NIUS LIVE

Auf dem Weg zu einem Fernsehsender? Ab heute geht „NIUS.de” täglich (MO bis FR) um 8 Uhr eine Stunde lang live auf Sendung. Ein kurzes neues Frühstücksfernsehen, quasi eine Art Testballon.

Rein juristisch betrachtet handelt es sich natürlich um keinen TV-Sender, das wäre unbezahlbar. Außerdem findet die eine Stunde einer Live-Sendung „nur” im Internet statt. „Nur” deshalb in Anführungszeichen, da es heutzutage bekanntlich verschwimmt, wie etwas von einem Sender zu einem Empfänger gerät. Die juristischen Feinheiten der Definition hinken der Realität sowieso um Jahre hinterher. Ein sogenanntes Vollprogramm braucht es auch längst nicht mehr, da der Empfänger, also wir alle, uns selber dieses Vollprogramm aus verschiedenen Einzelteilen der Sender im Internet zusammenstellen. Wie bzw. als was man diese Sender dann bezeichnen mag, ob Streamingplattformen, Internetdienstleister oder Mediendienste usw., privat oder kommerziell, das ist (für mich) in meinem Haushalt bzw. für die eigenen Sehgewohnheiten seit knapp 10 Jahren nicht mehr unterscheidbar. Jedenfalls scheinen die Vorbereitungen begonnen zu haben, dem Flaggschiff des ewig gestrigen TVs, der „Tagesschau” endlich Konkurrenz zu bieten. Vielleicht könnte dies in einem Jahr schon der Fall sein, wenn genug Erfahrung für eine technische qualitativ gleichwertige Alternative zur Verfügung steht, die zu einer Ausweitung des Sendebetriebs auf 20 Uhr führen. Inhaltlich sind die neuen Medien eh längst den öffentlich-rechtlichen Propaganda- und Fakesendern davongelaufen, was sich spätestens mit dem Aussterben meiner Generation, die heute in ihren letzten Zuckungen liegt, bestätigen wird.

Ich selber würde selbstredend gerne noch den Beginn der neuen Medienlandschaft in Form bewegter Bilder mitbekommen. Mir ist klar, dass so etwas eine unvorstellbare Menge Geld kostet. Aber neben den kapitalistischen Interessen der Rentabilität bestand das Radio (im weitesten Sinne als Live-Information) immer schon zum größten Teil aus ambitionierten Menschen, aus Journalistinnen und Journalisten, die sich der Aufklärung und Berichterstattung für die Bevölkerung verpflichtet sahen und sehen. Hier kann ich mir einen freiwilligen Obolus als Unterstützung gut vorstellen, zumal ich sowieso bereits monatlich für alternative Medien in einem bescheidenen, meinem geringen Verdienst angepassten, Verhältnis gerne bezahle. Hier meine ich nicht die Streamingdienste, sondern ich unterstütze finanziell ein paar Online-Zeitungen. Würden die Zwangsgebühren endlich abgeschafft werden, was über kurz oder lang geschehen wird, stünden den alternativen Medien theoretisch ca. 10 Milliarden Euro pro Jahr mehr Geld zur Verfügung. Darum bzw. um die Gunst des zahlenden Publikums müssen sie sich dann bemühen. Konkurrenz belebt das Geschäft und führt zu qualitativen und inhaltlichen Höchstleistungen.

Also schauen wir mal, ein neuer Player auf diesem Gebiet ist heute am Horizont erschienen. Und ich drücke ihm kräftig die Daumen, damit eine Ausweitung seines Sendebetriebs möglichst schnell geschehen kann. Toi, toi, toi!

Die Deutschland-Show

Ziemlich gelassen blicke ich auf die heute zu Recht in weiten Teilen der Bevölkerung mit Empörung aufgenommene Verabschiedung des „Selbstbestimmungsrechts” durch den Bundestag. Warum gelassen? Weil jedes Gesetz natürlich auch wieder rückgängig gemacht werden kann, sobald andere Mehrheiten bestehen. Das wird bald schon der Fall sein, daher braucht man sich nicht aufzuregen und kann in der Zwischenzeit die absurden Auswirkungen, zu denen das neue Gesetz führen wird, mit beißendem Humor als eine belustigende Begleitshow des grünen Untergangs genießen.

Ja, auch wenn die Grünen an der Seite der CDU nach der nächsten Wahl noch eine Verlängerung erfahren – sie wird ihnen nur deshalb von den CDU-Wählern gewährt, da kaum jemand von ihnen glaubt, dass der grüne-woke Irrsinn unter einer CDU-Regierung fortgeführt wird. Sobald dies aber sichtbar werden wird, ist spätestens bei der übernächsten Wahl für mindestens drei Jahrzehnte Schluss mit den Grünen. Somit erwartet uns noch maximal eine weitere Staffel des grünen Abgesangs. Danach, nach dieser langen Party eines Tanzes auf dem Vulkan, beginnen die guten Jahre des Wiederaufbaus unseres Landes. Bis dahin wird ebenfalls das „Verbrenner-Aus” der EU vom Tisch sein und auch die Klimasekte als warnendes Beispiel für die Verirrungen einer Gesellschaft in den kollektiven Erfahrungsschatz der Überlebenden eingehen. Je weniger du zu verlieren hast, desto genüsslicher kannst du dich zurücklehnen und die nächsten 5 bis 10 Jahre einer bunten politischen Narrenkreuzfahrt genießen. Je mehr du zu verlieren hast, um so heftiger nagt an dir die Wut und Enttäuschung über dich selber wegen deiner eigenen Wahlentscheidung, die du mit dem Kreuz bei der CDU in zwei Jahren treffen wirst.

Eigentlich müsste dieser letzte Satz des Absatzes im Plusquamperfekt stehen, denn in ferner Zukunft ärgert dich deine Wahlentscheidung, die du aus heutiger Sicht ja erst in der nahen vergangenen Zukunft noch triffst bzw. dann getroffen haben wirst.

Wie dem auch sei, für die nächsten sechs Jahre sollte man das, was man hat, in Sicherheit bringen, nichts mehr investieren (weder Geld noch Mühe) und der Gesundheit zuliebe den Blutdruck mittels humoristischer Entspannungsübungen (Lachen ist gesund) in ruhige Gewässer führen.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen entspannten Start ins Wochenende. Ich überlege gerade, ob mir als Frau dienst- bzw. arbeitsrechtlich irgendwelche Vorteile zustünden. Ich meine, so zwei, drei Jährchen als Frau Georgia zu verbringen, das könnte doch wirklich interessant sein. Hilft das vielleicht auch, so der GEZ zu entkommen? Quasi nach dem Motto: Herr Georg existiert nicht mehr, die Rechnung geht postwendend zurück? Aber auch bei anderen Dingen, die mir jetzt noch gar nicht einfallen: ‘s könnten in der kommenden Deutschland-Show nette Möglichkeiten entstehen, nicht wahr?

Solidarität mit Israel

O wie gut kann ich Rika und Renate verstehen, deren beinahe schon verzweifelte Wut oder ohnmächtige Verzweiflung von Tag zu Tag zu wachsen scheint (das lese zumindest ich aus ihren Einträgen so heraus). Seit dem 7. Oktober schreiben beide sich die Finger wund und klären ihre Leserinnen und Leser bis ins kleinste Detail über die Vorgänge in Israel auf. Jeder, der wissen möchte, was und warum etwas dort geschieht, findet bei ihnen sachliche Antworten. Und doch scheinen ihre Mühen nach knapp einem halben Jahr vergebens zu sein, denn im deutschen und internationalen Politik- und Medienbetrieb hat man sich mal wieder darauf geeinigt: Der Jude ist Schuld. „Ich hab ja nix gegen Juden, ABER …”

Bislang hatte ich mich komplett zurückgehalten, wusste ich doch 1., was geschieht und 2., dass es meiner seelischen Gesundheit (und in der dauerhaften Folge auch meinem körperlichen Wohlergehen) schadet, wenn ich diese Katastrophe, diese unerträglichen Gräuel, die den Menschen in Israel angetan wurden und nach wie vor werden (die Geiseln werden immer noch gequält und niemand auf der internationalen Bühne verlangt von den Verbrechern der HAMAS ihre Freilassung), zu nah an mich heranlasse. So stark bin ich nicht, das dauerhaft aushalten zu können!

So schlimm es klingt, der Alltag geht weiter. Das wissen die Feinde Israels ganz genau. Eine Täter-Opfer-Umkehr fand bereits kurz nach dem Überfall auf Israel statt und der sowieso tiefsitzende deutsche Hass auf Juden (der sich in Taten, nicht in Worten belegen lässt), bricht sich medial geradezu Bahn. Jedes dagegen Anschreiben ist wirkungslos. Der Normalmensch plappert dem ZDF oder der Tagesschau alles nach, statt wenigstens den Mund zu halten, wenn er von etwas keine Ahnung hat, da es ihn auch relativ wenig interessiert. Man muss ja trotzdem unbedingt zu allem und jedem seinen unqualifizierten Senf geben; den „Nahostkonflikt” lösen diese Leute in ein, zwei Sätzen in den sozialen Medien; der Schuldige ist schnell ausgemacht, man ist ja weltoffen, bunt und liberal, da stören die widerspenstigen Juden sowieso mal wieder. Dass dort im Nahen Osten ein Kulturkampf im vollen Gange ist, der uns in ähnlicher Weise ebenfalls erreichen wird, erkennt kaum noch jemand in der Öffentlichkeit.

Es macht tatsächlich keinen Sinn, argumentativ tagtäglich dagegen anzurennen – ABER es ist sinnvoll, die eigene Solidarität mit Israel zu unterstreichen. Dieses Land weiß selber, was das Beste und Richtige für sich ist, es benötigt keinen Rat von der EU oder vom Baerbock-Kind. Aber wie jeder, der sich verzweifelt wehrt, ist die Solidarität der Außenstehenden vielleicht mit das Wichtigste überhaupt. Und deshalb zeige ich sie hier im Tagebuch an prominenter Stelle, selbst falls sie meine restlichen Leser kostet. Schon oft hatte ich erwähnt, in erster Linie für mich selber Tagebuch zu führen. Sogar ohne einen einzigen Leser würde ich das tun – und eben ich (ums Ich geht es nun mal in einem Tagebuch) kann nicht anders, als in dieser schweren Zeit für Israel meine klare und eindeutige Solidarität kundzutun.

So, das dazu. Falls jemand fragt und so.

Die Logik schlichter Gemüter

Schau an, Robert Habeck sprach vor „Experten” auf dem Forum „Europe 2024” (veranstaltet von der „Zeit”, dem „Tagesspiegel”, dem „Handelsblatt” und der „WirtschaftsWoche”) am 19. März ’24. Er sagte, dass es mit Militärausgaben ein bisschen so wie mit Feuerwehrautos sei. Die stünden ja auch bei den vielen kleinen Gemeinden herum, und die hoffen ja auch, dass es nie brennt („wenn sie dann gebaut sind, dann stehen sie halt da, die Panzer, die Raketen […] und wir hoffen ja, dass wir sie nicht verwenden […] außer ein bisschen zu trainieren”).

Nach derselben Logik müsste das deutsche Waffenrecht abgeschafft werden. Die Pistolen in den Schubladen sind ja ein bisschen so wie Feuerlöscher, bei denen man auch hoffe, sie nie zu verwenden …

Dummheit ist dann gefährlich, wenn wir sie auswählen, das Land zu regieren.

Zeitenwende II

Die Mutter der Schülerin (siehe Eintrag gestern) schildert den Vorfall ausführlich in der „Jungen Freiheit”. Die Leitmedien widersprechen jetzt einigen Details, der wesentliche Kern des Geschehens bleibt aber davon unberührt. Ob nun die Polizei die 16-jährige „abgeführt” oder „begleitet” habe, ob es sich nicht doch um eine bereits 17-jährige gehandelt habe, ob die Polizei es war, die sie ins Lehrerzimmer führte oder ob der Direktor sie dorthin zur wartenden Polizei geführt hat, ob die folgende Ansprache der Polizei, die Schülerin möge zukünftig auf solche Postings verzichten, eine „Gefährderansprache” oder doch nur „eine Art” Gefährderansprache war – all das ändert nichts an der Aufforderung, die Schülerin möge ein solches straffreies Posting dennoch in der Zukunft unterlassen. Also es wird über Details gestritten, um 1. die Mutter der Schülerin zu diskreditieren und 2. die Journalisten der freien Presse als unglaubwürdig darzustellen. Vom Kern des Sachverhalts, durch den Innenminister längst bestätigt, wird damit medial komplett abgelenkt – eine rhetorische Methode, die Wahrheit zu verdrehen, um sie letztlich „ungeschehen zu machen”.

Genau das findet auch in vielen Foren und Kommentarspalten derzeit statt. Unermüdliche Aufklärer der herrschenden Wahrheitsdeutung verunglimpfen bei der geringsten Abweichung in Detailfragen die sich über den Vorfall aufregenden Zeitgenossen als Lügner – und stülpen diese strittigen Details über den gesamten Sachverhalt, damit so der Eindruck entsteht, wenn jemand schon im Detail die Unwahrheit sagt, dann ist das Große Ganze sicher auch gelogen. Quintessenz: Schenkt diesen Berichten bloß keinen Glauben.

Umgekehrt funktioniert diese Rhetorik genauso: Wenn jemand sich in einer riesigen Gruppe in den sozialen Medien aufhält oder jemals aufgehalten hat, in der ebenso ein Rechtsextremer irgendwann mal anwesend war, dann wird die Kontaktschuld benutzt, um alles von dem normalen Menschen in der Gruppe Gesagte zu diskreditieren. Es heißt dann, er stamme schließlich aus einer Gruppe mit nachweislich rechtsextremen Mitgliedern. Exakt das bedeutet die Kontaktschuld. Schon musst du dich verteidigen, indem du klar machst, mit dem extremen Mitglied nichts am Hut zu haben, ja, ihn oder sie nicht einmal zu kennen. Du begibst dich also in Dauerschleife in die Defensive aber um den ursprünglich von dir geäußerten Inhalt geht es in der Folge gar nicht mehr. Je öfter nun der Vorwurf wiederholt wird, man sei Teil einer Gruppe, in der auch Rechtsradikale Mitglied seien, desto mehr bleibt das in den Köpfen der Unbeteiligten hängen. Am Ende wirst du und alles was du sagst als Teil, und du selber als Mitglied einer rechtsradikalen Gruppe verstanden.

So in etwa funktionieren diese verfeinerten Stasi-Methoden. Es ist ein munteres Spiel mit der Dummheit der breiten Masse, die keine Zeit oder Lust hat, darüber nachzudenken.

Ganz früher zu Zeiten Stalins, hießen solche Wahrheitsverdreher politische Kommissare und waren im 2. Weltkrieg zur Aufrechterhaltung der Moral überall in den Kampfgruppen der russischen Soldaten eingebunden. Ihnen sind wohl Hunderttausende oder sogar mehr Menschen unschuldig zum Opfer gefallen. In der DDR arbeitete die Stasi mit den gleichen Methoden. Bis heute wurde die Methodik mehr und mehr verfeinert und findet nun Anwendung in den vielen regierungsnahen Journalistenvereinigungen, den politischen NGOs, den Stiftungen etc. sowie beim Verfassungsschutz. Eine der ersten Warnerinnen davor war die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley, die bereits unmittelbar nach der Wende prophezeite:

„Alle diese Untersuchungen, die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen.

Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.”

Zeitenwende

Gestern haben sich die Menschen abseits des medialen Mainstreams (der natürlich das Folgende geflissentlich verschwieg) wegen des unfassbaren Vorfalls, dem eine 16-jährige Schülerin anheim fiel, sehr aufgeregt (ohne eine Straftat begangen zu haben, wurde die Schülerin durch eine Denunziation ihres Schuldirektors, Jan-Dirk Zimmermann, von drei Polizisten aus dem Chemieunterricht abgeführt und anschließend einer Gefährderansprache der Polizei ausgesetzt).

Zuerst hatte ich dieser Meldung gar nicht geglaubt, war davon überzeugt, irgendetwas anderes nicht genanntes müsse hier noch vorliegen. Dann aber reagierte recht schnell der Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, Christian Pegel (SPD), und bestätigte den Vorfall bei gleichzeitiger Rechtfertigung des Polizeieinsatzes. Das wiederum schlägt dem Fass den Boden aus. Mir fehlen schlicht die Worte, um zu beschreiben, was bei diesen beiden Meldungen in mir vorging.

Seit nunmehr mehreren Jahren werden wir durch ähnliche ungeheure Vorfälle an die Grenzen des Glaubens der Vernunft unseres Staats und seiner Vertreter getrieben. Wie immer gibt es einen zumindest bisherigen Höhepunkt solchen Fehlverhaltens: das heute hier Verlinkte ist für mich dieser temporäre Höhepunkt. Wäre im Lande nämlich alles in Ordnung, so würden der Direktor, die Polizisten und vor allen Dingen diese äußerlich arg seltsame Gestalt eines Innenministers sofort Konsequenzen erfahren: die Polizisten bekämen etwa eine Rüge, der Schuldirektor (was macht der eigentlich auf TikTok?) wäre versetzt worden und der Innenminister hätte sich persönlich bei der Schülerin sowie öffentlich entschuldigt. Das Gegenteil dessen geschieht aber. Und das lässt mich schier sprachlos jetzt vor meiner Tastatur zurück. Selbst wenn mir passende Worte einfielen, dürfte ich sie nicht mehr öffentlich aufschreiben, ohne eine Anzeige als „Delegitimierung des Staats oder ihrer Vertreter” zu riskieren.

Kann heute eigentlich eine Mehrheit der Bevölkerung sagen, da solche Vorfälle in den Mainstreammedien verschwiegen werden, habe sie von ihnen auch nichts gewusst, oder ist von den Leuten zu erwarten, sich im Internetzeitalter auch durch sogenannte „alternative Medien” zu informieren?

Nicht nur wird der „Meinungskorridor immer enger” (eine hübsche Ausdrucksweise für „das darf man heute nicht mehr sagen”), nein, irgendwann wird ohne Widerspruch und Kritik am woken Zeitgeist und seiner Protagonisten aus Politik und Medien diese Enge auch jeden einzelnen der „Ich-Hab’s-Nicht-Gewusst-Mehrheit” selber treffen. Das Dumme ist wahrscheinlich aber, dass dann die behördlichen Strukturen bereits so weit gefestigt sind, dass sie nicht mehr ohne weiteres aufgelöst werden können. Die Bevölkerung lernt Stückchen für Stückchen zu schweigen.

Inneres Ich: „Du hast leicht reden schreiben; was kann man denn als Normalmensch dagegen tun?”

Mindestens eines, finde ich. In einer geheimen Wahl, bei der niemand über die Schulter schauen kann (also auch ohne manipulationsanfällige Briefwahl), keine der fünf Blockparteien (CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne und Linke) in Zukunft mehr wählen. Denn wer eine der Ampelparteien wählt, wählt das Weiter so, und wer die CDU/CSU wählt, wählt, so widersinnig es auch für manche Ohren klingen mag, die Grünen und den linken Zeitgeist ohne wirkliche Unterbrechung. Nur damit, nur durch ein entsprechendes Kreuzchen auf dem Wahlzettel, lässt sich eine demokratische Veränderung der Regierung und Verwaltung herbeiführen. Wenn das die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler aber nicht will, kann sie sich auch nicht hinterher, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist”, beschweren oder mit dem Satz, „ich habe von all dem nichts gewusst”, herausreden.

Steinmeier & Co. sagen es ja unermüdlich: wir leben an einer Zeitenwende. Lasst sie uns doch vollziehen im Sinne der Rückbesinnung auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung mit mehr direkter Demokratie; dann fällt die Zeitenwende vielleicht ganz anders aus als von diesen Leuten gedacht.

Mut zum Frieden

Rika hat wunderbare 41 Jahre alte Erinnerungen aus dem Kopf und dem Wäschekorb herausgekramt, die aktueller heute gar nicht sein können: das lilafarbene Halstuch „Umkehr zum Leben” vom evangelischen Kirchentag 1983.

Ja, so war es damals. Ob nun der Frieden eine Utopie ist oder eine Vision (Helmut Schmidt: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen”), ob er eine Illusion ist oder eine Prophezeiung – allein schon, dass seit Menschengedenken um ihn heftig gestritten wird oder dass er als Begründung für die meisten Kriege missbraucht wird, zeigt die absolute Paradoxie des Begriffs Frieden. 1983 war damit im Westen gemeint „Frieden schaffen ohne Waffen” oder als ostdeutsches Pendant „Schwerter zu Pflugscharen”. Heute, 2024, wird er benutzt, um Europa aufzurüsten und gegen Russland immer intensiver Krieg zu führen, was George Orwell bereits in „1984” visionär mit der plakativen Zusammenfassung seiner Thesen als „Krieg ist Frieden” auf den Punkt gebracht hatte. Das Dumme an Sprache und Intelligenz unserer Spezies ist, dass alles jemals Ausgesprochene immer auch ins Gegenteil des Erdachten verwandelt werden kann. So wurde die Sprache als Ausdruck abstrakter Gedanken, die über rein technische oder mathematische Konstrukte hinausreicht, gleichzeitig auch zum Kern der Missverständnisse, denen Abermillionen Menschen seit Beginn der Zivilisation zum Opfer fielen.

Der aktuelle Papst sagt, die Ukraine solle den Mut zu Verhandlungen mit Russland aufbringen. Er sagt, dass derjenige Stärke zeige, der den Mut besitze, die weiße Fahne zu hissen und zu verhandeln. Die Friedensaktivisten von 1983, die später ihren Platz in der pazifistischen Partei „Die Grünen” fanden, hyperventilieren angesichts des Friedensvorschlags von Papst Franziskus gemeinsam mit vielen Vertretern der Partei mit dem großen C im Namen und fordern noch mehr Waffen und mehr Krieg, um den Frieden zu erreichen. Sie verwechseln also begrifflich den Sieg mit Frieden – und kaum jemand merkt es. Schon wieder wird von den Grünen, den Sozialisten und den deutschen Christen der Begriff Frieden für die Rechtfertigung von Krieg missbraucht.

Mehr fällt mir dazu nicht ein. Außer dass ich mangels eines lila Halstuchs meinen blauen Friedens-Sticker mit weißer Taube und der Aufschrift „Raus aus der NATO” an meinen Rucksack gepinnt habe, auf dass ich nachher auf dem Weg zur Arbeit böse Blicke einfange – denn – wer Frieden möchte, sollte sich bewusst und bereit dazu sein, sich den Kriegstreibern wehrlos aber konsequent entgegenzustellen.

Unfassbare Dummheit

Hier kannst du den gesamten Audio-Mitschnitt der 4 Vollpfosten der Bundeswehr anhören (am Ende des Artikels). Solche Deppen haben das Sagen über die Waffen der Bundeswehr. Da kann man nur noch rufen: Rette sich wer kann! Wenn du das Audio anhörst, verstehst du auch, weshalb der Inhalt in unseren Hauptmedien nicht veröffentlicht wird und bei „X” in Deutschland zensiert worden ist (obwohl es in der gesamten Welt angehört wird): die Bevölkerung darf so etwas einfach nicht hören. Denn jedem Zweiten wird augenblicklich die katastrophale Inkompetenz und Idiotie dieser 4 Herren und letztlich der Bundeswehr klar. Die 4 Männer gehören SOFORT vom Dienst suspendiert. Es war für mich unerträglich deren Geschwurbel zuzuhören. Ein solch niedriges Niveau von hohen Entscheidungsträgern über todbringende Waffen hätte ich niemals für möglich gehalten.

Friedensmission

Dass Telefongespräche der Bundeswehr abgehört werden, ist ein alter Hut. Sogar im Spielfilm von 2007 „Der Krieg des Charlie Wilson” (sehr empfehlenswet) wurde das bereits thematisiert. Und schon in den 1980er Jahren wusste jeder Mensch: Telefongespräche werden abgehört. Wahrscheinlich ist es sowieso seit der Erfindung des Telefons der Fall. Wenn also das Militär bis heute sensible Informationen nicht zu schützen vermag, dann ist das ein Problem der NATO bzw. der Bundeswehr, sicher aber nicht von Putin, dem Bösen.

Man sollte also erwarten, dass der Schwarze Peter den plappernden Offizieren der Bundeswehr zukommt. Es müsste eigentlich nachgerade um den Inhalt ihrer ausgesprochenen Fantasien gehen oder zumindest um die immer noch fehlende Abhörsicherheit, doch weit gefehlt: deutsche Journalisten und Politiker regen sich nur darüber auf, Putin damit eine neuerliche Steilvorlage geboten zu haben und/oder inwieweit Kanzler Scholz in den Klüngel rund um die Taurus-Nicht-Lieferungen längst vorher involviert gewesen sei.

Wenn ich nun ein solches (wie nenne ich’s denn nur? Na, sagen wir mal:) stümperhaftes Verhalten der Bundeswehr-Oberen in Zusammenhang mit dem noch dümmeren Marineeinsatz im Nahen Osten in Verbindung bringe und letzteren als bestes Beispiel für effektives pazifistisches Handeln anführe – unsere Fregatte „Hessen” schoss um ein Haar eine eigene Aufklärungsdrohne ab, hat kaum noch Munition und kann auch nicht mehr nachbestückt werden, da die Munition veraltet sei und schlichtweg nicht mehr hergestellt werde (das muss man sich mal vorstellen) – dann droht diesem leicht humoristischen Hinweis, jetzt da ich ihn zumindest angedeutet habe, leidlich Ungemach als Delegitimierung deutscher Politik sowie unserer Wehrhaftigkeit – und ich würde zu einem Fall für den Verfassungsschutz werden, der mich in den nächsten Tagen frühmorgens besuchen und mit dem Entzug meiner Computer und der beiden Smartphones „Mata Hari” wie auch „Guillaume” für mindestens ein Jahr bestrafen würde (Carl von Ossietzky: „In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat.”). Also werde ich so etwas natürlich nicht sagen. Die Bundeswehr ist kein Haufen dummer Jungen (und ein paar Mädchen) und schon gar keine pazifistische Unterorganisation der alten Grünen. Dass die restliche Welt Deutschland trotzdem auslacht, nun, damit könnte Thomas Haldenwang seinen Kollegen vom Auslandsgeheimdienst reichlich zuarbeiten, sein Tatendrang wäre endlich ausgelastet, denn die halbe Welt müsste in der Folge durchsucht und bestraft werden.

„Am deutschen Wesen soll die Welt genesen” – ach, wie wäre das schön! Würde die Welt uns militärisch nacheifern, es gäbe fortan keine Kriege mehr. Also das Gegenteil von Spott und Hohn ist die Intention dieses meines Eintrages, sondern ein großes Lob an die Fähigkeiten der Bundeswehr. Weiter so! Wer uns folgt, rettet tatsächlich die Welt.

Kein Geld von Nazis!

Man hört und sieht sie wie Pilze, die aus dem Boden sprießen, die Hinweisschilder vor Marktständen und Geschäften, dass Nazis unerwünscht seien. „Kein Brot für Nazis” zum Beispiel. Sehr lobenswert findet auch Thilo Schneider diese Aktion der Bäckerei „Karlchens Backstube” (original mit angedeutetem Deppenapostroph) und stellt ein paar zwingend notwendige Fragen hierzu. In den Kommentaren zu seinem Artikel wurde ich – da ich bisher über solche Aktionen nie wirklich nachgedacht habe – erst auf die logischen Konsequenzen aufmerksam, denn wenn „wir alle” solche Aktionen dem Wesen nach gutheißen, weshalb fordern dann nicht Kirchen oder die GEZ ebenfalls „Kein Geld von Nazis”? Das wäre doch mal eine weitgreifende Aktion, nicht wahr? Also stelle dir einmal vor, die GEZ würde den Rundfunkbeitrag allen Nazis zurückzahlen oder zumindest ab dem Bekenntnis „Ich bin ein Nazi” nicht mehr von ihnen erheben. Oder der Staat: Es würden deine kompletten Steuern erlassen werden, da die grün-linke Regierung als moralische Instanz und Vorreiter des einzig wahren Guten sämtliches Geld von Nazis empört zurückweisen würde. In einem solchen Fall wäre ich sofort ein bekennender Nazi, ich meine, wenn ich sowieso andauernd als Nazi beschimpft werde, na, dann bitteschön – was meinst du, wie viele Nazis wir plötzlich im Lande hätten? Leider, leider lassen sich der Staat, die Kirchen und der öffentlich-rechtliche Rundfunk aber reinen Gewissens auch weiterhin von Nazis bezahlen.

Wieder Kriegslust in steigender Intensität

Fernsehen gucke ich bekanntlich nicht mehr. Seit 2017/18 übrigens. Als begeisterter Radiohörer und Internet-News-Konsument bekomme ich aber schon mit, was in den Hauptmedien insbesondere der „Tagesschau” gesendet wird. Es fällt seit diesem Jahr, seit 2024 also, auf, wie extrem sich die Hauptmedien verändert haben. Die Veränderung wurde durch den Hyper-Moralismus seit 2015 langsam spürbar, aufgefallen war sie mir aber schon vorher, nämlich seit der Finanzkrise 2007, als Steinbrück und Merkel in der Tagesschau durch einen gemeinsamen Auftritt die Bürger beruhigten. Ihre Angst, dass am nächsten Tag die Leute ihre Sparguthaben von der Bank abholen würden, was den Zusammenbruch des Bankenwesens auch hierzulande zur Folge gehabt hätte, war so gewaltig, dass sie nicht um die Vergabe von medialen Beruhigungspillen umhin kamen.

Danach gaben sich die Flüchtlingskrise, Coronakrise, Klimakrise, Energiekrise, Wirtschaftskrise – und seit diesem Jahr eine seltsame Kriegslust ein Stelldichein. Noch 2012 schrieb ich hier ins Tagebuch, ein europäischer Krieg sei heutzutage nicht mehr möglich, wenn, dann bräche ein 3. Weltkrieg in Asien aus und wir drohten höchstens durch eine Verstrickung daran teilzunehmen. An einen konventionellen Krieg mit all seiner Zerstörung mitten in Europa glaubte zu diesem Zeitpunkt niemand. So etwas war schlicht nicht vorstellbar. Genau das hat sich überraschenderweise in einer ungeahnten Geschwindigkeit verändert.

Überall wird zunehmend völlig offen von der Notwendigkeit eben eines solchen Krieges in Europa geredet. Wir rüsten auf, was das Zeug hält. Auf der Münchener Sicherheitskonferenz wurde erstmalig davon gesprochen, ein Atomkrieg sei durchaus möglich, wenn er nur mit kleineren Atombomben geführt werde, und es wurde von mehreren Vortragenden sogar behauptet, ein solcher Krieg sei gar nicht schlimm, lediglich unsere Angst davor sei irrational groß. Vor wenigen Jahren galten solche Meinungen in der Politik als absolutes Ausschlusskriterium für die vortragenden Politiker und Wissenschaftler; es hätte als Skandal deren berufliches Ende bedeutet – heute werden diese Leute gefeiert.

Die Hauptmedien bereiten den Boden vor, indem sie die Bevölkerung für die Notwendigkeit eines Krieges mental vorbereiten. Die Kriegsbegeisterung wird sich also in der nächsten Zeit noch steigern. Wenn man die Hysterien der vergangenen Krisen dabei zu Grunde legt, kann man sich leicht ausmalen, welche Kriegsbegeisterung die Folge sein könnte. Persönlich hoffe ich auf die rechtzeitige Abwahl unserer Regierung und auf korrigierende Eingriffe in den Hauptmedien, damit diese neuerliche Krise, die Kriegslüsternheit, noch abgewendet werden kann. Das wäre aber nicht vor 2025 möglich und bis dahin fließt eine Menge Wasser den Rhein herunter, wie man so schön sagt. Ich darf gar nicht daran denken, was noch alles geschehen kann, um die Opposition mundtot zu machen. Wer weiß heute mit Sicherheit, ob es überhaupt im nächsten Jahr eine demokratische Bundestagswahl geben wird?

In gewisser Hinsicht sehe ich beinahe täglich mehr Parallelen zum Jahrzehnt vor dem 1. Weltkrieg – mit dem Unterschied, dass heute alles erheblich schneller abläuft: Entwicklungen, die früher ein Jahr brauchten, geschehen jetzt in Wochen. Alles hat sich ungeheuer beschleunigt, was eine gesicherte Zukunftsprognose unmöglich macht.

Wir sind es, die Bürger dieses Landes und des Kontinents, die entscheiden, wie wir in Zukunft leben wollen. Wir haben es in der Hand, welche Regierung uns führt. Wieso lassen wir uns in der aufgeklärtesten Epoche aller Zeiten von den dummen Medien dermaßen beeinflussen und sogar wieder und wieder in Hysterie versetzen? Die Bilder, die wir alle in der Schule sahen, als Soldaten begeistert in die Züge stiegen, die Waggons beschriftet mit „Auf nach Paris!” und dergleichen, diese Bilder waren den nachfolgenden Generationen angesichts des folgenden Gemetzels unbegreiflich fremd. Man schüttelte die Köpfe und konnte die außer Rand und Band geratene Kriegshysterie nicht mehr verstehen. Und heute erleben wir das Anbahnen gerade dieser Dinge erneut. Mehr und mehr Menschen sehnen sich regelrecht wieder nach Krieg. Was ist bloß los mit den Leuten?