Verschieben von Angekündigten

Kennst du so etwas auch? Wenn du etwas sagen möchtest, was dir wichtig ist, du darüber nachdenkst und dann feststellst, dass dieses Thema gedanklich immer größer wird, weil viel mehr indirekt dazugehört, das du auf keinen Fall dabei vernachlässigen willst, kannst oder sogar solltest, dann steigert sich der Umfang von „mal eben kurz erwähnt haben wollen” zu einer mit höchster Konzentration erforderlichen Semester-Abschlussarbeit unter dem Titel: „Schwurbelei vermeiden – Wie komme ich auf den Punkt?”.

Wenn sich dazu noch die allgemein gebräuchliche, vermeintlich scherzhafte Bemerkung „Arbeitslose und Rentner haben niemals Zeit!” in deiner Lebensrealität als eine durchaus und eben persönlich doch überraschend fundierte Wahrheit herausstellt, dann ist dein Vorhaben, etwas, das dir auf dem Herzen liegt, quasi zwischen Tür und Angel ebkes sagen zu wollen, klar zum Scheitern verurteilt. Zumindest vorerst.

Und falls du wo auch immer großspurig schon angekündigt haben solltest, „darüber werde ich zeitnah schreiben”, dann wirst du das Gefühl nicht wieder los, dich wegen deiner großen Klappe am liebsten mit deren integrierten Kau- und Beißapparatur das eigene Hinterteil malträtieren zu wollen. Wenn du also so etwas kennst, dann weißt du, wie mir gerade zumute ist 🙂

Klarnamen und Kontrolle – nur ein paar kurze Gedanken

Der Vorteil der Kommentare in diesem Blog gegenüber den eigentlichen Einträgen liegt darin, dass Google die Kommentare nicht erfasst. Glaube ich zumindest, da sie bei Ergebnissen nie erscheinen. Aber es durchsuchen natürlich noch viele andere Maschinen, von denen ich nicht weiß, wer hinter ihnen steht, trotzdem alles.

Wie komme ich jetzt darauf?

Als ich 1998 das Tagebuchschreiben begann und Google das erste Mal auftauchte, setzte ich Mühe und Zeit dafür ein, möglichst nicht dort aufgeführt zu werden. Also alle Welt wollte zum Verrecken möglichst viel und oft bei Google erscheinen aber ich trug mich sogar anfangs aus deren Listen absichtlich mehrfach aus (das konnte man zu Beginn noch). Weder habe ich etwas zu verkaufen, noch will ich, dass über mich geredet wird, das Blog war von Beginn an nur ein persönliches Tagebuch. Je mehr Leute darin lasen, desto unwohler fühlte ich mich und desto mehr Streit gab es. Das hatte ich durch das Literaturprojekt „THYLA” gelernt. Mehr als 2 Leute = Streit. Immer. „THYLA” sollte allerdings von Google gefunden werden, wurde seinerzeit auch sehr bekannt und sogar in mehreren Computerzeitschriften (Computer-Bild, WDR u.ä.) als Surf-Tipp rezensiert. Ein Tagebuch ist aber weder ein Mitmach-Projekt, noch ein Forum. Foren betrieb ich sogar mehrere seit Mitte der 1990er Jahre bis zum großen Forensterben Anfang/Mitte der nuller Jahre.

Nun, die Technik hat sich verselbstständigt und man kann nicht mehr entscheiden, wo, in welchen Listen oder Katalogen und von wem man erscheint bzw. beobachtet wird. Heute ist das Thema Unsichtbarkeit bzw. der Aufenthalt unterhalb des Radars der Wahrnehmung wieder interessant geworden.

Ich glaube ja, dass sich die Zensur-Zeiten bald ändern werden und das Internet wieder ein freier Ort der Begegnung werden wird. Falls aber nicht, muss man sich so langsam Gedanken machen, wohin man mit der eigenen Web-Präsenz emigrieren kann. Also wenn ich’s selber als Person schon nicht vermag, dann wenigstens die virtuelle Existenz sozusagen. Einen Server anmieten, der außerhalb der EU liegt, wäre eine Lösung. Dazu muss dann im Impressum eine entsprechende ausländische Adresse angegeben werden und das Tagebuch dürfte natürlich auch nicht mehr mit Klarnamen erscheinen. Das wären aber leicht zu lösende Problemchen. Doch noch warte ich ab, denn ich will einfach nicht glauben, dass so etwas mal nötig werden könnte.

Naja, das ist nur eine heutige Skizze. Irgendwie gehen mir diese Gedanken gerade nicht aus dem Sinn.

Mitternachts-Tratsch

Eine Stunde vor Mitternacht: Wer hätte das gedacht, der Samstag ist weg. Einfach verschwunden. Magie. Gerade war noch Freitag und jetzt sagt die Datumsanzeige, es sei gleich Sonntag. Wo ist der Samstag hin?

Nun gut, das Tagebuch ist zwar authentisch, auch privat, doch absolut alles kann ich hier nicht aufschreiben. Nicht weil ich mich für irgendetwas schämen würde (ich „spiele” nach der Devise: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert), doch weiß ich gleichwohl auch, dass ein paar sogenannte Hater mehr oder weniger regelmäßig hier verfolgen, was alles zu virtuellem Papier gebracht wird. Die warten nur darauf, mir „Nazi” mit was auch immer einen reinzuwürgen. Deshalb möchte ich weniger mich selber, als vielmehr die Menschen meines Umfeldes schützen. Heutzutage ist bekanntlich viel zu viel verboten oder mit moralischen Tabus belegt, als dass überhaupt irgendjemand 100-prozentig „moralisch korrekt” durchs Leben schreiten könnte. Dabei mache ich absolut nichts Schlimmes. Nur kann ich halt beispielsweise nichts von Absprachen, Begegnungen oder Ähnlichem berichten, die im Vertrauen auf Verschwiegenheit stattfanden bzw. stattfinden oder die … naja, so halt. Und dann kann es bei meinem sowieso unregelmäßigen und dem Kalender widersprechenden Lebensrhythmus schon mal passieren, dass plötzlich ein kompletter Kalendertag hier im Tagebuch einfach verschwindet.

Was für eine Rechtfertigungs-Orgie, welch ein Geschwurbel, nicht wahr? 🙂

Eigentlich gäbe es gerade sogar eine Menge zu berichten. Viele Gedanken, es geschieht auch einiges bei/mit anderen Leuten, das mich direkt und indirekt betrifft, das mich ziemlich beschäftigt, doch hauptsächlich berührt es eben auch die Privatsphäre anderer. Außer vielleicht die Neuigkeit, dass meine Arbeitslosigkeit bald wieder zu Ende sein könnte – vielleicht, ist absolut noch nicht sicher. Wäre irgendwie aber schon schade nach nur zwei Monaten, doch die Kohle lockt natürlich. Naja, wie immer, Beckenbauer passt universal: „Schaun mer mal.”

Skizziertes

In Venezuela wird ein Kopf ausgetauscht, der gar nicht die Macht im Lande innehatte und eher als Grüßaugust fungierte. Nach innen schauspielerte er in der Sprache der einfachen Leute, nach außen rein formell. Die wahre Macht in Venezuela geht von einer Art Oligarchie aus, der die jetzige Interims-Präsidentin und die Minister angehören. Die eigentliche korrupte Machtelite sei in diesem Land durch das Eingreifen der USA nicht gefährdet, und die Menschen feierten dort auch nicht auf den Straßen, sondern sie haben Angst. Das sagt Billy Six, der in Deutschland wohl kompetenteste Kenner dieses Landes, der sogar 4 Monate in venezolanischen Gefängnissen saß. Ob Sozialismus oder ein liberales politisches System, das war in der Vergangenheit auf dem Kontinent Südamerika völlig egal, denn das Sagen hatte stets eine mafiöse Oberschicht. Leser von Joseph Conrad wissen das schon lange.

Was ist daran eigentlich prinzipiell anders in Russland, in China, in asiatischen Ländern? Und an die Länder auf dem Kontinent Afrika will man in dieser Hinsicht ja gar nicht erst denken. Am Ende der Fahnenstange befinden wir uns selber: Europa und Deutschland. Sind wir auf dem Weg in eine ebensolche dystopische Zukunft? Ich meine, selbst wenn man rein theoretisch eine oder mehrere Führungspersonen der EU verhaften würde, änderte es auch nur im Geringsten etwas an dem korrupten System?

Wie klein und unwichtig wirken angesichts dieser globalen Zusammenhänge die persönlichen Ansichten und Meinungen oder die Anliegen der normalen Leute hierzulande?

Da bricht beispielsweise in Brandenburg die Regierungskoalition auseinander, weil ein einziger Mann, der vorher in der SPD war, dann ins BSW wechselte, dort Blitzkarriere machte und nun wieder nach Hause zur SPD wechselt. Dass ihm für sein Tun keine Belohnung versprochen wurde, kannst du sonst wem erzählen; für mich ist das ein Indiz der Entwicklung hin zu immer offener betriebener Intrigen und in letzter Konsequenz für Korruption. Das Große spiegelt sich im Kleinen – oder sollte man es eher umgekehrt betrachten? Das Kleine ist Teil des Großen?

Dass auch die EU hochgradig korrupt ist, darf man vielleicht nicht deutlich sagen, trotzdem weiß es jeder. Deshalb arbeitet die EU ja an der Zensur auf gleich mehreren Ebenen: Wenn man nicht mehr sagen darf/kann, was ist, findet es im Schutz der Verschwiegenheit statt und blüht wie das Unkraut im Garten und auf dem Feld, das folglich mit einer neuen Benennung als Wildkraut unter Schutz gestellt wird.

Endgültiges und Nettes quasi

10:15 Uhr: Seit wenigen Minuten bin ich mit den Boxen nun endgültig fertig. Es fehlte noch der graue „Elefantenfuß”, der vorhin angekommen ist. Er lässt sich gleich dreifach nutzen: 1. als normaler Hocker fürs An- und Auskleiden, 2. als Klamottenablage (nur über Nacht) neben dem Bett und 3. als Tritt, um die oberen Boxen (180 und 210 cm) zu erreichen. Außerdem sieht er besser aus als der klapprige Holzhocker vorher. Klick aufs Bild = größer (Breite und Höhe auf dem Foto täuschen allgemein, es wirkt alles schmaler und niedriger als in Wirklichkeit und bräuchte einen Menschen zum Größenvergleich).

Bin seit 8 Uhr erst zurück von der Nachtschicht. Das waren die vorletzten beiden Arbeitsnächte. Samstag und Sonntag werden die letzten sein. Aber das Thema hatten „wir” ja schon ausführlich vor einem halben Jahr. Nun ist’s halt endgültig.

Schreibfaul und übermüdet aber keinen Bock aufs Schlafengehen, das beschreibt meine derzeitige bio-geistige Verfassung. Ich lümmle dann mal so herum in meinen heiligen Hallen …

Es gibt noch eine kleine Bastelsache. Das ist mir gerade allerdings zu viel Erklärerei und ich habe dafür noch eine Idee, bei der ich erst mal gucken muss, ob sie verwirklicht werden kann bzw. ob das am Ende aussieht oder nicht. Falls ja, erscheint morgen ein Foto, falls nein, kann ich mich schon jetzt nicht mehr erinnern, irgendwas gesagt zu haben. Idee? Welche Idee? 🙂

Genieße den vorweihnachtlichen, wahrscheinlich ein wenig stressigen Tag, denn mit Vorfreude auf morgen macht eventuelle heutige Hektik durchaus Spaß. Finde ich jedenfalls. Am Tag vor Heiligabend sind die Menschen überall viel netter zueinander. Bis morgen also, gehab dich wohl.

Weihnachtsschlitten

Guck mal, wie niedlich. Ein Schlitten. DHL hat zu den Weihnachtstagen wieder die Mini-Symbole der Sendeverfolgung angepasst 🙂

Inneres Ich: „Du Konsumschwein, kommt schon wieder Post?”

Nanana! Ich hatte da so eine Idee. Es dauert aber noch bis Ende kommender Woche, erst dann werde ich damit fertig sein und ein Foto machen können. Es kommen Teillieferungen. Heute, Samstag, Montag und nächsten Donnerstag.

Jetzt bin ich erst mal müde und übernächtigt, zwinge mich zum Wachbleiben zumindest bis ca. 18 Uhr, damit ich nächste Nacht schlafen kann. Das heißt aber auch, dass ich mich momentan geistig zu weit abseits der Spur befinde und keinen „gehaltvollen” Tagebucheintrag zustande bringe.

Inneres Ich: „Momentan?”

*ignore mode switched on*

Herbstlicht

Heute gegen 17 Uhr beim Frühstück: Mit einem Mal reißen die Wolken auf und eine goldene Abendsonne taucht den Himmel und den gesamten Küchenerker in ein seltsames, beinahe schon magisch goldgelbes Licht. Auf dem Foto ist trotz meines farblich von den Wolken übernommenen Rahmens nur eine Ahnung dessen abgebildet, real war es viel eindrucksvoller. Mittags um 5 schon das Abendlicht; ist das nicht ein wenig winter-übertrieben?

Prognosen

Eine Ministerin der Regierung sagt zu dem, was der Bundeskanzler sagt, es sei Bullshit. „Bullshit” wiederholt sie sogleich und verdoppelt damit sogar ihre liebreizende, diplomatische und niveauvolle Äußerung. Damit ja niemand auf die Idee kommt, sie habe sich im Eifer des Gefechts versprochen oder nur leicht im Ton vergriffen. Was geschieht jemandem im normalen Arbeitsalltag, der öffentlichkeitswirksam seinen Chef beschimpft und sagt, er rede Bullshit?

Tja, mit diesem Bild wird im Grunde der Zustand der Koalition vortrefflich gezeichnet. Jeder sieht, der Chef, Merz, ist am Ende. Es gibt für mich nur zwei logische Möglichkeiten, die in dieser Woche folgen können: Entweder Bärbel Bas wird justamente vom Kanzler entlassen oder die Koalition bricht in wenigen Tagen/Wochen auseinander. Daneben gibt es natürlich noch theoretische andere Möglichkeiten, die aber das Ende der Regierung nur noch peinlicher gestalten würden und bei denen ich mir deshalb schwerlich vorstellen kann, dass sie eintreffen (wobei vieles mittlerweile geschieht, was man sich Gestern noch nicht hat vorstellen können).

Schaun wir also mal, ob meine Fähigkeit zur Prognose, zur Einschätzung, den Realitätscheck besteht oder nicht. Eine Woche, dann ist Bas Geschichte, das ist mein Tipp.

Ansonsten: Mieses Wetter, Wohnungsputz ist angesagt und Warten auf die Amazon-Lieferung des Adapters für ein noch für heute prognostiziertes Foto. Wenn denn alles so kommt, wie gedacht.

Krieg und Frieden

Neben dem Umweltschutz war der Pazifismus die zweite tragende Säule der Grünen. Ohne Petra Kellys bedingungslosen und konsequenten Einsatz gegen jede Unterstützung von Kriegen wäre die Gründung der grünen Partei 1980 nicht möglich gewesen. Dabei erinnere ich mich noch gut an damalige Talkshows, in denen sie ihren Pazifismus gegen eine Mauer aus „Realisten” der anderen Parteien verteidigte: Sie stand stets alleine da. Ich selber vergleiche mich nicht mit dieser klugen und starken Frau, doch ich verstehe die Ohnmacht, die einen befallen kann, wenn man alleine nur von diesen schreienden und wütenden kalten Kriegern umgeben ist. So fand ich mich nämlich vor der Kommission der Bundeswehr wieder, in der ich stehend vor einer Reihe Tischen, an denen uniformierte alte Soldaten saßen, meine Weigerung, den Wehrdienst wahrzunehmen, erklären musste und auf so bescheuerte Fragen antworten sollte, was ich denn täte, wenn meine Freundin vergewaltigt werden würde und ich mit einer Waffe in der Hand daneben stünde. Seinerzeit war ich 17 Jahre alt, naiv und intellektuell nicht in der Lage, auf eine solche Dummheit überhaupt adäquat zu reagieren, weshalb ich schon damals die Klugheit und Beharrlichkeit der Petra Kelly bewunderte, wenn ich diese Frau nicht sogar heimlich dafür verehrte.

Es dauerte keine 20 Jahre und aus den grünen Pazifisten wurde (vor allen Dingen getrieben durch Joschka Fischer) eine Partei des Militarismus. Heute feiert der Krieg in breiten Teilen der Bevölkerung ein Comeback. Das ikonenhafte Bild von Käthe Kollwitz, die ihren Sohn im 1. Weltkrieg verloren hatte, wirkt dabei als Mahnung aktueller denn je. „Nie wieder Krieg!” – doch man möchte dieses Bild nicht mehr sehen (müssen), es ist aus der Medienlandschaft beinahe verschwunden und droht, vollständig in Vergessenheit zu geraten.

Käthe Kollwitz und Petra Kelly befanden sich zu ihrer Zeit allein auf weiter Flur. Sie hatten die Medien und die Politik gegen sich, doch vertraten unbeirrt den Pazifismus. Das war und bleibt bewundernswert, selbst in dem Wissen, dass dieser Pazifismus ein Ideal darstellt, das realistisch nicht zu erreichen ist, da das Böse nun mal ebenso existiert, ob man es wahrhaben möchte oder nicht. Und dennoch bedeutet die Existenz des Bösen nicht, dass die Ausnahme zur Regel werden darf. Und es kommt immer darauf an, wer entscheidet, wer oder was das Böse ist, denn mitunter sind diejenigen, die mit ihren Fingern darauf zeigen, jene, deren eigene Hand mit 3 Fingern auf sie zurück zeigen.

Anfang der 1980er Jahre waren die Grün-Wähler die Gebildeten der Bevölkerung. Mittlerweile wird die Partei vom ungebildeten Mob der Straße gewählt. Heute ist in der Bevölkerung zwar nicht der Pazifismus, so doch der Unwille, sich in Kriege einzumischen, die uns Deutsche nichts angehen, noch mehrheitlich vorhanden. Der Militarismus ist trotzdem wieder auf dem Vormarsch und die Kriegsverherrlicher der Grünen stehen hierbei allen voran: In der aktuellen INSA-Umfrage erweisen sich die Grünen-Anhänger als die schlimmsten Kriegstreiber von allen.

Regelmäßiger IP-Wechsel für mehr Freiheit

O wie interessant. Google/YouTube verfolgt mal wieder „unanständige User“. Wer so unanständig ist und Videos bei YouTube anonym herunterlädt, wird geblockt. Fortan darf er nur noch Videos anschauen, wenn er sich bei YouTube oder Google anmeldet. Die individuelle IP-Adresse kommt somit auf eine Art Schwarze Liste. Erst wenn du eine neue IP-Adresse bezogen hast, ist die Sperre wieder aufgehoben.

Das habe ich wie folgt herausgefunden:

Nachdem ich über 100 Gigabyte Videos der Mechanikerin Frau Huong heruntergeladen hatte, was YouTube ungern sieht aber nichts wirklich dagegen unternehmen kann, da es legal ist, waren für mich am nächsten Tag sämtliche Videos (also alle anderen Videos auch) bei YouTube nur noch anschaubar, wenn ich mich dort angemeldet hatte. Das wurde bei jedem Browser gleich angezeigt: „Melde dich an, damit wir sehen, dass du kein Bot bist“, so ungefähr lautet die Meldung.

Da alle Browser identisch reagierten, war klar, dass dies kein Browser-Fehler sein konnte. Also versuchte ich eine VPN-Verbindung. Firefox ist mein Standard-Browser, doch der Opera-Browser besitzt so eine unglaublich komfortable Möglichkeit hierzu. Ein Mausklick genügt, und man wird umgeleitet, kann von einem Server irgendwo in der Welt surfen, was dem Adressaten, hier also YouTube/Google, eine andere IP-Adresse vorgaukelt. Damit konnte ich alle Videos wieder anschauen. Somit war klar, dass es an meiner individuellen IP-Adresse lag.

Diese IP-Adresse lässt sich binnen 10 Sekunden von jedem Router neu vergeben. Mit der neuen IP-Adresse funktionierte dann alles wieder wie gewohnt.

Früher wechselte die IP-Adresse einmal in 24 Stunden automatisch; heute bleibt die aktuelle monatelang erhalten. Je nachdem, was man im Internet macht, bei wem man sich anmeldet usw., ist man dann über Monate hinweg beobachtbar. Google weiß komplett alles, was du im Internet tust, kennt jede Webseite, die du ansteuerst, liest E-Mails mit – und alles ist mit dir bzw. immer mit deiner individuellen IP-Adresse verbunden. Hast du nur ein einziges Mal in dieser Zeit in einem Shop eingekauft, ist die IP-Adresse sogar mit deinem Namen und deiner Anschrift verknüpft.

Nun wissen leider die wenigsten Leute, dass sie mit nur einem Mausklick ihre IP-Adresse in der Routerkonfiguration ändern können. Das geht sogar bei den meisten Routern ohne Mausklick, indem einfach der Stromstecker des Routers gezogen wird, ein paar Sekunden gewartet und der Stecker wieder eingesteckt wird. Damit verbindet der Router sich neu und erhält eine neue IP-Adresse. Einfacher geht’s nun wirklich nicht. Für die Mehrheit, die aber nichts tut, wirken also YouTubes Strafmaßnahmen und Verfolgungen. Nur wer regelmäßig manuell die IP-Adresse ändert, bleibt von Spionage, Verfolgung oder ggf. von Strafmaßnahmen einigermaßen verschont.

Heute also ein kleiner technischer Tipp mit von Jahr zu Jahr größer werdenden Auswirkungen. Seit Google den Browserherstellern weltweit diktiert, was sie in ihre Browser einzubauen haben, liegt die Freiheit des Internets im Sterben. Da kann man noch so laut kritisieren, der Mehrheit der User ist’s leider egal. Falls du eine solche Meldung – aus welchen Gründen nun auch immer – ebenso erhältst, weißt du jetzt wenigstens, wie leicht dagegen vorzugehen ist.

Manuelle Zeitzonen

Wusstest du eigentlich, dass die Fritzbox standardmäßig NICHT automatisch zwischen Winterzeit und Sommerzeit umschaltet? Ich wusste das nicht und zerbrach mir den Kopf darüber, weshalb das Internetradio immerzu die falsche Zeit anzeigte. In dessen Einstellungen gibt es aber nur die Möglichkeit, die Zeit automatisch zu beziehen. Das wiederum brachte mich dann zu dem logischen Schluss, die Ursache bei der Fritzbox zu vermuten – und siehe da, tatsächlich muss man dort den Haken unter „System” >> „Zeitzone” auf „automatisch an die Sommerzeit anpassen” setzen.

Ansonsten ist wieder ein Tag in diesem Tagebuch verschwunden. Gestern hatte ich den Haken im Gehirn „heute ist Donnerstag” vergessen zu setzen. Und ab heute Abend muss ich wieder zur Arbeit. Danach ist nächste Woche einiges Unangenehmes zu tun, so dass nun ein paar Tage wohl nur Kurznotizen hier erscheinen.

Inneres Ich: „Was? KURZnotizen? Oh, wie wunderbar! Endlich weniger Schwurbeleien. Da freut sich doch mein Überschriften-Leser-Herz.”