Interview mit Michael Stürzenberger

Dieses Interview sollte massenweise geteilt werden, finde ich, damit wirklich jeder versteht, was der politische Islam überhaupt ist und dass ein Unterschied besteht zwischen dem rein spirituellen Glauben und den politischen Zielen. Wer dann immer noch nicht erkennen will, um was es eigentlich geht, wer weiterhin wegschaut oder verharmlost und wer nach wie vor links-grüne Ampel-Parteien wählt, der macht sich mitschuldig an dem, was alles noch passiert:

Land der Freiheit

Weshalb siehst du hier, wie „Monomond” in sternklarer Nacht sein Pfeifchen genießt – wohlgemerkt er dampft, oder siehst du irgendwo Rauch? Dazu später mehr.

Daniel hat mich unbeabsichtigt dazu gebracht, mir mal wieder über das Thema Auswanderung so meine Gedanken zu machen. Was würde sie für mich bedeuten, beinhalten oder was könnte ich von ihr erhoffen? Bin ich vielleicht schon ausgewandert? Ist so etwas überhaupt heutzutage noch möglich? Oder anders gefragt: Was würde eine heutige Auswanderung morgen bedeuten?

Verlust der Heimat?

Für eine Auswanderung bin ich zu alt. Mein Lebensweg ist heute die Zielgerade, die keine Windungen oder Abzweigungen mehr kennt; ein Auslauf in gewisser Weise. Wäre ich aber 40 Jahre alt oder jünger, so würde ich sofort und spontan auswandern, ohne auch nur einen Augenblick wirtschaftliche Sorgen zu befürchten. Es blieben nach 40 Jahren in der Heimat und der Sprache noch knapp 40 Jahre, um eine zweite Heimat in einer zweiten Sprache zu erschaffen. Für mich ist allerdings dieser Zug abgefahren. Denn würde ich in ein Land fremder Sprache auswandern, bliebe nach der Eingewöhnung in die nunmehr neue Heimat und während der Beherrschung einer zweiten Sprache keine Zeit mehr, die neue Heimat zu genießen.

Andererseits wird das sogar in der alten Heimat immer unmöglicher, da die deutsche Sprache mit großen Schritten dabei ist, zu verschwinden. Sie löst sich gegenwärtig auf. Schon heute sind Beschreibungen der Realität kaum noch möglich, da täglich mehr Worte, Bezeichnungen und Redewendungen tabuisiert werden. Das Volk wird stummgeschaltet. Was genau ich meine, das kannst du hier in einem einstündigen Vortrag nachhören, in dem Peter J. Brenner die Auflösung der Sprache in einer sich auflösenden Gesellschaft verständlich beschreibt.

Für mich wäre das Bewahren der alte Sprache aber nicht der Grund, die Heimat durch Auswanderung zu verlassen. Wäre es der Fall, müsste ich geradezu sogar zwingend auswandern, denn in der Diaspora könnte die Heimatsprache eine Nische fürs Überleben finden. Es ist aber die neue Sprache, für deren Erlernen und Beherrschen mir keine Zeit bleibt.

Ähnlich verhält es sich mit der geografischen Heimat. Bis auf 4 Jahre in Berlin verbrachte ich mein Leben im Großen und Ganzen am Niederrhein. Diese Landschaft hat mich seelisch geprägt, sie ist meine geliebte Heimat. Aber sie hat nichts mit politischen Grenzen oder Sprachgrenzen zu tun, da sich der Niederrhein gleichfalls durch Belgien und Holland zieht. Also bereits gestern und heute war und ist meine Heimat nicht allein deutsch. Auch hat der Niederrhein nichts einmalig Besonderes an sich, ähnliche Landschaften gibt es wahrscheinlich tausendfach auf der Erde. Eine neue geografische Umgebung in Anlehnung an den Niederrhein könnte zudem sogar ein viel innigeres Heimatgefühl erzeugen. Zusammengefasst lässt sich somit sagen, dass die Landschaft für mich als Heimat nicht entscheidend ist, denn überall dort, wo man die Freiheit schätzt, wo ich sie fühle, da ist mein zu Hause, und wo zu Hause ist, ist Heimat.

Warum denn auswandern?

Fortlaufen, um den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen zu entfliehen? Den hohen Steuern und Lebenshaltungskosten? Flucht wegen des Verlustes der Freiheit? Wegen der vielen Verbote? Wegen der Islamisierung Deutschlands? Das wären für mich recht armselige Gründe, denn ich würde nur dann auswandern, wenn die neue Heimat mir gewinnbringende persönliche Vorteile der Entfaltung böte, nicht aber wegen Einschränkungen der eigenen Unabhängigkeit, denn noch fühle ich mich geistig flexibel genug, sie zu umgehen. Noch kommt keiner für die Sehnsucht nach Freiheit ins Gefängnis. Wenn das der Fall wäre, würde ich natürlich sofort auswandern, aber die neue Heimat wäre dann nicht ein endgültiges Sehnsuchtsland der Freiheit, sondern ich würde sie als Diaspora betrachten, in der Hoffnung, irgendwann wieder zurück in die alte Heimat zu gelangen. So lange ich für mein Leben also nicht ins Gefängnis geworfen werde, macht es für mich mehr Sinn, für den Erhalt der alten Heimat zu kämpfen. Man kann doch nicht sagen, man überlässt kampflos die Heimat einfach den Irrsinnigen oder den religiösen Fanatikern. Ist denn der Kulturkampf bereits entschieden? Nein.

Kulturelles Asyl in Ungarn?

Überdies kann ich mir nicht vorstellen, dass eine einzelne europäische Nation sich dauerhaft der schleichenden Islamisierung wird entziehen können. Auch die Wokeness verbreitet sich in allen Demokratien des Westens epidemisch aus. Beides mag an manchen Orten langsamer vonstatten gehen als an anderen, doch die globale „Transformation” schreitet unaufhörlich fort. Sie breitet sich wie eine seltsame Krankheit aus. Wie eine Art moderner Pest des Mittelalters; es ist die Sehnsucht nach Selbstzerstörung, nach der Apokalypse, und zwar weniger von außen gesteuert, als viel mehr angelegt in jedem einzelnen Kopf. Dabei fortschreitend und somit kollektiv wirksam. Man wird sich dem nicht innerhalb eines europäischen Landes entziehen können. Vorübergehend, das mag sein, doch dauerhaft, das glaube ich nicht.

Was ist, wenn Victor Orban nicht mehr da ist? Was, wenn die USA als weltweite Leitkultur ethisch und wirtschaftlich zerfällt? Welche globale Identität wird an ihrer Stelle treten? Eine als Sozialismus getarnte Diktatur nach chinesischem Vorbild? Oder werden wir doch einen weltweiten Bürgerkrieg erleben?

Zwar denke ich nicht, dass die EU im Spiel um das Neue, das zweifelsohne kommen wird, irgendwelche ernstzunehmenden Chancen hat, sich durchzusetzen, aber kleine Zufluchtsländer, Orte der Restfreiheit, werden erst recht im weltweiten Netz der Abhängigkeiten zum Widerstand außerstande sein. Wir sehen diesen Trend ja bereits heute: Polen und Tschechien haben bereits vor der EU kapituliert. Die Frage steht im Raum, vor wem die EU kapitulieren wird. Nationale Eigenheiten verschwimmen im Pool des weltweiten Agierens von Wirtschaft und Kommunikation. Alles verwischt sich. Wenn dann eine grassierende moderne Pest, wie eingangs erwähnt, hinzu kommt, beginnt ein Krieg. Anfangs nur in den Köpfen, am Ende real ausgefochten mit schrecklichen Waffen. Danach erst sind alle Karten neu gemischt, und es wird sich zeigen, wer welches Blatt im neuen Spiel bekommt und wer dann dominiert.

Jene Mehrheit junger Leute, die sich heute nach der Apokalypse sehnt, wird sie schlussendlich auch bekommen, das ist doch klar. Dagegen helfen leider keine Ländergrenzen, denn die Pandemie der Selbstzerstörung frisst sich langsam aber unaufhaltsam auch in ungarische Köpfe.

Evolution als Veränderung?

Seit geraumer Zeit hege ich den Verdacht, dass dies vielleicht sogar eine Art evolutionärer Entwicklungsprozess sein könnte. Ich behaupte nicht, dass es an einer Überbevölkerung liegt, sie mag ein Mosaiksteinchen sein, aber – jetzt kannst du mich ruhig auslachen – die Entwicklung lässt sich mit einer Fischpopulation am besten bildhaft erklären: Bei ungünstigen Bedingungen schrumpft diese Fischpopulation. Kein einzelner Fisch versteht, was da geschieht, doch das Schrumpfen hilft, zu überleben. Sind die Gegebenheiten wieder günstig, wächst die Population erneut. Wir Menschen sind klug, wir wissen um die Gründe, die so etwas hervorrufen, doch wir wissen nach wie vor nicht, wie das konkret biologisch funktioniert. Genauso wenig können wir das Schwarmverhalten der Vögel erklären: Auch hier wissen wir um die Gründe, doch wie es funktioniert, dass simultan jede Bewegung des Schwarms in jeden einzelnen Vogelkopf gerät und sein individueller Flug im Bruchteil einer Sekunde sich dem des Schwarms anpasst, das ist nach wie vor ein Rätsel. In dieser Weise meine ich es auch beim Menschen: Würdest du von außerhalb auf die Menschheit schauen, wie z.B. in einen Fischteich, und würdest du den Faktor Zeit dabei anders wahrnehmen können, dann sähest du in einer Art Zeitraffer Zivilisationen entstehen, wachsen und wieder vergehen. Und das über Jahrtausende hinweg, ständig und an verschiedenen Orten: Entstehen, wachsen und vergehen. Man kann die Gründe erklären – besonders im Nachhinein -, doch wie die „Mechanik” dessen, wie die augenscheinlich automatischen Prozesse dabei zusammenwirken, wie sie rein technisch funktionieren, das weiß kein Mensch, darüber wird nur spekuliert.

Die Welt, wie wir sie heute kennen, gibt es erst wenige Jahre. Diese paar Jahre sind kein Garant, dass es immer so bleibt. Wenn Putin vom Ende der bipolaren Weltordnung hin zu einer multipolaren spricht, so sind dies weise Worte. Innerhalb des größten Vielvölkerlandes haben die Russen sicher die größte Erfahrung, was den Zusammenhalt vieler unterschiedlicher Kulturen betrifft. Daher wundern mich seine Erkenntnisse auch nicht. Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, Russland ist uns in dieser Hinsicht weit voraus. Trotzdem bleibt der Ausgang ebenfalls für Russland ungewiss, denn auch dieses Land ist vor der „modernen Pest” nicht endgültig gefeit. Die Wokeness ist dabei nur ein Bruchstück unter vielen, ein Ausdruck oder ein erster Schritt zu eben dieser Selbstzerstörung. Auch ohne die Wokeness schreitet die Auflösung der Gesellschaften voran. Ob sie überhaupt irgendwo lokal aufzuhalten ist, bleibt in einer bis ins Kleinste globalisierten Welt fraglich.

Warum siehst du eingangs das Bild von „Monomond”?

Auswandern auf den Mars oder den Mond, eigentlich noch weiter weg, wo keine Kommunikation mit der Erde mehr möglich ist – das wäre tatsächlich die einzige sichere Möglichkeit, eine bestehende Kultur dauerhaft zu bewahren, würde ich sagen. Deshalb lautet ja auch seit nunmehr Jahrzehnten als Ausdruck meiner inneren Emigration in die virtuelle Welt, die ich ab Mitte der 1990er Jahre noch suchend als „Capt.GB” in seinem „Shipodrom” (Raumschiff) pflegte (Asche auf mein Haupt, das war 1995! Und funktioniert nur noch vereinzelt). Wenig später etablierte ich dann mein Internet-Pseudonym „Monomond” als ein in Gedanken, Gefühlen und mit all meiner Fantasie versehener quasi-virtueller Mensch, angekommen im Exil der Sterne oder: Längst ausgewandert zu den Sternen ins Land of the Freedom.

Noch Fragen? 🙂

Ja. Was ist mit der Liebe?

Hinzugefügt als Nachtrag vom Inneren Ich. Es sagt: „Den besten Grund für eine Auswanderung überhaupt hast du, Herr Monomond, noch gar nicht erwähnt. Nämlich die Auswanderung der Liebe wegen. Der Liebe zu einer Person oder der Liebe zu Land und Leuten.”

Stimmt!

Kognitive Dissonanz

Eine Quizfrage: Mal angenommen, ein vehementer Befürworter vom Krieg in der Ukraine betreibt an einem Wahlkampfstand Werbung für seine Kriegs-Ideen. Frieden, so argumentiert er, werde nur durch Krieg erreicht. Ein Zuhörer mit einer gegenteiligen Meinung schimpft und schlägt anschließend diesen Kriegsbefürworter – sagen wir mal, er ohrfeigt ihn, um damit zum Ausdruck zu bringen, was er von der Idee „Frieden durch Krieg” hält. Der Kriegsbefürworter wird daraufhin wütend und zetert voller Empörung, Gewalt sei in einer zivilisierten Auseinandersetzung unzulässig; er sagt, Argumente hart in der Sache seien in Ordnung aber körperliche Gewalt ginge ja nun mal gar nicht.

Wo bzw. bei wem der beiden Streithähne liegt jetzt eine kognitive Dissonanz vor?

Zynismus, Ironie, Sarkasmus – Provozierendes Grölen im Suff als Ventil in einer Verbotskultur

Die mediale Blase läuft gerade mal wieder über. Keine Sorge, ich schreibe zu den Besoffskis auf Sylt nichts weiter, denn so etwas wäre mir dann in der Tat verschwendete Mühe, auch wenn das Weblog „Kraftvergeudung” heißt. Über ein Nichts sich aufzuregen, das wäre etwas ganz anderes als Kraftvergeudung, es wäre nämlich einfach nur krank.

Warum die Hysterie um ein Nichts seit Sylt aber so explodiert, das ist eine viel interessantere Fragestellung. Geschieht dies wirklich öfter als früher oder gibt es heute einfach nur bei jeder Gelegenheit Handykameras mit hervorragender Auflösung? War da nicht auch ein Prinz Harry auf einer Party in Naziuniform? Wie dem auch sei, über den Grund solcher Späße sollte man sich vielleicht schon mal Gedanken machen. Die einzige, die genau das getan hat – und ich habe viel zu den „Vorfällen” in den letzten Tagen gelesen – ist Carolin Mathie, die diesen Grund in nur 12 Minuten mit ihrer lockeren Art frei Schnauze auf den Punkt bringt:

Frohe Pfingsten

Grundsätzlich, also eher „philosophisch betrachtet” und hip und modern sowieso, bezeichne ich meine Wenigkeit als Agnostiker, da ich meinen Atheismus letztlich nicht beweisen kann. Mir ist es egal, ob es einen Gott gibt oder nicht. Falls es einen gibt, so hätte ich ihm eine Menge zu sagen, ich meine vorzuwerfen. Falls es keinen gibt, so wäre belegt, dass die gesamte Theologie aller Religionen der Welt nur ein verzweifeltes Gestammel ist, um das Zusammenleben der Menschen mehr oder weniger gerecht zu regeln.

Ideologien und Religionen sind für mich vom Wesen her identisch. Zu grauer Vorzeit konnte man Ideologien noch nicht verbreiten und münzte sie als Religionen, als etwas Gottgegebenes um. Heute, seit der ach so beschworenen Aufklärung, wird einfach das Etikett getauscht und an Stelle von Gott tritt der genauso nebulöse Begriff „die Wissenschaft”. Für den Nicht-Wissenschaftler Otto oder Lisa Normalverbraucher ändert sich dadurch aber nichts, denn von ihnen wird gleichermaßen gefordert, sie sollen gefälligst daran glauben. GLAUBEN! Wer es nicht tut, wird wie eh und je sanktioniert.

ABER:

Nun ist nicht alles Religiöse oder Ideologische schlecht. Eine Gemeinschaft braucht für ihr Zusammenleben Regeln und Normen. Und hier kommt Pfingsten ins Spiel: Wie man den Geist, den Hauch Gottes, der auf die Menschen niederkam, auch beschreibt, der Ursprung dessen sind die 10 Gebote, die Gott dem guten Moses mitgegeben hat. Sie sind im Grunde eine erste Sammlung fundamentaler Regeln, die aus den Erfahrungen verschiedenster Kulturen seit Anbeginn der Menschheit entstanden. Sie bereiten dem anarchistischen Recht des Stärkeren ein Ende, indem die wichtigsten Regeln als Gesetze festgelegt wurden, an die sich jeder zu halten hat. Durch sie kann also eine zivile Gesellschaft in Rechtssicherheit gedeihen. Es sind in Wahrheit keine religiösen Regeln, es sind schlicht und ergreifend die Erfahrungen eines gedeihlichen Zusammenlebens, die aus ihnen sprechen, und zwar über den Familienverband, den Clan, hinaus. Damit sich auch alle, besonders die Stärksten und machtbesessenen Egoisten an sie halten, brauchte es den allmächtigen Überbau eines Gottes, der als ein aller-aller-mächtigster Richter fungiert und selbstredend bei Nichtbefolgung mit Strafe droht. Da sich diese Gebote supergut bewährt haben und in verschiedenen Formen in allen erfolgreichen Gesellschaften so oder so ähnlich präsent sind, kann ich sie sogar als Nichtgläubiger annehmen und feiern. Denn man sollte die eigenen Werte wertschätzen, daher ist Pfingsten auch für mich als Heide etwas Besonderes.

In diesem Sinne: Frohe Pfingsten.

Mafia Kirche

Bis Montag bin ich mal wieder verschollen. Für die Zeit meiner ehrwürdigen Klausur kannst du aber einen netten Podcast hören, der dich schwindelig macht: In der Reihe „Zaster und Desaster” des Kontrafunks erzählt dir René Zeyer ein wenig über die wirtschaftlichen, finanziellen und strukturellen Verflechtungen der katholischen Kirche. Gar nicht dargeboten als trockene Materie, sondern, wie ich es empfand, durchaus mit der Prise eines hintergründigen sarkastischen Humors versehen. Und mehrmals daran erinnernd: nicht die Kirche besitzt mafiöse Strukturen, sondern umgekehrt wird ein Schuh daraus, die Mafia wurde nach dem Vorbild der Kirche gegründet. Höllisch interessant.

Rentenpolitik

So, dann verabschiede ich mich mal wieder bis Dienstag irgendwann im Laufe des Tages; muss ein wenig für meine Minirente tun. Bei rund 95 Stunden im Monat liegt sie auf Bürgergeld-Niveau, so dass ich in wenigen Jahren Flaschen sammeln gehen muss oder, falls es gut läuft, in derselben Firma bis zum Umfallen „hobbymäig” weiterarbeiten kann.

Weshalb ich nicht mehr bzw. länger arbeite?

Ganz einfach. Erstens wäre die Rente dann nur unwesentlich höher und zweitens, viel wichtiger: die Freizeit wäre seit Jahr und Tag nicht vorhanden gewesen. Sie ist schließlich ebenfalls ein Wert, dem ich wahrscheinlich sogar meine geistige und seelische Gesundheit zu verdanken habe.

Inneres Ich: „Geistige Gesundheit???

Bitte mobbe diese unselige Unke durch Nichtbeachtung.

Drittens besteht ein hohes Risiko, wie bei etlichen anderen auch, die „Rente mit 67” gar nicht mehr zu erleben. In diesem Fall wäre ich zwar von den Grünen und all dem Irrsinn, der uns zweifelsohne noch bevorsteht, für immer befreit, was eine nicht zu unterschätzende Wohltat bedeuten würde, doch wäre ich dann ganz ohne positive Lebenserinnerungen nur als Arbeitssklave vorhanden gewesen, was sich als noch ärmer als mit einer zukünftigen Minirente samt Freizeit-Job darstellen würde, oder wie armselig sich die Leere beim Ausfüllen der Liste des Erlebten bzw. der Taten vor der Himmelspforte anfühlen würde.

Inneres Ich: „Wie? Du gehst nicht arbeiten der persönlichen Erfüllung wegen? Beschäftigung als sinnstiftendes Element deines Daseins? Stichwort: Beruf als Selbstverwirklichung?”

Nun gut, Mobbing liegt mir fern. Ich gehe mal darauf ein. Erfüllung bei der Arbeit? Wer sagt denn so etwas? Ein solcher Beruf müsste für mich erst mal erfunden werden. Ich arbeite, damit ein Grund besteht, die Kloschüssel regelmäßig zu spülen.

Inneres Ich: „Naja, du hast einfach versäumt, für wenige Jahre in die Politik zu gehen. Mit deinem großen Maul wärst du sicher für vielleicht 4 Jahre in irgendeinem regionalen Parlament gelandet und bekämst damit eine Altersversorgung weit, weit oberhalb einer Mini-Rente.”

Aha, Betrug lohnt sich also, möchtest du mir das sagen?

Inneres Ich: „Ach, die Moral. Nimm’s mit Bertolt Brecht. Und außerdem kann Betrug auch Spaß machen. Überhaupt: es ist nie zu spät. Darüber hinaus würde es dir Einblicke in lokale Machtstrukturen ermöglichen und du könntest dich nach Herzenslust schmieren lassen. Wäre das keine super Idee für deine Rente?”

Ein interessanter Gedanke, besser als Flaschensammeln wär’s allemal. Die Rache der Rentner oder so. Was hältst du als Leserin bzw. Leser von dieser Überlegung?

Interview mit Maximilian Krah

Gerade (22:30 Uhr) schaue ich ein sechstündiges Interview auf dem grün-linken Youtube-Kanal „Junge & Naiv” mit Maximilian Krah als Gesprächspartner. Richtig gelesen, sechs Stunden dauert dieses Gespräch! Momentan bin ich erst bei etwas über einer Stunde angelangt aber es ist bereits hochspannend und verspricht, eines der intensivsten und interessantesten Gespräche zu werden, das ich bisher auf YouTube gesehen habe. Somit melde ich mich hierzu erst nach der Datumsgrenze in ca. fünf Stunden mit einem Nachtrag weiter unten in diesem Eintrag. Siehe das Interview, eingebunden und deshalb werbefrei:


Nachtrag:
4:30 Uhr. Zwei Drittel des langen Gesprächs waren „ganz gut”. Fragen, ausführliche Antworten, überwiegend ohne großartige eigene Bewertung des Fragestellers. Dann im letzten Drittel verschwand Thilo Jung und wurde durch den schwurbelnden Hans Jessen ersetzt, der leider Maximilian Krah keinen einzigen Satz mehr aussprechen ließ und nichts anderes als ellenlange eigene Monologe als persönliche Angriffe fabulierte. Trotz dass Krah souverän und respektvoll dies mit sich geschehen ließ, war es ein langweiliges und erwartbares letztes Drittel eines typischen aussichtslosen Redens gegen einen einsichtslosen grün-linken alten Mann ohne weiteren Erkenntnisgewinn. Quintessenz: Die ersten ca. 4 Stunden durchaus sehenswert, auf die letzten beiden Stunden kann man verzichten. Würde ich die Film- und Serienbewertung anwenden, erhielte dieses Gespräch 6 von 9 Georg-Punkte.

Geheimnisvolles

Bin wieder bis Freitag offline. Auf literarischem Abenteuer quasi. Und sogar bezahlt 🙂 Mensch, wenn ich bedenke, dass ich mich vor diesem Job noch vor wenigen Monaten ängstigte. Ist schon manchmal verrückt die Welt oder was man von ihr erwartet oder befürchtet – und überhaupt, nur eines bestätigt sich immer wieder aufs Neue: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ob etwas gelingt oder ob es in die Hose geht, hängt gar nicht von einem selbstgemachten Plan ab, denn der ist nur eine Illusion, sondern ob ein Plan und somit die Illusion gelingt oder nicht, und das ist letztlich nur Glück, Zufall, Schicksal oder Gottes Wille – wie man es auch ausdrücken mag, es bedeutet alles dasselbe.

Ich weiß noch früher, da hatte ich oft meinen Kopf geschüttelt, als in diversen Interviews alte und sehr erfolgreiche Leute gefragt wurden, was denn ihr Rezept für ihren Erfolg (oder ihr langes Leben und so weiter) sei. Fast immer findet sich in den Antworten neben den Dingen und Entscheidungen, die diese Menschen getroffen hatten, der Hinweis: „und ich hatte großes Glück gehabt”. Diejenigen, die dieselben Entscheidungen getroffen hatten aber Pech dabei erfuhren, wurden natürlich gar nicht erst interviewt. Sie werden nicht einmal wahrgenommen. Und dann eifern die Leute natürlich nur den Erfolgreichen nach, obwohl es völlig unsicher ist, ob das zum eigenen Erfolg führt, da letztlich die Chance stets 50 zu 50 beträgt, ganz gleich, was man selber dafür unternimmt oder ob man überhaupt etwas macht.

Ja, angesichts der individuellen Macht- und Einflusslosigkeit im und aufs Leben können einem schon recht krude Gedanken kommen, nicht wahr?

In diesem Sinne bleibt es heute etwas zum Nachdenken. Nachdenken deshalb, denn sollte unser aller Dasein tatsächlich nicht von uns selber, sondern durch irgendetwas gesteuert oder beeinflusst werden, dann wäre es logischerweise ja auch so bei allen Tieren, Insekten, Pflanzen und Einzellern – und das folglich nicht nur in der Gegenwart, im Jetzt, sondern vom Anbeginn der Erde bis zu deren Verglühen in einer kommenden Supernova, ja, die Stringenz würde diese Logik sogar aufs gesamte Universum beziehen. Es wäre ein Beleg für die unvorstellbare Rechenleistung eines „Gottes” oder für den gottlosen Zufall – je nach Sichtweise. Ick sachja: krude Gedanken 😉

Solidarität mit Israel

O wie gut kann ich Rika und Renate verstehen, deren beinahe schon verzweifelte Wut oder ohnmächtige Verzweiflung von Tag zu Tag zu wachsen scheint (das lese zumindest ich aus ihren Einträgen so heraus). Seit dem 7. Oktober schreiben beide sich die Finger wund und klären ihre Leserinnen und Leser bis ins kleinste Detail über die Vorgänge in Israel auf. Jeder, der wissen möchte, was und warum etwas dort geschieht, findet bei ihnen sachliche Antworten. Und doch scheinen ihre Mühen nach knapp einem halben Jahr vergebens zu sein, denn im deutschen und internationalen Politik- und Medienbetrieb hat man sich mal wieder darauf geeinigt: Der Jude ist Schuld. „Ich hab ja nix gegen Juden, ABER …”

Bislang hatte ich mich komplett zurückgehalten, wusste ich doch 1., was geschieht und 2., dass es meiner seelischen Gesundheit (und in der dauerhaften Folge auch meinem körperlichen Wohlergehen) schadet, wenn ich diese Katastrophe, diese unerträglichen Gräuel, die den Menschen in Israel angetan wurden und nach wie vor werden (die Geiseln werden immer noch gequält und niemand auf der internationalen Bühne verlangt von den Verbrechern der HAMAS ihre Freilassung), zu nah an mich heranlasse. So stark bin ich nicht, das dauerhaft aushalten zu können!

So schlimm es klingt, der Alltag geht weiter. Das wissen die Feinde Israels ganz genau. Eine Täter-Opfer-Umkehr fand bereits kurz nach dem Überfall auf Israel statt und der sowieso tiefsitzende deutsche Hass auf Juden (der sich in Taten, nicht in Worten belegen lässt), bricht sich medial geradezu Bahn. Jedes dagegen Anschreiben ist wirkungslos. Der Normalmensch plappert dem ZDF oder der Tagesschau alles nach, statt wenigstens den Mund zu halten, wenn er von etwas keine Ahnung hat, da es ihn auch relativ wenig interessiert. Man muss ja trotzdem unbedingt zu allem und jedem seinen unqualifizierten Senf geben; den „Nahostkonflikt” lösen diese Leute in ein, zwei Sätzen in den sozialen Medien; der Schuldige ist schnell ausgemacht, man ist ja weltoffen, bunt und liberal, da stören die widerspenstigen Juden sowieso mal wieder. Dass dort im Nahen Osten ein Kulturkampf im vollen Gange ist, der uns in ähnlicher Weise ebenfalls erreichen wird, erkennt kaum noch jemand in der Öffentlichkeit.

Es macht tatsächlich keinen Sinn, argumentativ tagtäglich dagegen anzurennen – ABER es ist sinnvoll, die eigene Solidarität mit Israel zu unterstreichen. Dieses Land weiß selber, was das Beste und Richtige für sich ist, es benötigt keinen Rat von der EU oder vom Baerbock-Kind. Aber wie jeder, der sich verzweifelt wehrt, ist die Solidarität der Außenstehenden vielleicht mit das Wichtigste überhaupt. Und deshalb zeige ich sie hier im Tagebuch an prominenter Stelle, selbst falls sie meine restlichen Leser kostet. Schon oft hatte ich erwähnt, in erster Linie für mich selber Tagebuch zu führen. Sogar ohne einen einzigen Leser würde ich das tun – und eben ich (ums Ich geht es nun mal in einem Tagebuch) kann nicht anders, als in dieser schweren Zeit für Israel meine klare und eindeutige Solidarität kundzutun.

So, das dazu. Falls jemand fragt und so.

Mut zum Frieden

Rika hat wunderbare 41 Jahre alte Erinnerungen aus dem Kopf und dem Wäschekorb herausgekramt, die aktueller heute gar nicht sein können: das lilafarbene Halstuch „Umkehr zum Leben” vom evangelischen Kirchentag 1983.

Ja, so war es damals. Ob nun der Frieden eine Utopie ist oder eine Vision (Helmut Schmidt: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen”), ob er eine Illusion ist oder eine Prophezeiung – allein schon, dass seit Menschengedenken um ihn heftig gestritten wird oder dass er als Begründung für die meisten Kriege missbraucht wird, zeigt die absolute Paradoxie des Begriffs Frieden. 1983 war damit im Westen gemeint „Frieden schaffen ohne Waffen” oder als ostdeutsches Pendant „Schwerter zu Pflugscharen”. Heute, 2024, wird er benutzt, um Europa aufzurüsten und gegen Russland immer intensiver Krieg zu führen, was George Orwell bereits in „1984” visionär mit der plakativen Zusammenfassung seiner Thesen als „Krieg ist Frieden” auf den Punkt gebracht hatte. Das Dumme an Sprache und Intelligenz unserer Spezies ist, dass alles jemals Ausgesprochene immer auch ins Gegenteil des Erdachten verwandelt werden kann. So wurde die Sprache als Ausdruck abstrakter Gedanken, die über rein technische oder mathematische Konstrukte hinausreicht, gleichzeitig auch zum Kern der Missverständnisse, denen Abermillionen Menschen seit Beginn der Zivilisation zum Opfer fielen.

Der aktuelle Papst sagt, die Ukraine solle den Mut zu Verhandlungen mit Russland aufbringen. Er sagt, dass derjenige Stärke zeige, der den Mut besitze, die weiße Fahne zu hissen und zu verhandeln. Die Friedensaktivisten von 1983, die später ihren Platz in der pazifistischen Partei „Die Grünen” fanden, hyperventilieren angesichts des Friedensvorschlags von Papst Franziskus gemeinsam mit vielen Vertretern der Partei mit dem großen C im Namen und fordern noch mehr Waffen und mehr Krieg, um den Frieden zu erreichen. Sie verwechseln also begrifflich den Sieg mit Frieden – und kaum jemand merkt es. Schon wieder wird von den Grünen, den Sozialisten und den deutschen Christen der Begriff Frieden für die Rechtfertigung von Krieg missbraucht.

Mehr fällt mir dazu nicht ein. Außer dass ich mangels eines lila Halstuchs meinen blauen Friedens-Sticker mit weißer Taube und der Aufschrift „Raus aus der NATO” an meinen Rucksack gepinnt habe, auf dass ich nachher auf dem Weg zur Arbeit böse Blicke einfange – denn – wer Frieden möchte, sollte sich bewusst und bereit dazu sein, sich den Kriegstreibern wehrlos aber konsequent entgegenzustellen.

Wieder Kriegslust in steigender Intensität

Fernsehen gucke ich bekanntlich nicht mehr. Seit 2017/18 übrigens. Als begeisterter Radiohörer und Internet-News-Konsument bekomme ich aber schon mit, was in den Hauptmedien insbesondere der „Tagesschau” gesendet wird. Es fällt seit diesem Jahr, seit 2024 also, auf, wie extrem sich die Hauptmedien verändert haben. Die Veränderung wurde durch den Hyper-Moralismus seit 2015 langsam spürbar, aufgefallen war sie mir aber schon vorher, nämlich seit der Finanzkrise 2007, als Steinbrück und Merkel in der Tagesschau durch einen gemeinsamen Auftritt die Bürger beruhigten. Ihre Angst, dass am nächsten Tag die Leute ihre Sparguthaben von der Bank abholen würden, was den Zusammenbruch des Bankenwesens auch hierzulande zur Folge gehabt hätte, war so gewaltig, dass sie nicht um die Vergabe von medialen Beruhigungspillen umhin kamen.

Danach gaben sich die Flüchtlingskrise, Coronakrise, Klimakrise, Energiekrise, Wirtschaftskrise – und seit diesem Jahr eine seltsame Kriegslust ein Stelldichein. Noch 2012 schrieb ich hier ins Tagebuch, ein europäischer Krieg sei heutzutage nicht mehr möglich, wenn, dann bräche ein 3. Weltkrieg in Asien aus und wir drohten höchstens durch eine Verstrickung daran teilzunehmen. An einen konventionellen Krieg mit all seiner Zerstörung mitten in Europa glaubte zu diesem Zeitpunkt niemand. So etwas war schlicht nicht vorstellbar. Genau das hat sich überraschenderweise in einer ungeahnten Geschwindigkeit verändert.

Überall wird zunehmend völlig offen von der Notwendigkeit eben eines solchen Krieges in Europa geredet. Wir rüsten auf, was das Zeug hält. Auf der Münchener Sicherheitskonferenz wurde erstmalig davon gesprochen, ein Atomkrieg sei durchaus möglich, wenn er nur mit kleineren Atombomben geführt werde, und es wurde von mehreren Vortragenden sogar behauptet, ein solcher Krieg sei gar nicht schlimm, lediglich unsere Angst davor sei irrational groß. Vor wenigen Jahren galten solche Meinungen in der Politik als absolutes Ausschlusskriterium für die vortragenden Politiker und Wissenschaftler; es hätte als Skandal deren berufliches Ende bedeutet – heute werden diese Leute gefeiert.

Die Hauptmedien bereiten den Boden vor, indem sie die Bevölkerung für die Notwendigkeit eines Krieges mental vorbereiten. Die Kriegsbegeisterung wird sich also in der nächsten Zeit noch steigern. Wenn man die Hysterien der vergangenen Krisen dabei zu Grunde legt, kann man sich leicht ausmalen, welche Kriegsbegeisterung die Folge sein könnte. Persönlich hoffe ich auf die rechtzeitige Abwahl unserer Regierung und auf korrigierende Eingriffe in den Hauptmedien, damit diese neuerliche Krise, die Kriegslüsternheit, noch abgewendet werden kann. Das wäre aber nicht vor 2025 möglich und bis dahin fließt eine Menge Wasser den Rhein herunter, wie man so schön sagt. Ich darf gar nicht daran denken, was noch alles geschehen kann, um die Opposition mundtot zu machen. Wer weiß heute mit Sicherheit, ob es überhaupt im nächsten Jahr eine demokratische Bundestagswahl geben wird?

In gewisser Hinsicht sehe ich beinahe täglich mehr Parallelen zum Jahrzehnt vor dem 1. Weltkrieg – mit dem Unterschied, dass heute alles erheblich schneller abläuft: Entwicklungen, die früher ein Jahr brauchten, geschehen jetzt in Wochen. Alles hat sich ungeheuer beschleunigt, was eine gesicherte Zukunftsprognose unmöglich macht.

Wir sind es, die Bürger dieses Landes und des Kontinents, die entscheiden, wie wir in Zukunft leben wollen. Wir haben es in der Hand, welche Regierung uns führt. Wieso lassen wir uns in der aufgeklärtesten Epoche aller Zeiten von den dummen Medien dermaßen beeinflussen und sogar wieder und wieder in Hysterie versetzen? Die Bilder, die wir alle in der Schule sahen, als Soldaten begeistert in die Züge stiegen, die Waggons beschriftet mit „Auf nach Paris!” und dergleichen, diese Bilder waren den nachfolgenden Generationen angesichts des folgenden Gemetzels unbegreiflich fremd. Man schüttelte die Köpfe und konnte die außer Rand und Band geratene Kriegshysterie nicht mehr verstehen. Und heute erleben wir das Anbahnen gerade dieser Dinge erneut. Mehr und mehr Menschen sehnen sich regelrecht wieder nach Krieg. Was ist bloß los mit den Leuten?