Eigentlich wollte ich heute einen Kommentar, eher einen umfangreichen Leserbrief, zu einem bestimmten Thema schreiben, auf das ich hier jetzt nicht eingehe, da ich es sogar nach Stunden des Nachdenkens nicht geschafft hatte, die vielen, vielen Gedanken in meinem Kopf zu bündeln und sie ordentlich zu virtuellem Papier zu bringen. Manchmal merkt man, wie das eine mit dem anderen in Verbindung steht, wie fast alles mit allem zu tun hat oder wie aussichtslos und missverständlich allein eine auf einen bestimmten Punkt fokussierte Betrachtung/Bemerkung sein kann, wenn der große Zusammenhang dabei außer Acht gelassen wird.
Erklär-Beispiel (um das es im Kommentar nicht ging): Heutzutage braucht nur jemand „Corona” zu sagen und augenblicklich summieren sich in mir innerhalb von nur einer Sekunde all das Erlebte und Empfundene von zwei Jahren. Manchmal kommen mir sogar sofort die Tränen und ich fühle mich außerstande, die gerade zu welchem Thema auch immer geführte Unterhaltung fortzuführen. Abrupter Abbruch. Dabei habe ich als Ungeimpfter seinerzeit nicht gelitten, überhaupt nicht, denn ich lebte mindestens ein Jahr lang in einer Art Schockzustand, der mich das Geschehen wie von außen beobachten ließ. Wir alle wissen, wer akut unter Schock steht, empfindet keinen Schmerz. Erst danach tut die Wunde weh. Dieser Schockzustand wurde nicht allein durch die Politik, die korrupten Medien, die Kirchen und wen auch immer hervorgerufen, sondern das Verhalten der Menschen um mich herum, der ganz normalen Menschen, das sich wie nach einem Umlegen eines Schalters von heute auf morgen in Richtung Absurdität und Unmenschlichkeit verändert hatte, rief ihn hervor.
Heute braucht also nur im passenden Moment dieses Wort zu fallen, „Corona”, und binnen einer Sekunde ist all das pure ungläubig bestaunte Entsetzen wieder da; dann aber ohne Schock. Ein Schmerz, der mich geradezu lähmt, ich muss innehalten für einen Moment und verspüre danach nicht die geringste Lust mehr, auf irgendein Detail eines zuvor besprochenen Themas weiter einzugehen. Die Corona-Zeit war ein Bruch in meinem Erfahrungswert. Seither weiß ich, dass nichts, absolut nichts sicher und verlässlich ist, und dass sogar Freunde, für die ich ohne zu zögern meine Hand ins Feuer gehalten hätte, zu Ungeheuern werden konnten. Andererseits erlebte ich Leute, die ich vorher kaum beachtet hatte oder nicht einmal kannte, wie sie plötzlich zu wunderbaren Menschen und zur Hilfe in der Not wurden.
Obwohl dieses Beispiel nichts mit dem unerledigten Leserbrief/Kommentar thematisch zu tun hat, gehört der größere Zusammenhang, um zu verstehen, wie und warum manche Menschen ticken, wie sie ticken, dennoch dazu. Ist schwer zu erklären. Jedenfalls würde der Leserbrief im Umfang jeden Rahmen sprengen – andererseits wäre meine Ansicht ohne diesen Zusammenhang nur ein meinungsmäßiges Grunzen.
Es gibt Leute, die in der Corona-Zeit Ähnliches erfahren hatten wie ich. Bei bestimmten politischen Diskussionen mit einem solchen Menschen braucht nur einer den Begriff „Corona” zu erwähnen, schon erübrigt sich jede weitere Erklärung, da beide innerhalb von einer Sekunde genau wissen, was der andere meint und zu erklären versucht. Allerdings glaube ich, dass bei vielen (den meisten?) anderen Leuten selbst die umfangreichste Erklärung nicht zu einem Begreifen des Gesagten führt. „Corona” hat mir gezeigt, dass es Grenzen des gegenseitigen Verstehens gibt. Mit all den daraus folgenden Konsequenzen, die da unter anderem lauten, dass ich weder jemanden von irgendetwas überzeugen muss, noch mich für Gedanken, mein Leben oder mein Handeln zu rechtfertigen brauche.
Quintessenz: Es gibt also Menschen, die werden nie einander verstehen. Das hatte ich bislang nicht geglaubt. Mein altes Harmoniebedürfnis, der Wunsch, es möglichst jedem recht zu machen, ist etwas für die Tonne, kostet lediglich eine Unmenge an Kraft und Energie aber führt zu rein gar nichts Sinnvollem als einem Wust von virtuellem Papier, mit dem man nicht mal einen Fisch einwickeln kann.
In der Hoffnung, dass wir beide, du liebe Leserin, lieber Leser und ich, uns wenigstens einigermaßen verstehen, wünsche ich dir einen nachdenklichen aber entspannten Sonntagabend. Bis morgen in alter Frische.
Die hochkomplexen Zusammenhänge in der Klimawissenschaft sind für „Normalmenschen”, zu denen ebenfalls Politiker und Journalisten gehören (und selbstverständlich auch ich), nicht mehr zu verstehen. Daher braucht es Zusammenfassungen, auf die dann Entscheidungsträger und Erklärungs-Vermittler zugreifen können. Diese Zusammenfassungen werden wiederum zum Ziel verschiedener Interessen, so dass in ihnen, je nach Absicht, sogar häufig gelogen wird. Mangels eigenen Verständnisses und einer ausreichenden Kompetenz kann schließlich kaum jemand etwas davon mit dem tatsächlichen Kenntnisstand der Klimawissenschaft abgleichen.
In der Reihe „Audimax” des Radiosenders „Kontrafunk” versucht daher Horst-Joachim Lüdecke, ein emeritierter Professor für Informatik und Physik, einigermaßen Licht ins Dunkel der Unwissenheit über den Einfluss von CO2 im Zusammenhang mit der Erderwärmung zu bringen und beleuchtet zudem die Schwierigkeiten, die in der politischen sowie medialen Aufbereitung dieser komplexen Themen bestehen. Dass nun selbst seine Ausführungen für „Otto Nomalbürger” äußerst schwer zu verstehen sind, sei mal dahingestellt, denn es gibt Grenzen der Vereinfachung bzw. nicht jedes Thema taugt dazu, in einem kindlichen kurzen Cartoon allgemein verständlich gemacht zu werden. Oder anders ausgedrückt: Wer ständig übers Klima redet, sollte sich wenigstens anstrengen, ein gewisses Grundwissen über die Komplexität dieses Themas anzustreben und seinen Wissensdurst, so er denn überhaupt vorhanden ist, zu stillen. Alles andere wäre bloßes Geplapper oder interessengeleitete Propaganda.
In diesem Sinne versuche doch einfach mal Prof. Lüdecke
Rika stellt
Boris Reitschuster, der olle Nörgler und Kritiker, bringt es mal wieder auf den Punkt, wenn er erklärt, weshalb vom linksextremistischen Anschlag aufs Stromnetz in Berlin
Ein frohes neues Jahr wünsche ich dir!

Victor Orbán ist sicher der gebildetste und klügste Regierungschef Europas. Darüber hinaus ist er ein begnadeter Stratege, der viele Entwicklungen in der EU bereits vor Jahren erkannt hatte und bisher Ungarn aus den größten Konflikten heraushalten konnte. Nun sagt er unmissverständlich, dass die Parlamentswahl in Ungarn 2026 die letzte Wahl in Friedenszeiten sei, da die EU sich darauf vorbereite, ab 2030 mit Russland Krieg zu führen. Das erklärt er
Barbaras
Wenn’s ums Lesen geht, dann glaube ich, dass man unterscheiden muss, was gelesen wird. Belletristik, Sach- und Fachbücher oder Zeitungsartikel. Einen 1.000-Seiten-Roman als Papierbuch wäre mir viel zu dick und schwer. Gerade auf Arbeit, bei der ich 10 Stunden lang lese, hätte ich längst eine Sehnenscheidenentzündung bekommen. Das Smartphone müsste zwischendurch ständig aufgeladen werden und sein Display wäre mir zu unkomfortabel, um Hunderte Seiten Text darauf zu lesen. Da ist der E-Reader einfach unschlagbar.
Aufklärung über Missstände: Wichtig aber politisch motiviert. Meist Teil von Agitation. Auch hier sehe ich nicht ein, irgendjemandem Geld dafür zu bezahlen. Das Argument der sogenannten „4. Gewalt” als Kontrolle der Regierenden trifft längst nicht mehr zu, im Gegenteil, der ÖRR betreibt Regierungspropaganda. Dafür sollte niemand auch nur einen Cent bezahlen müssen.
Die Zeiten ändern sich. Heute braucht niemand mehr Papier. Wer es dennoch will, kann dafür ja auch bezahlen. Elektronischer Text kostet aber nichts bzw. wenige Cent. Ein Autor braucht heute keine Verlage als Agentur zur Vervielfältigung und Verbreitung seiner Werke. Ist die Geschichte interessant genug, verbreitet sie sich durchs Internet von ganz alleine; dasselbe gilt für das Thema eines Artikels. Die Internetportale können Geld mit Werbung verdienen. Übertreiben sie’s hiermit, verschwindet das Interesse der Leser. Sie müssen also Wege finden, die als Kompromisse angenommen werden. Jedoch Geld von den Lesern für Artikel zu verlangen, das wird dauerhaft nicht funktionieren.
Ein E-Book ist aber etwas anderes, da es sich um eine eigenständige Datei handelt, die nicht irgendwo als Text erscheint, sondern die man sich herunterlädt, um sie anschließend mit entsprechender Software zu lesen. E-Books sind heute deswegen unverhältnismäßig teuer, weil man mit ihrem Preis anteilsmäßig den Autor bezahlt, den Verlag, den Zwischenhändler, die GEMA und die Produktionskosten der Papierbücher. Natürlich haben solche Modelle keine Zukunft. „Google & Co.” scannen sämtliche Texte der Welt und stellen sie der Menschheit kostenlos zur Verfügung. Richtig so! Natürlich schimpfen alle, denen ihr Geld dadurch verloren geht. Keiner wird diese Entwicklungen aber aufhalten. Wären die Verlage klug, würden sie von der Musik-Industrie lernen; dort hat man längst Wege gefunden, trotz Internet zu überleben. Und es wird nicht weniger, sondern mehr denn je Musik im Internet verbreitet. Nach wie vor werden Interpreten Millionäre. Die Buchverlage schaffen seit Jahrzehnten einfach nicht diesen Turn, jammern über das große Sterben ihrer Branche und – tun nichts.
Also: Heute gibt es neben dem E-Reader eben auch das Smartphone als „Papierersatz”. Und ich möchte gar nicht wissen, wie es in 10 oder 20 Jahren aussehen wird. Man kann sich diesen Entwicklungen nicht entziehen, sondern nur anpassen, um erfolgreich zu bleiben. Tatsächlich entscheiden die Menschen, wie sie welches Medium in Zukunft nutzen. Gesetzliche Beschränkungen werden die Freiheit nicht dauerhaft einschränken können. Die EU wird trotz ihrer vielfältigen Bestrebungen das Internet niemals kontrollieren, eher wird die EU auseinanderbrechen. Aber das wäre wieder ein gesondertes Thema. Trotzdem hängt alles mit allem zusammen, das eine beeinflusst das andere, die Freiheit bricht sich bei all dem überall und immer Bahn. Nicht allein die politische Freiheit, auch die Freiheit von jenem Kommerz, der die Menschen auspresst. Gegen Kommerz habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden, nur an der Ausplünderung, an der Bereicherung der Grundbedürfnisse der Menschen. Aber das hatten wir ja schon, ich wiederhole mich 😉
Nachdem ich im Mai dieses Jahres schon einmal
Wie bei vielen anderen moderneren Dingen (unter anderem bei einem neuen Auto) ist natürlich heutzutage vieles möglich, wenn der Kunde dies zulässt und es sogar so wünscht. Was alles möglich ist und was schlussendlich beim Kunden geschieht, bestimmt aber immer noch hauptsächlich der Kunde (auch wenn einiges und immer mehr bereits im Hintergrund ohne dessen Wissen geschieht – wir befinden uns hier innerhalb einer Entwicklung und schon morgen kann noch mehr geschehen, das gestern noch undenkbar war). Daher kann ich auch nur von mir sprechen, wenn ich jetzt imaginärerweise den beiden Gesprächspartnern deutlich widerspreche.
Meine derzeitige Bibliothek besteht aus mehr als 25.000 E-Books, um darin zu stöbern. Klar, das zu lesen, schafft kein Mensch. Sie ist, um ein versehentliches Löschen zu vermeiden, auf mehreren Datenträgern gesichert und aus ihr werden regelmäßig für eine Auswahl temporär zu lesender Bücher stets ca. zwei Dutzend Werke auf den E-Reader kopiert. Ist ein Buch zu Ende gelesen, lösche ich es einfach auf dem Reader. Ist alles gelesen, wird er wieder aufgefüllt. Zudem stehen E-Books kostenlos milliardenfach im Internet zur Verfügung. Bei Bedarf wird eines auf den Desktoprechner in die Bibliothek heruntergeladen und anschließend per USB-Kabelverbindung auf den E-Reader übertragen. Dabei gibt es weder einen fremden Zugriff, noch eine Fernsteuerung von irgendwem.
Ist ein Buch einmal entschlüsselt, hat niemand je wieder von außerhalb irgendeinen Zugriff darauf. Es sei denn, du richtest eine Internetverbindung ein und ein Hacker dringt in deinen E-Reader und löscht z.B. alle Bücher. Das wäre vergleichbar mit dem Brandstifter, dem du deinen Hausschlüssel gegeben hast und der in deiner Abwesenheit die Bibliothek anzündet. Von daher ist es einfach unwahr und falsch den Eindruck zu vermitteln, E-Books seien alle grundsätzlich irgendwo eingeschränkt und stünden den Papierbüchern in etwas nach. Nur weil Amazon ein Bezahlsystem und eine Verschlüsselung erfunden hat, gelten diese Einschränkungen aber nicht für alle normalen, also unverschlüsselten, E-Books. Mit diesem Irrglauben verbreitet man höchstens die warmen Träume von Amazon. Ich habe keine Statistik zur Hand aber würde schätzen, dass weltweit über 99 % der E-Books freie Bücher sind, die natürlich in den Freundes- und Bekanntenkreisen der Leser durch legales Kopieren ihre massenhafte Verbreitung finden. Mit E-Books verdient demnach niemand großes Geld, sie sind aber eine Gefahr für den Buchhandel. Das wiederum ist die verständliche Erklärung, weshalb Buchhändler sie nicht mögen.
Literatur stillt dasselbe Grundbedürfnis der Menschen wie die Musik. Kein Verlag und keine GEMA wird den Leuten jemals das Singen und Musizieren verbieten können. Allein schon die Idee, sich an einem Grundbedürfnis bereichern zu wollen, ist genauso pervers wie die Bemühungen der Lebensmittelkonzerne, Wasser als käufliches Gut zu vermarkten. Natürlich verdient der Interpret, der Autor, der Künstler seinen Obolus, das bestreite ich hier in keiner Weise, doch es ist etwas anderes, einen Künstler freiwillig, je nach subjektiv empfundenem Wert seines Vortrags, zu entlohnen und dem, was Google, Amazon und die GEMA betreiben. Das ist die pure Bereicherung.
Nun, sie sind, wie das Internet als solches, ein entscheidender Fortschritt, sich aus den Fängen des Kommerzes zu befreien. Der Kommerz hat es allerdings geschafft, mit dem Internet, also mit dem Werkzeug für die Befreiung vom Kommerz, einen ganz neuen Kommerz zu erschaffen. Seien wir doch nicht so blöd und nehmen den Buchhändlern nun dieselbe Strategie ab, die uns Geld abknöpfen will für eine seltsame Freiheit, die uns vom Kommerz der Konzerne befreien soll aber ihrerseits nichts anderes als eben der Kommerz ist. Deshalb werden E-Books von ihnen überall schlechtgeredet, und das kann ich einfach nicht ausstehen.
Sie, die Bürger, erkennen mehr und mehr den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zerfall unseres Landes – aber sie wählen nach wie vor in ihrer Mehrheit die Verursacher des Niedergangs. Ist das nicht seltsam?
Das Fass Krieg und Wehrpflicht will ich jetzt gar nicht öffnen, denn dazu habe ich schon genug geschrieben. Ich möchte nur auf zwei Aspekte eingehen, die mir von Zeitgenossen im Alltag immer wieder vorgetragen werden. 1. sei die Wehrpflicht hilfreich, um die soziale Kompetenz, das Miteinander sowie das Zusammengehörigkeitsgefühl von jungen Menschen zu fördern, und 2. sei ein Land bzw. eine Bevölkerung ohne Armee jedem hilflos ausgeliefert.
Zum ersten Punkt: Ja, es stimmt, bei der Armee lernt man einen sozialen Umgang untereinander/miteinander, der nie und nimmer im normalen Leben möglich wäre. Aber ist das wirklich ein Vorteil einer „pädagogischen Armee” oder zeigt diese Diskrepanz nicht vielmehr das offensichtliche Versagen von sämtlichen zivilen pädagogischen Anstalten (von Schule über Ausbildung und Vereinsleben bis hin zum erlaubten/gelebten Alltag)? Wenn ich in der Armee etwas über das soziale Leben lernen kann, wenn ich dort soziale Verhaltensweisen und Erfahrungen mache, die mir bisher im normalen Leben unbekannt waren, dann stimmt etwas mit der „Erziehungswelt” im normalen Leben nicht. Eine Armee ist keine Erziehungsanstalt, die vorhandene Defizite ausgleicht, sondern die Aufgabe der Armee ist in erster Linie das effektive Kämpfen und Töten. Wer eine Waffe in die Hand nimmt, muss damit rechnen, sie auch zu benutzen. Eine Wehrpflicht ist nichts anderes als die Beschaffung von reichlich Kanonenfutter zum Schutz der eigentlichen Berufsarmee (Generäle fallen idR in keinem Krieg). Die soziale Erkenntnis der Gleichheit aller Schichten der Gesellschaft, sie zeigt sich dann im Tod.
2. Natürlich braucht jeder Schutz im eigenen Leben. Wenn ein anderer Mensch kommt, deine Wohnungstür eintritt, dich am Kragen packt und dich aus deine Wohnung wirft, dabei sagt, von nun an gehöre die Wohnung ihm, dann brauchst du die Polizei und die Gerichte, um deine Familie, dich, deinen Besitz und die eigene Wohnung zu beschützen. Dasselbe gilt auch für ein Land, das sich vor ähnlichen Überfällen schützen muss. Wurde deshalb aber jemals diskutiert, dass wir nun für junge Leute eine Dienstpflicht bei der Polizei brauchen? Eine Berufsarmee, der Beruf des Soldaten, ist natürlich für ein Land sinnvoll und notwendig. Wie es im Inneren den Beruf des Polizisten bedarf, so braucht es im Äußeren den Beruf des Soldaten. Was aber keiner braucht und sogar gefährlich wäre, das sind freiwillige Polizisten, die glauben, in wenigen Wochen oder Monaten einen kompetenten Dienst leisten zu können. Und was für Polizisten gilt, das trifft auf Soldaten, die mit Waffen hantieren, die ungleich zerstörerischer sind als jene der Polizei, im besonderen Maße zu.
Noch einen Aspekt gebe ich zu bedenken: Nehmen wir einmal an, wir haben einen Krieg verloren und Deutschland wäre nun von einem grausamen Herrscher erobert worden. So grausam der Eroberer auch sein würde, wie könnte er das ganze deutsche Volk beherrschen, wenn sich jeder Einzelne dagegen sträubt? Die eroberten Deutschen würde lediglich das Nötigste tun, was vom neuen Herrscher verlangt wird, um das eigene Leben zu schützen, aber sie würden kein prosperierendes Land für ihn bereitstellen. Auch Sklaven arbeiten nicht über das Nötigste hinaus. Bei Nationen mit einem solchen Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürger – bei einem nationalen Bewusstsein – ist eine Fremdherrschaft auf Dauer nicht möglich und am Ende viel zu teuer für den Eroberer. GB, die USA oder Frankreich sind deshalb nicht von außen eroberbar. Doch bei Ländern ohne Nationalbewusstsein ist das etwas anderes. Vielleicht wäre jeder zweite Deutsche sofort ein Opportunist und würde mit dem Eroberer zum eigenen Vorteil zusammenarbeiten. Ein solches Land wäre es jedenfalls nicht Wert, durch eine Wehrpflicht verteidigt zu werden. Und jetzt frage ich dich: Wie siehst du unser Land, zu welchem Land gehört heute unser Deutschland? Würdest du dein Kind diesem Land freiwillig opfern?
Es ist so, dass ich mich selber mein ganzes Leben als einen linken Zeitgenossen verstanden habe. „Das Herz schlägt links”, betitelte einst Lafontaine seine Memoiren. Was heute die linken Parteien aber als links verkaufen, ist längst etwas anderes. Es ist das genaue Gegenteil.
Tja, so ist das mit dem Pessimismus. Man könnte ihn natürlich auch betäuben und sich das Leben schönsaufen, das würde ich vielleicht sogar tun, wenn ich wüsste, dass morgen der große Knall kommt, doch wahrscheinlich dauert der Untergang mehrere Jahre, dabei entstünde viel zu viel Katerstimmung. Also muss man auch das Ende der westlichen Zivilisation nüchtern und stark ertragen. Letztlich befinden wir uns alle in Gottes Hand. Und siehe da, die christliche Religion bietet Trost. Sie hilft tatsächlich, das Erkennen, das Sehen oder das Leben zu ertragen. Werde ich jetzt zu einem ur-linken Christen?