Krieg ab 2030?

Victor Orbán ist sicher der gebildetste und klügste Regierungschef Europas. Darüber hinaus ist er ein begnadeter Stratege, der viele Entwicklungen in der EU bereits vor Jahren erkannt hatte und bisher Ungarn aus den größten Konflikten heraushalten konnte. Nun sagt er unmissverständlich, dass die Parlamentswahl in Ungarn 2026 die letzte Wahl in Friedenszeiten sei, da die EU sich darauf vorbereite, ab 2030 mit Russland Krieg zu führen. Das erklärt er hier im Detail (du musst einen Übersetzer aktivieren).

Nun, kein Mensch besitzt die ultimative Glaskugel, die die Zukunft voraussagt. Zumindest unsere Politiker sind sowieso zu dumm, bis 2030 irgendwelchen Plänen nachzukommen, doch die Kriegsvorbereitungen werden laut Herrn Orbán nicht von ihnen, sondern in Kreisen innerhalb der EU getroffen, und dort würde man diese Pläne nicht einmal mehr verheimlichen. Im März wurde die EU-Verteidigungsstrategie mit dem Titel „Readiness 2030” veröffentlicht, in der die Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet werden, ihre Verteidigungsdefizite zu beheben, um ab 2030 kriegsbereit zu sein.

Was unsereins jetzt davon halten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wenn man die Corona-Planspiele heranzieht, die unmittelbar vor der ausgerufenen Pandemie stattgefunden hatten, dann wäre ein solcher EU-Plan durchaus der logische Beginn einer „Umsetzung”. Was denkst du darüber?

Ende der EU? Bloß nicht!

Zum Schieflachen: Die EU bestraft Elon Musks „X” mit 120 Millionen Euro, weil der sich weigert, den linken Vorfeldorganisationen im Auftrag der EU Zugriff auf die Nutzerdaten zu ermöglichen. Herr Musk antwortet der EU damit, dass er die Europäer ermutigt, im Namen der Freiheit diese EU abzuschaffen. Bravo, kann man im ersten Moment dazu nur sagen, er knickt vor dem Zensur-Moloch nicht ein. Damit steht er nicht alleine, denn Elon Musk hat starken Rückenwind in der amerikanischen Gesellschaft, deren Vorfahren gerade jener Intelligenz entsprangen, die vor ein paar hundert Jahren schon einmal aus Europa vertrieben worden war und die mit ihrem Fleiß und ihren Fähigkeiten die USA zur neuen Heimat und zum Gegenbeispiel der europäischen Restriktion unter der Überschrift „Land of the Free” erschufen. Die Trump-Regierung, die heute den weit größten Teil der Bevölkerung hinter sich weiß, hat jüngst sogar ihre außenpolitischen Bestrebungen deutlich in Worte gefasst, indem sie die EU scharf kritisierte und sich fortan für ein neues Europa starkmachen will: „Wir wollen, dass Europa europäisch bleibt, sein zivilisatorisches Selbstvertrauen wiedergewinnt und seinen gescheiterten Fokus auf regulatorische Erdrosselung aufgibt.”

Man fragt sich doch wirklich, was in den Köpfen der EU-Bürokraten und der Politik-Marionetten vorgeht. Glauben sie ernsthaft, einen US-Tech-Konzern gegen den Willen der europäischen Bevölkerung in die Knie zwingen zu können? Mit ihrem DSA wird die EU kläglich scheitern, also weshalb sägt die EU den Ast ab, auf dem sie selber sitzt? Es ist dasselbe wie beim „Verbrennerverbot” oder mit dem „CO2-Betrug” – andere Themenfelder, doch irrsinnige Regularien abseits jeder Wirklichkeit führen Stück für Stück zur eigenen Bedeutungslosigkeit und in den EU-Untergang.

Die Ukraine galt bis vor knapp 3 Jahren als Europas korruptestes Land. Bei dieser Bewertung hauptsächlich der linken Medien und Politiker wurde versäumt, den Super-Staat EU mit ins Blickfeld zu nehmen, denn angesichts der nur noch als Wahnsinn zu bezeichnenden Politik der EU, stinkt der Fisch vom Kopf, soll heißen, die Korruption innerhalb der EU ist weltweit unerreicht. Deswegen kann die Erklärung fürs Sägen am eigenen Sitzast nur im kurzfristigen Profit einzelner Akteure oder Netzwerke liegen. Was ja auch Sinn macht, denn bei den Milliarden Summen der Veruntreuung ist natürlich jeder daran Beteiligte interessiert, dass es anschließend keine EU mehr gibt, die irgendwann doch den Betrug aufklären müsste. Es ist ähnlich wie beim Ende der DDR: Ihr verschwundenes Vermögen kann ohne staatliche Strukturen der DDR auch nicht mehr gefunden oder die Wege und Taschen ihres Verbleibs in Erfahrung gebracht werden.

Damit also wenigstens noch die Chance auf eine mögliche zukünftige Entschlüsselung der Korruption in der EU bestehen bleibt, sollte man nicht für eine Auflösung der EU plädieren, „sie” kommen dann alle mit ihren Machenschaften durch, sondern man sollte sich dafür einsetzen, die EU zu reformieren. Das bedeutet, mit anderen, mit neuen Köpfen 90 Prozent der regulatorischen Befugnisse der EU einzuschränken und 100 Prozent ihrer Arbeitskraft der Aufdeckung jahrzehntelanger Korruption in den eigenen Reihen zu widmen.

Eine nette Negativ-Schwurbelei

Gerade sieht es ja danach aus, dass ich meine Wette (Ende der Regierung bis Weihnachten) verlieren werde, denn in der Probeabstimmung der CDU-Fraktion sind die „jungen Wilden” (die Realos, wie man früher bei den Grünen gesagt hatte) umgefallen und folgen nun dem Kanzler Merz, der die SPD-Gesetzgebung zum Schaden aller Bürger im Lande durchsetzt. Das sagen diese Umfaller auch ganz offen: Es sei zwar schlecht fürs Land aber um den „Koalitionsfrieden” aufrecht zu erhalten, können sie nicht anders. Sie meinen damit natürlich die eigenen Posten, Positionen und Karrieren – sprich: GELD – aber ein Begriff wie „Koalitionsfriede” hört sich halt besser an. Jemand erpresst dich und du erfüllst die Forderungen der Erpressung und sagst dann, du würdest es nur des lieben Friedens willen tun. Naja, ich spare mir besser jede weitere Kommentierung dessen.

Noch ist allerdings die entscheidende Abstimmung nicht über die Bühne gegangen. Auch wenn ihr Ergebnis heute bereits sicher erscheint, so steckt es eben noch nicht in trockenen Tüchern.

Mit dem Umfallen der jungen Opportunisten erkauft sich die Merz-Regierung jedenfalls ein paar Monate Zeit. Ein weiteres halbes Jahr Instabilität und Ausverkauf des Landes. Neue gigantische Schulden, die wie in Frankreich zum Staatsbankrott führen. Binnen kürzester Zeit werden wir alle unser Land nicht wiedererkennen. Die Reichen bleiben zwar reich, da ihr Vermögen längst in Sicherheit gebracht worden ist. Aber die, die sich täglich abstrampeln, werden große Augen machen, wie wenig ihr Geld und ihre Arbeit noch Wert sein werden. Auch eine AfD wird diesen Niedergang nicht mehr von heute auf morgen umkehren können. Was einmal kaputt ist, muss mühsam mit Blut, Schweiß und Tränen neu aufgebaut werden. Falls es denn überhaupt noch möglich ist angesichts der verwöhnten Generationen des linken Wokeismus.

Nächste Wette. Wenn heute nichts geändert wird, gibt’s nur zwei Wege in die Zukunft: Erstens könnte eine Zeit folgen, in der wir uns viele Jahre lang in einer Dysfunktionalität wiederfinden, in der jeder versucht, den anderen auszubooten, um für sich und seine Lieben ein Überleben zu sichern. Jeder ist sich selbst der Nächste. Religion und ein nationales Bewusstsein wurde uns schon erfolgreich aberzogen, es kann demnach nur eine Zersplitterung des Landes in immer kleinere Einheiten geben. Oder aber zweitens: Die Menschen in Europa entscheiden sich für einen Überbau einer sozialistischen Zentralregierung der EU (Regionalverwaltung Berlin für Deutschland). Sie würde den Niedergang zwar nicht verhindern, so aber doch verlangsamen. Wenn alle produktiven Kräfte zu Sklaven des Sozialismus geworden sind, sind wir alle auch wieder gleich. Gleiches Elend erträgt sich besser. Die Bestimmer, die Reichen, jene, die den EU-Sozialismus lenken, sie sieht dann keiner mehr, denn über sie wird nicht gesprochen. Das wäre so, als wäre „1984” endgültig zur Realität geworden.

Um uns aus beiden Möglichkeiten zu befreien, wären wiederum schlimme kriegerische Auseinandersetzungen in ganz Europa nötig, die natürlich keiner will, doch wer die Macht einmal in Händen hält, gibt sie freiwillig nicht wieder her.

Wir befinden uns in den entscheidenden Jahren vor der Weggabelung: Wenn die gesamte Gesellschaft nicht innerhalb kürzester Frist zurück auf „normal“ kippt, ist es zu spät für eine Entscheidung, zu spät für einen Wandel.

Wie gut, dass meine Wetten meistens nicht zutreffen. Wobei in ihrer Umgebung der kalten Wett-Finsternis ja gleichzeitig auch immer die Hoffnung glimmt, noch rechtzeitig das Steuer herumzureißen.

3-Punkte-Tag: Geld

1. Mit Meinungsfreiheit hatten die Linken in Deutschland noch nie etwas am Hut, was sie heute in Gießen wieder prächtig unter Beweis stellten. Das Absurde daran ist, dass sie einen Staat ohne Meinungsfreiheit tatsächlich als Demokratie bezeichnen. Und das erst knapp 35 Jahre nach dem Ende der „Deutschen Demokratischen Republik”, was sehr viel über das Bildungsniveau im Lande aussagt. Der DGB hetzt derweil den Mob aufs Kamerateam von „Tichys Einblick”; man fragt sich, was dieses Vorgehen mit einer Gewerkschaft zu tun hat. Sind durch Tichy irgendwelche Arbeitsplätze in Gefahr? Greift „Tichy Einblick” Arbeitnehmerrechte an? Ist die AfD, die nirgendwo im Land in Regierungsverantwortung steht, trotzdem am Niedergang der deutschen Wirtschaft Schuld? Oder sind schlicht und ergreifend bei einer nicht-linken Regierung die staatlichen Gelder in Gefahr und der DGB wehrt sich im Verbund mit sämtlichen linken NGOs gegen den drohenden Abbau von Zuwendungen?

2. Nach dem Willen von „Flinten-Uschi” und der EU soll die Ukraine noch vor 2030 Mitglied der EU werden. Korruption? Unklare Grenzen? Alles kein Problem. Man fragt sich angesichts dieser Eile, wie weit die Korruption bereits bis tief in den EU-Apparat vorgedrungen ist. Das „Friedensprojekt EU” ist längst zum großen Friedensverhinderer geworden und die Mainstreammedien tun fürs Geld … ach, lassen wir das.

Punkt 3 von Interesse ist heute das „seltsamerweise” von den großen Medien völlig unbeachtete Auspacken des ehemaligen Chef-Toxikologen von Pfilzer: Die Zulassung der Corona-Impfstoffe hätte nie erfolgen dürfen.

Ob DGB, EU oder Corona, vielleicht kann man alles zusammenfassen und eine gemeinsame Überschrift finden. Wie wäre es mit GELD?

Lüge oder Polemik?

Du wirst in diesem Tagebuch nur wenige Einträge finden, in denen das Wort „Lüge” zu finden ist. In letzter Zeit gibt es ein paar mehr davon, in den Jahrzehnten davor um so weniger oder sogar keinen einzigen. Woran liegt das? Was ist denn eine Lüge?

Die für jeden offensichtliche Wahrheit stellt die Grenze dar, deren Übertritt zu einer Lüge wird. Hier im Blog finden sich also eher wenige Begriffe der Lüge, da sich zum einen oft die vermeintliche Lüge im Nachhinein als ein Missverständnis oder als eine „Interpretationssache” darstellt, zum anderen ist es juristisch gefährlich, jemanden als Lügner zu bezeichnen, selbst wenn dieser „die Unwahrheit” sagt. Heute ist allerdings wieder so ein Tag, an dem hier klipp und klar vom Lügen die Rede ist. Jemand hat gelogen. Jemand hat nicht aus Versehen die Unwahrheit gesagt, sondern bewusst. Jemand benutzt die Lüge als Strategie, um die wenig gebildeten Tagesschau-Zuschauer hinter die Fichte zu führen. Jemand glaubt tatsächlich, wenn er nur laut und autoritär genug lügt, dann glauben diese Tagesschauzuschauer ihm die Lüge.

Der Jemand ist natürlich Friedrich Merz, ein geradezu notorischer Falschdarsteller. Er sagte in der ARD, alle Vorwürfe gegen den korrupten Minister, Herrn Weimer, seien aus der Welt geschaffen worden, sie hätten sich als falsch erwiesen. Das ist eine dreiste Lüge, denn das genaue Gegenteil ist der Fall [1], [2]. Aber da Merz und/oder seine Berater hoffen, der Fall Weimer sei für Otto Normalverbraucher und Lisa Normalhausfrau, die täglich mit ihrer Freizeit nichts anzufangen wissen und gemeinsam jeden Abend auf dem Sofa vor den Tagesthemen abhängen, zu uninteressant, könne Merz ihr Unwissen um die Vorgänge von Weimers Medienunternehmen durch eine gezielte Desinformation einfach aus der Welt schaffen. Deshalb lügt der Fisch vom Kopf her, deshalb belügt der Bundeskanzler quasi strategisch die Bürger des Landes.

Diese Strategie ändert aber erstens nichts an der Lüge, und zweitens wird sie nach hinten losgehen, wie es so schön heißt. Und wir alle wissen spätestens seit gestern, dass wir von einem Kanzler regiert werden, der uns dreist belügt.

Jens Spahn belügt uns nicht (!), wenn er sinngemäß sagt, wir dürfen uns nicht zu sehr mit der Regierung streiten, da der Kanzler dafür keine Zeit habe, denn er müsse als Deutschland-Chef für die europäische Friedensordnung all seine Kraft einsetzen. Im Umkehrschluss bedeutet das, wer zu viel Kritik an der Merz-Regierung übt, sei für die Fortführung des Ukraine-Kriegs verantwortlich. Auch wenn Herr Spahn hier eine Unwahrheit behauptet, ist sie weniger eine Lüge als vielmehr eine ziemlich schlechte Polemik, höchstens geeignet für die „Tagesthemen”, weil die Journalisten-Darsteller dort grundsätzlich keine kritischen Nachfragen stellen.

So sieht also der Unterschied aus zwischen Lüge und Polemik. Deswegen kann man nicht jede Unwahrheit oder Falschaussage als eine Lüge bezeichnen aber jede echte Lüge wirkt um so verheerender für den Lügner: Friedrich Merz ist spätestens seit dem Wochenende am Ende. Wolfgang Schäuble: „Isch over.”

Und führe uns nicht in Versuchung

Falls die AfD einen Wahlsieg einfahren und im Bundestag die Regierung bilden sollte, wandert Jan Böhmermann aus Deutschland aus. Dieses hoffnungsvolle Versprechen gab er jüngst in einem Interview mit der „SZ” kund, „Tichy” berichtet ausführlich.

Wenn du dich also bisher noch nicht dazu durchringen konntest, bei der Schwefelpartei dein Kreuzchen zu machen, so führt dich jetzt Böhmi himself in schlimmste Versuchung, indem er dir den wohl verlockendsten Grund schlechthin dafür bietet.

Offen zur Schau getragene Korruption

Bei der Beurteilung der Korruptionsaffäre des Herrn Weimer mit seinem plagiierenden Medienunternehmen sollte man, finde ich, stets die „Boobycar-Affäre” um Bundespräsident Wulff in Erinnerung behalten. Damals wurden dem Herrn Wulff ein paar fehlerhafte Hotelabrechnungen bereits zum Verhängnis. Oder man erinnere sich noch an Herrn Möllemann, der für Reklame für einen Chiphersteller für Einkaufswagen und einer unappetitlichen antisemitischen Bemerkung auf einem Flyer von seinem Ministerposten zurückgetreten war und, um weitere Nachforschungen gegen sich und seine Familie zuvorzukommen, anschließend den Freitod wählte. Für sehr viel weniger als die Korruption des Herrn Weimer galt früher ein Rücktritt als ehrbare Konsequenz. Hallo? Das geschah nicht im vergangenen Jahrhundert oder zu Kaiser Wilhelms Zeit.

Heute poltert Herr Weimer gegen „rechte Medien” und sagt u.a., dass die Aussage in seinem Werbeprospekt, man könne sich „Einfluss auf die politischen Entescheidungsträger” mit einer 80.000-Euro-Mitgliedschaft erkaufen, eine Lüge sei, die von „ruppig-rechten Portalen” in die Welt gesetzt werde – obwohl es genau so in den besagten Prospekten seiner Firma steht. Warum sagt der Herr Weimer denn das, ich meine, es kann doch jeder nachlesen? Hier eine bemerkenswert launige Zusammenfassung der letzten Weimer-Tage.

Anders als früher wird es eben heutzutage gemacht: Die Wahrheit wird zur Lüge und die Lüge zur Wahrheit. Garniert mit den immer gleichen Vokabeln wie „rechts” und „unsere Demokratie”, schon, so wird jedenfalls gehofft, fällt der dumme Mehrheitsteil der Bevölkerung darauf herein. Wenn dann noch die gekauften und an der Korruption beteiligten Maistreammedien bei diesem Spiel mitmachen, dann kann es munter weiter in die nächsten Runden gehen bzw. der nächste Akt des Berliner Dramas der CDU-SPD-Regierung aufgeführt werden.

Nach wie vor verharrt die AfD in den Umfragen bei 26 %. Man fragt sich, was unsere politischen Eliten noch alles anstellen können, eh dass sich etwas rührt im Lande. Es ist wie bei Corona: Alle sehen, was die Regierung macht, aber fast alle verschließen ihre Augen oder – noch schlimmer – sie plappern, sie äffen auch noch die Lügen nach und verstehen sich beim Nach-Unten-Treten als besonders strebsame Blockwarte.

Immerhin wird der Fall Weimer jetzt zeigen, ob und falls ja, wie stark die neuen Medien wie „Apollo News”, „Tichys Einblick” oder „NiUS” als sogenannte „4. Gewalt” im Staate nun sind. Wie ich schon letzte Tage schrieb, nicht in normalen Zeiten, so aber in außergewöhnlichen Zeiten der Not ist die Unterstützung dieser Medien und für diese Medien überlebenswichtig. Es wäre nur die Frage zu beantworten, ob wir heute in einer Zeit der Not leben oder nicht. Das muss jeder für sich selber beantworten.

Fortsetzung E-Book ./. Papierbücher

Barbaras Kommentar inspiriert mich zu einer kleinen Ergänzung des gestrigen (kalendarisch sogar noch heutigen) E-Book-Eintrags. Barbara bringt das Smartphone und die KI ins Spiel, und daran hatte ich gestern nicht einmal gedacht! Es zeigt, wie komplex eigentlich dieses Thema ist und wie hinterwäldlerisch ich selber unterwegs bin.

Der langjährige Leser wird wissen, dass ich mein eigenes Smartphone, genannt „Mata Hari”, erst seit 2023 besitze und dass ich mir es nur deshalb zugelegt hatte, weil die Sparkasse ihr Onlinebanking umstellte, ich also ohne „Mata Hari” den Alltag nicht mehr erledigen konnte. Die Bank befindet sich in einem anderen Ort fast 100 Kilometer entfernt von meinem Wohnort. Wäre das Onlinebanking noch ohne Smartphone möglich, besäße ich nach wie vor keines. Deshalb benutze ich dieses Teil heute über das Banking hinaus auch für andere Dinge, doch vergleichsweise viel weniger als andere Leute. Auch wenn ich unterwegs bin, bleibt „Mata Hari” zu Hause liegen.

Wenn’s ums Lesen geht, dann glaube ich, dass man unterscheiden muss, was gelesen wird. Belletristik, Sach- und Fachbücher oder Zeitungsartikel. Einen 1.000-Seiten-Roman als Papierbuch wäre mir viel zu dick und schwer. Gerade auf Arbeit, bei der ich 10 Stunden lang lese, hätte ich längst eine Sehnenscheidenentzündung bekommen. Das Smartphone müsste zwischendurch ständig aufgeladen werden und sein Display wäre mir zu unkomfortabel, um Hunderte Seiten Text darauf zu lesen. Da ist der E-Reader einfach unschlagbar.

Ein Sachbuch lese ich aber nie auf dem E-Reader, das lese ich am Desktoprechner.

Zeitungsartikel lese ich auch nie mit dem E-Reader (weil eh offline), sondern mittlerweile immerzu auf dem Smartphone oder dem Desktoprechner.

Ein Roman ist Kunst, das Erzählen ist ein Kunsthandwerk. Der eine kann’s, der andere nicht. Man benötigt Talent und Können fürs Geschichten-Erzählen. Die Arbeit, einen guten Roman zu schreiben, ist groß. Entsprechend hat der Autor auch ein moralisches Recht, dafür entlohnt zu werden. Bei einem Fachbuch ist es ähnlich, es interessiert aber nur die Fachleute bzw. die am Fach, am Thema, interessierten Leute. Zum Schluss die Zeitungs- bzw. Zeitschriftenartikel, sie sind in erster Linie entweder allgemeine Verständlichmachung von Fachbüchern bzw. irgendwelchen Studien oder es sind politische Artikel. Und das wiederum bedeutet, dass 90 % der Artikel eigentlich nur Kommentare oder Agitationen von anderen Menschen sind. Wieso sollte ich jemanden für seinen Kommentar zu irgendetwas bezahlen?

Aufklärung über Missstände: Wichtig aber politisch motiviert. Meist Teil von Agitation. Auch hier sehe ich nicht ein, irgendjemandem Geld dafür zu bezahlen. Das Argument der sogenannten „4. Gewalt” als Kontrolle der Regierenden trifft längst nicht mehr zu, im Gegenteil, der ÖRR betreibt Regierungspropaganda. Dafür sollte niemand auch nur einen Cent bezahlen müssen.

Und jetzt kommt noch die KI als Autor ins Spiel. Auch hier habe ich keine Statistiken, doch ich gehe jede Wette ein, dass heute weit über die Hälfte aller Zeitungsartikel vollständig oder zu ihren größten Teilen von der KI verfasst werden. Wozu soll ein Leser diese Artikel dann bezahlen?

Bei der „taz” mit ihrer geringen Papierauflage zeigte es sich beispielhaft: Papierzeitung eingestellt, nur noch online verfügbar. Inhalt: Nur linke Politik, sie verlangen nicht einmal Geld dafür vom Leser, da sie selber wissen, dass kaum jemand es bezahlen würde. Bezahlartikel anderer Zeitungen: Sie werden entweder geleakt oder verschwinden einfach aus dem öffentlichen Diskurs, weil jemand anderes dieselbe Meinung frei zugänglich verbreitet. Kein Journalist ist in normalen Zeiten so wichtig, dass man ihm als Leser Geld bezahlen muss. Anders in Ausnahmezeiten: Boris Reitschuster zum Beispiel wurde während der Corona-Zeit groß und wichtig, sogar ich habe ihm jahrelang freiwillig ein Abo bezahlt. Seine Stimme der Freiheit war für mich als ein von anderen in Bedrängnis geratener Ungeimpfter geistig-seelisch überlebenswichtig. Daran sieht man deutlich, dass es die Menschen selber sind, die entscheiden, wem sie Geld wofür bezahlen, wer ihnen wichtig ist und wer nicht. Boris Reitschuster ist das genaue Gegenteil der „taz”: Während er groß wurde, darbte die „taz” bis dass sie schlussendlich starb. Übrig blieb von ihr ein Rauschen im Internet.

Inneres Ich: „Aber die Papierbücher und Zeitungen müssen doch bezahlt werden.”

Die Zeiten ändern sich. Heute braucht niemand mehr Papier. Wer es dennoch will, kann dafür ja auch bezahlen. Elektronischer Text kostet aber nichts bzw. wenige Cent. Ein Autor braucht heute keine Verlage als Agentur zur Vervielfältigung und Verbreitung seiner Werke. Ist die Geschichte interessant genug, verbreitet sie sich durchs Internet von ganz alleine; dasselbe gilt für das Thema eines Artikels. Die Internetportale können Geld mit Werbung verdienen. Übertreiben sie’s hiermit, verschwindet das Interesse der Leser. Sie müssen also Wege finden, die als Kompromisse angenommen werden. Jedoch Geld von den Lesern für Artikel zu verlangen, das wird dauerhaft nicht funktionieren.

Ein E-Book ist aber etwas anderes, da es sich um eine eigenständige Datei handelt, die nicht irgendwo als Text erscheint, sondern die man sich herunterlädt, um sie anschließend mit entsprechender Software zu lesen. E-Books sind heute deswegen unverhältnismäßig teuer, weil man mit ihrem Preis anteilsmäßig den Autor bezahlt, den Verlag, den Zwischenhändler, die GEMA und die Produktionskosten der Papierbücher. Natürlich haben solche Modelle keine Zukunft. „Google & Co.” scannen sämtliche Texte der Welt und stellen sie der Menschheit kostenlos zur Verfügung. Richtig so! Natürlich schimpfen alle, denen ihr Geld dadurch verloren geht. Keiner wird diese Entwicklungen aber aufhalten. Wären die Verlage klug, würden sie von der Musik-Industrie lernen; dort hat man längst Wege gefunden, trotz Internet zu überleben. Und es wird nicht weniger, sondern mehr denn je Musik im Internet verbreitet. Nach wie vor werden Interpreten Millionäre. Die Buchverlage schaffen seit Jahrzehnten einfach nicht diesen Turn, jammern über das große Sterben ihrer Branche und – tun nichts.

Also: Heute gibt es neben dem E-Reader eben auch das Smartphone als „Papierersatz”. Und ich möchte gar nicht wissen, wie es in 10 oder 20 Jahren aussehen wird. Man kann sich diesen Entwicklungen nicht entziehen, sondern nur anpassen, um erfolgreich zu bleiben. Tatsächlich entscheiden die Menschen, wie sie welches Medium in Zukunft nutzen. Gesetzliche Beschränkungen werden die Freiheit nicht dauerhaft einschränken können. Die EU wird trotz ihrer vielfältigen Bestrebungen das Internet niemals kontrollieren, eher wird die EU auseinanderbrechen. Aber das wäre wieder ein gesondertes Thema. Trotzdem hängt alles mit allem zusammen, das eine beeinflusst das andere, die Freiheit bricht sich bei all dem überall und immer Bahn. Nicht allein die politische Freiheit, auch die Freiheit von jenem Kommerz, der die Menschen auspresst. Gegen Kommerz habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden, nur an der Ausplünderung, an der Bereicherung der Grundbedürfnisse der Menschen. Aber das hatten wir ja schon, ich wiederhole mich 😉

E-Book ./. Papierbuch

Nachdem ich im Mai dieses Jahres schon einmal über Frau Dagens Ansichten zu E-Books unangenehm schlucken musste, setzt sie in ihrem Interview mit Herrn Schuler noch einen drauf, wie man so schön sagt. Und das drängt mich mittlerweile nun zu der Ansicht, sie habe die Technik der E-Books eben nicht nur nicht vollumfänglich verstanden, sondern sie betreibt ihre Desinformation über E-Books mit voller Absicht.

Naturgemäß wundert ein solches Verhalten bei einer Buchhändlerin kein Mensch, möchte sie doch hauptsächlich Papierbücher verkaufen, sie sind ihre große Leidenschaft. Von daher betrachte ich ihre Falschaussagen, E-Books gehörten nicht den Kunden, sondern sie seien nur ausgeliehen, mit einer gewissen verständlichen Nachsicht. Was mich an dem Interview mit dem ollen Schuler aber wirklich stört, ist seine zur Schau gestellte Unwissenheit über E-Books, mit der er sich in gewisser Weise der Frau Dagen anbiedert, indem er ebenfalls hanebüchene Dinge zu E-Books sagt, nämlich dass sie von außerhalb auf den E-Reader leicht manipuliert oder sonst wie im Nachhinein verändert werden können. Über seine halb verschluckten Bemerkungen, auch Eselsohren oder Anmerkungen könne man nicht bei E-Books machen, verliere ich kein weiteres Wort, denn beides geht natürlich genauso wie bei Papierbüchern. Was er nicht weiß, existiert halt für ihn auch nicht.

Wie bei vielen anderen moderneren Dingen (unter anderem bei einem neuen Auto) ist natürlich heutzutage vieles möglich, wenn der Kunde dies zulässt und es sogar so wünscht. Was alles möglich ist und was schlussendlich beim Kunden geschieht, bestimmt aber immer noch hauptsächlich der Kunde (auch wenn einiges und immer mehr bereits im Hintergrund ohne dessen Wissen geschieht – wir befinden uns hier innerhalb einer Entwicklung und schon morgen kann noch mehr geschehen, das gestern noch undenkbar war). Daher kann ich auch nur von mir sprechen, wenn ich jetzt imaginärerweise den beiden Gesprächspartnern deutlich widerspreche.

Seit über 20 Jahren lese ich E-Books, besitze heute meinen 3. E-Book-Reader. Nur für das erste Mal des Einschaltens ist man mit dem Internet einmalig verbunden, danach nie wieder, wenn man denn auf sowieso überflüssige Updates verzichtet. Hier gilt also ebenfalls der Wunsch des Kunden/Benutzers. Die WLAN-Tauglichkeit der Geräte ist bei mir komplett ausgeschaltet. Niemand kann von außen eine Verbindung mit dem E-Reader herstellen. Und ich stelle sie, wie gesagt, nicht her, da ich diese Funktion nicht benötige. In der Vergangenheit mochte ich keine Papierbücher ausleihen und leihe somit auch keine E-Books aus. Allerdings habe ich auch noch nie ein E-Book gekauft.

Meine derzeitige Bibliothek besteht aus mehr als 25.000 E-Books, um darin zu stöbern. Klar, das zu lesen, schafft kein Mensch. Sie ist, um ein versehentliches Löschen zu vermeiden, auf mehreren Datenträgern gesichert und aus ihr werden regelmäßig für eine Auswahl temporär zu lesender Bücher stets ca. zwei Dutzend Werke auf den E-Reader kopiert. Ist ein Buch zu Ende gelesen, lösche ich es einfach auf dem Reader. Ist alles gelesen, wird er wieder aufgefüllt. Zudem stehen E-Books kostenlos milliardenfach im Internet zur Verfügung. Bei Bedarf wird eines auf den Desktoprechner in die Bibliothek heruntergeladen und anschließend per USB-Kabelverbindung auf den E-Reader übertragen. Dabei gibt es weder einen fremden Zugriff, noch eine Fernsteuerung von irgendwem.

Wie man nun an seine Bücher gelangt, da gibt es viele Wege. Frau Dagen hat recht, wenn es um den Verkauf der E-Books bei Amazon & Co. geht. Deren Bücher sind verschlüsselt und können nur von bestimmten E-Readern (ihren eigenen, die von ihnen vertriebenen „Kindls”) unter bestimmten einschränkenden Bedingungen gelesen werden. E-Reader anderer Hersteller können die verschlüsselten Bücher nicht lesen, doch es gibt eben legale Software zur schnellen und einfachen Entschlüsselung. Es ist ähnlich wie bei den Betriebssystemen Windows, Apple oder Linux. Der kluge Leser benutzt einen freien E-Reader und für zu Hause auf dem Laptop- oder Desktoprechner das Verwaltungsprogramm „Calibre”, mit dessen Hilfe unter anderem auch Verschlüsselungen aufgehoben werden können. Dazu benötigt man keinerlei technische Vorkenntnisse.

Entschlüsselte Bücher sind freie Bücher. Der Ursprung der E-Books liegt in den 1990er Jahren und war frei, danach kamen erst die Verschlüsselungstechniken des Kommerzes. Sie haben aber keine eigene Technik für die E-Books verwendet, sondern an der vorhandenen Technik einfach ein Schloss montiert. Die Technik bleibt also die alte und deshalb lassen sich E-Books auch beliebig oft kopieren, weiterverbreiten und heute selbst mit einem E-Reader von 1996 lesen wie ehedem.

Ist ein Buch einmal entschlüsselt, hat niemand je wieder von außerhalb irgendeinen Zugriff darauf. Es sei denn, du richtest eine Internetverbindung ein und ein Hacker dringt in deinen E-Reader und löscht z.B. alle Bücher. Das wäre vergleichbar mit dem Brandstifter, dem du deinen Hausschlüssel gegeben hast und der in deiner Abwesenheit die Bibliothek anzündet. Von daher ist es einfach unwahr und falsch den Eindruck zu vermitteln, E-Books seien alle grundsätzlich irgendwo eingeschränkt und stünden den Papierbüchern in etwas nach. Nur weil Amazon ein Bezahlsystem und eine Verschlüsselung erfunden hat, gelten diese Einschränkungen aber nicht für alle normalen, also unverschlüsselten, E-Books. Mit diesem Irrglauben verbreitet man höchstens die warmen Träume von Amazon. Ich habe keine Statistik zur Hand aber würde schätzen, dass weltweit über 99 % der E-Books freie Bücher sind, die natürlich in den Freundes- und Bekanntenkreisen der Leser durch legales Kopieren ihre massenhafte Verbreitung finden. Mit E-Books verdient demnach niemand großes Geld, sie sind aber eine Gefahr für den Buchhandel. Das wiederum ist die verständliche Erklärung, weshalb Buchhändler sie nicht mögen.

Auf die vielen, vielen anderen Vorteile der E-Books will ich jetzt gar nicht eingehen, das habe ich im Laufe der Jahre schon immer mal wieder getan. Schließlich möchte ich keine verkaufsfördernde Reklame für E-Books betreiben. Es muss jeder selber wissen, was er lieber liest, also ob auf Papier oder ob auf dem Reader. Nur soll man, wenn man das eine oder das andere schlechtredet, was man ja durchaus tun kann, einfach nicht lügen – auch nicht aus Unwissenheit Lügen weiterverbreiten. Denn das wäre schlicht ein Betrug am Leser.

Beim Lesen geht es neben anderen Dingen immer noch in erster Linie um den Inhalt, nicht ums Geld. Und wer heute behauptet, beim Schreiben, also als Autor, ginge es ihm ums Geld, der soll aufhören zu schreiben. Geschichten erzählt haben sich die Menschen schon vor tausenden von Jahren an den Lagerfeuern, das werden sie auch weiterhin tun – ob auf Papier oder auf elektronischem Wege.

Literatur stillt dasselbe Grundbedürfnis der Menschen wie die Musik. Kein Verlag und keine GEMA wird den Leuten jemals das Singen und Musizieren verbieten können. Allein schon die Idee, sich an einem Grundbedürfnis bereichern zu wollen, ist genauso pervers wie die Bemühungen der Lebensmittelkonzerne, Wasser als käufliches Gut zu vermarkten. Natürlich verdient der Interpret, der Autor, der Künstler seinen Obolus, das bestreite ich hier in keiner Weise, doch es ist etwas anderes, einen Künstler freiwillig, je nach subjektiv empfundenem Wert seines Vortrags, zu entlohnen und dem, was Google, Amazon und die GEMA betreiben. Das ist die pure Bereicherung.

Inneres Ich: „Und was hat das mit den E-Books zu tun?”

Nun, sie sind, wie das Internet als solches, ein entscheidender Fortschritt, sich aus den Fängen des Kommerzes zu befreien. Der Kommerz hat es allerdings geschafft, mit dem Internet, also mit dem Werkzeug für die Befreiung vom Kommerz, einen ganz neuen Kommerz zu erschaffen. Seien wir doch nicht so blöd und nehmen den Buchhändlern nun dieselbe Strategie ab, die uns Geld abknöpfen will für eine seltsame Freiheit, die uns vom Kommerz der Konzerne befreien soll aber ihrerseits nichts anderes als eben der Kommerz ist. Deshalb werden E-Books von ihnen überall schlechtgeredet, und das kann ich einfach nicht ausstehen.

Inneres Ich: „Achso, ein kleiner Revoluzzer?”

Eigentlich nicht. Ich mag nur nicht hinter die Fichte geführt werden und auch nicht dabei zusehen, wie anderen das geschieht.

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Nachtrag: Fortsetzung des Geschwurbels 🙂

In der DDR war alles besser

Geschichtsrevisionismus gibt’s nicht nur im Westen. In einem Artikel bei „RT” jammert Susan Bonath darüber, dass heute in Deutschland nichts mehr ordentlich funktioniere, eben anders als früher in der DDR. Sie benennt Beispiele. Der allgemeine Tenor lautet in etwa „früher war alles besser”. Im Sozialismus der DDR waren also grundlegenden Dinge wie pünktliche Bahnen, das Gesundheitswesen, Schulen usw. noch in Ordnung, erst seit der Wende vermissen die ehemaligen DDR-Bürger diese Dinge mehr und mehr. Und jetzt kommt das Perfide in ihren Gedankengängen, denn Schuld an der versagenden Infrastruktur trage der Kapitalismus des Westens.

So dumm kann eigentlich kein Mensch sein und ist Susan Bonath auch nicht, dass sie unwissentlich die knapp 35 Jahre seit der Wende in ihrer Betrachtung einfach auslässt – es ist volle Absicht. Um schlichte Gemüter um den Finger zu wickeln, sie zu manipulieren, scheint die einfache Gegenüberstellung von früher zu heute natürlich im ersten Moment folgerichtig.

Nun macht es wenig Sinn, sich über Gesellschaftsmodelle zu streiten, aber um den heutigen Niedergang des Landes zu erklären, sollte man schlicht Ursachen und Wirkungen erkennen. Der Zusammenbruch der Infrastruktur in der DDR entstand nicht durch die Wende, sondern durch den Sozialismus bis zur Wende. Durch Helmut Kohls Politik der alten CDU wurde der Niedergang aufgehalten und umgekehrt. Die heutige erneute Rückwärtsbewegung der Wirtschaft (und in der Folge von all dem, was Frau Bonath beschreibt) ist ein viel neueres Phänomen, das erst seit Merkel, seit 2005, zu beobachten ist und das mit der sogenannten Transformation der Gesellschaft, betrieben von den Linken und Grünen (Energiewende, Green Deal etc.), in immer größer werdenden und rasanten Schritten voranschreitet.

Das Perfide an Frau Bonaths Artikel ist, sie macht den sprichwörtlichen Bock zum Gärtner. Wir erleben seit 20 Jahren in Deutschland und in der EU eine mehr und mehr sozialistisch eingefärbte Politik, die die Errungenschaften der Wende zerstört. Um es platt zu sagen aber klar zu verdeutlichen: Die Linken machen alles kaputt, um hinterher sagen zu können, „seht her, der Kapitalismus hat das alles zerstört, früher war es besser, wählt uns, wir bauen es wieder auf.”

Als gelernte DDR-Bürgerin sollte das sozialistische „Bau-Auf-Thema” Frau Bonath doch ziemlich bekannt sein – doch ich würde jede Wette eingehen, dass sie in der DDR in einer privilegierten Umgebung aufgewachsen ist. Es ist immer wieder dieselbe Larmoyanz – übrigens Gründe, weshalb „RT” zur Hälfte ein ekliges ungenießbares Medium ist (was aber trotzdem nicht verboten sein sollte), da es wirklich jedem eine Plattform bietet, Hauptsache es wird wie auch immer gegen den Kapitalismus und gegen den Westen allgemein getrommelt.

So, Arbeit ist angesagt, mach’s gut, wir lesen uns am Dienstag wieder.