Der ewige Zwiespalt

Eine knappe Woche +X Galgenfrist bleibt, dann beginnt die neue Arbeit. Sie empfinde ich jetzt, obwohl ich noch keine einzige Nacht dort war, als den größtmöglichen Horror, den ich mir vorstellen könnte. Niemals hätte ich freiwillig so etwas ausgesucht. Es ist aber gerade keine andere Arbeit da und ohne hätte ich kein Geld mehr. Noch dazu kommt eine strikte Geheimhaltungspflicht. Falls ich hierüber im Tagebuch etwas schreibe und es sollte gelesen werden, wovon auszugehen ist, bedeutet das meine sofortige Kündigung. Es gäbe da nicht einmal eine Abmahnung zuvor, weil ich per Subunternehmen beschäftigt bin. Daher kann ich nichts weiter dazu schreiben und ebenfalls nicht erklären, weshalb die Arbeit denn Horror für mich ist.

Allerdings bestehen auch einige Vorteile: Erstens das Arbeitszeitmodell. Da habe ich eine Halbtagsbeschäftigung ausgewählt. Tatsächlich hatte ich die Wahl zwischen Vollzeit und Teilzeit. Um die 80, 90 Stunden werden es. Eine einzelne Schicht bleibt dennoch bei knapp 9,5 Stunden. Mit dem Lohn ließen sich gerade so – aber immerhin – meine Lebenskosten komplett bestreiten. Zweitens der Arbeitsweg; ich kann dorthin sogar binnen weniger Minuten zu Fuß gehen, die Stelle liegt tatsächlich vor der Tür.

Trotzdem ist’s schon Jahrzehnte her, dass mir eine berufliche Tätigkeit in vielerlei Hinsicht derart Bauchschmerzen verursacht. Es zieht sich wirklich alles in der Bauchgegend zusammen, ist also nicht nur sprichwörtlich gemeint. Andererseits schreibe ich seit Monaten von meinem Glück, den schicksalhaften und nie für möglich gehaltenen Geschehnissen, die eines unübersehbar zeigten: erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Was also, wenn diese neue Arbeit sich am Ende als eine Fortsetzung der Glückssträhne erweist, als Glied einer Kette, die logisch erst im Nachhinein verständlich wird? Damit meine ich, wenn alles wie in einem riesigen Puzzle-Theater jeweils nur einen Teil eines Gesamtbildes zeigt?

Wieder mal wird die Ansichtssache, also der persönliche Charakter und das Gottvertrauen, zum ausschlaggebenden Moment. Kinderleicht, alles negativ zu sehen, mit ein wenig von einer „alternativen Sichtweise” lässt sich dasselbe aber durchaus auch positiv sehen. In mir findet nun ein paar Wochen lang ein kleiner Wettstreit zwischen meinen Mitbewohnern statt, dem verschlagenen Teufelchen und dem um so mehr energischen Engelchen. Wer wird die Oberhand erhalten? Wer setzt sich am Ende durch?

Novembersturm

90 Prozent der Dinge, die ich in die neue Wohnung mitnehmen wollte, wurden heute rübergekarrt. Mein unendlicher Dank gilt den Helfern (B., S., A. und R.), ohne die ich tatsächlich komplett aufgeschmissen gewesen wäre. Es kam am Rande noch zu unschönen Begebenheiten, die um ein Haar den Umzug verhindert hätten, der aber ebenfalls durch die tatkräftige Unterstützung von B. und S. allen Widrigkeiten zum Trotz geradeaus und konsequent zu Ende geführt werden konnte. Danke! Danke! Danke! Die bloßen Worte bringen nicht ansatzweise das tiefe Gefühl meiner Dankbarkeit zum Ausdruck. Wäre ich reich, ein Millionär, so würde ich die Helfer mit Gold und Geschmeide überhäufen. Man hat ja manchmal den Wunsch, jemandem, der einen „komplett aus der Scheiße gehauen hat” (ich finde, das ist trotz derber Sprache die treffendste Bezeichnung für so manche Rettungsaktion durch anderen Zeitgenossen), eine Badewanne voller Glück zu schenken – wenn man denn Herr über das Schicksal wäre oder darauf wenigstens Einfluss besäße.

Wie dicht beieinander das Schicksal oft ganz willkürlich Positives sowie Negatives verteilt, erfuhr eine weitere Helferin, die mitten im Umzug erfahren musste, dass ihre Schwester an Lungenkrebs erkrankt ist. Für sie brach heute die Welt zusammen – für mich war derselbe Tag von Erfolg gekrönt. Wie ungerecht das Schicksal seine Gaben verteilt, darüber kann man, kann ich, nur fuchsteufelswütend werden.

Deshalb möchte ich jetzt auch nicht zu sehr auf mein unverdientes Glück eingehen, es gar in allen Einzelheiten hier zelebrieren. Der Umzug ist fast zu Ende, alles, was jetzt noch folgt (ein bisschen Packerei in aller Ruhe mitsamt einer einmaligen Fuhre nächste Woche), sind Kleinigkeiten im Vergleich zu dem Berg der Herausforderung, der sich noch heute Morgen vor meinen Augen auftürmte.

Bis hierher soweit vielleicht ein wenig kryptisch die Zusammenfassung des heutigen Tages. Jetzt gehe ich zur Arbeit, radle in den Sturm der Nacht. Ungemütlich? Ja, schon, aber als vorübergehendes Naturspektakel live draußen miterlebt, das hat schon einen mächtigen Reiz. Slalom fahren und gehen zwischen den herabregnenden Baumästen. Sorge oder Angst, davon in Mitleidenschaft gezogen zu werden? Nicht die Bohne! Meine Seele liebt den Sturm, kehrt er doch das Innerste nach außen und ist zudem das Spiegelbild des heutigen wie wahnsinnig gewordenen Schicksals.

Sei gut behütet und genieße jeden Tag, als sei’s dein letzter. Die ganze Strampelei des Lebens ist vollkommen unwichtig und wertlos, was zählt, ist alleine der Moment. Auch dieser Satz klingt furchtbar kitschig, wie dieser Tage schon einmal, doch genau das ist es, was ich dir von Herzen wünsche: einen glücklichen Tag.

Große Freude

So, zwar kann ich immer noch nichts Konkretes sagen, auch leider den Grund hierfür nicht nennen, obwohl ich’s doch versprochen hatte, aber das hole ich nach. Am Tag jedenfalls verlief alles perfekt! Besser sogar als erwartet. Und keine meiner Befürchtungen ist eingetroffen, also im Gegenteil. Endlich habe ich Sicherheit. Heute ist nunmehr nur das Glücklich-Sein an meiner Seite (obwohl ich manchmal denke, es angesichts des Schreckens gegenwärtig in der Welt vielleicht doch lieber zu verstecken).

Jetzt geht’s jedenfalls wieder täglich ganz normal hier weiter. Ich werde demnächst auch alles fotografieren, denn es kann sich keiner ausmalen, wie schön es ist. Okay, das erst mal dazu, zum Tag der Entscheidung.

Das eigene phlegräische Freudenfeld

Heute nix in the Tagebuch. So langsam werde ich immer nervös-unruhiger. Klar, und freudiger. Nur noch 3 Tage zusammenreißen und die wie Magma im Vulkan brodelnde Freude unterdrücken. Mal gut (fällt mir gerade dazu ein), dass wir nicht in Neapel auf den Phlegräischen Feldern wohnen, nicht wahr? Boah, da möchte ich jetzt wirklich nicht sein, quasi 5 Minuten vor dem Ausbruch oder gerade „zwei Handbreit” über der Lava.

Nun denn, harren wir der Dinge, die da kommen.

10 Cent für 2 Drehsessel

Meine beiden Drehsessel sind Billigstühle, die jetzt 10 bzw. 5 Jahre auf dem Buckel haben. Der eine ist für den Basteltisch da, der andere dient dem komfortablen Eintritt in die virtuelle Welt am Schreibtisch. Beide wackeln schon so bedrohlich, dass sie jeden Moment auseinanderfallen können. Zudem sind ihre Bezüge längst derart verschlissen, dass sie mehr aus schwarzem Panzerklebeband bestehen als aus Kunstleder oder Stoff. Auf einem von beiden findet mein Hauptbetätigungsfeld statt, das des täglichen Sitzens rund um die Uhr.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: sie haben die Grenze ihrer Haltbarkeit bereits weit überschritten.

Bei Amazon fand ich theoretisch Ersatz. Ebenfalls Billigstühle, die voraussichtlich für die nächsten 5 bis 10 Jahre Haltbarkeit versprechen (nach oben gibt es preislich keine Grenze). Ob nun ein oder zwei Sessel für 3.000 Euro, die halten auch nicht wesentlich länger, was man in unserer Firmenzentrale alle 10 Jahre bestaunen kann. Also: Kosten für zwei (ich glaube, sie sind nicht die schlechtesten) Drehsessel = 270 Euro. Man merke sich kurz diesen Betrag.

Ausgerechnet jetzt steht dafür praktisch aber kein Geld zur Verfügung, null €, was ich in den nächsten Tagen noch erklären werde, also speicherte ich die gefundenen Produkte in den Favoriten des Browsers, um sie später schnell wiederzufinden, falls ich sie in einigen Monaten vielleicht als Weihnachtsgeschenk mir gönnen könnte.

Das war am Dienstag.

Muss ich mich bis Weihnachten mit den Sperrmüll-Stühlen weitere fast 3 Monate herumschlagen? Erneut griff eine schicksalhafte Fügung ein, die mir zum einen mit 4 richtigen Zahlen im Lotto plus der richtigen Superzahl und zum anderen mit 2 richtigen Zahlen plus Superzahl einen gemeinsamen Wink gaben. Am Mittwoch nach der Ziehung schaute ich in die Statistik der vergangenen Quoten: normalerweise gibt es für 4 Richtige + SZ so um die 170 Euro plus x oder minus x. Selten wenig mehr. Gestern allerdings gab es eine außergewöhnliche Ausnahme für diese Gewinnklasse 5. Ihr Gewinn beträgt 263,90 Euro und für die Gewinnklasse 9 = 6 Euro (normal), was zusammengenommen einen Gewinn von exakt 269,90 Euro ergibt. Was sagste dazu?

Bisher habe ich von den vielen „Zufällen” der vergangenen Wochen, die im Grunde genommen langsam seit der Anschaffung von Mata Hari begannen, noch nichts geschrieben – und ich weiß momentan nicht im Geringsten, wie ich das alles zusammenfassend erklären soll – doch diese gestrige zufällige Übereinstimmung vor dem Hintergrund aller anderen Zufälle, jagt mir doch schon beinahe Angst ein. Du wirst es merken, wenn ich alles zu erklären beginne, dass hier keine Zufälle am Werk sein können, da die Wahrscheinlichkeit dafür einfach zu gering ist. Einen Zufall, ja, zwei, drei Zufälle, auch, doch mehr und so wesentliche Zufälle, die gehören eindeutig zu einem Schicksalsweg. Hinzu kommt, dass nichts von alldem geplant war.

Nunja, inwieweit das Aussuchen von Drehstühlen nicht doch einer gewissen Planung gleichkommt, auch wenn ich die Realisierung ihres Kaufs erst mal ganz nach hinten angestellt hatte, kann unterschiedlich betrachtet werden. Doch bis auf 10 Cent genau der Betrag, hallo?, deutlicher könnte nicht zu erkennen sein, dass diese Sessel jetzt kommen sollen. Und wenn sie eintreffen, wird die Haushaltsschere von gestern auch angekommen sein, das heißt, von ihr werden die Stuhlverpackungen dann geöffnet werden in einem vollkommen … weiter geht diese Geschichte leider erst ab nächsten Mittwoch.

Redensart: Licht am Ende des Tunnels

Nachtrag zu vorgestern: Es tut sich arbeitsmäßig etwas in der Firma. Nach 25 Jahren ohne Krankmeldungen will man auf mich nicht mehr verzichten. Es tut sich aber noch viel mehr, worüber ich online nicht schreiben möchte. Erst falls (ist alles nicht ganz sicher) es in trockenen Tüchern ist. Deshalb bleibt es gegenwärtig noch ein paar Tage lang bei der Blog-Pause.

Wenn das aber klappen sollte – auch wieder mit kaum einem Dazutun von mir, also wiederum aus heiterem Himmel – dann würde es mir schwer fallen, nicht an einen Schutzengel oder an vorgezeichnete Schicksalswege zu glauben. Das wäre so unglaublich und unwahrscheinlich, dass es einfach kein Zufall mehr sein kann. Aber erst mal abwarten.

Schicksalsschlag

Nunja, für ein paar Tage muss ich mich hier im Tagebuch abmelden, denn das Schicksal hat mächtig zugeschlagen. Vorhin erreichte mich meine Chefin und teilte mir mit (selber wütend und bitter enttäuscht), dass meine Arbeitsstelle vielleicht schon zu Mitte des Monats gekündigt sei, spätestens in einem Monat. Das Familienunternehmen ist ja gleichfalls nur ein Subunternehmen. Der ursprüngliche Auftrag stammt aus aus einem landeseigenen Unternehmen, also ein Kunde der öffentlichen Hand, das seinerseits neuerdings unter strengster Bewachung und Kostendruck steht. Will sagen: nirgendwo ist mehr Geld vorhanden, und meine Wenigkeit steht am untersten Ende dieses gesamten Konstrukts, wenn ich das mal so sagen darf.

Es hat aber keinen Sinn, nun auf die Politik zu schimpfen, zu lamentieren oder herumzuheulen – ich muss mich rasend schnell auf die veränderten Gegebenheiten einstellen. Bis hierher konnte ich nichts beeinflussen, bzw. mehr als ordentlich und zuverlässig meinen Dienst zu verrichten, kann ich nicht tun. Rente? Das dauert noch ein paar Jahre. Außerdem müsste ich damit sowieso hinzuverdienen. Ohne Auto und mittlerweile nur noch mit Muskel-Fahrrad auf dem Land unterwegs, das schränkt die Möglichkeiten natürlich arg ein. Bürgergeld? Ich wüsste nicht, wie das reichen könnte. Rücklagen? Nach dem Zahnarzt ist der letzte Rest verbraucht (dafür hätte ich einen neuen Kleinwagen kaufen können).

Auch ohne jetzt ins Detail zu gehen, siehst du vielleicht an dieser groben Zusammenfassung, dass mir ein paar „winzige Unwägbarkeiten” ins Haus stehen, mit denen ich mich erst mal geistig und seelisch auseinandersetzen muss. Das möchte ich natürlich nicht in einem öffentlichen Tagebuch machen, ist klar.

Fakt ist: alle geplanten Lebensumstände werden ohne irgendein Dazutun von mir, ohne gefragt zu werden und ohne eine vernünftige Ankündigung durch das Schicksal – nicht quasi, sondern tatsächlich – von heute auf morgen über den Haufen geworfen. Momentan weiß ich weder einen Schritt seitwärts, rückwärts noch vorwärts. Wenn ich eines in meinem Leben gelernt habe, dann dass das Schicksal nicht fragt, ob es zuschlagen darf, daran denkt es nicht einmal, weil du ihm vollkommen egal bist. Ebenso kannst du vor ihm nicht davonlaufen, keinen Meter. Religiöse Menschen nennen es: wir liegen alle in Gottes Hand. Du kannst dein Möglichstes tun, mehr aber nicht. Also wenn das Schicksal dir unbedingt einen Tiefschlag versetzen möchte, der dich k.o. schlägt, dann ist es eben so, dann hilft – wie gesagt – kein Lamentieren, sondern du musst dich den geänderten Umständen wie auch immer anpassen. Und ja, auch angeschlagen ausgezählt zu werden, gehört zum Leben dazu.

Darüber muss ich mir in den nächsten Tagen nun so meine Gedanken machen. Da interessieren mich weder die korrupten Machenschaften der Politik und der Medien, noch die Dummheit der Herde, die durch ihre Wahl genau solche Leittiere in ihre Positionen gehievt hat. Mir sind auch gerade „philosoffische” Gedanken über Gott und die Welt (Moral, Ethik, Religion) völlig schnurz. Wenn die Irren gendern wollen, solln’se’s tun, ich kann auch apostrophieren ohne Ende. Ich bin nicht einmal wütend auf ein „ungerechtes Schicksal”, denn mir ist das Schicksal selber mittlerweile schlichtweg egal. Wenn es mich nicht mag, mag ich es ebensowenig. Es gibt noch dazu kaum mehr gleichaltrige Freunde und Bekannte, die noch am Leben sind und mit denen ich ein Stück des Lebenswegs gemeinsam gegangen war. Was die erwachsenen Kinder heute tun, denken oder sagen, geht mir schlussendlich genauso am Allerwertesten vorbei. Liebes Schicksal, du kannst mich wirklich kreuzweise. Ich habe vor dir keine Angst mehr.

Also eine Woche Tagebuch-Pause, schätze ich. Lass auch du dich nicht vom Schicksal unterkriegen. Zeigen wir’s ihm, indem wir nicht zulassen, dass es seine negative Kraft auf uns ausübt, um uns innerlich zu Fall zu bringen. Lassen wir uns vom Schicksal nicht brechen, auf dass du und ich sogar in höchster Not und vielleicht unter einer Brücke hausend noch aufrecht und in Würde stehen, um ihm trotzig und herausfordernd zugleich in die Augen zu sehen.

Inflation und KitKat 2

Gestern Nachmittag kamen die Kartons „KitKat” der METRO hier an. Da fiel mir noch nichts auf, alles gleich wie immer. Dann nahm ich ein Kitkat aus einen Karton und schon erschien mir die Größe doch recht seltsam. Tatsächlich! Erst da bemerkte ich den eigentlichen Unterschied. Die Riegel sind nämlich geschrumpft. Von ehemals 45 Gramm (von denen ich 2020 noch 10 Kartons gekauft hatte) zu 41,5 Gramm (die ich auch in dieser Größe letztes Jahr erhielt, davon aber nichts bemerkte, da sie nicht für mich selber, sondern für meine Großnichte als gelegentliche Leckerlis dienten). Das mag nicht viel erscheinen, doch du merkst es sofort, sobald du sie in der Hand hältst und isst.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat den Preisunterschied ausgerechnet: satte 8,4 %. Und diese kleineren Verpackungen werden zum gleichen Preis wie die alten originalen KitKats bis hin zum doppelten Preis im Handel verkauft, das heißt, einen eindeutigen Endpreis gibt es nicht, wahrscheinlich wird er nochmals steigen, sobald hauptsächlich nur die teuren 12er-Packs angeboten werden statt wie bisher die 24er-Packs.

Es wird also dieselbe Strategie gefahren, die ich bei der Milka-Schokolade vor einigen Jahren schon bemerkt hatte und die dazu führte, dass ich seither diese Schokolade nicht mehr kaufe. Seinerzeit wich ich auf „Kinderschokolade” aus. Dann geschah dasselbe damit ebenfalls: Stück um Stück wurde in mehreren Schritten das eigentliche Produkt verkleinert, um es zu Beginn in der gleichgroßen alten Umverpackung mit dann mehr Inhalt als sogar günstigeres Angebot als zuvor zu bewerben, bevor im nächsten Schritt mit wieder normalisierten und dann kleineren Karton-Verpackungen das Produkt erheblich verteuert wurde (in der Gesamtmenge als Preis pro Kilogramm betrachtet). Nachdem das geschah, kaufte ich auch keine Kinderschokolade mehr. Jetzt beginnt also bei KitKat prinzipiell dasselbe Spiel. Das heißt, mit den gestern erhaltenen 4 Kartons war es das letzte Mal, dass ich KitKats gekauft habe.

Dabei finde ich eine maßvolle Preiserhöhung der Lebens- und Genussmittel gar nicht mal schlimm. Was mich daran stört, das sind die erheblichen Preissprünge über die eigentliche Inflation hinaus. Von heute 8,4 % Verteuerung bis am Ende zwischen 25 % und sogar 100 %. Die Konzerne gehen derart betrügerisch dreist dabei vor, dass ab einem bestimmten Punkt eigentlich jeder zweite Käufer erkennt, für wie vollkommen dumm und dämlich er gehalten wird. Man ist eben alles andere als ein wertgeschätzter Kunde. Ja, macht nur so weiter, von mir bekommt ihr jedenfalls für diesen Betrug ab jetzt kein Geld mehr.

Eines vergessen diese Konzerne: jedes Mal, wenn sie den Bogen überspannen und die Kunden in der Folge zu einem beträchtlichen Teil ausbleiben, dann erscheinen ganz schnell neue Hersteller, die diese entstandenen Lücken mit gleichwertigen aber günstigeren Produkten wieder füllen. Das nennt sich halt Marktwirtschaft.

In diesem Sinne: Have a new break, have a neues KitKat.

Inflation

Von den KitKat-Schoko-Waffel-Riegeln habe ich bei Amazon vor weniger als einem Jahr einen Karton gekauft mit 24 Riegeln für insgesamt knapp 10 Euro. Und nun staune mal: Für 10 Euro gibt es nach wie vor einen Karton, doch jetzt sind darin nur noch 12 Riegel. Das entspricht einer satten Verdopplung des Preises. Nö, da spielt mal schön ohne mich, ich bin erschüttert. Wenn man so will ist das eine Inflationsrate von sage und schreibe 100 Prozent. Im Vergleich zum letzten Jahr bekomme ich aber keine 100 Prozent mehr Geld von meinem Arbeitgeber. Wenn ich dem nun mit einer Forderung nach Inflationsausgleich in den Ohren liege, kriegt der einen Herzinfarkt. Und dann hätten wir beide nix davon 😉

Das ist nur ein einziges Mini-Beispiel, das aber begründet die Frage aufwirft, weshalb Politik und Medien stets von einer unter 10 prozentigen Inflation reden. Wissen sie, dass sie Pappe reden aber tun es halt absichtlich? Oder wissen sie es nicht, da ihre Arbeitgeber ohne Herzinfarkte diesen Inflationsausgleich von unserem Geld bereitwillig bezahlen, was dann an den Brieftaschen folglich keinen Unterschied bemerkbar werden lässt? Wer böse ist, würde sagen: Beides. Sie wissen es und sie lassen sich ausgleichend bezahlen.

Klopfenden und weinenden Herzens wünsche ich dir dennoch heute einen genüsslichen Tag.

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Nachtrag. Klick aufs Bild = lesbar groß. Wer suchet, der findet. Ein Inflationsausgleichseinkauf sozusagen. Bin ja mal gespannt, ob die Packungen ein Jahr alt sein werden oder was überhaupt hier ankommt:

Nachtrag 2:

Was sagt man denn dazu?

Morgen am Vormittag hätte ich als Zeuge vor Gericht über diesen netten Vorfall während meiner Dienstzeit aussagen müssen. Seit März diesen Jahres habe ich den Termin im Nacken, den ich nicht absagen kann, obwohl ich ganz und gar keine Lust darauf habe. Denn ich kann der ausführlichen schriftlichen Zeugenaussage sowieso nichts hinzufügen. Vielleicht geht es nur darum, Zweifel an mir zu säen, ich weiß es nicht. Jedenfalls musste ich bei der Firma an diesem Tag frei bekommen. Eventuell, so wurde mir vom Gericht in Aussicht gestellt, gibt es dafür einen Teil-Verdienstausfall. Zusätzlich habe ich den morgigen Tag genutzt, um die Fahrradreparatur zu organisieren, das heißt, um das Rad dorthin zu schaffen (10 Kilometer zu Fuß), um anschließend bei Gericht vorstellig zu werden, danach lecker mit meiner Chefin in der Nähe Mittagessen und um am Ende von ihr zurück nach Hause in meine Einsiedelei gefahren zu werden. Alles in einem Abwasch erledigt sozusagen.

Vorhin rief mich das Gericht an und teilte mir mit, die Verhandlung werde ausfallen. Sie findet ein anderes Mal statt, wann genau, darüber werde ich rechtzeitig informiert. Peng! Alles, die ganze schöne Planung quasi über Nacht über’n Haufen geworfen. Mal schauen, was und wie das jetzt morgen abläuft.