wirklich kreuzweise. Ich habe vor dir keine Angst mehr.

Also eine Woche Tagebuch-Pause, schätze ich. Lass auch du dich nicht vom Schicksal unterkriegen. Zeigen wir’s ihm, indem wir nicht zulassen, dass es seine negative Kraft auf uns ausübt, um uns innerlich zu Fall zu bringen. Lassen wir uns vom Schicksal nicht brechen, auf dass du und ich sogar in höchster Not und vielleicht unter einer Brücke hausend noch aufrecht und in Würde stehen, um ihm trotzig und herausfordernd zugleich in die Augen zu sehen.

Heino

Noch vor dem Zahnarzttermin kann ich’s ja einfach nicht lassen und muss dennoch etwas ins Tagebuch schreiben. Denn ein Frisörbesuch passt halt herrlich auch zum Thema Distanz und Nähe.

Heino war ja immer umstritten. Wie schön, dass er sich auch im hohen Alter von 85 Jahren nicht verbiegen lässt und auf die Frage im SAT1-Frühstücksfernsehen, wie er zum Gendern stehe, antwotete: „Denen hamse ins Gehirn geschissen”.

Ein neues Album, deshalb tut er sich solche TV-Auftritte überhaupt gerade an, hat er natürlich auch herausgebracht. Ich hab’s noch nicht ganz gehört, doch wie beim vorherigen mit dem Ärzte-Song „Junge” musste ich lauthals lachen, denn jetzt hat er sich aktuellen Gassenhauern, Ballermann-Lieder, angenommen wie zum Beispiel „Zehn nackte Frisösen”. Einfach nur klasse gemacht, lieber Heino! Du hältst der woken Gesellschaft wunderbar den Spiegel vor:

Long Live Rock ‘n’ Roll

Noch erkennt man kaum am Laub den Herbst, doch vereinzelt beginnen die Eicheln von den Bäumen zu fallen. Mich hat eine getroffen 🙂 Es machte die ganze Nacht um mich herum Plopp-Geräusche, als sie auf die geparkten Autos und Wellblechdächer etc. fielen.

Inneres Ich: „Vergiss es! Das ist viel zu ‚interessant’ für frühmorgendliche Besucher.

Wie wär’s denn dann vielleicht mal mit der Originalaufnahme von „Child in Time” auf der Tour „Made in Japan”? Das ist doch für’s Frühstück genau richtig, nicht wahr?

Mein Gott, das habe ich als Jugendlicher auf meinem nagelneuen, 1973 erworbenen, kleinen „Telefunken Mister Hit SK” rauf und runter gehört. Es schrawelte mehr (krächzen und krazen des leicht überforderten Mono-Lautsprechers) als dass Musik zu hören gewesen wäre aber ich war stolz wie Oskar:

 


Nachtrag: Guck mal, gerade gefunden. Aus der Bedienungsanleitung des Plattenspielers. Damals wurden leichte Masseprobleme noch einfach gelöst 🙂

Aufs Bild klicken = etwas größer; falls du es dann immer noch nicht entziffern kannst, da steht: „Wenn nach dem Einschalten ein störendes Brummen im Lautsprecher hörbar wird, bitte den Netzstecker in der Steckdose herumdrehen.” Gilt übrigens manchmal heute noch als ein „Staun-Tipp”.

Trommelwirbel

Nun bin ich ja ein absolut unwissender Amateur, was das Schlagwerk betrifft. Zwar weiß ich, dass hinter dem kinderleichten Aussehen jahrelange Übung steckt, doch meine Beurteilung dessen, was du weiter unten hören und sehen kannst, als im positiven Sinne „absoluter Wahnsinn”, ist demnach laienhaft. Trotzdem glaube ich, dass es sich bei diesem Stück um ein recht schweres Spiel handelt, allein was den ständig wechselnden Rhythmus betrifft. Die Schlagzeugerin ist Sina, die ich schon x-fach hier im Tagebuch verlinkt habe. Sie hat das Beherrschen des Instruments von Kindesbeinen an erlernt und sogar ein Studium dafür absolviert (ich wusste nicht mal, dass es so etwas gibt). Ihr Kanal ist einer der erfolgreichsten deutschen YouTube-Kanäle. Zu recht natürlich. Mittlerweile hat Sina als Berufsmusikerin mit etlichen anderen Musikern zusammengearbeitet.

Lange Rede kurzer Sinn, schaue und höre dir einmal diese perfekte Session an:

Sinéad O’Conner, R.I.P.

Ach, zufällig entdeckt: Sinéad O’Connor ist gestorben. Das ging völlig an mir vorbei, nix von mitbekommen. Im Juli starb sie schon. Nur 56 Jahre alt ist sie geworden. Wie schade. Nun leuchtet ein weiterer heller Stern am Himmelszelt. Die Todesursache und die Umstände wurden nicht bekannt gegeben, außer dass er laut der Londoner Polizei unverdächtig sei. Wer ihr Leben etwas verfolgt hat, kommt schwer umhin, von etwas anderem als Suizid auszugehen. Ist aber auch egal. So oder so eine traurige Nachricht. Möge sie in Frieden ruhen.

Nothing Compares 2 U
(hier im Tagebuch ohne Werbung)

Musik-Tipp: Oliver Anthony mit „Rich Men North of Ritchmond”

Auch interessant: Oliver Anthony hat mit seinem Protest-Song „Rich Men North of Ritchmond” Platz 1 der „US-Billboard-Streaming-Charts” belegt. Ein solcher Einstieg sei bisher noch niemandem gelungen, erklärten die Betreiber von Billboard. Hierzulande liest man wenig über den Erfolg des bis dahin eher unbekannten Sängers und wenn, dann leider nur Negatives. Das sagt viel über den Zustand unserer Medien. Doch nicht lange rumlamentieren, hier kannst du ohne nervige Werbung mal reinhören, solltest du den Song noch nicht kennen:

Star Trek als Musical

Sensationell! Es ist so, so, so klasse, es ist genial, es ist etwas noch nie Dagewesenes! Ich will singen vor Vergnügen! La lala la la …

Inneres Ich: „O mein Gott, was ist mit dir?”

In vielen Hundert Geschichten „Star Trek” – rechnen wir die Romane dazu, könnte man von Tausenden reden – ist, so sollte man denken, doch annähernd alles erzählt worden, was es zu erzählen gibt. Es kann gar nichts Neues mehr geben, nicht wahr? Ich meine, etwas wirklich Neues.

Inneres Ich: „Da würde ich zustimmen.”

Und dennoch, die Episode Nummer 9, „Subspace Rhapsody” (warum klingt mir jetzt der Beatles-Song „Revolution 9” im Hinterkopf?), bietet einzigartiges Neues: Star Trek als Musical.

Inneres Ich: „Als was? Als Musical? Ist nicht dein Ernst!”

Es zeigen alle Darsteller, was sie können. Eine gute Schauspielausbildung beinhaltet auch das Beherrschen des Grundgerüsts von Musicals, was die Darsteller samt und sonders super präsentieren. Sie singen und tanzen! Sogar die Brückenbesatzung eines klingonischen Schlachtkreuzers singt! 🙂

Musik, Tanz und Gesang, leidenschaftlich, berührend, aufwühlend, positiv emotional. Es wird eine gesungene Zusammenfassung entscheidender Momente aus den Episoden zuvor dargeboten, die mir die Gänsehaut vor Verzückung über den Körper laufen ließ. So etwas hat es in fast 60 Jahren Star-Trek-Geschichte noch nie, nie, nie gegeben. Es ist ein Feuerwerk der Kreativität und Spielfreude – ach, mir fallen nicht im Entferntesten dafür die richtigen Worte ein: genial von der ersten bis zur letzten Sekunde dieser einstündigen Episode.

Da denkst du, als alter Trekkie könne dich nichts mehr überraschen und dann haut’s dich glatt aus den Schuhen.

Sogar für keine Star-Trek-Fans oder für jene, die diese neue Serie „Strange New World” noch nicht kennen, ist es möglich, die Nummer 9 separat zu sehen. Dann fehlen zwar ein paar wenige Zusammenhänge, doch die meisten ergeben sich auch so bereits in der Episode. Wunderbar ist auch, dass alles Erzählte sich perfekt in den ursprünglichen Kanon des Star-Trek-Universums einfügt, also selbst mit dem Wissen beispielsweise von nur der Original-Serie aus den 1960er Jahren ist die Handlung stringent.

Wenn du die Möglichkeit besitzt, diese 9. Folge der 2. Staffel zu sehen, dann kann ich sie dir nur allerwärmstens ans Herz legen. Du erlebst ein Star Trek, das noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Von einer bunten Welt

In der Medizin gibt es so ungeheure Fortschritte, die einen den Mund vor lauter Staunen offenstehen lässt. Seit ein paar Jahren arbeitet sie sich in den Nano-Bereich vor, der Fantasie sind hier keine Grenzen mehr gesetzt. Auch aus der genetischen Forschung sind bereits allerhand praktische Anwendungen hervor gegangen, die noch vor kurzer Zeit als Science Fiction bezeichnet worden wären. Die Menschheit kann mittlerweile an Viren basteln, sogar künstliche Viren bauen, obwohl sie kein Mensch je zu Gesicht bekommt.

Da all dies (und noch viel mehr jetzt ungenanntes) heute bereits möglich ist, frage ich mich, was uns als Menschheit eigentlich davon abhält, die Pigmente unserer Haut, der Augen und Haare gleichfalls zu verändern? Und zwar in alle gewünschten Farben.

Dies sei nicht möglich, so wird einem sofort geantwortet. Ja, klar, jetzt im Augenblick ist das nicht möglich. Es besteht schließlich kaum ein Interesse daran, auf diesem Gebiet großartig und teuer zu forschen. Graue Haare lassen sich mit geringem Aufwand färben, niemand würde daher eine Milliardenforschung auf diesem Gebiet finanzieren.

Wie viel gewönne aber eine globale Gesellschaft, wenn es keine Rassenprobleme aufgrund des Aussehens von Haut, Augen und Haaren mehr gäbe? Wenn jeder Mensch seine Farben individuell aussuchen könnte? Noch dazu wechseln könnte? Wie viel materieller Wohlstand würde dadurch geschaffen werden? Wenn sämtliche Destruktivität aufgrund von angeborenen Unterschieden nicht mehr vorhanden wäre und alle Kraft dem gemeinsamen Ziel einer prosperierenden Gesellschaft in individuellen Farben zur Verfügung stünde? Dann wäre sogar der wirtschaftliche materielle Gewinn kaum in Zahlen zu messen, so groß wäre er. Auf allen denkbaren Ebenen wäre diese neue bunte Welt der heutigen haushoch überlegen.

Genau das war mein Traum letzte Nacht. Zuerst schafften es die Mediziner, dunkle und helle Haut durch Gentechnik zu erzeugen, was im Traum bereits in der Vergangenheit lag und als medizinische Sensation gefeiert worden war. Danach setzten die logischen Schritte der Weiterentwicklungen ein und durch genetische Eingriffe ließen sich die Farben von Augen und Haut von dunkel nach hell und umgekehrt innerhalb eines Jahrzehnts verändern. Am Ende dieser Entwicklung war es dann möglich geworden, binnen Jahresfrist alle für uns sichtbaren Farben zu erzeugen.

Unter diesen Voraussetzungen kamen im Traum plötzlich ein Autor sowie ein Regisseur daher und fragten mich, ob ich vielleicht einen finanzkräftigen Produzenten kennen würde, denn sie hatten die Idee eines Films über Utopia, über die positive bunte Welt der Zukunft.

Während meiner Überlegungen, mangels finanzstarker Kontakte eventuell ein Darlehen aufzunehmen und selber zu einem solchen Produzenten zu werden, erwachte ich aus dem Traum. Der neue Tag begann – aber nicht wie üblich im Einheitsgrau, sondern überall entdeckte ich die Buntheit des Daseins. Ich sah aus dem Fenster den Buntspecht an der Fütterungsstation und im Garten auf der Wiese den Hund „Bo”, einen schwarzen Berner-Sennen-Mix mit vierfarbigen Beinen und bunten Streifen auf dem Rücken. Ich schaute hinüber zu den wild wuchernden Sträuchern, wie sie in allen bunten Farben im Wind wehten, sah gelbe und blaue Baustämme, deren grünes Laub wie prächtige Gewänder wirkten und nahm bunte Insekten wahr, die mich faszinierten. Auf dem Weg zum Haus fuhr gerade der Postbote mit seinem gelben Auto vor, ich winkte ihm zum Gruß und es stieg ein blauer Mann aus dem Wagen, der meiner Großnichte ein Päckchen überreichte, das ihr Gesicht in glitzernden „Klein-Mädchen-Prinzessinnenfarben” erstrahlen ließ. Die Welt war plötzlich bunt. Auch ohne LSD. Real.

Und nochmals erwachte ich aus dem Traum. Es war ein Traum im Traum. Da begriff ich, dass der beabsichtigte Film bereits im Archiv meines Kopfes vorhanden ist. Ich selber war dessen Autor, Regisseur und Produzent in einer Person. Man sieht, was man sehen will. So einfach ist das Leben in einer bunten Welt.

Na? Als kleine Anregung deiner Fantasie für heute okay? Bitteschön und immer wieder gerne.

Filmtipp: „After Yang” | Musiktipp: „Glide”

Meine Güte! Es ist ja kaum zu glauben. Nach meiner gestrigen Entdeckung der brillanten Schauspielerin Jodie Turner-Smith in dem unglaublich schlechten Film „Independent” begab ich mich heute Morgen auf Entdeckungsreise. Ich schrieb ja bereits, dass mir die Film-Biographie der Schauspielerin eher nicht zusagt. Doch es ist bekanntlich schon immer so eine Sache mit Filmbeschreibungen und dem tatsächlichen Filmerlebnis. Also besorgte ich mir kurzerhand den Film „After Yang”, in dem Jodie Turner-Smith prominent mitspielt. Zuerst einmal ist es einer der besten Filme des Genres, die man sich zum Thema überhaupt vorstellen kann. Über ihn schreibe ich bestimmt noch separat etwas. Jedenfalls kam aber dann eines zum andern, denn zweitens elektrisierte mich förmlich die Musik insbesondere ein Song. Den wiederum zu finden war schon eine kleine Herausforderung, da es sich dabei um eine von Mitski Miyawaki interpretierte Coverversion des um die 20 Jahre alten Original-Songs der japanischen Band „Lily Chou-Chou” handelt, seinerzeit gesungen von Salyu. Auf so leicht psychedelische oder gothic angehauchte Musik fahre ich ja total ab. Wenn dann noch der Text zum Song passt, der hier eine perfekte Symbiose eingeht, dann ist’s um mich geschehen. „Das ist doch genau dein Ding!”, freute sich das Innere Ich. Stimmt, es ist mein heutiger Ohrwurm, den ich natürlich auch nächste Nacht zur Arbeit mitnehme. Möchtest du ihn hören? Biddeschön, ohne Werbung und sogar mit Text versehen:

Ohrwurm

Eine Coverversion von Mitski Miyawaki des um die 20 Jahre alten Original-Songs „Glide” der japanischen Band „Lily Chou-Chou”, seinerzeit gesungen von Salyu. Auf so leicht psychedelische oder gothic angehauchte Musik fahre ich ja total ab. Wenn dann noch der Text zum Song passt, beides geht hier eine perfekte Symbiose ein, dann ist’s um mich geschehen. Ein Ohrwurm; ich fliege, schwimme, klinge – ich gleite an Mitskis Seite davon und werde eins mit allem. Biddeschön, ganz ohne Werbung und sogar mit Text versehen: